Update: Intermittierendes Fasten

Ein kleines Update zu unserem kürzlich veröffentlichten Artikel Studie: Fasten und Chemo gegen Krebs:

Eine ganz aktuelle Studie bestätigt , dass das Intermittierende Fasten (IF) – in diesem Fall ein bis zwei Fastentage pro Woche – auch gut für’s Gehirn ist. Vermutlich schützt IF damit vor degenerativen Erkrankungen wie Parkinson oder Alzheimer. Hier geht’s zur Studienbeschreibung (auf Englisch):

Fast once or twice a week to improve brain health and prolong life

Eine weitere Studie belegt einen positiven Einfluss des IF auf das Diabetesrisiko:

Routine Periodic Fasting Lowers Disease Risk

 

 

Studie: Fasten und Chemo gegen Krebs

Wieder einmal gute Nachrichten für alle Fans des (Heil-)Fastens: Zumindest in einer mit Mäusen durchgeführten Studie erwiesen sich kurze, konsequente Fastenzyklen als teils so effektiv, wie eine Chemotherapie. In Kombination mit ihr erhöhte sich die Überlebensrate sogar noch deutlicher.

Das Fasten macht die Krebszellen offensichtlich nicht nur weniger widerstandsfähig und somit angreifbarer für eine Chemotherapie, sondern verlangsamt auch das Tumorwachstum und die Streuung des Krebses (Metastasen). Selbst eine bereits über den Organismus metastasierte und hochaggressive Krebsart, die oft bei Kindern vorkommt, konnte durch eine Kombination von kurzen Fasteneinheiten und Chemotherapie bei 20% der Mäuse kuriert werden; bei Mäusen in einem früheren Stadium der Streuung waren es sogar 40%.

Es handelt sich bei weitem nicht um die erste Studie, die die Wirksamkeit des Fastens bei Krebs und Chemotherapie untersucht. Bereits 2010 berichteten zehn Krebspatienten, die Fastenzyklen während einer Chemotherapie ausprobiert hatten, im Rahmen einer Fallberichtsstudie von weniger Nebenwirkungen. Auch für das Wohlergehen des Patienten während der Krebsbehandlung könnte das Fasten also interessant sein.

Die Forscher sind indes zurückhaltend: ob und inwiefern das Fasten beim Menschen gegen Krebs wirkt, bleibt abzuwarten und könne sich nur in einer Jahre andauernden Studie erweisen. Erste Humanstudien mit Menschen wurden bereits begonnen. In ihnen soll unter anderem herausgefunden werden, wie gut Menschen das Fasten während einer Chemotherapie vertragen.

"Wir wissen nicht, ob es auch beim Menschen wirksam ist," so Valter Longo, Seniorautor der Mausstudie und Professor für Gerontologie und Biologie an der University of Southern California. Als alleinige Therapieoption für Krebspatienten lehnt er das Fasten entschieden ab. Doch in Kombination mit einer Chemotherapie oder dort, wo eine Chemotherapie nicht empfohlen oder in Betracht gezogen wird, könne der Patient das Fasten durchaus mit dem zuständigen Onkologen besprechen.

Vorbei am Arzt sollte der Patient aber in keinem Fall handeln. Denn das Fasten ist für viele Patienten auch gefährlich: wer durch die Krebserkrankung sowieso schon an Gewicht verloren hat oder sonstige Risikofaktoren, wie z.B. Diabetes, aufweist, der kann sich damit eher schaden als nutzen. Auch nicht unterschätzen sollte man die oft auftretenden Nebenwirkungen des Fastens: ein sinkender Blutdruck, Kopfschmerzen oder Benommenheit können im Alltag zu Unfällen führen.

Auch gesunde Personen können vom Fasten profitieren. Ich persönlich praktiziere eine abgeschwächte Form, das so genannte Intermittierende Fasten (IF). Dabei lässt man in unregelmäßigen Abständen einzelne oder auch mal mehrere Mahlzeiten ausfallen.
Eine besondere Form des IF teilt den Tag in eine Fasten- und in eine Aufnahmphase ein, zwischen denen ein Zeitraum von ca. 16 Stunden liegt (das Leangains-Prinzip). Wer z.B. abends um 20 Uhr seine letzte Mahlzeit zu sich genommen hat, beginnt dabei die Nahrungsaufnahme am nächsten Tag erst um 12 Uhr mit dem Mittagessen. Laut einiger Autoren hat das nicht nur gesundheitliche Vorteile, sondern wirkt auch Wunder beim Abnehmen, wie man z.B. auf der Internetseite des Fitness- und Ernährungsgurus Martin Berkhan sieht.

Abschließend noch ein Videointerview mit dem Studienautor Valter Longo:

 

 Quellen

Bilder

Wolf Schneider: Meine Mutter

Gefunden in Wolf Schneiders »Tagebuch fürs Wesentliche«:

Meine Mutter

Heute morgen ist meine Mutter gestorben. Gegen Mittag war ich bei ihr, ich durfte noch eine halbe Stunde dort sein, eh sie abtransportiert wurde in den Kühlraum. So bei ihr zu sitzen, wie sie so still dalag – wunderbar! Schon auf der Herfahrt und dann auch dort bei ihr weinte ich viel – ein erlösendes Schluchzen, das sich wie ein warmer Regen über mich ergoss, der so vieles wegspült und die Erde tränkt. 87 Jahre hat sie gelebt, das ist genug. »Ich will nicht mehr«, hatte sie so oft gesagt in den letzten Tagen.

Ein kafkaeskes System

Das Krankenhaus drumrum, in das sie leider eingeliefert werden musste, ist ein riesiger Betrieb mit so vielen Automatismen. So vieles daran wird den Menschen nicht gerecht. Sie bewegen sich daran wie Gestalten in einem Roman von Kafka, die Dinge tun, weil »es so sein muss« Vom Essen, über die Hygiene bis zum Maschinenaufwand und den ärztlichen Entscheidungen ist das Krankenhaus ein riesiger Apparat, der die Menschen, Personal wie Patienten, in sich aufnimmt und dann wieder ausspuckt, tot oder lebendig.

Um 9.30 h hatte ich per Telefon von meiner Schwester erfahren, dass meine Mutter in der Nacht gestorben war. Rief dann gleich am Krankenhaus an, noch weinend (aber doch klar genug sprechend), ob ich noch bei ihr sein dürfe, meine Schwester habe mir gesagt, sie würde dort nur bis 11 h liegen, und ich brauche doch zwei Stunden mit dem Auto. »Warum rühren Sie sich erst jetzt, sie haben doch schon um 7 Uhr Bescheid bekommen!«, ranzte mich die Frau am Telefon an, so wie man in einem Internat einen Schüler maßregelt, der die Ausgangszeiten nicht eingehalten hat. Schließlich wurde mir die Gnade gewährt, dass sie noch bis 13 dort liegen würde. Und dann um 13 h, eine andere Person, ganz jovial: »Ach, auf die zehn Minuten kommt es nun auch nicht an!«

Hier weiterlesen…

Christopher Hitchens on ABC1 Lateline

Christopher Hitchens ist hierzulande nicht sehr bekannt. In den USA sieht das jedoch anders aus: Sein investigativer Journalismus und nicht zuletzt seine Rolle als – im positivsten Sinne des Wortes – streitbarer Atheist, haben ihn im englischsprachigen Ausland berühmt gemacht. Im Juni 2010 wurde bei Christopher Hitchens Speiseröhrenkrebs diagnostiziert. In diesem Interview spricht er über seine Erfahrung mit der Krankheit und die Versuche der Menschen, ihn im Angesicht des Todes zum Glauben zu bekehren.

Buchrezension: Geheilt! Wie Menschen den Krebs besiegten

Schwester Huberta führt ein glückliches Leben: Mit 20 Jahren tritt die Ordensfrau den Marienschwestern vom Karmel bei. Ein "tätiger Orden", wie sie selbst sagt. Er betreibt Kneippkurhäuser, Kindergärten, Altenheime und eine Schule. Die damals 40-jährige hält hier Seminare und ist sehr beliebt und aktiv. Plötzlich die erschütternde Diagnose: Brustkrebs. Ein großer Schock für die gläubige Frau. Kurz darauf folgen Operation, Lymphknotenentfernung und Chemotherapie.

Zunächst scheint alles gut: Zwölf Jahre lang. Doch dann wird Schwester Huberta wieder krank. Eine Erkältung, wie sie zunächst glaubt. Bei einer anschließenden Untersuchung stellen die Ärzte jedoch Metastasen in ihrer Lunge fest. Erneut muss die lebensfrohe Frau eine Chemotherapie über sich ergehen lassen. Leider ohne Erfolg und mit schweren Nebenwirkungen. Schließlich lehnt die Ordensfrau eine weitere chemotherapeutische Behandlung ab. Stattdessen begibt sie sich in eine homöopathische Klinik in die Schweiz und beginnt eine Vitaminkur.

Das Unglaubliche passiert

Nach drei Monaten lässt Schwester Huberta eine Nachkontrolle im Krankenhaus machen. Die Ärzte können es nicht glauben: Sämtliche Metastasen in der Lunge sind zurückgegangen. Eine große Überraschung und Freude für alle. Auch Jahre später noch, mit über 60 Jahren, ist Schwester Huberta weiterhin krebsfrei. Heute hält sie wieder Seminare, macht Körperübungen und meditiert täglich. Sie achtet auf Ihre Ernährung und hat zu einer ganz eigenen Gelassenheit gefunden: "Nicht die Frage ‚Warum?‘, sondern ‚Wozu?’" liege ihr am Herzen. Ganz bewusst habe sie sich für das Vertrauen entschieden. Und man glaubt ihr jedes Wort.

Diese bewundernswerte Kraft, die von Menschen wie Schwester Huberta ausgeht, überträgt sich beim Lesen. Sie wirkt wie ein Elixir. Immer wieder bekomme ich eine Gänsehaut und das Gefühl: Heilung? Ja, die gibt es!

Verschiedene Wege, den Krebs zu überleben

Die Geschichte von Schwester Huberta ist nur eine von 20 in diesem Buch. "Weder wollen noch können wir beurteilen, welche Wege die Besten sind, was erfolgsversprechend ist und was weniger. Wir möchten jedoch aufzeigen, dass es nicht nur einen einzigen Weg gibt, den man gehen kann.", so die beiden Autoren. Und diesem Ziel werden sie durchaus gerecht. Denn das Buch zeigt, dass das Überleben bei Krebs unterschiedlicher nicht sein könnte. Menschen aller Altergruppen und Geschlechter, Krebserkrankungen unterschiedlichster Art und Schweregrade, nach Jahren zurückgeworfene oder "nur" einmal betroffene Menschen sind hier vertreten.

Und auch bei den Therapieformen ergibt sich eine facettenreiche Mischung: Von Chemotherapie und Bestrahlungen über Homöopathie, Vitaminkuren und spirituellen Therapien ist alles dabei. Oft ist es die Kombination aus konventionellen und alternativen Wegen, die die Betroffenen zum Ziel führt. Doch was auch immer den Krebs letztendlich bei ihnen geheilt hat, eines ist allen Helden aus Geheilt! gemeinsam…

Vom rechten Glauben

Alle Betroffenen entpuppen sich im Verlauf Ihrer Geschichten als Kämpfende. Dabei scheinen sie oft erst im Angesicht der Erkrankung ihre innere Stärke zu entdecken und sich der Verantwortung bewusst zu werden, dass Heilung auch im Kopf passiert. Mal nennen sie es Gottvertrauen, mal den Glauben in die Fähigkeit, sich selbst zu heilen. Mal klingt es trotzig, fast ein wenig ängstlich, dann wieder voller Überzeugung und Inbrunst. Stets aber ist dieser Optimismus mit an Bord.

Als Leser kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass diese innere Einstellung in jedem Fall zur Heilung beiträgt. Denn aus ihr entsteht offensichtlich nicht nur ein intuitives Gefühl für das, was richtig ist und einem gut tut, sondern oft auch eine neue Liebe zum Leben und eine Wertschätzung für die Dinge, die man bereits hat. Das wiederum stärkt den Wunsch, sich der Herausforderung zu stellen, an ihr zu wachsen und die Zeit auf Erden zu genießen.

So paradox das für Außenstehenden manchmal erscheint: Krebs ruft bei Betroffenen nicht nur Trauer, Leid und Gedanken an den Tod hervor. Die Krise ist für viele Menschen gleichzeitig auch eine Chance, um zu einem neuen Bewusstsein über sich und das Leben zu gelangen.

Heilung, wie geht das?

Geheilt! Wie Menschen den Krebs besiegten ist nicht nur eine schöne Sammlung an teils dramatischen, jedoch stets aufbauenden Geschichten, sondern indirekt auch ein Ratgeber. Das Buch ist ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass die Faktoren, die zur Heilung führen, vielfältig sind und auch das soziale Umfeld der Betroffenen einschließen. Und so ist es nicht nur eine empfehlenswerte Lektüre für Betroffene, sondern auch für deren Freunde und Angehörige. Letztere können hier viel über das Innenleben eines Krebspatienten erfahren: Seine Ängste, Hoffnungen und seine Gründe für Therapieentscheidungen.

Betroffene wiederum finden in diesem Buch nicht nur Kraft und Inspiration, sondern auch konkrete Therapiemöglichkeiten, Buchtipps, Kontakte und Adressen. In einem abschließenden Nachwort fassen die beiden Autoren und Journalisten Dr. Thomas Hartl und Reinhard Hofer (der selbst mit seiner eindrucksvollen Genesungsgeschichte vertreten ist) ihre Erfahrungen zusammen und berichten von den Erfolgsrezepten der Geheilten.

Mein Fazit

Die Autoren haben nicht nur bei der Recherche, sondern auch bei ihrer Umsetzung ganze Arbeit geleistet. Das Buch ist eine wundervolle Mischung aus spannend erzählten Geschichten und bewegenden Interviews. Es hebt sich auf schöne Weise von der nüchternen Distanz vieler Krebs-Ratgeber ab und verzichtet gleichzeitig auf übermäßige Sentimentalität oder Panikmache. Auch den Autoren scheint die Frage nach dem "Wozu?" wichtiger, als die Frage nach dem "Warum?".

Geheilt! Wie Menschen den Krebs besiegten macht Betroffenen und Angehörigen gleichermaßen Mut. Es informiert und erlaubt einen Blick hinter die Kulissen oft unglaublicher Heilungsgeschichten. Mein Fazit: Wenn positive Gedanken zur Gesundung eines Menschen beitragen können, dann ist dieses Buch die beste Medizin.

Alles Gute und viel Gesundheit
Andreas Thies

 

Weiterführende Links

Funstücke der Woche (1)

Die Fundstücke der Woche vom 20.3. – 26.3.2010…

Wissenschaftler aus den USA haben einen Zusammenhang zwischen zu wenig Schlaf und der Menge an viszeralem Fett im Körper entdeckt. Menschen, die nachts durchschnittlich nur auf  fünf oder weniger Stunden Schlaf kommen, haben mehr von dem Fett, welches  die inneren Organe umhüllt. Viszerales Fett ist nicht direkt sichtbar, "macht sich aber ab einer gewissen Menge durch eine Vergrößerung des Bauchvolumens bemerkbar" (Wikipedia). Viszerales Fett steht u.a. im Verdacht Entzündungsprozesse im Körper zu begünstigen, welche widerum zu Insulinresistenz führen könnten.

Ein besonders herzliches Lächeln scheint im Zusammenhang mit einer längeren Lebenserwartung zu stehen. Bei einem Experiment wurden alte Fotografien von 230 Baseball Spielern analysiert. Ergebnis: Die Spieler mit einem vollen Lächeln, das alle Gesichtsmuskeln beteilit (sog. Duchenne-Lächeln), lebten am längsten.

Wer einen Sinn fürs Leben gefunden hat, scheint seltener an Alzheimer zu erkranken. Das behaupten US-Wissenschaftler, die eine Studie mit über 900 Männern und Frauen durchgeführt haben. Bei den Studienteilnehmern mit den höchsten Skalenwerten ergab sich ein bis zu 50% vermindertes Risiko die Nervenkrankheit zu bekommen.

Seit der Buddhismus und seine Weisheiten in den Westen kamen, lehren viele ihn als Weg um das Ego loszuwerden oder gar zu vernichten. Dass dieser Ansatz nich nur falsch, sondern auch gefährlich ist, dieser Meinung ist der buddhistische Mönch Thanissaro Bhikkhu. Und er weiß eine Alternative dafür, wie diese große Weisheitlehre besser verstanden werden kann.