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Warum zuviel Fruchtzucker schädlich ist

Fruchtzucker

Viele Menschen glauben, dass Fruchtzucker (Fruktose) gesünder sei als andere Zuckerarten, immerhin kommt er ja im ach so gesunden Obst vor. Und tatsächlich hat Fruktose gesundheitlich Vorteile. So führt sie im Gegensatz zur Glukose nicht zu so einem starken Anstieg des Blutzuckerspiegels und des körpereigenen Insulins. Doch hat die Fruktose, aus der auch der handelsübliche Haushaltszucker besteht, einige andere Nachteile. So wird sie beispielsweise von der Leber sehr effizient in Fett umgewandelt. Menschen die viel Fruktose konsumieren leiden daher häufig unter Übergewicht, Bluthochdruck und anderen Symptomen.

Wissenschaftler des ETH Zürich haben nun eine weitere negative Auswirkung des Fruchtzuckers identifiziert. Demnach kann der Konsum von zu viel Fruchtzucker zu einem unkontrollierten Wachstum der Herzmuskulatur führen. Denn durch den erhöhten Blutdruck muss das Herz mehr Anstrengung unternehmen, um das Blut durch die Blutgefäße zu pumpen. Das Herz muss wachsen, um diese erhöhte Anstrengung bewältigen zu können. Dafür benötigt es eine ganze Menge mehr an Sauerstoff, die jedoch nicht vorhanden ist. Auf diesen Umstand stellt sich das Herz durch die Produktion eines Enzyms namens Ketohexokinase-C (KHK-C) ein, das wesentlich für die Verstoffwechslung von Fruktose zuständig ist (bisher war man davon ausgegangen, dass lediglich die Leber KHK-C produzieren kann). KHK-C kann nun sehr leicht auf die im Körper überschüssige Fruktose zugreifen und sozusagen als Sauerstoff-Ersatz zur Energiegewinnung heranziehen. In Folge wächst das Herz völlig unkontrolliert, bis es schließlich im schlimmsten Fall zum Herzversagen kommt.

Ein weiterer negativer Aspekt der Fruktose ist, dass sie weniger sättigend wirkt als beispielsweise Glukose. Das kann dazu führen, dass man zuviel Fruktose in Form von z.B. Obst oder Fruchtsäften konsumiert, als es gesund für den Körper wäre. Eine Beobachtung, die ich an mir selbst bereits vor Jahren gemacht habe: Wann immer ich Obst esse, ist die nächste Heißhungerattacke nicht weit entfernt.

Was die meisten Menschen nicht wissen: unser Körper ist potenziell süchtig nach Zucker. Und aus evolutionärer Sicht macht das auch Sinn; Süßes hat meist eine hohe Energiedichte und vor allem Fruktose wird vom Körper sehr bereitwillig als Fett eingelagert. Somit konnte es unsere steinzeitlichen Vorfahren vermutlich vor der ein oder anderen Hungersnot bewahren. Doch heute, wo sich Zucker und Kohlenhydrate in den Supermarktregalen stapeln und nur einen Handgriff von uns entfernt sind, wird dieses Vermächtnis zum Problem.

Daher bin ich der Meinung, dass man Frukoste – auch in Form von Obst – nur in Maßen konsumieren sollte. Ich selbst esse fast gar keines und beschränke mich im Sommer auf Beeren, da diese ein ziemlich gutes Verhältnis an Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen haben. Richtig gefährlich ist die Fruktose in Form von Softdrinks, als Süßungsmittel in der Nahrungsmittelindustrie und auch in Fruchtsäften. Hier liegt sie in konzentrierter Form vor und sollte nach Möglichkeit gemieden oder nur selten konsumiert werden.