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Therapieatlas: Ölziehen

therapieatlas_oelziehenMan nehme einen Teelöffel voll Pflanzenöl in den Mund und spüle diesen darin umher. Tara konnte es kaum glauben. Wie sollte das Herumkauen auf Öl die eigene Gesundheit verbessern? Das ergab keinen Sinn. Doch nachdem sie diese ungewöhnliche Therapie begonnen hatte, wandelten sich ihre Zweifel in Überzeugung.
„Ich fing mit dem Ölziehen vor sieben Monaten an“, erzählt Tara aus Melbourne, Australien. „Ich litt über 14 Jahre an chronischer Müdigkeit… ich war ans Bett gefesselt und in meiner Bewegung sehr eingeschränkt.“ Chronische Müdigkeit war nicht ihr einziges Problem, Tara litt auch an Fibromyalgie. „Ich hatte ständig Schmerzen und dachte sogar an Selbstmord“, so Tara. „Ich konnte kaum meine Zunge im Mund bewegen und laufen konnte ich auch nicht. Ich war so krank, so etwas dramatisches hatte ich vorher noch nicht erlebt.“

 

Disclaimer: Der Autor des Krebscafe ist kein Arzt und hat keine medizinische oder ähnliche Ausbildung. In der Reihe Therapieatlas werden Informationen aus unterschiedlichen Quellen gesammelt und es wird eine ganz persönliche Meinung des Autors darüber widergegeben. Diese Meinung stellt keine Empfehlung dar, sondern ist eine subjektive Einschätzung der gesammelten Daten. Sollten Sie eine der beschriebenen Therapien für sich in Erwägung ziehen, besprechen Sie dies bitte mit ihrem zuständigen Arzt oder Therapeuten

 

Ich bin ein großer Freund alternativer Therapien, auch und gerade bei schweren Krankheiten wie Krebs. Doch bin ich über die letzten Jahre auch kritischer geworden. Nicht alles, was sich alternative Therapie schimpft, ist auch wirklich sinnvoll oder hilfreich. Manche Therapien verdienen den Namen erst gar nicht und sind reine Zeitverschwendung; im schlimmsten Fall können sie sogar das Gegenteil dessen bewirken, was sie eigentlich erreichen sollen.
Beim Ölziehen (auch Ölkur, Ölsaugen oder Ölkauen genannt) war ich stets skeptisch, genauso wie Tara in dem Buch Ölziehkur von Dr. Bruce Fife. Vor allem die teils hanebüchenen Begründungen dafür, warum die Methode angeblich funktionieren sollte, ließen mich eher abschätzig auf das Ölziehen blicken. Doch dann stieß ich auf das Buch von Dr. Fife, der mir bereits durch seine Forschungsarbeit bzgl. der Heilkraft des Kokosöls ein Begriff war. Seine Sicht überzeugte mich und so fing ich selbst mit dem Ölziehen an. Doch bevor ich von meinen eigenen Erfahrungen berichte, möchte ich ein wenig mehr über die Grundlagen erzählen…

Die Geschichte des Ölziehens

Ölziehen hat seine Ursprünge im Ayurveda, einer traditionellen indischen Heilkunst. Das Halten bzw. Umherspülen verschiedener therapeutischer Mixturen im Mund, aus z.B. Pflanzenölen und -säften, Samenpasten oder sogar Kuhurin wurde zur Behandlung diverser Krankheiten angewandt. Ob die heutige moderne Version des Ölziehens im traditionellen Ayurveda auf eben gleiche Weise praktiziert wurde, erscheint ob der Vielfalt der ayurvedischen Anwendungen jedoch fraglich.

Ein weiterer Ursprung des Ölziehens liegt möglicherweise bei den sibirischen Schamanen, die es angeblich bereits seit über einem Jahrhundert praktizieren. Worauf diese Behauptung zurückgeht, ist nicht bekannt und es fehlen zuverlässige Quellen.

Wirklich bekannt wurde das Ölziehen erst in den 1990er Jahren. Es war ein ukrainischer Arzt mit dem Namen Dr. Fedor Karach, der diese Methode erstmals bei einer Konferenz der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine beschrieb und sie zur Heilung aller möglicher Krankheiten anpries. Doch erst ein indischer Oberstleutnant a. D. mit dem Namen Tummala Koteswara Rao machte das Ölziehen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Laut eigener Aussage konnten er und seine Frau sich damit von diversen Krankheiten heilen; darunter Allergien, Asthma, Schlaf- und Verdauungsstörungen, Arthritis und Migräne.

Nahezu zeitgleich kam das Ölziehen auch nach Deutschland. Hier wurde es 1991 im Mitgliederbrief der Fördergemeinschaft für Erfahrungsheilkunde Natur & Medizin besprochen. Außerdem erschien zum gleichen Thema ein Artikel in dem Münchener Magazin für Naturheilkunde Natur & Heilen. Seither verbreitet sich das Ölziehen immer schneller, auch dank des Internets, und wird auf der ganzen Welt angewendet.

Die Heilwirkung des Ölziehens – Was sagt die Wissenschaft?

Aus wissenschaftlicher Sicht ist leider noch nicht viel über das Ölziehen bekannt. Bisher gibt es nur etwa zehn Studien zu dem Thema und diese beziehen sich fast ausschließlich auf den Einfluss auf Mund- und Zahngesundheit. Über weitreichendere Effekte ist noch nichts erforscht worden.

Die erste überhaupt durchgeführte Studie stammt aus dem Jahr 2008 und beschäftigt sich mit der Wirkung des Ölziehens auf das für Zahnkaries verantwortliche Bakterium Streptococcus mutans. Für 10 Minuten pro Tag über einen Zeitraum von zwei Wochen spülten sich die Studienteilnehmer den Mund mit Sesamöl aus. Und tatsächlich konnten die Wissenschaftler eine reduzierte Anzahl von S. mutans in der Mundflora der Teilnehmer messen.

Der positivie Effekt des Ölziehens auf die Mundflora und Zahngesundheit konnte in den darauf folgenden Jahren mit weiteren Studien bestätigt werden: Ölziehen reduziert die Anzahl von potenziell schädlichen Mikroorganismen im Mund, es wirkt gegen Zahnfleischentzündungen, Karies, Plaque und Mundgeruch.

Die Heilwirkung des Ölziehens – Erfahrungsberichte

Während die wissenschaftliche Untermauerung des Ölziehens (noch) recht mager ausfällt, so kann die große Menge an positiven Erfahrungsberichten umso mehr überzeugen. Allein die über 300 Rezensionen zu Dr. Bruce Fifes Buch auf Amazon.com legen den Schluss nahe, dass am Ölziehen etwas dran sein muss. Noch mehr Berichte finden sich in Tiefen des Internets. Die Liste der Krankheiten und Symptome, die laut den Anwendern gelindert oder sogar geheilt werden können, ist lang:

  • Akne, Ausschläge und andere Hauterkrankungen
  • Allergien
  • Arthritis
  • Asthma
  • Bronchitis
  • Chronische Müdigkeit
  • Colitis
  • Diabetes mellitus
  • Fibromyalgie
  • Hämorrhoiden
  • Hoher Blutdruck
  • Kopfschmerzen
  • Magengeschwüre
  • Migräne
  • Morbus Crohn
  • Mundgeruch
  • Nacken- und Rückenschmerzen
  • Parodontose
  • Schlafprobleme
  • Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)
  • Verstopfung
  • Zahnfäule
  • Zahnfleischbluten
  • u. v. m.

Die offensichtlichste und am schnellsten eintretende Wirkung zeigt sich gemeinhein bei der Mundhygiene; fast alle Anwender berichten von weißeren Zähnen, einem frischeren Atem, gesund aussehendem Zahnfleisch und weniger Zahnfleischbluten.

Die indische Zeitschrift Andhra Jyoti veröffentlichte 1996 einen Umfrage unter Anwendern des Ölziehens. Von 1.041 Teilnehmern berichteten 927 (89 %), von mindestens einer Erkrankung komplett geheilt worden zu sein. Darunter vor allem Schmerzen im Körper, Nacken und im Kopf, Allergien und Atemwegserkrankungen, Haut- und Verdauungsprobleme, Arthritis, Gelenkschmerzen, Diabetes, Hämorrhoiden und hormonelle Probleme. Aber auch Menschen mit schweren Erkrankungen wie Krebs, Kinderlähmung oder Lepra schienen von der Ölziehkur zu profitieren.

2005 führte der Streichholzhersteller Pioneer Match Industries eine Studie unter etwa 150 Mitarbeiterinnen durch. Ihnen wurde von der Firma kostenfrei Öl zur Verfügung gestellt. Nach 25 Tagen berichteten die Frauen von ihren Erfahrungen mit dem Ölziehen: 16 % berichteten von sehr guten, 40 % von guten und 39 % von mittelmäßigen Erfolgen mit der Methode. Nur 7 Mitarbeiterinnen (5 %) berichteten, keinen Effekt durch das Ölziehen erfahren zu haben. Aufgrund der möglichen Langzeiteffekte des Ölziehens wäre die Studie vermutlich noch positiver ausgefallen, wenn sie länger angedauert hätte.

Warum funktioniert das Ölziehen?

In der Literatur und im Internet werden alle möglichen Gründe für die Wirkung des Ölziehens beschrieben. Allen voran die Annahme, durch das Ölziehen würden Giftstoffe aus dem Körper gesaugt. Es mag sein, dass über die Speicheldrüsen während des Ölziehens solch ein Prozess stattfindet, doch die für mich stimmigste Erklärung für die heilsame Wirkung dieser Methode habe ich im bereits oben erwähnten Buch von Dr. Fife gelesen. Darin schreibt er kurz und knapp: Orale Keime lösen Infektionen aus und können die Körperchemie durcheinander bringen. Die Verringerung der Keime führt somit zu einer Verbesserung der Beschwerden und der zugrunde liegenden Erkrankungen. Die Keime bleiben in dem dickflüssigen Öl hängen und werden nach dem Ölziehen ausgespuckt. Durch die zähe Konsistenz und das Umherziehen des Öls werden sogar Mikroorganismen aus den Zahnfleischtaschen und Zahnzwischenräumen aufgenommen. Zudem verfügen einige Pflanzenöle über antibakterielle, antivirale und antifungale Eigenschaften.

Es ist somit nicht verwunderlich, dass die meisten Anwender des Ölziehens zunächst einmal eine Verbesserung im Mundraum feststellen (s.o.). Denn hier wirkt die Methode unmittelbar, indem sie Mund und Zähne von Bakterien befreit. Doch sind es gerade die Heilungen von Krankheiten, die auf den ersten Blick nichts mit der Mundflora zu tun haben, die das Ölziehen als Therapie so interessant machen.

Die Theorie der Fokalinfektion

Im Jahr 1923 veröffentlichte der Zahnarzt und Ernährungsmediziner Weston A. Price in zwei Bänden eine Abhandlung über die so genannte Fokalinfektion. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung von Organen oder anderen entfernten Körperteilen, die durch einen Herd, wie z.B. entzündete Mandeln oder Zähne, hervorgerufen werden kann. Dr. Price beobachtete, dass vor allem wurzelbehandelte Zähne auch nach erfolgreicher Behandlung noch infektiös sein und Probleme im Körper des Patienten verursachen konnten.

Obwohl die Theorien des Dr. Price in den folgenden Jahren durch zahlreiche Experimente und Studien bestätigt wurden, geriet das Thema bereits in den 40er Jahren mehr oder weniger in Vergessenheit. Die wissenschaftiche Gemeinschaft war noch nicht vollends überzeugt. Weiterhin machte die Entdeckung des Penicillins und anderer Antibiotika eine schnelle und erfolgreiche Behandlung diverser Infektionen möglich. Das Wie und Warum einer Infektion schien dadurch weniger relevant.

Erst zur Jahrtausendwende wurde die Fokalinfektionstheorie wiederbelebt. Zahlreiche Studien erschienene in medizinischen Fachzeitschriften und in relativ kurzer Zeit wurde aus der Theorie eine bewiesene Tatsache: Die Forscher stellten einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Mundflora und diversen Erkrankungen fest. Darunter u.a. Herz-Kreislauferkrankungen, Arteriosklerose, Arthritis, Lungeninfektionen, Osteoporose, Diabetes und sogar Früh- oder Fehlgeburten. Auch bei Krebs könnte die Mundflora eine Rolle spielen.

Anhand der Fokalinfektionen wird auch klar, warum sich die volle Kraft des Ölziehens bei vielen Anwendern oft erst nach Wochen, Monaten oder vielleicht sogar Jahren zu zeigen scheint: Die Eliminierung von Baktieren aus dem Mund und somit dem ganzen Körpersystem stellt laut Dr. Fife eine Entlastung dar, die Krankheiten mit der Zeit verhindern, lindern oder sogar heilen kann.

Ölziehen in der Praxis

Wie funktioniert nun das Ölziehen genau? Zunächst einmal sollte man sich für ein Öl entscheiden, das man zum Ziehen benutzen möchte. Ursprünglich wurde häufig Sesamöl verwendet, da es eine besondere Stellung in der ayurvedischen Medizin hat. Auch Sonnenblumenöl wird häufig empfohlen. Tatsache ist jedoch, dass fast sämtliche Pflanzenöle funktionieren.

Ich persönlich bin ein großer Fan des Kokosöl, da es nicht nur erwiesenermaßen wirksam gegen viele Viren, Bakterien und Pilze ist, sondern noch weitere Bestandteile enthält, die gesundheitsfördernd sind. So z.B. eine Reihe fettlöslicher Vitamine, wie Vitamin E, das antioxidativ in der Haut wirkt (vermutlich ein Grund, warum so viele Menschen auf Kokosöl als natürliches Hautpflegemittel schwören). Wer sich einen Überblick über die Forschung zu diesem Wundermittel machen möchte, sei auf die umfangreiche Studiensammlung von Dr. Fife verwiesen.

Hat man sich für ein Öl entschieden (man kann auch zwischen verschiedenen Ölen abwechseln), beginnt der eigentlich Akt des Ölziehens:

  1. Man nehme einen Tee- bis Esslöffel Öl in den Mund; am besten morgens auf nüchternen Magen.
  2. Nun spült und zieht man das Öl für etwa 20 Minuten ganz entspannt im Mund hin und her; durch die Zahnzwischenräume, in den Backen, über und unter die Zunge usw.
  3. Das Öl sollte jedoch nicht gegurgelt werden, da hierbei die Gefahr besteht, dass man es verschluckt. Dies sollte man aufgrund der Keimbelastung des Öls unbedingt vermeiden.
  4. Zunächst ist das Öl recht zäh und dick, wird jedoch mit der Zeit immer dünnflüssiger und leichter zu ziehen.
  5. Nach 20 Minuten spuckt man das Öl aus und spült sich ordentlich den Mund mit Wasser aus.
  6. Zu guter letzt kann man sich je nach Tageszeitpunkt die Zähne putzen oder einfach ein Glas Wasser trinken.

Noch einige Hinweise:

  • Sollte man zuviel Öl in den Mund genommen haben, kann man einfach einen Teil ausspucken.
  • Gleiches gilt für den Fall, dass sich ein Würgereflex einstellt. Das passiert nicht selten, legt sich jedoch mit der Zeit. In diesem Fall kann man auch einfach ein anderes Öl ausprobieren.
  • Während des Ölziehens sollte man hin und wieder auch den Kopf anheben, um auch den hinteren Mundbereich mit dem Öl zu spülen.
  • Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich nach dem Ölziehen Schleim im Hals oder in der Nase sammelt. Dies scheint ein gutes Zeichen zu sein. Vor allem dann, wenn man unter Nasennebenhöhlenbeschwerden o. dgl. leidet.
  • Noch schneller und wirksamer ist das Ölziehen vermutlich, wenn man es 2-3mal täglich durchführt.

Nebenwirkungen

Viele Menschen berichten von Heilkrisen in den ersten Tagen oder Wochen der Anwendung: Vermehrte Schleimbildung und -ausfluss aus Nase oder Rachen, grippeähnliche Symptome, Zahnschmerzen, das Aufflammen alter Hauterkrankungen oder anderer Symptome. In der Regel verschwinden diese nach wenigen Tagen wieder. Eventuell handelt es sich dabei um eine so genannte Jarisch-Herxheimer-Reaktion; eine „Reaktion des Körpers auf Bakteriengifte (Endotoxine), die durch den therapiebedingten Zerfall einer großen Menge von Erregern entstehen und zur Freisetzung von Entzündungsbotenstoffen führen“ (Quelle: Wikipedia). In diesem Fall wird gemeinhin empfohlen, dem Körper die nötige Ruhe zu gönnen, viel Wasser zu trinken und evtl. Bäder zu nehmen. Im Zweifelsfall sollte man einen Arzt zu Rate ziehen.

Unter den wenigen wissenschaftlichen Veröffentlichungen zum Thema Ölziehen wird von dem Fall einer 56-jährigen Patientin berichtet, die nach einer Reihe von Lipidpneumonien, einer speziellen Form der Lungenentzündung, im Krankenhaus erscheint. Nach Befragung gab die Patientin an, das Ölziehen zu praktizieren. Die Ärzte kamen zu dem Schluss, dass sie während des Ölziehens mikrobenverseuchtes Öl eingeatmet haben müsse. Nach Absetzen der Ölziehkur traten keine Pneumonien mehr auf.

Weitere Nebenwirkungen können durch eine allergische Reaktion auf das verwendete Öl auftreten. Kokosöl bspsw. wird nicht von allen Menschen gut vertragen. Hier sollte man Vorsicht walten lassen und Zweifelsfall das Öl wechseln oder die Kur abbrechen.

Meine persönlichen Erfahrungen

Meine eigenen Erfahrungen mit dem Ölziehen sind bisher sehr positiv. Aussagen über die Langzeitwirkung kann ich jedoch noch nicht machen, da ich das Ölziehen erst seit etwa einem Monat praktiziere.

Der allererste spürbare Effekte des Ölziehens ist ein sehr sauberes Gefühl im Mund. Wenn ich mit der Zunge über die Zähne streiche, fühlen sich diese schon glatt und weich an. Der vor allem morgens oder abends stets vorhandene rauhe Zahnbelag ist verschwunden. Vielleicht eine Folgeerscheinung dessen ist, dass ich morgens keinen Mundgeruch mehr habe und mit einem frischeren Gefühl im Mund aufwache.

Der eigentliche Grund, für meine Ölziehkur, war eine Antibiotikabehandlung, während der sich meine Zähne rapide gelb färbten und dunkle Ränder bekamen. Nach einigen Tagen des Ölziehens wurden meine Zähne sichtbar weißer und auch die Ränder reduzierten sich. Weiterhin bilde ich mir ein, dass sich das Zähnefleisch wieder über die ehemals teils freiliegenden Zahnhälse legt; ein Effekt, von dem viele Anwender berichten.

Deutlich reduziert hat sich meine Empfindlichkeit gegenüber süßen und sauren Lebensmitteln. Früher waren meine Zähne nach dem Verzehr von z.B. Zitrusfrüchten oder Äpfeln oft empfindlich und schmerzten beim Kauen. Dieses Problem ist komplett verschwunden. Auch die hin und wieder auftauchenden Blutbläschen im Mund, die ich beim Verzehr bestimmter Nahrungsmittel, wie z.B. Walnüssen bekam (allergische Reaktion?), ist viel seltener geworden.

Wenige Tage nach Beginn der Ölziehkur kam es zudem zu körperlichen Erscheinungen, die man vielleicht als Heilkrise bezeichnen könnte: Bereits bei den ersten Mundspülungen mit dem Kokosöl hatte ich empfindlicheres Zahnfleisch, was sich durch leichtes Zahnfleischbluten nach dem Zähneputzen zeigte. Dieses Symptom ist jedoch nach wenigen Tagen komplett verschwunden.
Weiterhin flammte plötzlich eine alte Hautgeschichte wieder auf, die mich jetzt für einige Monate in Ruhe gelassen hatte. Es handelt sich dabei um ein so genanntes Dishydrotisches Ekzem, dass mich seit über 15 Jahre immer mal wieder heimsucht. Dabei entstehen kleine juckende Bläschen an den Füßen, die mich in den Wahnsinn treiben und mir sogar den Schlaf rauben.

Wenige Tage nach dem Beginn der Ölziehkur entwickelte sich eine Dishydrosis, wie ich sie noch nie zuvor erlebt hatte; ein ganzes Wochenende lang juckten meine Füße und hielten  mich nachts wach. Danach klang das Ekzem innerhalb weniger Tag vollständig ab und ist seither verschwunden. Ob es sich dabei um eine Reaktion auf das Ölziehen handelt und das Ekzem nun dauerhaft geheilt ist, kann ich leider noch nicht sagen. Allerdings habe ich bereits seit 3 Wochen meine Ruhe und das trotz hoher Temperaturen und dem ein oder anderen Ausrutscher in meiner Ernährung (beides Garanten für ein Aufflammen der Dishydrosis).

Ein sehr auffälliges Ergebnis meiner Ölziehkur ist zudem der verbesserte Sonnenschutz meiner Haut. Früher bekam ich im Hochsommer bereits nach 5-10 Minuten Sonneneinstrahlung einen Sonnenbrand. In diesem Sommer, der zugleich der heißeste ist, den ich je erlebt habe, kann ich locker 20-30 Minuten in der prallen Sonne sitzen, ohne rot zu werden. Stattdessen bin ich so braun, wie noch nie zuvor. Eine Erfahrung, mit der ich offensichtlich nicht allein bin, wie dieser Forenbeitrag zeigt.

Dass bei all dem auch noch deutlich mehr Energie und weniger Heißhunger auf Süßes habe, könnte auch mit diversen Veränderungen in meinem Leben zu tun haben, über die ich noch an anderer Stelle berichten werde. Doch wer weiß, vielleicht trägt das Ölziehen ja dazu bei.

Fazit

Insgesamt überzeugt mich das Ölziehen. Vor allem die vielen positiven Erfahrungs- und  Heilungsberichten, die man im Internet und in der einschlägigen Literatur findet, scheinen die Effektivität des Ölziehens zu bestätigen. Allerdings – und das ist in dieser Hinsicht der einzige Wermutstropfen – stammen die wirklich spektakulären Heilungsberichte fast allesamt aus wenigen Quellen. Das macht sie natürlich anfälliger für eventuelle Fälschung, denn theoretisch kann jeder auf seiner Website falsche Behauptungen aufstellen. Doch zumindest im Fall des Dr. Bruce Fife, bin ich ziemlich sicher, dass es sich auf seiner Website und in seinem Buch um authentische Erfahrungsberichte handelt. Dr. Fife hat sich bereits durch seine Forschungen zum Kokosöl einen Namen gemacht und stützt sich dabei vornehmlich auf wissenschaftliche Studien.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich noch, dass auch das Ölziehen kein Allheilmittel ist. In keinem Fall sollte es als Ersatz für eine medizinische Therapie angesehen werden. Es kann höchstens ein zusätzlicher Therapiebaustein sein, um den Körper in seinem Heilungsprozess zu unterstützen. Die Vorteile des Ölziehens liegen darin, dass es wenig kostet, einfach durchzuführen und relativ sicher ist.

Weiterführende Links

Quellen

Bildquellen