Archiv der Kategorie: Forschung und Wissenschaft

Neues aus der Welt der Wissenschaft.

Das Geheimnis der über Hundertjährigen

Wer wünschst es sich nicht: bis ins hohe Alter gesund und fit bleiben, und dann friedlich und zufrieden im heimischen Sessel einschlafen. Tatsächlich ermöglicht es uns die moderne Gesellschaft, immer älter zu werden und dabei relativ unabhängig und selbständig zu bleiben. Dennoch ist bisher weitgehend ungeklärt, warum manche Menschen besonders alt werden und dabei besonders gesund bleiben. Eine neue Studie liefert nun Antworten darauf.

1.500 Personen im Alter zwischen 50 und 110 Jahren wurden in der Studie untersucht. Insgesamt 680 der Studienteilnehmer hatten das hundertste Lebensjahr bereits überschritten, bei 167 Personen handelte es sich um direkte Nachkommen dieser Gruppe. Um die Frage danach zu klären, warum manche Menschen besonders alt werden, untersuchten die Wissenschafter diverse biologische Marker der Teilnehmer, wie die Stoffwechselrate, Entzündungsparameter, die Leber- und Nierenfunktion sowie die Länge der Telomere (s.u.).

Ein Faktor für das Altwerden ist genetischer Natur; die Nachfahren von besonders alt gewordenen Menschen haben eine höhere Chance, älter zu werden. Hierbei spielen vor allem die bereits oben erwähnten Telomere eine Rolle. Diese „Schutzkappen“, die auf dem Ende unserer Erbgutfäden, den sog. Chromosomen, sitzen, haben einen großen Einfluss auf das Altern und die Entstehung von Krankheiten. Mit jeder Zellteilung schrumpfen die Telomere ein Stück. Das ist zunächst nicht weiter schlimm, doch sobald sie ganz aufgebraucht sind und die Chromosomen an ihren Enden frei liegen, können sie miteinander verkleben und so die Zelle funktionsunfähig machen. Je besser also die Telomere eines Menschen, z.B. durch Vererbung, gerüstet sind, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er alt wird.

Doch entdeckten die Wissenschaftler einen weiteren Biomarker, der das potenzielle Alter eines Menschen mitbestimmt, nämlich die Höhe der Entzündungsrate im Körper. Im Gegensatz zu den Telomeren ist dies etwas, worauf wir durch unsere Lebensweise einen erheblichen Einfluss nehmen können. Denn nicht nur unsere Ernährung bestimmt, ob unser Körper unter chronischer Entzündung leidet, sondern auch unsere sonstigen Gewohnheiten und unsere Umwelt.

Dabei ist eine schleichende Entzündung im Körper nicht gänzlich unnormal. Tatsächlich steigen die Entzündungswerte bei jedem Menschen mit dem Alter an, auch wenn dies nicht gleich zu Beschwerden oder Krankheiten führt. Doch konnten die Forscher in ihrer Studie einen eindeutigen Zusammenhang zwischen niedrigen Entzündungsraten und einer längeren Lebensdauer feststellen.

Dinge, die eine höhere Entzündungsrate im Körper fördern, sind z.B.:

  • Übergewicht
  • Rauchen und Alkohol
  • Bewegungsmangel
  • Ungesunde Ernährung (zu viel Fast Food, Zucker, Nährstoffmangel)
  • Umweltgifte
  • Krankheiten wie Alzheimer, Allergien, Diabetes, Depression, oder Krebs

Dinge, die potenziell entzündungshemmend sind:

  • Gesunde Ernährung (z.B. mediterrane Ernährung oder Paleo/Steinzeit-Ernährung)
  • Grüntee
  • Fisch- oder Schwarzkümmelöl
  • (Intermittierendes) Fasten
  • Bestimmte Nahrungsergänzugen, wie z.B. Vitamin D oder Vitamin B6
  • Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation

Wer eine tendenziell entzüngshemmende Lebensweise führt, schützt sich nicht nur vor diversen Krankheiten, wie Krebs, Alzheimer oder Diabetes, sondern erhöht somit auch die Wahrscheinlichkeit, für ein längeres Leben.

Deutlicher Zusammenhang zwischen hochfrequenter Strahlung und Krebs

Jahrelang war unklar, welchen negativen gesundheitlichen Einfluss hochfrequente Strahlung durch Mikrowelle, Handy und Co. haben könnten. Ehrlich gesagt war auch ich zuweilen skeptisch und hielt die immer wieder zu beobachtende Vorsicht für übertrieben. Ein Übersichtsartikel im Fachmagazin Electromagnetic Biology & Medicine scheint jedoch die letzten Zweifel daran auszuräumen, dass hochfrequente Strahlung auch an der Entstehung von Krebs und anderen Krankheiten beteiligt sein kann.

Was ist oxidativer Stress?

Oxidativer Stress entsteht dann in den Körperzellen, wenn deren Entgiftungs- und Reparaturfunktionen durch die Bildung so genannter reaktiver Sauerstoffverbindungen (ROS) überfordert werden. Das kann unterschiedliche Ursachen haben, wie z.B. Mangelernährung, genetische Veranlagung, Rauchen, verschiedene Erkrankungen oder auch Strahlenbelastung. Es entsteht also ein Ungleichgewicht zwischen antioxidativer Abwehr und ROS. Dies wiederum kann gravierende Schäden inner- und außerhalb der Zelle verursachen.

Der Zusammenhang zwischen oxidativem Stress und Krankheiten ist bei weitem nicht vollständig geklärt. Doch geht man mittlerweile davon aus, dass er für eine Vielzahl neurodegenerativer Erkrankungen (z.B. Alzheimer, Parkinson oder Multiple Sklerose), vaskulärer Krankheiten und chronischer Müdigkeit besteht. Auch Krebs scheint durch oxidativen Stress begünstigt zu werden, denn die oben erwähnten ROS können die DNA der Zellen direkt schädigen. Schafft es der Körper nicht, diese Schäden zu reparieren, entsteht  möglicherweise Krebs.

Oxidativer Stress und hochfrequente Strahlung

Im Rahmen des oben erwähnten Übersichtsartikels begutachteten die Wissenschaftler den bisherigen Forschungsstand zu dem Thema. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass von 100 Studien, die die oxidativen Effekte hochfrequenter Strahlung in biologischen Organismen untersuchen, sage und schreibe 93 diesen Zusammenhang bestätigen.

„Diese Daten sind ein eindeutiges Zeichen für die realen Risiken, die diese Art der Strahlung für die menschliche Gesundheit darstellt.“ – Co-Autor der Studie Dr. Igor Yakymenko.

Die Produktion der ROS, die den oxidativen Stress begünstigen, kann auch von ganz normalen drahtlosen technischen Geräten, wie z.B. Handys, schnurlosen Telefonen, WLAN, Babyphones u. dgl. hervorgerufen werden. Bereits 2011 setzte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) daher die hochfrequente Strahlung auf die Liste potenziell krebserzeugender Einflüsse. Doch für eine breite Akzeptanz brauchte es den Nachweis eindeutiger molekularer Mechanismen. Die Arbeit von Dr. Yakymenko und seinen Kollegen zeigt, dass die oxidative Beeinflussung von Körperzellen durch hochfrequente Strahlung einen möglichen Wirkmechanismus darstellt.

Tipps, um hochfrequente Strahlung zu reduzieren

  • Deaktivieren Sie die WLAN-Funktion Ihrer Internetverbindung, solange Sie diese nicht benötigen. Vor allem nachts sollten Sie diese immer ausschalten.
  • Ersetzen Sie en Funkwecker auf dem Nachttisch mit einem ganz normalen analogen Wecker.
  • Auch Funkarmbanduhren sind nicht die beste Wahl. Es tut auch eine aufziehbare mechanische Uhr.
  • Schlafen Sie niemals mit dem Handy im gleichen Zimmer. Schalten Sie auch hier die WLAN-Verbindung aus. Noch besser: Aktivieren Sie den Flugzeugmodus, um die Strahlenbelastung zu verringern.
  • Deaktivieren Sie beim Handy sämtliche Datenverbindungen, die sie nicht benötigen (Bluetooth, WLAN, Mobile Datenverbindung etc.) Bei vielen Handys lassen sich diese per Zeitschaltuhr oder je nach Bedarf ein- und ausschalten.
  • Tragen Sie Ihr Handy nie direkt am Körper (Hosen- oder Jackentasche), sondern mit möglichst viel Textilien dazwischen (z.B. Rucksack oder Handtasche). Wenn Sie es gerade nicht benötigen, aktivieren Sie den Flugzeugmodus.
  • Verwenden Sie beim Telefonieren mit dem Handy oder schnurlosen Telefon die Lautsprecherfunktion. So müssen Sie den Hörer nicht die ganze Zeit in Kopfnähe halten und reduzieren so die Strahlenbelastung.
  • Benutzen Sie anstatt Funktastatur und -maus lieber die kabelgebundenen Varianten.
  • Hochfrequente Strahlung lässt sich nie ganz vermeiden. Wichtig ist es daher, dem Körper durch eine gesunde Lebensweise (Schlaf, Ernährung, Sonne & Bewegung) die nötigen Ressourcen zur Verfügung zu stellen, um dem oxidativen Stress zu begegnen.
  • Kein Angst, hochfrequente Strahlung ist nur ein möglicher Faktor der Krebsentstehung, der sich mit einigen wenigen Vorsichtsmaßnahmen und einer gesunden Lebensweise vermutlich ausgleichen lässt.
  • Im Internet finden sich allerhand weitere Tips und Anleitungen, um die Strahlenbelastung zu verringern.

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DNA-Schäden durch Computertomographie

© Lucianus, Fotolia.com

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Ich erinnere mich noch gut an die Antwort meines Onkologen, als ich ihn nach den möglichen Schäden durch die vielen Röntgen- und CT-Aufnahmen fragte, die im Zusammenhang mit meiner Krebserkrankung gemacht wurden: Machen Sie sich keine Sorgen, die Strahlenbelastung ist nicht viel höher als bei einem Atlantikflug. Pustekuchen! Neuere Forschungsergebnisse belegen, dass selbst geringe Strahlungsmengen durch CT-Scans die DNA schädigen können.

Bildgebende Verfahren wie das Röntgen oder die Computertomographie (CT) sind in vielerlei Hinsicht ein Segen für die Menschheit. Krankhafte Veränderungen, wie z.B. viele Herz- oder Krebserkrankungen, lassen sich so viel leichter aufspüren und diagnostizieren als mit anderen Methoden. Doch ist vor allem die Anwendung der Computertomographie in den letzten Jahren geradezu explodiert. Die gesundheitlichen Auswirkungen, sind heute noch nicht abzuschätzen.

„Diese Tests [CT-Scans, Anm. d. Übersetzers] setzen den Patienten einer nicht unbedeutenden Menge an niedrig-dosierter Strahlung aus. Doch niemand weiß wirklich, was diese niedrig-dosierte Strahlung im Patienten anrichtet. Heute nun steht uns die Technologie zur Verfügung, um sehr subtile Veränderungen auf Zellebene zu beobachten“ – Dr. Joseph Wu, Seniorautor der neuen Studie

Mit bisherigen Untersuchungsmethoden ist es schwierig, einen kausalen Zusammenhang zwischen Zellschäden durch niedrig-dosierte Strahlungen und Krebserkrankungen herzustellen. Denn die meisten Schäden, werden von körpereigenen Mechanismen wieder repariert. Nur jene Zellen, bei denen dies nicht gelingt, können mutieren und so möglicherweise Krebs verursachen.

In der Studie untersuchten die Forscher das Blut von 67 Patienten und Patientinnen, die sich einer kardialen Computertomographie unterzogen (hierbei entsteht eine min. 150fach höhere Strahlenbelastung als bei einer normalen Röntgenaufnahme des Brustraums!)
Dabei kam es im Ergebnis zu erhöhten DNA-Schäden und Zelltod. Zudem war eine verstärkte Expression von Genen festzustellen, die an der Reparatur und dem Tod von Zellen beteiligt sind. Auch wenn der Großteil der geschädigten Zellen repariert wurde, so gelang dies bei einem kleineren Teil der Zellen nicht. Die Forscher vermuten, dass die beschädigte DNA in diesen Fällen zu Mutationen und somit möglicherweise Krebserkrankungen führen könnte.

Eine der leitenden AutorInnen der Studie, Dr. Patricia Ngyuen, meint dazu: „Unsere Forschung unterstützt die Idee, dass Ärzte vielleicht nicht in allen Fällen einfach nur die beste Bildqualität nutzen sollten [Eine Verbesserung der Bildqualität führt meist zu einer erhöhten Strahlenbelastung beim Patienten, Anm. d. Übersetzers]. Gleichzeitig sollten CT-Scans nicht abgeschafft werden, denn sie sind offensichtlich wichtig. Doch kann man sie sicherer machen, indem man die Strahlendosis durch bessere Geräte und Technologien reduziert, und indem man Patienten die Möglichkeit gibt, sich zu schützen.

Abschließend und der Fairness halber sollte noch erwähnt werden, dass keine DNA-Schädigungen bei Patienten festgestellt wurden, die die niedrigste Strahlendosis erhielten und die ein durchschnittliches Körpergeweicht und reguläre Herzraten aufwiesen.

Vorsicht: Alltagschemikalien können Krebs verursachen

© esignus, fotolia.com

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Wer an Krebs leidet oder ihm vorbeugen möchte, ist gut beraten, nicht nur die Ernährung umzustellen, sondern auch auf den Inhalt der verwendeten Pflege-, Putz- und anderen Mittel zu achten. Zwar sind die Grenzwerte hierzulande recht niedrig, doch können bestimmte Chemikalien auch unterhalb dieser als sicher eingestuften Werte oder im Verbund miteinander das Krebsrisiko erhöhen. Das bestätigt eine neue umfangreiche Studie.

Eine Gruppe von 200 Wissenschaftlern aus über 28 Nationen hat über drei Jahre lang die Effekte von 85 weitverbreiteten Chemikalien studiert und diese mit Mechanismen verglichen, die bekanntermaßen das Krebswachstum begünstigen. Unter den Chemikalien befinden sich übliche Verdächtige, wie das in Plastikverpackungen oder -flaschen enthaltene Bisphenol A, das Breitband Insektizid Rotenon, das in der Landwirtschaft eingesetzte Paraquat oder Triclosan, das als antibakterielles Mittel in zahlreichen Pflege- und Putzmitteln eingesetzt wird.

Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass viele der untersuchten Chemikalien selbst unterhalb der Grenzwerte die Funktionsweise der Körperzellen beeinträchtigen und so potenziell krebsfördernd wirken. Darunter befinden sich auch Stoffe, die für sich allein genommen keine Gefahr darstellen, jedoch im Verbund mit anderen Chemikalien genetische Mutationen auslösen können, wie z.B. das in der Industrie und Medizin eingesetzte EDTA.

William Bisson, einer der an der Studie beteiligten Wissenschaftler, merkt dazu an, dass der Fokus bei der traditionellen Risikobewertung normalerweise auf einzelnen Chemikalien oder Prozessen liegt. Dadurch würde das Krebsrisiko bestimmter Stoffe unterschätzt. „Krebs […] folgt mehrstufigen Entwicklungsmustern und hat in den meisten Fällen eine längere Latenzzeit. Daher muss er aus einer Richtung angegangen werden, die die Komplexität dieser Muster in Betracht zieht.“, so Bisson.

Seit meiner Krebserkrankung meide ich weitestgehend konventionelle Pflege- und Haushaltsmittel; Duschgel und Seifen kaufe ich im Bioladen, Putz- und Waschmittel nur von Herstellern, die bekanntermaßen auf gefährliche Zusatzstoffe verzichten. Unter den folgenden Links finden Sie weitere Informationen dazu.

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Gesunde Schlafhygiene

©Sergey Nivens

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Unser Schlaf ist ein natürlicher und weitgehend automatischer Prozess. Dennoch ist der Schlaf des modernen Menschen zunehmend aus den Fugen geraten. Unsere durchschnittliche wochentägliche Schlafdauer ist in den letzten fünf Jahrzehnten um 1 1/2 Stunden gesunken. Etwa 69 Prozent aller Menschen klagen über Schlafmangel. Und sogar der Schlaf von Kindern hat sich in den letzten hundert Jahren um rund 100 Minuten verkürzt. Es Bedarf keiner großen geistigen Anstrengung um zu erkennen, dass etwas faul ist im Staate Lummerland.

Ein großer Teil der gesunkenen Schlafdauer ist auf späteres Zubettgehen und schlechteres Einschlafen zurück zu führen. Diese Faktoren bestimmen zu großen Teilen, wie lange ein Mensch nachts schläft. Einer besonderen Stellung kommt dabei dem zirkadianen Rhythmus zu. Dies ist die jedem Menschen eigene biologische innere Uhr. Sie wird von endogenen (z.B. organischen, hormonellen, neuronalen) und exogenen Faktoren (z.B. Licht, Jahreszeiten, Stress) bestimmt. Störungen in diesem komplexen System können das Einschlafverhalten negativ beeinflussen und den Schlaf insgesamt weniger erholsam machen. Weiterhin tragen diese Störungen zur Entwicklung vieler Krankheiten bei.

Störungen der inneren Uhr werden z.B. durch unregelmäßige Schlafens- und Essenszeiten hervorgerufen. Menschen, die in Nachtschichten arbeiten, haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Übergewicht, Stoffwechsel-, Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen. Schlafmangel kann weiterhin Ablagerung im Gehirn verursachen, die das Risiko für Alzheimer und andere Erkrankungen erhöhen. Gleichzeitig wirken auch innere Veränderungen, wie eine Mangelversorgung an Nährstoffen, genetische Schädigungen oder Stress auf die bioloische Uhr. Gesunder und erholsamer Schlaf muss daher von beiden Seiten angegangen werden: durch eine Förderung der körperlichen und geistigen Gesundheit (von innen) und eine Anpassung von Umwelt und Verhalten (von außen). Man spricht dann von einer gesunden „Schlafhygiene“.

Gesunde Schlafhygiene

Die Schlafhygiene hat einen enormen Einfluss auf unser generelles Schlafverhalten und unsere Gesundheit. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es beispielsweise besser ist, stets zur gleichen Uhrzeit ins Bett zu gehen, als einen unregelmäßigen Schlafrhythmus zu haben. Auch wer sich die Nächte um die Ohren haut, setzt seine Gesundheit auf’s Spiel. Denn bereits eine einige Nacht ohne Schlaf kann die Funktion wichtiger Gene der biologische Uhr verändern.

Ein weiteres großes Problem in unserer Gesellschaft ist das vermehrte Spektrum an blauem Licht, dem wir täglich durch Handy-, Computerbildschirme und künstliche Beleuchtung ausgesetzt sind. Licht dient unserem Organismus als Signalgeber. Der darin enthaltene Blauanteil unterdrückt im Körper u.a. die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin und sorgt somit dafür, dass der Körper sich nicht ausreichend auf den Schlaf einstellt; es kommt zu Einschlaf- oder Durchschlafproblemen. Für einen gesunden Schlaf ist es unbedingt notwendig, diesen Lichteinfluss einzuschränken und zu kontrollieren. Tipps dazu finden Sie weiter unten.

Bei all den modernen Einflussfaktoren ist es kein Wunder, dass immer mehr Menschen zu Schlafmedikamenten greifen. Doch wirken diese Medikamente oft nur kurzfristig; auf lange Sicht erzeugen sie einen Teufelskreis, denn sie unterdrücken die zur Regeneration dringend benötigten REM- und Tiefschlafphasen und vermindern so die Schlafqualität.

Wer gesund und gut schlafen will, sollte daher nicht auf Medikamente, sondern auf die zahlreichen natürlichen Methoden zurückgreifen, die die Schlafhygiene verbessern.

  • Bleiben Sie routiniert. Gehen Sie jeden Abend zur gleichen Uhrzeit ins Bett.
  • Rot- statt Blaulicht. Benutzen Sie rote Glühbirnen für die Nachttischlampe. Rotes Licht bringt die innere Uhr weniger durcheinander. Wenn Sie abends am Computer oder in der Nachtschicht arbeiten, verwenden Sie außerdem eine Brille mit Blaufilter. Sie filtert das blaue Lichtspektrum und wirkt somit positiv auf die innere Uhr.
  • Machen Sie regelmäßig Sport. Sportliche Betätigung, aber auch Meditation, Yoga oder Tai Chi können den Schlaf positiv beeinflussen.
  • Beachten Sie die individuelle Schlafdauer. Genetik, Konstiution und Stressfaktoren unterscheiden sich bei jedem Menschen. Und so ist auch die Menge an Schlaf, die ein Mensch benötigt, unterschiedlich. Manche kommen mit 7 Stunden aus, andere wiederum benötigen 10 Stunden Schlaf. Wenn Sie am Wochenende oder im Urlaub oft wesentlich länger schlafen, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass sie mehr Schlaf benötigen, als Sie sich gewöhnlich gönnen.
  • Immer der Sonne entgegen. Gehen Sie tagsüber so oft wie möglich nach draußen. Das natürliche Tageslicht wirkt sich positiv auf die innere Uhr aus.
  • Kälte wiegt in den Schlaf. Es klingt paradox, aber viele Menschen berichten von einer tieferen und erholsameren Nachtruhe, wenn sie vor dem Zubettgehen ein kaltes Bad nehmen oder einige Minuten lang kalt duschen.

Mammographie: Sinn oder Unsinn?

© detailblick-foto / Fotolia.com.

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Schon länger hat die Standardmethode zur Brustkrebsfrüherkennung (Mammographie) einen zweifelhaften Ruf; Forscher tricksen mit Statistik, es kommt immer wieder zu falsch positiven Ergebnissen und Überdiagnosen, und auch die Strahlenbelastung bei regelmäßigen Screenings ist signifikant. Weiterhin treten gerade bei Brustkrebs immer wieder Spontanheilungen auf, was zwar nicht unbedingt gegen eine Therapie spricht, aber die Frage aufwirft, ob das bisherige aggressive Vorgehen der Schulmedizin wirklich Sinn macht. Zwei aktuelle Studien versetzen den Erwartungen an die Brustkrebsfrüherkennung nun einen weiteren Dämpfer.

Eine großangelegte US-amerikanische Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Screening-Häufigkeit und dem tatsächlichen Vorkommen von Brustkrebs, der Tumorgröße und den Sterberaten durch die Erkrankung. Das Ergebnis ist ernüchternd: Zwar kam es in US-Staaten, in denen die Mammographie häufiger angewandt wird, auch zu vermehrten Brustkrebsdiagnosen, doch führte dies wiederum nicht zu weniger Todesfällen durch Brustkrebs. Die einfachste Erklärung dafür ist laut den Forschern eine Überdiagnose, bei der auch kleinere Tumore entdeckt werden. Die Ausbildung großer und gefährlicher Brustkrebstumoren ließ sich laut der Studie dadurch nicht vermeiden.

Weitere Zweifel an der Mammographie kommen aus Norwegen. Dort wurde nämlich die Effizienz des staatlichen Brustkrebs-Screenings in einer Metastudie untersucht. Zwar bescheinigt das Ergebnis eine Reduktion der Sterberaten, doch weist es auch auf eine signifikante Tendenz zur Überdiagnose hin. Die Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass pro 27 Frauen, die nicht an Brustkrebs sterben, wiederum 142 (!) Frauen überdiagnostiziert werden und sich somit unsinnigerweise einer Brustkrebstherapie unterziehen.

Die Mammographie kann an Brustkrebs erkrankten Frauen definitiv das Leben retten. Doch muss diese Methode anhand der oben geschilderten Studienergebnisse auch hinterfragt werden. Ist sie wirklich in jedem Fall notwendig? Bedeutet eine positive Diagnose automatisch eine Empfehlung zur schuldmedizinischen Therapie? Und was kann getan werden, um ein positives Screeningergebnis nachträglich zu überprüfen? Dies sind fragen, die wissenschaftlich geklärt werden müssen. Weiterhin sollte man überlegen, ob man die aufwändigen Mittel für die Brustkrebsfrüherkennung nicht besser in Prävention und Aufklärung investiert. Bis dahin muss jede Frau für sich selbst entscheiden, ob sie regelmäßige Screenings an sich durchführen lässt.

Warum zuviel Fruchtzucker schädlich ist

Fruchtzucker

Viele Menschen glauben, dass Fruchtzucker (Fruktose) gesünder sei als andere Zuckerarten, immerhin kommt er ja im ach so gesunden Obst vor. Und tatsächlich hat Fruktose gesundheitlich Vorteile. So führt sie im Gegensatz zur Glukose nicht zu so einem starken Anstieg des Blutzuckerspiegels und des körpereigenen Insulins. Doch hat die Fruktose, aus der auch der handelsübliche Haushaltszucker besteht, einige andere Nachteile. So wird sie beispielsweise von der Leber sehr effizient in Fett umgewandelt. Menschen die viel Fruktose konsumieren leiden daher häufig unter Übergewicht, Bluthochdruck und anderen Symptomen.

Wissenschaftler des ETH Zürich haben nun eine weitere negative Auswirkung des Fruchtzuckers identifiziert. Demnach kann der Konsum von zu viel Fruchtzucker zu einem unkontrollierten Wachstum der Herzmuskulatur führen. Denn durch den erhöhten Blutdruck muss das Herz mehr Anstrengung unternehmen, um das Blut durch die Blutgefäße zu pumpen. Das Herz muss wachsen, um diese erhöhte Anstrengung bewältigen zu können. Dafür benötigt es eine ganze Menge mehr an Sauerstoff, die jedoch nicht vorhanden ist. Auf diesen Umstand stellt sich das Herz durch die Produktion eines Enzyms namens Ketohexokinase-C (KHK-C) ein, das wesentlich für die Verstoffwechslung von Fruktose zuständig ist (bisher war man davon ausgegangen, dass lediglich die Leber KHK-C produzieren kann). KHK-C kann nun sehr leicht auf die im Körper überschüssige Fruktose zugreifen und sozusagen als Sauerstoff-Ersatz zur Energiegewinnung heranziehen. In Folge wächst das Herz völlig unkontrolliert, bis es schließlich im schlimmsten Fall zum Herzversagen kommt.

Ein weiterer negativer Aspekt der Fruktose ist, dass sie weniger sättigend wirkt als beispielsweise Glukose. Das kann dazu führen, dass man zuviel Fruktose in Form von z.B. Obst oder Fruchtsäften konsumiert, als es gesund für den Körper wäre. Eine Beobachtung, die ich an mir selbst bereits vor Jahren gemacht habe: Wann immer ich Obst esse, ist die nächste Heißhungerattacke nicht weit entfernt.

Was die meisten Menschen nicht wissen: unser Körper ist potenziell süchtig nach Zucker. Und aus evolutionärer Sicht macht das auch Sinn; Süßes hat meist eine hohe Energiedichte und vor allem Fruktose wird vom Körper sehr bereitwillig als Fett eingelagert. Somit konnte es unsere steinzeitlichen Vorfahren vermutlich vor der ein oder anderen Hungersnot bewahren. Doch heute, wo sich Zucker und Kohlenhydrate in den Supermarktregalen stapeln und nur einen Handgriff von uns entfernt sind, wird dieses Vermächtnis zum Problem.

Daher bin ich der Meinung, dass man Frukoste – auch in Form von Obst – nur in Maßen konsumieren sollte. Ich selbst esse fast gar keines und beschränke mich im Sommer auf Beeren, da diese ein ziemlich gutes Verhältnis an Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen haben. Richtig gefährlich ist die Fruktose in Form von Softdrinks, als Süßungsmittel in der Nahrungsmittelindustrie und auch in Fruchtsäften. Hier liegt sie in konzentrierter Form vor und sollte nach Möglichkeit gemieden oder nur selten konsumiert werden.

Raucher sollten Knoblauch essen

 

Sind wir ganz ehrlich: Raucher sollten aufhören zu rauchen. Doch selbst dann bleibt ihnen ein erhöhtes Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Und auch Nichtraucher sind keineswegs davor gefeit. Neben dem Verzicht auf den Glimmstengel sollten also weitere Maßnahmen in Betracht gezogen werden, um das Lungekrebsrisiko senken. Laut einer neuen chinesischen Studie minimiert beispielsweise roher Knoblauch das Risiko um satte 44 %. Bei Rauchern immerhin noch um 30 %. Das Krebscafe hat ein paar Tipps, wie sich roher Knoblauch elegant einnehmen lässt.

Doch zunächst zu den Studienergebnissen: In ihrer Studie verglichen die chinesischen Forscher fast 1.500 Lungenkrebspatienten mit etwa 4.500 gesunden Personen. Diejenigen unter den Studienteilnehmern, die mindestens zweimal pro Wochen rohen Knoblauch zu sich nahmen, wiesen dabei ein wesentlich geringeres Risiko auf, an Lungenkrebs zu erkranken. Selbst dann, wenn es sich um Raucher handelte oder um Personen, die regelmäßig den Dämpfen von heißem Bratfett ausgesetzt waren (ein weiterer Risikofaktor für Lungenkrebs).

Die Gründe dafür wurden in der Studie nicht erforscht. Doch könnte das durch zerdrücken oder zerschneiden des Knoblauchs austretende Allicin dafür verantwortlich sein. Allicin wirkt selbst verdünnt noch hoch antibaktertiell und hat eine nachgewiesene zytotoxische Wirkung. In Versuchen mit Mäusen konnten damit Lymphomkrebszellen recht zuverlässig abgetötet werden.

Egal ob Raucher oder nicht, die krebshemmende Wirkung von Knoblauch scheint enorm groß. Übrigens gibt es einen Trick, wie man sich das rohe Lauchgewächs recht elegant und ohne große Geschmacksverwirrung einverleiben kann: man schneide eine Zehe in kleine Würfel. Diese schlucke man nun portionsweise, ähnlich wie Medikamentenpillen, mit etwas Wasser hinunter. Diese Form der Einnahme scheint auch die Knoblauchfahne deutlich zu reduzieren. Außerdem ist Allicin ein sehr flüchtiger Stoff und die direkte Einnahme nach dem Zerschneiden/Zerdrücken könnte die Aufnahme eventuell positiv beeinflussen.

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Neuer Wirkmechanismus von Vitamin C könnte auch bei Krebs helfen

Der zweifache Nobelpreisträger und Friedensaktivist Linus Pauling gilt als Ikone der alternativen Krebstherapie. Er ist Begründer der orthomolekularen Medizin, also der hochdosierten Verwendung von Vitaminen und Mineralstoffen zur Vermeidung und Behandlung von Krankheiten. Pauling war ein überzeugter Anhänger des Vitamin C. Er sah sogar die Möglichkeit, damit Krebs zu heilen. Obwohl seine Forschung in diesem Bereich vom größten Teil der Mediziner nicht angenommen wurde, scheint die hochdosierte Vitamin C-Therapie bei Krebs doch immer wieder erfolgreich zu sein. Durch Zufall sind Wissenschaftler der University of California, San Francisco, nun auf einen wichtigen Wirkungsmechanismus des Vitamins gestoßen, der auch für die Krebstherapie bedeutend sein könnte.

Zumindest bei den Stammzellen von Mäusen spielt das Vitamin eine Rolle dabei, ob bestimmte für das Wachstum relevante Gene an- oder ausgeschaltet werden. Genauer gesagt wirkt Vitamin C auf bestimmte Enzyme, die so genannten TET, welche sozusagen die Bremsen lösen, die das Ablesen bestimmter Gene verhindern. Das klingt kompliziert, lässt sich aber recht einfach erklären.

Wer schaltet die Gene an und aus?

Nachdem Wissenschaftler die Gene entdeckten und sich ihrer Bedeutung bewusst wurden, gingen einige von ihnen zunächst fälschlicherweise davon aus, dass die Gene unser unabänderliches Schicksal bestimmen. Mit der Zeit fand man jedoch heraus, dass die Art und Weise, wie unsere Gene auf unser Leben und unsere Gesundheit wirken, von Faktoren mitbestimmt werden, die sehr wohl veränderlich sind und in unseren Händen liegen. Daraus entwickelte sich der Bereich der Epigenetik.
Ein wichtiger Wirkmechanismus dieser Epigenetik ist die DNA-Methylierung. Sie bestimmt, welche Gene an- oder ausgeschaltet werden und somit im gegebenen Augenblick überhaupt "wirken" können. Dabei wird, vereinfacht gesagt, ein bestimmtes Molekül (Methylgruppe) an eine wichtige Steuereinheit der DNA geheftet und kann das Gen somit inaktivieren – bei dem Molekül handelt es sich sozusagen um einen chemischer "Ausschalter" für das Gen.

DNA-Methylierung und Krebs

In den vergangenen Jahren ist die DNA-Methylierung immer mehr auch in den Fokus der Krebswissenschaftler gerückt, denn man geht davon aus, dass sie – ein ansonsten normaler und lebenswichtiger Prozess – auch bei der Krebsentstehung eine Rolle spielt. Nämlich dann, wenn durch das Andocken des oben beschriebenen Ausschalters wichtige Schutzmechanismen einer Zelle lahmgelegt werden, die z.B. die Zellteilung hemmen (ein Tumor bedeutet unkontrollierte Zellteilung).

Genau hier setzt Vitamin C offensichtlich an: es hilft über Umwege dabei, das Ausschalter-Molekül, also die Methylgruppe, wieder von der DNA zu lösen und ein Ablesen des entsprechenden Gens zu erlauben. Sollte sich die Vermutung der Wissenschaftler bewahrheiten und dies nicht nur bei embryonalen Stammzellen von Mäusen, sondern auch bei adulten Stammzellen von Menschen und bei den Genen der Fall sein, die durch die DNA-Methylierung die Krebsentstehung bedingen, dann könnte Linus Paulings Traum eines Tages wahr werden. Denn dann würde das Vitamin C seinen wohlverdienten Platz in der Krebstherapie einnehmen und vielleicht eines Tages zum Standardrepertoire eines jeden Onkologen gehören.

Als kleine Randbemerkung sei erlaubt, dass Linus Pauling etwa 18 Gramm Vitamin C täglich zu sich nahm. Er starb zwar an Prostatakrebs, jedoch erst mit 93 Jahren. Er galt bis ins hohe Alter als "rüstig und geistig rege".

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Wie ein gesunder Darm die Überlebenschance bei Chemotherapie erhöht

Oft verlassen sich Patienten allein auf die Mittel der konventionellen Medizin, wie z.B. Chemotherapie und Bestrahlung, um wieder gesund zu werden. Doch es gibt eine ganze Menge mehr, das Patienten tun können. Und auch während einer Behandlung mit Zytostatika lassen sich die Überlebenschancen deutlich erhöhen. Eine Studie der University of Michigan gibt Hinweise darauf, wie das funktionieren könnte.

In einem Interview verglich der Krebsforscher Mickey Goulian eine besonders aggressive Form der Chemotherapie mit einem "Sturz von einem Felsen mit einem Faden um den Knöchel". Doch egal wie aggressiv die Chemotherapie ist, meist geht sie mit mittleren bis schweren Nebenwirkungen einher und ist häufig zumindest potenziell lebensgefährlich. Daher macht es Sinn, während der Behandlung alles nur mögliche zu tun, um den Körper widerstandsfähig und robust zu halten.

Dr. Jian-Guo Geng und sein Team von der University of Michigan sind auf einen wichtigen Mechanismus gestoßen, der die Überlebenschance bei Chemotherapien enorm verbessert. Die Wissenschaftler verabreichten Mäusen eine sehr aggressive Chemotherapie. Mittels eines Proteins namens RSPO1 stimulierten sie gleichzeitig die Produktion adulter Stammzellen im Darm der Nager. Adulte Stammzellen sind so eine Art Facharbeiter für die Regeneration neuer Gewebszellen. Deren Stimulierung und erhöhte Produktion sorgte dafür, dass es bei den Mäusen zu einem raschen Wiederaufbau des durch die Chemotherapie geschädigten Darmgewebes kam.

Der Effekt war verblüffend: etwa 50 – 75 % der Mäuse überlebten die ansonsten tödliche Dosis an Zytostatika. Alle Mäuse aus der Vergleichsgruppe, die nicht mit dem Protein behandelt wurde, starben hingegen.

Doch was bedeuten die Ergebnisse für den Alltag eines Krebspatienten? Die Wissenschaftler erhöhten zwar die Stammzellproduktion im Darm der Mäuse mittels einer Injektion des Proteins RSPO1, doch ist die Stammzellproduktion auch von anderen Faktoren, wie Verletzungen oder dem insgesamten Zustand der Darmflora, abhängig. Auf jeden Fall lässt sich erkennen, dass die Darmflora einen wesentlichen Anteil an der Überlebensfähigkeit der Nager hatte. Beim Menschen wird es vermutlich nicht anders sein.

Die Darmflora lässt sich auf vielerlei Weise günstig beeinflussen und gesund halten. Grundsätzlich hilft eine gesunde Ernährung dabei. Das heißt auch, dass möglicherweise schädliche Stoffe, wie z.B. allergieauslösende Lebensmittel, gesundheitsgefährdende Zusatzstoffe etc., gemieden werden sollten. Auch die Einnahme von Probiotika, mittelkettigen Fettsäuren (z.B. in Form von Kokosöl) und anderen Nahrungsergänzungsmitteln könnte dabei behilflich sein, den Darm in Schwung zu halten. Da manche Ergänzungsmittel jedoch kontraproduktiv bei einer Chemotherapie wirken können, ist es wichtig, die Einnahme vorher mit dem behandelnden Arzt abzsprechen.

Update: Am Rande sei erwähnt, dass Wissenschaftler kürzlich einen weiteren Hinweis darauf entdeckt haben, dass die Darmflora das Krebsrisiko und den Krankheitsverlauf beeinflussen. Mäuse, die unter dem Louis-Bar-Syndrom leiden und somit anfälliger für Lymphom-Erkrankungen sind, erkrankten demnach seltener an Krebs, wenn ihre Darmflora ein bestimmtes Besiedlungsprofil aufwies.

Quellen:

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