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Angelina Jolie – weise Entscheidung oder Irrsinn?

Der folgende Artikel über die kürzliche Entscheidung der Schauspielerin Angelina Jolie, sich beide Brüste amputieren zu lassen, stammt von der Autorin und Krebs-Coachin Dr. Janey. Er erschien erstmals auf Ihrer Homepage Cancer Alive. Dank Ihrer freundlichen Genehmigung erscheint er nun übersetzt im Krebscafe. Weitere Informationen zu den Büchern und Coachings von Dr. Janey, finden Sie am Ende des Artikels.

Boulevardzeitungen und -magazine waren ganz aus dem Häuschen als die Hollywood-Schauspielerin kürzlich offenbarte, dass sie sich für eine beidseitige Mastektomie (Brustamputation) entschieden hatte, um ihr Risiko zu reduzieren, an Krebs zu erkranken. Bedenkt man ihren hohen Bekanntheitsgrad, so haben ihre Handlungen weitreichende Konsequenzen unter den Millionen von Fans auf der ganzen Welt. Doch wie weise war diese Entscheidung, eine so radikale Operation an einem ansonsten so gesunden Körper durchzuführen, tatsächlich?

Ihre Ärzte rieten Angelina dazu, da bei ihr aufgrund einer mutierten Form des BRCA1-Gens ein 87-prozentiges Risiko bestand, an Brustkrebs zu erkranken. Würde sie sich für eine beidseitige Brustamputation entscheiden, würde dieses Risiko auf unter 5 % sinken. In Anbetracht dieser Statistik ist es nicht überraschend, dass sie sich für die Operation entschied.

Geht man der Sache allerdings etwas auf den Grund, erfährt man, dass die Angabe von 87% von eben jener Firma stammt, die den Test für die Identifikation des mutierten BRCA1- und BRCA2-Gens entworfen hat, und die Millionen an dieser jüngsten Publicity-Welle verdienen könnte. Und was noch bedenklicher erscheint: genau diese Firma, deren profit-getriebene Motivation diese Statistik erzeugt hat, erlaubt es anderen medizinischen Labors nicht, ihre Testergebnisse zu überprüfen.

Nach Angaben des Zentrums für Krankheitskontrolle und Prävention haben tatsächlich nur 3-5% der an Krebs erkrankten Frauen ein mutiertes BRCA1-Gen. Weiteren Mut sollten Frauen aus der Tatsache schöpfen, dass dies nicht bedeutet, dass 3-5% aller Brustkrebspatientinnen dieses Gen von ihren Eltern oder Großeltern vererbt bekommen haben.

In Wahrheit hat unsere Umwelt einen weitaus größeren Einfluss auf unsere Genmutationen als es Vererbungsfaktoren haben. Es konnte nachgewiesen werden, dass echte Vererbung von "schlechten Genen" nur in etwa unter 5% der Fälle auftritt, während schädliche Umweltfaktoren zu einem Anteil von über sage und schreibe 95% zu einer Genmutation beitragen. *

Das sind natürlich großartige Neuigkeiten für uns, denn wir haben auf folgende Weise Kontrolle über diese Umweltfaktoren:

A) Wir können wählen, welche Art von Nahrung, wir uns zuführen und können uns dafür entscheiden, jene zu vermeiden, die verseucht ist mit Hormonen, Antibiotika, Herbiziden, Pestiziden etc.
B) Wir können uns sowohl über der Produkte schlau machen, die wir auf unsere Körper anwenden, als auch über die, die sich in unserer häuslichen Umgebung befinden. Und wir können dabei jene vermeiden, die schädliche Chemikalien und Konservierungsstoffe beinhalten, welche als Krebserreger bekannt sind.
C) Wir können lernen, unseren Körper zu reinigen und zu entgiften, was im Zuge dessen einen gesunden Boden schafft, auf dem es keinen Platz für Krebs gibt.
D) Wir können auch lernen, unsere emotionalen Muster weiser auszuwählen; ein wichtiger, jedoch oft übersehener Faktor, der zu Krankheiten aller Art, wie auch Krebs, beiträgt.

All diese oben genannten Faktoren haben einen Einfluss auf unseren zellulare Umgebung und letztendlich auf die Sauerstoffzufuhr unseres körperlichen Gewebes. Wie der Nobelpreisträger Otto Warburg sowie zahlreiche andere angesehene Ärzte und Wissenschaftler nachgewiesen haben, ist es der Entzug von Sauerstoff auf zellularer Ebene, der letztendlich dazu führt, dass Gene  mutieren und Krebszellen entstehen lassen. Wenn wir demnach lernen, diese Umweltfaktoren anzugehen, dann behandeln wir damit auch die Sauerstoffzufuhr unseres Gewebes und reduzieren damit gleichzeitig unser Risiko, an Krebs zu erkranken!

Wenn wir daher Frauen als Beispiele heranziehen, die in mehr als einer Familiengeneration Krebs diagnostiziert bekommen haben, und dies als Beweis anführen, dass Brustkrebs vererbar ist, ziehen wir falsche Schlüsse. Das Brustkrebsrisiko, das von einer zur nächsten Generation weitergegeben wird, beruht selten auf wahrer genetischer Vererbung, sondern vielmehr auf einer "Vererbung" ähnlicher nicht-konstruktiver Ernährungsgewohnheiten, Lebensstile und emotionaler Muster.

Leider ist dieser falsche Schluss, Brustkrebs wäre hauptsächlich eine Sache der Vererbung "schlechter Gene", ein folgenschwerer. Er lässt viele Frauen mit dem Gefühl zurück, sie seien hilflose Opfer ihrer eigenen Genetik, was wiederum ganz eigene fatale Konsequenzen hat. Sich der gefühlten Tatsache ergebend, dass Brustkrebs ihr wahrscheinliches Schicksal ist, versäumen es viele Frauen bezüglich der zahlreichen Umweltfaktoren, die eine signifikante Rolle bei der Krebsvorbeugung spielen, aktiv zu werden.

Eine weitere Konsequenz für viele Frauen, die mit diesem Glauben an die genetische Vorbestimmung für Brustkrebs leben, ist vielleicht noch folgenschwerer. Wenn wir die Kraft unseres Geistes verstehen und lernen, wie wir unsere eigene Realität durch die Auswahl unserer Gedanken erzeugen, erkennen wir, dass eben jene Frauen, die von ihrem Schicksal überzeugt sind, eines Tages Brustkrebs diagnostiziert zu bekommen, ihre Gedanken ungewollt in einer zutiefst schädlichen Weise nutzen, nämlich um die Bühne für die Realität vorzubereiten, die sie am meisten fürchten!

Und als wäre das nicht schlimm genug, erleben wir den Fehler dieser gewählten Brustamputationen dann, wenn die Frauen, die sich dieser verstümmelnden Operation unterziehen, trotzdem dem Krebs erliegen. Warum? Ganz einfach, weil Krebs nicht gleich Tumor bedeutet! Der Tumor ist nur ein Symptom, und das Symptom (Tumor) – oder in diesem Fall das Gewebe, das den Tumor wahrscheinlich beherbergen wird – zu entfernen, schießt völlig am Ziel vorbei. Die wahre Krankheit ist der Mangel an Sauerstoff, und genau hierauf sollten wir uns konzentrieren.

Andreas Moritz fasst das Thema Gene und Krebs vielleicht am besten zusammen, wenn er sagt: "Krebs war immer eine extrem seltene Krankheit, außer in den Industrienationen während der letzten 40-50 Jahre. Menschliche Gene haben über tausende von Jahren nicht wesentlich geändert. Warum sollten sie sich jetzt so drastisch ändern, und plötzlich Unmengen von Menschen töten?……jeder gute Genforscher würde ihnen erzählen, dass so ein Glaube jeder Logik entbehrt und schlicht unwissenschaftlich ist." **

Zusammenfassen kann man sagen: sich auf die Genetik zu verlassen, um das eigene Risiko für Brustkrebs einzuschätzen, hat nicht nur ernste Konsequenzen, es ist auch wissenschaftlich nicht haltbar.

Wie unendlich besser ist es daher zu wissen, dass man die Umweltfaktoren, die das Risiko beeinflussen, an Brustkrebs (oder einem anderen Krebs) zu erkranken, selbst bestimmt. Im Gegensatz zu einem Leben voller Angst, dass man das nächste Opfer des genetischen Würfelspiels werden könnte.
 

Dr. Janey ist Krebs-Coach und Autorin. Auf ihrer Homepage Cancer Alive finden sich weitere spannende und informative Artikel, sowie eine Übersicht über das von ihr empfohlene 7-Punkte-Programm bei Krebs. Weiterhin findet sich dort ein Shop mit verschiedenen Produkten, wie z.B. ihrem Buch You Can Heal Yourself From Cancer Now! (auch als eBook erhältlich).

* Anm. d. Krebscafes: Das National Cancer Insitute (NCI) schreibt dazu auf seiner Website:
"Es ist wichtig zu bedenken, das die meiste Forschung bezüglich BRCA1 und BRCA2 an großen Familien mit vielen von Krebs betroffenen Individuen durchgeführt wurde. Schätzungen bzgl. mit BRCA1- und BRCA2-assoziertem Brust- und Eierstockkrebs wurden aus den Studien an eben diesen Familien erstellt. Da Familienmitglieder einen Teil ihrer Gene, und oft auch ihres Umfelds, weitergeben, ist es möglich, dass ein großer Teil der Krebsfälle in diesen Familien teilweise auf anderen genetischen oder umgebungsbedingten Faktoren beruht. Demzufolge könnten die Risikobewertungen, die auf diesen Familien mit vielen Betroffenen Mitgliedern beruhen, nicht das genaue Risiko für Träger von BRCA1- und BRCA2-Mutationen in der allgemeinen Bevölkerung widerspiegeln. Weiterhin sind keine Daten aus Langzeitstudien an der Allgemeinbevölkerung vorhanden, die das Krebsrisiko von Frauen, die eine schädliche BRCA1- oder BRCA2-Mutation besitzen, mit jenen vergleicht, die keine solche Mutation haben. Folglich sind die oben genannten Prozentwerte Schätzungen, die sich ändern können, sobald weitere Daten dazu erhältlich sind."

**Anm. d. Krebscafes: Wie Siddhartha Mukherjee in seinem Buch Der König aller Krankheiten: Krebs – eine Biografie überzeugend darlegt, ist ein Teil dieses häufigeren Auftretens von Krebs
zum einen auf die drastisch verlängerte Lebenserwartung des Menschen zurück zu führen (Zitat aus dem o.a. Buch: "Das Brustkrebsrisiko zum Beispiel beträgt bei einer dreißigjährigen Frau ungefähr 1 zu 400, bei einer siebzigjährigen bereits 1 zu 9. In den meisten antiken Gesellschaften lebten die Menschen einfach nicht lang genug, um an Krebs zu erkranken, sie wurden schon vorher von Schwindsucht, Ödemen, Cholera, Pocken, Lepra, Pest oder Lungenentzündung dahingerafft."). Zum anderen sind die Diagnosemethoden wesentlich genauer geworden. Während man früher vielleicht nur jene Krebsfälle diagnostizierte, die offensichtlich nach außen traten oder durch eine Obduktion festgestellt wurden, gibt es heute allerhand Früherkennungssysteme, durch die die Zahl der mit Krebs diagnostizierten Personen immens angestiegen ist.
Dennoch muss man Andreas Moritz teilweise recht geben, die steigenden Krebsfälle sind sicher nicht allein durch die oben genannten Umstände zu erklären. Und so gibt es noch einen weiteren Faktor, den auch Siddhartha Mukherjee nicht außer acht lässt: die "veränderten Strukturen des modernen Lebens [haben] das Spektrum der Krebsarten beträchtlich verschoben", so Mukherjee in seiner Biografie über den Krebs. Diese veränderten Strukturen, möchten wir hinzufügen, lassen Krebs mit allergrößter Wahrscheinlichkeit heutzutage häufiger auftreten.

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