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DNA-Schäden durch Computertomographie

© Lucianus, Fotolia.com

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Ich erinnere mich noch gut an die Antwort meines Onkologen, als ich ihn nach den möglichen Schäden durch die vielen Röntgen- und CT-Aufnahmen fragte, die im Zusammenhang mit meiner Krebserkrankung gemacht wurden: Machen Sie sich keine Sorgen, die Strahlenbelastung ist nicht viel höher als bei einem Atlantikflug. Pustekuchen! Neuere Forschungsergebnisse belegen, dass selbst geringe Strahlungsmengen durch CT-Scans die DNA schädigen können.

Bildgebende Verfahren wie das Röntgen oder die Computertomographie (CT) sind in vielerlei Hinsicht ein Segen für die Menschheit. Krankhafte Veränderungen, wie z.B. viele Herz- oder Krebserkrankungen, lassen sich so viel leichter aufspüren und diagnostizieren als mit anderen Methoden. Doch ist vor allem die Anwendung der Computertomographie in den letzten Jahren geradezu explodiert. Die gesundheitlichen Auswirkungen, sind heute noch nicht abzuschätzen.

„Diese Tests [CT-Scans, Anm. d. Übersetzers] setzen den Patienten einer nicht unbedeutenden Menge an niedrig-dosierter Strahlung aus. Doch niemand weiß wirklich, was diese niedrig-dosierte Strahlung im Patienten anrichtet. Heute nun steht uns die Technologie zur Verfügung, um sehr subtile Veränderungen auf Zellebene zu beobachten“ – Dr. Joseph Wu, Seniorautor der neuen Studie

Mit bisherigen Untersuchungsmethoden ist es schwierig, einen kausalen Zusammenhang zwischen Zellschäden durch niedrig-dosierte Strahlungen und Krebserkrankungen herzustellen. Denn die meisten Schäden, werden von körpereigenen Mechanismen wieder repariert. Nur jene Zellen, bei denen dies nicht gelingt, können mutieren und so möglicherweise Krebs verursachen.

In der Studie untersuchten die Forscher das Blut von 67 Patienten und Patientinnen, die sich einer kardialen Computertomographie unterzogen (hierbei entsteht eine min. 150fach höhere Strahlenbelastung als bei einer normalen Röntgenaufnahme des Brustraums!)
Dabei kam es im Ergebnis zu erhöhten DNA-Schäden und Zelltod. Zudem war eine verstärkte Expression von Genen festzustellen, die an der Reparatur und dem Tod von Zellen beteiligt sind. Auch wenn der Großteil der geschädigten Zellen repariert wurde, so gelang dies bei einem kleineren Teil der Zellen nicht. Die Forscher vermuten, dass die beschädigte DNA in diesen Fällen zu Mutationen und somit möglicherweise Krebserkrankungen führen könnte.

Eine der leitenden AutorInnen der Studie, Dr. Patricia Ngyuen, meint dazu: „Unsere Forschung unterstützt die Idee, dass Ärzte vielleicht nicht in allen Fällen einfach nur die beste Bildqualität nutzen sollten [Eine Verbesserung der Bildqualität führt meist zu einer erhöhten Strahlenbelastung beim Patienten, Anm. d. Übersetzers]. Gleichzeitig sollten CT-Scans nicht abgeschafft werden, denn sie sind offensichtlich wichtig. Doch kann man sie sicherer machen, indem man die Strahlendosis durch bessere Geräte und Technologien reduziert, und indem man Patienten die Möglichkeit gibt, sich zu schützen.

Abschließend und der Fairness halber sollte noch erwähnt werden, dass keine DNA-Schädigungen bei Patienten festgestellt wurden, die die niedrigste Strahlendosis erhielten und die ein durchschnittliches Körpergeweicht und reguläre Herzraten aufwiesen.