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Deutlicher Zusammenhang zwischen hochfrequenter Strahlung und Krebs

Jahrelang war unklar, welchen negativen gesundheitlichen Einfluss hochfrequente Strahlung durch Mikrowelle, Handy und Co. haben könnten. Ehrlich gesagt war auch ich zuweilen skeptisch und hielt die immer wieder zu beobachtende Vorsicht für übertrieben. Ein Übersichtsartikel im Fachmagazin Electromagnetic Biology & Medicine scheint jedoch die letzten Zweifel daran auszuräumen, dass hochfrequente Strahlung auch an der Entstehung von Krebs und anderen Krankheiten beteiligt sein kann.

Was ist oxidativer Stress?

Oxidativer Stress entsteht dann in den Körperzellen, wenn deren Entgiftungs- und Reparaturfunktionen durch die Bildung so genannter reaktiver Sauerstoffverbindungen (ROS) überfordert werden. Das kann unterschiedliche Ursachen haben, wie z.B. Mangelernährung, genetische Veranlagung, Rauchen, verschiedene Erkrankungen oder auch Strahlenbelastung. Es entsteht also ein Ungleichgewicht zwischen antioxidativer Abwehr und ROS. Dies wiederum kann gravierende Schäden inner- und außerhalb der Zelle verursachen.

Der Zusammenhang zwischen oxidativem Stress und Krankheiten ist bei weitem nicht vollständig geklärt. Doch geht man mittlerweile davon aus, dass er für eine Vielzahl neurodegenerativer Erkrankungen (z.B. Alzheimer, Parkinson oder Multiple Sklerose), vaskulärer Krankheiten und chronischer Müdigkeit besteht. Auch Krebs scheint durch oxidativen Stress begünstigt zu werden, denn die oben erwähnten ROS können die DNA der Zellen direkt schädigen. Schafft es der Körper nicht, diese Schäden zu reparieren, entsteht  möglicherweise Krebs.

Oxidativer Stress und hochfrequente Strahlung

Im Rahmen des oben erwähnten Übersichtsartikels begutachteten die Wissenschaftler den bisherigen Forschungsstand zu dem Thema. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass von 100 Studien, die die oxidativen Effekte hochfrequenter Strahlung in biologischen Organismen untersuchen, sage und schreibe 93 diesen Zusammenhang bestätigen.

„Diese Daten sind ein eindeutiges Zeichen für die realen Risiken, die diese Art der Strahlung für die menschliche Gesundheit darstellt.“ – Co-Autor der Studie Dr. Igor Yakymenko.

Die Produktion der ROS, die den oxidativen Stress begünstigen, kann auch von ganz normalen drahtlosen technischen Geräten, wie z.B. Handys, schnurlosen Telefonen, WLAN, Babyphones u. dgl. hervorgerufen werden. Bereits 2011 setzte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) daher die hochfrequente Strahlung auf die Liste potenziell krebserzeugender Einflüsse. Doch für eine breite Akzeptanz brauchte es den Nachweis eindeutiger molekularer Mechanismen. Die Arbeit von Dr. Yakymenko und seinen Kollegen zeigt, dass die oxidative Beeinflussung von Körperzellen durch hochfrequente Strahlung einen möglichen Wirkmechanismus darstellt.

Tipps, um hochfrequente Strahlung zu reduzieren

  • Deaktivieren Sie die WLAN-Funktion Ihrer Internetverbindung, solange Sie diese nicht benötigen. Vor allem nachts sollten Sie diese immer ausschalten.
  • Ersetzen Sie en Funkwecker auf dem Nachttisch mit einem ganz normalen analogen Wecker.
  • Auch Funkarmbanduhren sind nicht die beste Wahl. Es tut auch eine aufziehbare mechanische Uhr.
  • Schlafen Sie niemals mit dem Handy im gleichen Zimmer. Schalten Sie auch hier die WLAN-Verbindung aus. Noch besser: Aktivieren Sie den Flugzeugmodus, um die Strahlenbelastung zu verringern.
  • Deaktivieren Sie beim Handy sämtliche Datenverbindungen, die sie nicht benötigen (Bluetooth, WLAN, Mobile Datenverbindung etc.) Bei vielen Handys lassen sich diese per Zeitschaltuhr oder je nach Bedarf ein- und ausschalten.
  • Tragen Sie Ihr Handy nie direkt am Körper (Hosen- oder Jackentasche), sondern mit möglichst viel Textilien dazwischen (z.B. Rucksack oder Handtasche). Wenn Sie es gerade nicht benötigen, aktivieren Sie den Flugzeugmodus.
  • Verwenden Sie beim Telefonieren mit dem Handy oder schnurlosen Telefon die Lautsprecherfunktion. So müssen Sie den Hörer nicht die ganze Zeit in Kopfnähe halten und reduzieren so die Strahlenbelastung.
  • Benutzen Sie anstatt Funktastatur und -maus lieber die kabelgebundenen Varianten.
  • Hochfrequente Strahlung lässt sich nie ganz vermeiden. Wichtig ist es daher, dem Körper durch eine gesunde Lebensweise (Schlaf, Ernährung, Sonne & Bewegung) die nötigen Ressourcen zur Verfügung zu stellen, um dem oxidativen Stress zu begegnen.
  • Kein Angst, hochfrequente Strahlung ist nur ein möglicher Faktor der Krebsentstehung, der sich mit einigen wenigen Vorsichtsmaßnahmen und einer gesunden Lebensweise vermutlich ausgleichen lässt.
  • Im Internet finden sich allerhand weitere Tips und Anleitungen, um die Strahlenbelastung zu verringern.

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Wie gefährlich sind Handys wirklich?

Bisher konnten Wissenschaftler keinen klaren Zusammenhang zwischen häufiger Handynutzung und eine erhöhten Krebsrisiko feststellen. Und so werden Mobilfunktelefone von offzieller Seite lediglich als potenziell karzinogen eingestuft. Das könnte sich mit einer neuen Studie aus Tel Aviv nun ändern.

Gemeinsam mit Kollegen der HNO-Chirurgieabteilung des Rabin Medical Centers suchten Wissenschaftler der University of Tel Aviv nach Hinweisen, die einen Zusammenhang zwischen oxidativem Stress und häufiger Handynutzung offenbaren. Da sich Handys beim Telefonieren in unmittelbarer Nähe zu den Speicheldrüsen befinden, vermuteten die Forscher, hier fündig zu werden. Im Rahmen der Studie nahmen sie daher Speichelproben von 20 Versuchspersonen, die seit mehreren Jahren ein Handy besitzen und damit im Monat mindestens 8 Stunden telefonieren. Die meisten Versuchspersonen telefonierten sogar mehr als 30 Stunden. Als Vergleich diente eine Gruppe gehörloser Personen, die nicht mit dem Handy telefonierte.

Wie erwartet fanden die Wissenschaftler deutlich erhöhte Werte für oxidativen Stress im Speichel der Vieltelefonierer. "Dies deutet darauf hin, dass ein beträchtlicher oxidativer Stress auf die Gewebe und Drüsen wirkt, die sich während der Nutzung in der Nähe des Mobilfunktelefons befinden.", so Dr. Hamzany, einer der Wissenschaftler. Oxidativer Stress wird mit Schädigungen der Zellen und krankhaften Veränderungen der DNA in Verbindung gebracht.

Leider gibt auch die Studie aus Tel Aviv noch keine endgültige Antwort darauf, ob Handys das Krebsrisiko erhöhen oder nicht. Die Hinweise darauf verdichten sich jedoch damit. Wer sicher gehen will, sollte das Handy nur benutzen, wenn es wirklich nötig ist. Neuere Handys verfügen weiterhin über eine Freisprech- oder Lautsprecherfunktion. Damit lässt sich auch aus größerer Entfernung zum Handy telefonieren. Antioxidativ wirksame Lebensmittel und Nahrungsergänzungen helfen dabei, den oxidativen Stress gering zu halten.

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Links zum Wochenende (30.10.09)

Links zum Wochenende

Wie immer entsprechen die hier verlinkten Beiträge und Zusammenfassungen nicht zwangsläufig der Meinung des Autors. Ich wünsche Ihnen ein wundervolles Wochenende!

Ernährung & Gesundheit

  • Syrischer Oregano enthält offensichtlich große Mengen Thymoquinon. Die Substanz, die auch in Schwarzkümmel vorkommt, ist offenbar fähig das Krebswachstum zu hemmen.
  • "Nun also doch!", so titelt die Bildzeitung. Laut einer Langzeitstudie könnte die Handynutzung doch zur Krebsentstehung beitragen.
  • Kaffee hat offensichtlich nicht nur negative Auswirkungen auf den Körper: Ein hoher Kaffeekonsum (drei oder mehr Tassen täglich) kann offensichtlich Leberveränderungen verzögern. Ob wirklich der Kaffee für diesen Effekt verantwortlich ist, ist allerdings noch unklar.
  • Mäßige Mengen Rotwein während der Schwangerschaft scheinen keine negativen Auswirkungen auf den Fötus zu haben. Das haben italienische Wissenschaftler herausgefunden. Sonstiger Alkohol scheint hingegen negativ zu wirken.
  • Das englischsprachige Juicing Book ist eine gute informative Quelle für alles rundum das Spotentesafttrinken: Gesundheitliche Auswirkungen, Nährwertangaben, Zubereitungstipps und Rezepte.
  • Alkohol kann Krebs begünstigen, das ist schon lange klar. Nun haben Wissenschaftler einen beteiligten Mechanismus entschlüsselt (Englisch).
  • Zahnerkrankungen und -entzündungen sind mitverantwortlich für etliche Zivilisationskrankheiten. Das behaupten zumindest viele alternative Mediziner. Eine umfangreiche Studie geht ersten Erkenntnissen nun auf den Grund.
  • Curcumin könnte in der Krebstherapie in Zukunft eine größere Rolle spielen. Das Currygewürz konnte in einer Studie seine Wirkung gegen Krebszellen des Ösophagus-Karzinoms unter Beweis stellen.
  • Kein erhöhtes Krebsrisiko durch Haarfärbemittel. Das behauptet das Bundesinstitut für Risikobewertung. Bei solchen Entwarnungen bin ich immer kritisch. Wie oft musst man nach Jahren doch wieder einlenken (siehe die neuen Studien zu Krebs durch Handynutzung)
  • Englisch: Cranberries gehören zu den vielleicht wirkungsvollsten Nahrungsmitteln, wenn es um Krebs und andere Krankheiten geht. Das ergeben die neuen zusammengetragenen Studien auf der Cranberry Institute Health Research Conference. Allein die Tatsache, dass es eine eigene Konferenz zu diesem Thema gibt, ist schon erstaunlich.

Umwelt & Krebs

  • Interessante Einsichten durch den saarländischen Krebsatlas. Als einziger Krebsatlas deutschlandweit schlüsselt er die Häufigkeit von Krebs-Erkrankungen bis auf die Gemeinde-Ebene auf. Dadurch könnten in Zukunft interessante Erkenntnisse darüber gewonnen werden, wo Krebs am häufigsten vorkommt und welche Umweltfaktoren im Bundesgebiet seine Entstehung begünstigen.
  • Holocaust-Überlebende haben ein erhöhtes Risiko im späteren Leben an Brustkrebs zu erkranken. Ein Faktor ist mit Sicherheit die Mangelernährung und der damit verbundene extreme Nährstoffmangel. Mich würde noch interessieren, wie der Neurotransmitterstatus und die sonstige Biochemie der Opfer aussieht.

Erfahrungsberichte & Schicksale

Konventionelle Krebstherapie

Spiritualität

  • Auf Englisch: Die buddhistische Nonne Pema Chödrön sieht in den Schwierigkeiten, die uns im Leben begegnen, eine großartige Möglichkeite zur Transformation. Der größte Schmerz ist nicht der Schmerz selbst, sondern unser Weglaufen davor.

Wissenschaft & Forschung

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