Archiv der Kategorie: Spiritualität

Spiritualität ist eine wichtige Säule für die menschliche Gesundheit.

Was braucht’s zum Glücklichsein?

Obwohl unser Leben durch neue Technologien und Infrastrukturen objektiv angenehmer und komfortabler geworden ist, sind die Menschen nicht glücklicher als früher. Im Gegenteil, oft hat es den Anschein, als würden uns genau diese alltäglichen Erleichterungen unglücklicher machen. Doch woran liegt das, und wo ist das Glück denn tatsächlich vergraben? Liegt es in der Zukunft? Sind wir glücklicher, wenn wir ein größeres Haus, ein schickeres Auto, mehr Prestige oder einen besser bezahlten Job haben? Wohl eher nicht. Laut dem Psychologen und Glücksforscher Dr. Matthew Killingsworth ist das Glück viel einfacher. Es liegt nicht in der Zukunft und es liegt auch nicht ausschließlich in unseren Lebensumständen. Das Glück liegt vielmehr genau vor uns, im Hier und Jetzt, in diesem Augenblick.

Wissenschaftliche Untersuchungen der letzten Jahre haben ergeben, dass Faktoren wie das Einkommen, das Geschlecht oder der Schulabschluss nur recht unzuverlässige Vorhersagen über das individuelle Glück treffen können. Um das individuelle Glücksempfinden und die tatsächlichen Gründe zu untersuchen, entwickelte Killingsworth daher eine iPhone-App mit dem Namen Track Your Happiness. Diese App sendet angemeldeten Benutzern zufällig über den Tag verteilt Nachrichten und befragt sie nach ihrem derzeitigen Glücksempfinden. Über die Monate sammelte Killingsworth so über 650.000 Echtzeit-Berichte von über 15.000 Benutzern unterschiedlicher Herkunft und gesellschaftlicher Schichten ein. Genug Daten, um dem Glück auf die Spur zu kommen.

Mind-wandering und Glücksempfinden

Ein Bereich, dem Killingsworth dabei besondere Beachtung schenkte, war das so genannte Mind-Wandering, was übersetzt so viel wie das Umherwandern des Geistes bedeutet. Damit ist ein Geisteszustand gemeint, bei dem man sich nicht auf die Aufgabe oder Tätigkeit konzentriert, die vor einem liegt, sondern bei dem man mit den Gedanken mal hierhin, mal dorthin schweift und nie ganz bei der Sache ist. Dieses Umherschweifen bzw. das genaue Gegenteil davon – die Achtsamkeit auf das, was gerade im Hier und Jetzt passiert – scheint laut Killingsworths Studie ein wesentlicher Faktor für das subjektive Glücksempfinden zu sein.

Selten sind wir wirklich achtsam in dem, was wir im Augenblick gerade tun. Egal, ob wir arbeiten, vor dem Computer sitzen, zu Mittag essen oder spazieren gehen. Meist sind wir mit unseren Gedanken anderweitig beschäftigt. Killingsworth wollte wissen, ob dies eventuell zum individuellen Glück oder Unglück des Menschen beitragen könnte. Mittels seiner App stellte er den Benutzern die folgenden drei Fragen:

  1. Wie fühlen Sie sich im Moment?
    (Auf einer Skala von "sehr unglücklich" bis "sehr glücklich".)
  2. Was tun Sie gerade?
    (Anhand einer Auswahl übergeordneter Aktivitäten, wie z.B. "Auf dem Weg zur Arbeit", "Essen", "Arbeiten", "Shoppen", "Haushalt machen", "Kindererziehung" etc. pp.)
  3. Denken Sie momentan an etwas anderes als an das, was Sie gerade tun?
    (Auswahlmöglichkeiten: "Nein.", "Ja, an etwas unangenehmes.", "Ja, an etwas angenehmes.", "Ja, an etwas neutrales.")

Die Ergebnisse der Studie sind eindeutig: Je achtsamer und präsenter ein Mensch bei der Sache ist desto höher ist sein Glücksempfinden. Wandern die Gedanken jedoch umher, ist das Glücksempfinden weitaus niedriger.


Unachtsamkeit verliert immer und überall

Nun könnte man natürlich auf die Idee kommen, dass Menschen zumindest dann glücklicher in ihrem umherwandernden Geist sind, wenn sie damit einer eher unangenehmen, nicht gewollten Tätigkeit fliehen. Könnte es nicht sein, dass Tagträume und abschweifende Gedanken zumindest dann das Glück steigern, wenn wir gar nicht im Hier und Jetzt sein wollen? Die Antwort von Dr. Killingsworths Studie lautet eindeutig nein. Ganz gleich wie unangenehm uns die Aktivität erscheinen mag, die wir gerade tun (z.B. auf dem Weg zur Arbeit im Stau stehen), wenn wir achtsam und fokussiert sind, sind wir glücklicher. Das trifft selbst dann zu, wenn man an etwas vermeintlich schöneres oder neutrales denkt. Und so vergleicht Killingsworth das Umherwandern des Geistes mit einem Glückspielautomaten, bei dem man entweder $50, $20 oder $1 verlieren kann – es macht einfach keinen Sinn an diesem Automaten zu spielen!

In seiner Studie konnte Killingsworth auch ausschließen, dass die Henne vor dem Ei da war: das Gefühl, unglücklich zu sein, folgte eindeutig auf das Umherwandern des Geistes und nicht umgekehrt. Mind-wandering ist also Ursache und nicht Folge des Unglücks. Damit unterstreicht die Studie im Prinzip das, was uns die mystischen Weisheitstraditionen dieser Welt, allen voran der Buddhismus, immer schon erzählt haben: das Glück liegt nicht im Reichtum, nicht in der Arbeit, nicht in einer glorreichen Zukunft – das Glück liegt im Augenblick, nirgends sonst.

Weiterführende Links

Bildquellen

  • Happy von godoflite@sxc.hu

Doku: Kann Glaube heilen?

Der WDR strahlte im Juli eine Reportage über den Filmemacher Kurt Langbein aus, der sich nach einer schweren Krebserkrankung auf die Suche nach Heilung macht. "Welche Faktoren mobilisieren unser Immunsystem und geben Kraft, auch aussichtslose Krankheiten zu überleben? Er fragt nach und besucht Menschen, die aufgrund ihrer Krebsdiagnose als todgeweiht galten, sich jedoch heute bester Gesundheit erfreuen. Bettina Reiter, selbst Ärztin und Psychotherapeutin, wurde nur noch ein halbes Jahr Lebenszeit prognostiziert. Mit allen Mitteln, darunter Immun- und Fiebertherapie, wandte sie sich dagegen – und gilt heute, vier Jahre später, als gesund. Auch Helmuth Bayreuther gaben die Ärzte nur noch Monate. Er entschied sich für eine ganzheitsmedizinische Behandlung und ist seit einem Dutzend Jahren frei von Krebs." (Quelle: WDR Online)

Die Reportage kann man kostenlos unter diesem Link ansehen:

Kann Glaube heilen?

 

Bruce Lipton: Der Geist ist stärker als die Gene

Ein ins Deutsche übersetzter Vortrag des berühmten Zellbiologen Bruce Lipton. Das Video besteht aus insgesamt 16 Teilen, die Sie bei Youtube ansehen können.

Weiterführende Links

Achtsamkeitstraining

Achtsamkeitstraining und Meditation beruhigen nicht nur den Geist, sie haben auch eine nachgewiesen positive Wirkung auf das Immunsystem und unsere Gesundheit. Und sogar mit kleinen Kindern kann man schon Achtsamkeitsübungen machen, wie das folgende Video mit Dr. Susan Kaiser Greenland, der Gründerin der Inner Kids Foundation, beweist.

Fundstücke (2.6.09)

  • Nie auf der Schule – Der Künstler André Stern hat nie die Schule besucht. Dennoch – oder gerade deswegen – entdeckte er seine Talente.
  • The Dhamma Brothers – Das sieht nach einem interessanten Film aus: Haftinsassen eines US-amerikanischen Hochsicherheitsgefängnisses praktizieren Zen und erleben wahre Transformation.

 

  • Natur macht schlau! – Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Spaziergänge in der Natur den Geist schärfen. Spaziergänge in der Stadt hingegen haben diesen Effekt nicht. Die Studie ist ein weiterer schöner Beweis dafür, dass unser Gehirn kein von der Umgebung getrenntes Objekt ist.

 

  • Finding Jesus at a Buddhist Retreat – Ein Interview mit dem Autor Robert Wright. Er berichtet von einem Erlebnis auf einem buddhistischen Meditationsretreat und erklärt seine Vision einer zukünftigen Religion.
  • Why Darwinism isn’t depressing – Und noch einmal Robert Wright. Diesmal mit einer schönen Kolumne über die Liebe und den Darwinismus.
  • Tanzen für den Herdentrieb – Psychologen der Stanford University haben herausgefunden, dass gemeinsames Tanzen und Singen das Gruppenbewusstsein stärkt.
  • Our Bodies, Our Brains – Unsere Körperbewegungen beeinflussen das Denkvermögen: Nicht erst seit EFT oder EMDR weiß man, dass Körperbewegungen einen Einfluss auf den Geist haben: Im Yoga ist man sich seit Jahrtausenden der Kraft der Bewegung und Körperhaltung (z.B. Mudras) bewusst.

Fundstücke (18.5.09)

  • Zen misconception: Enlightenment Therapy – Die Zenmeisterin und Nachfolgerin des berühmten Zenmeisters Philip Kapleau Mitra Bishop-sensei antwortet hier auf einen Artikel der New York-Times und räumt Missverständnisse über Zen und somit östliche Spiritualität aus. Zen und ähnliche Praktiken ersetzen keine Psychotherapie und sind auch nicht dafür entwickelt worden. Während man auf unteren Ebenen (z.B. körperlich, psychische) Hilfe und Entwicklungsarbeit benötigt, kann man auf spiritueller Ebene schon weiter fortgeschritten sein. Beides widerspricht sich nicht und die spirituelle Reife sagt nichts über den psychischen Zustand eines Menschen aus.

Zitat des Tages (18.5.09)

Kann man die Unendlichkeit im Netz der Zeit einfangen?

Erinnerung bedeutet Zeit, nicht wahr?… Und durch die Zeit versuchen wir Dinge zu erreichen: "Heute bin ich Angestellter und durch Zeit und Möglichkeiten werde ich Manager oder sogar Besitzer"… und mit der gleichen Mentalität möchten wir in der Realität ankommen, möchten wir uns Gott annähern… In der Zeit hoffen wir also, die Zeitlosigkeit zu erreichen; in der Zeit hoffen wir, in die Unendlichkeit einzugehen. Aber kann man das? Kann man die Unendlichkeit im Netz der Zeit einfangen – durch die Erinnerung, die selbst aus der Zeit besteht?

– Frei übersetzt nach Jiddu Krishnamurti

Quelle: Krishnamurti Daily Quote

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Fundstücke (17.05.09)

  • Universum ohne Anfang – Onlinemitschnitt der 3sat-Sendung Scobel. Das Thema: Was war vor dem Urknall? Reicht unser Vorstellungsvermögen um uns einen Anfang vor dem Anfang vorzustellen? Vor allem die Theorie des Physiker Martin Bojowald ist sehr interessant. In einer Amazon-Rezension seines Buches heißt es:

"Aus der Quantenphysik wissen wir, dass Materie aus Atomen besteht. Die Schleifenquantengravitation, kurz Loop-Theorie, teilt auch den Raum und die Zeit in kleinste Einheiten auf, quasi in Raumzeit-Atome. Die sind so klein, dass man sie wohl niemals direkt beobachten kann. Wir reden von Schleifen, aber der Name ist nicht so wichtig. Wichtig ist, dass diese kleinsten Einheiten verhindern, dass das Universum im Urknall auf die Größe Null schrumpft." In diesem Augenblick des Urknalls wechselt das Volumen des Universums von minus auf plus. Man kann es als eine Art Umstülpen betrachten."

"Das heißt, lange vor dem Urknall existierte vielleicht ein Universum wie unseres, allerdings nicht expandierend, sondern kollabierend. Es könne also sein, sagt Bojowald, dass das Universum vor dem Urknall ewig existierte. "Unsere Theorie erlaubt aber noch eine andere Möglichkeit: das das Universum sich periodisch ausdehnt und wieder in sich zusammenfällt. Das ist dann die Vorstellung von einem zyklischen Universum."

Das erinnert an jahrtausende alte indische Schriften und die vedische Beschreibung des Universum, auf die auch der Theologe und Zen-Lehrer Michael von Brück in der Sendung eingeht. Sehr interessant.

Quantenwirklichkeit und Mystik

Frage: Sind die Quantenebenen dasjenige, wo sich die manifesten und unmanifesten Wirklichkeiten treffen?

Ken Wilber: Kategorisch: Nein. Ich kenne nichts, was sich in den letzten dreißig Jahren abgespielt hat, wo die Verwirrung noch größer wäre als in dem, was aus Quantenphysik gemacht wird. Es ist ein Alptraum. Lass mich versuchen, hier etwas Klarheit hineinzubringen. Es ist derart verworren, weil sehr viele Leute von falschen Voraussetzungen ausgehen, und das alles dann noch durcheinander bringen. Ich habe mich mit dem Thema übrigens in meiner akademischen Arbeit beschäftigt, mit Biophysik, Quantenphysik und Biochemie, und kenne mich hier gewissermaßen beruflich aus. Ich kann "garantieren", dass die Schroedingersche Wellenfunktion absolut nichts mit spirituellen Wirklichkeiten zu tun hat, abgesehen davon, dass alles eine Manifestation des GEISTES ist.

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