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Buchrezension: Geheilt! Wie Menschen den Krebs besiegten

Schwester Huberta führt ein glückliches Leben: Mit 20 Jahren tritt die Ordensfrau den Marienschwestern vom Karmel bei. Ein "tätiger Orden", wie sie selbst sagt. Er betreibt Kneippkurhäuser, Kindergärten, Altenheime und eine Schule. Die damals 40-jährige hält hier Seminare und ist sehr beliebt und aktiv. Plötzlich die erschütternde Diagnose: Brustkrebs. Ein großer Schock für die gläubige Frau. Kurz darauf folgen Operation, Lymphknotenentfernung und Chemotherapie.

Zunächst scheint alles gut: Zwölf Jahre lang. Doch dann wird Schwester Huberta wieder krank. Eine Erkältung, wie sie zunächst glaubt. Bei einer anschließenden Untersuchung stellen die Ärzte jedoch Metastasen in ihrer Lunge fest. Erneut muss die lebensfrohe Frau eine Chemotherapie über sich ergehen lassen. Leider ohne Erfolg und mit schweren Nebenwirkungen. Schließlich lehnt die Ordensfrau eine weitere chemotherapeutische Behandlung ab. Stattdessen begibt sie sich in eine homöopathische Klinik in die Schweiz und beginnt eine Vitaminkur.

Das Unglaubliche passiert

Nach drei Monaten lässt Schwester Huberta eine Nachkontrolle im Krankenhaus machen. Die Ärzte können es nicht glauben: Sämtliche Metastasen in der Lunge sind zurückgegangen. Eine große Überraschung und Freude für alle. Auch Jahre später noch, mit über 60 Jahren, ist Schwester Huberta weiterhin krebsfrei. Heute hält sie wieder Seminare, macht Körperübungen und meditiert täglich. Sie achtet auf Ihre Ernährung und hat zu einer ganz eigenen Gelassenheit gefunden: "Nicht die Frage ‚Warum?‘, sondern ‚Wozu?’" liege ihr am Herzen. Ganz bewusst habe sie sich für das Vertrauen entschieden. Und man glaubt ihr jedes Wort.

Diese bewundernswerte Kraft, die von Menschen wie Schwester Huberta ausgeht, überträgt sich beim Lesen. Sie wirkt wie ein Elixir. Immer wieder bekomme ich eine Gänsehaut und das Gefühl: Heilung? Ja, die gibt es!

Verschiedene Wege, den Krebs zu überleben

Die Geschichte von Schwester Huberta ist nur eine von 20 in diesem Buch. "Weder wollen noch können wir beurteilen, welche Wege die Besten sind, was erfolgsversprechend ist und was weniger. Wir möchten jedoch aufzeigen, dass es nicht nur einen einzigen Weg gibt, den man gehen kann.", so die beiden Autoren. Und diesem Ziel werden sie durchaus gerecht. Denn das Buch zeigt, dass das Überleben bei Krebs unterschiedlicher nicht sein könnte. Menschen aller Altergruppen und Geschlechter, Krebserkrankungen unterschiedlichster Art und Schweregrade, nach Jahren zurückgeworfene oder "nur" einmal betroffene Menschen sind hier vertreten.

Und auch bei den Therapieformen ergibt sich eine facettenreiche Mischung: Von Chemotherapie und Bestrahlungen über Homöopathie, Vitaminkuren und spirituellen Therapien ist alles dabei. Oft ist es die Kombination aus konventionellen und alternativen Wegen, die die Betroffenen zum Ziel führt. Doch was auch immer den Krebs letztendlich bei ihnen geheilt hat, eines ist allen Helden aus Geheilt! gemeinsam…

Vom rechten Glauben

Alle Betroffenen entpuppen sich im Verlauf Ihrer Geschichten als Kämpfende. Dabei scheinen sie oft erst im Angesicht der Erkrankung ihre innere Stärke zu entdecken und sich der Verantwortung bewusst zu werden, dass Heilung auch im Kopf passiert. Mal nennen sie es Gottvertrauen, mal den Glauben in die Fähigkeit, sich selbst zu heilen. Mal klingt es trotzig, fast ein wenig ängstlich, dann wieder voller Überzeugung und Inbrunst. Stets aber ist dieser Optimismus mit an Bord.

Als Leser kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass diese innere Einstellung in jedem Fall zur Heilung beiträgt. Denn aus ihr entsteht offensichtlich nicht nur ein intuitives Gefühl für das, was richtig ist und einem gut tut, sondern oft auch eine neue Liebe zum Leben und eine Wertschätzung für die Dinge, die man bereits hat. Das wiederum stärkt den Wunsch, sich der Herausforderung zu stellen, an ihr zu wachsen und die Zeit auf Erden zu genießen.

So paradox das für Außenstehenden manchmal erscheint: Krebs ruft bei Betroffenen nicht nur Trauer, Leid und Gedanken an den Tod hervor. Die Krise ist für viele Menschen gleichzeitig auch eine Chance, um zu einem neuen Bewusstsein über sich und das Leben zu gelangen.

Heilung, wie geht das?

Geheilt! Wie Menschen den Krebs besiegten ist nicht nur eine schöne Sammlung an teils dramatischen, jedoch stets aufbauenden Geschichten, sondern indirekt auch ein Ratgeber. Das Buch ist ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass die Faktoren, die zur Heilung führen, vielfältig sind und auch das soziale Umfeld der Betroffenen einschließen. Und so ist es nicht nur eine empfehlenswerte Lektüre für Betroffene, sondern auch für deren Freunde und Angehörige. Letztere können hier viel über das Innenleben eines Krebspatienten erfahren: Seine Ängste, Hoffnungen und seine Gründe für Therapieentscheidungen.

Betroffene wiederum finden in diesem Buch nicht nur Kraft und Inspiration, sondern auch konkrete Therapiemöglichkeiten, Buchtipps, Kontakte und Adressen. In einem abschließenden Nachwort fassen die beiden Autoren und Journalisten Dr. Thomas Hartl und Reinhard Hofer (der selbst mit seiner eindrucksvollen Genesungsgeschichte vertreten ist) ihre Erfahrungen zusammen und berichten von den Erfolgsrezepten der Geheilten.

Mein Fazit

Die Autoren haben nicht nur bei der Recherche, sondern auch bei ihrer Umsetzung ganze Arbeit geleistet. Das Buch ist eine wundervolle Mischung aus spannend erzählten Geschichten und bewegenden Interviews. Es hebt sich auf schöne Weise von der nüchternen Distanz vieler Krebs-Ratgeber ab und verzichtet gleichzeitig auf übermäßige Sentimentalität oder Panikmache. Auch den Autoren scheint die Frage nach dem "Wozu?" wichtiger, als die Frage nach dem "Warum?".

Geheilt! Wie Menschen den Krebs besiegten macht Betroffenen und Angehörigen gleichermaßen Mut. Es informiert und erlaubt einen Blick hinter die Kulissen oft unglaublicher Heilungsgeschichten. Mein Fazit: Wenn positive Gedanken zur Gesundung eines Menschen beitragen können, dann ist dieses Buch die beste Medizin.

Alles Gute und viel Gesundheit
Andreas Thies

 

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Wie immer entsprechen die hier verlinkten Beiträge nicht zwangsläufig der Meinung des Autors. Ich wünsche Ihnen ein wundervolles Wochenende!

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  • Retrovirus könnte Erschöpfungssyndrom auslösen – Offensichtlich besteht ein Zusammenhang zwischen dem chronischen Erschöpfungssyndrom (CFS – Chronic Fatigue Syndrome) und dem Auftreten eines Retrovirus im menschlichen Körper. Viele Krebskranke und Chemotherapiepatienten leiden aus bisher noch unbekannten Gründen häufig an dem Syndrom. Mehr körperliche Aktivität scheint der Fatigue entgegen zu wirken.
  • Prostatakrebs: Gehirnwäsche für Immunzellen – Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Prostatatumore die Wirkungsweise so genannter CD8+ T-Zellen verändern können – von einer tumorhemmenden Aktivität hin zu einer Unterdrückung der Immunantwort.
  • Mechanismus von Leberkrebs nach Hepatitisinfektion aufgeklärt – Hepatitis kann zu chronischen Leberentzündungen und schließlich sogar Leberkrebs führen. Wissenschaftler sind nun einen Schritt weiter mit der Erklärung, warum das so ist.
  • Zeckenspucke tötet Krebszellen – Eher durch Zufall entdeckten Wissenschaftler die tumorschrumpfende Wirkung eines Proteins, das im Speichel einer bestimmten Zeckenart vorkommt. In Tierversuchen gelang es mit Hilfe dieses Proteins offensichtlich nicht nur Tumore zu verkleinern, sondern sie sogar ganz zum Verschwinden zu bringen.
  • Dresden: Quantensprung in der Krebs-Forschung – Die Krebsentstehung wird in der Zellmembran entschieden, so Krebsforscher der Uni Dresden
  • Tier-Antibiotikum treibt Krebszellen in den Selbstmord – Das Antibiotikum Salinomycin, das normalerweise in der Tiermast verwendet wird, verleitet Krebszellen offenbar zum "Selbstmord". Der Clou: Gesunde Zellen werden weitgehend verschont.

Menschen & Schicksale

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  • Titelthema: Die Kraft der Selbstheilung – Das Magazin Natur & Kosmos berichtet in seiner Oktoberausgabe über dieses spannende Thema. Welche Selbstheilungskräfte wirken im Menschen? Wie lasse sie sich aktivieren? Und was hat die innere Einstellung damit zu tun?

 

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Spontanheilungen – Wie häufig sind sie wirklich?

Spontanheilungen bei Brustkrebs

Laut einer norwegischen Studie verschwindet vermutlich mindestens jeder fünfte durch eine Mammographie gefundene Brustkrebs von selbst. Bemerkenswert ist, dass Erkenntnisse dieser Art mittlerweile ein breites Medienecho erzeugen und offensichtlich salonfähig werden.

Dr. Per-Henrik Zahl vom Norwegian Institute of Public Health in Oslo und seine amerikanischen Kollegen untersuchten die Brustkrebsrate unter fast 120.000 Frauen im Alter zwischen 50 und 64. Die Frauen hatten im Rahmen eines sechsjährigen Mammographie-Programms alle zwei Jahre an einer Kontrolluntersuchung teilgenommen. Die Wissenschaftler verglichen daraufhin die Anzahl der Brustkrebsdiagnosen mit denen einer anderen Gruppe von etwa 110.000 Frauen im selben Alter. Diese Vergleichsgruppe wurde lediglich einmalig am Ende der sechsjährigen Studiendauer untersucht.

Sichtlich überrascht fanden die Wissenschaftler heraus, dass die Krebsrate bei den Frauen, die alle zwei Jahre auf Brustkrebs untersucht wurden, signifikant höher war (22%) als bei der Vergleichsgruppe. Von Zufall kann also keine Rede sein. Und so legt dieses Ergebnis nahe, dass ein Teil der Krebstumoren von selbst verschwindet, auch wenn keine konventionelle Behandlung stattgefunden hat.

Eigentlich keine Überraschung

Offensichtlich muss die Medizin ihr Bild von Krebserkrankungen überdenken, um nicht irgendwann selbst in das Abseits zu geraten, in das sie viele alternative Konzepte drängt. Und so macht der Studienautor Per-Henrik Zahl den ersten Schritt: "Jetzt fragen wir uns: Was ist der natürliche Verlauf dieser zusätzlichen, von der Mammographie entdeckten Krebsfälle?" ((Online Focus, Brustkrebs: Spontanheilung kommt häufig vor))

Wer sich ausgiebig mit alternativen Krebstherapien beschäftigt, der stellt bald fest, das so genannte Spontanremissionen gar nicht so selten scheinen, wie man gemeinhin denkt. Dennoch sind nur relativ wenige Spontanheilungen von offizieller Seite registiriert. So kennt die wissenschaftliche Literatur lediglich 32 dokumentierte Fälle bei Brustkrebs. Eine Ursache dieser geringen Zahl, so bemerkt der Focus in einem dazu erschienen Artikel ganz richtig, könnte "die Tatsache sein, dass Brustkrebs fast immer behandelt wird und nur selten seinem natürlichen Verlauf folgt." ((Online Focus, Brustkrebs: Spontanheilung kommt häufig vor))

Was weiß die Medizin über den Krankheitsverlauf?

Das Focus-Magazin bat im Rahmen des Artikels drei renommierte Mediziner um ihre Einschätzung zu der norwegischen Studie. Beachtenswert finde ich dabei die Worte von Professor Robert M. Kaplan von der University of California: "Die vielleicht wichtigste Sorge im Zusammenhang mit dieser Studie ist, wie erstaunlich wenig wir darüber wissen, was mit unbehandelten Patientinnen mit Brustkrebs passiert. Wir kennen den natürlichen Verlauf bei jüngeren Frauen nicht und wissen nur wenig über den unbehandelten Verlauf bei den älteren." Und Professor Franz Porzsolt vom Uniklinikum Ulm meint: "Der in der Studie gefundene Anteil von 22 Prozent selbstheilender Tumore nach Mammographien ist überraschend hoch, aber plausibel. Vermutlich liegt er sogar noch darüber." ((Online Focus, Brustkrebs: Spontanheilung kommt häufig vor))

Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Gesundheit,
Andreas Thies

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Buchempfehlungen

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Quellen

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Rätselhafte Heilung – Teil 1-3

Rätselhafte Heilung von Joachim Faulstich ist ein Film, der Mut macht. Er enthält viele gute Informationen und ist sehr spannend anzuschauen. Ein Muss für alle Krebspatienten, Angehörige und Heiler. Hier Teil 1-3 (den Link zu den anderen beiden Teilen, finden Sie am Ende dieses Beitrags):

 

Und hier geht es zu den letzten beiden Teilen:
Rätselhafte Heilung – Teil 4-5

 

Bücher und CDs vom Filmemacher Joachim Faulstich

Rätselhafte Heilung – Teil 4-5

Rätselhafte Heilung von Joachim Faulstich ist ein Film, der Mut macht. Er enthält viele gute Informationen und ist sehr spannend anzuschauen. Ein Muss für alle Krebspatienten, Angehörige und Heiler. Schauen Sie zunächst die ersten drei Teile an. Sie finden Sie hier.

Und hier Teil 4-5:

 

Bücher und CDs vom Filmemacher Joachim Faulstich