Archiv der Kategorie: Ernährung & Gesundheit

Was können Sie tun und lassen um möglichst bald wieder gesund zu werden?

Studie beweist: Glück beeinflusst die Gene

Die Zeiten, in denen Emotionen etwas abfällig als Nebenprodukte des Gehirns ohne große Relevanz für die körperliche und gesundheitliche Realität betrachtet wurden, sind vorbei. In der letzten Woche haben Wissenschaftler einen weiteren wichtigen Hinweis auf die enge Verbindung von psychischem Wohlergehen und körperlicher Gesundheit veröffentlicht. Das Ergebnis ihrer Studie: das Glücksempfinden eines Menschen wirkt auf die Expression seiner Gene.

Wer nun glaubt, er könne dieses gesundheitliche Glück durch Anhäufung von mehr Geld und durch Befriedigung der eigenen Interessen erreichen (= Egoismus), ist schief gewickelt. Denn wie die Wissenschaftler herausfanden, stellt sich der gesundheitlich positive Effekt nur beim so genannten eudaimonischen Wohlergehen ein. Damit ist jener Glückszustand gemeint, der sich aus dem Gefühl eines zutiefst mit Sinn erfüllten Lebens ergibt (man denke an Mutter Teresa o.ä.). Dagegen steht das so genannte hedonistische Wohlergehen, ein Gefühlszustand, der durch eher egoistische und momentane Bedürfnisbefriedigung erreicht wird (man denke an den ein oder anderen Wallstreet-Milliardär oder Hollywood-Star).

Wissenschaftler von der University of California, Los Angeles (UCLA) nahmen Blutproben von 80 erwachsenen Studienteilnehmern und bewerteten deren eudaimonisches und hedonistisches Wohlergehen sowie andere psychologische Faktoren. Gleichzeitig untersuchten sie, welche Auswirkungen diese auf die Expression bestimmter Gene haben, die Entzündung- und Immunreaktionen im Körper steuern.

Als Genexpression bezeichnet man im engeren Sinne die Art und Weise, wie die Information bestimmter Gene abgelesen und in die Realität umgesetzt werden. Nur weil man zum Beispiel ein bestimmtes Gen besitzt, welches das Brustkrebsrisiko erhöht, bedeutet dies noch lange nicht, dass dieses Gen auch in der Weise vom Körper interpretiert wird, dass hinterher eine Brustkrebserkrankung dabei herauskommt. Vielmehr wird die Genexpression vieler Gene auch durch Umweltfaktoren und durch unser Verhalten und unsere Gewohnheiten bestimmt.

Interessanterweise wirkten beide Teilnehmergruppen der Studie ähnlich glücklich und zufrieden – zumindest wenn man deren subjektiven Beschreibungen glaubt. Doch der Eindruck täuscht: jene Teilnehmer, die ein erhöhtes Gefühl der Sinnhaftigkeit und tiefen Zufriedenheit im Leben hatten (Eudaimonie) zeigten weitaus geringere Anzeichen für eine potentiell entzündlich wirkende Expression der Gene. Weiterhin ließ sich bei ihnen eine höhere immunrelevante Genexpression nachweisen, die z.B. die Bildung von Antikörpern und antiviralen Stoffen im Körper beeinflusst. Kurz gesagt: je sinnerfüllter und wahrhaft glücklicher das Leben, desto weniger anfällig ist der Körper für Erkrankungen. Wenn das mal keine gute Aussichten sind…

Weiterführende Links

Bildquellen

Angelina Jolie – weise Entscheidung oder Irrsinn?

Der folgende Artikel über die kürzliche Entscheidung der Schauspielerin Angelina Jolie, sich beide Brüste amputieren zu lassen, stammt von der Autorin und Krebs-Coachin Dr. Janey. Er erschien erstmals auf Ihrer Homepage Cancer Alive. Dank Ihrer freundlichen Genehmigung erscheint er nun übersetzt im Krebscafe. Weitere Informationen zu den Büchern und Coachings von Dr. Janey, finden Sie am Ende des Artikels.

Boulevardzeitungen und -magazine waren ganz aus dem Häuschen als die Hollywood-Schauspielerin kürzlich offenbarte, dass sie sich für eine beidseitige Mastektomie (Brustamputation) entschieden hatte, um ihr Risiko zu reduzieren, an Krebs zu erkranken. Bedenkt man ihren hohen Bekanntheitsgrad, so haben ihre Handlungen weitreichende Konsequenzen unter den Millionen von Fans auf der ganzen Welt. Doch wie weise war diese Entscheidung, eine so radikale Operation an einem ansonsten so gesunden Körper durchzuführen, tatsächlich?

Ihre Ärzte rieten Angelina dazu, da bei ihr aufgrund einer mutierten Form des BRCA1-Gens ein 87-prozentiges Risiko bestand, an Brustkrebs zu erkranken. Würde sie sich für eine beidseitige Brustamputation entscheiden, würde dieses Risiko auf unter 5 % sinken. In Anbetracht dieser Statistik ist es nicht überraschend, dass sie sich für die Operation entschied.

Geht man der Sache allerdings etwas auf den Grund, erfährt man, dass die Angabe von 87% von eben jener Firma stammt, die den Test für die Identifikation des mutierten BRCA1- und BRCA2-Gens entworfen hat, und die Millionen an dieser jüngsten Publicity-Welle verdienen könnte. Und was noch bedenklicher erscheint: genau diese Firma, deren profit-getriebene Motivation diese Statistik erzeugt hat, erlaubt es anderen medizinischen Labors nicht, ihre Testergebnisse zu überprüfen.

Nach Angaben des Zentrums für Krankheitskontrolle und Prävention haben tatsächlich nur 3-5% der an Krebs erkrankten Frauen ein mutiertes BRCA1-Gen. Weiteren Mut sollten Frauen aus der Tatsache schöpfen, dass dies nicht bedeutet, dass 3-5% aller Brustkrebspatientinnen dieses Gen von ihren Eltern oder Großeltern vererbt bekommen haben.

In Wahrheit hat unsere Umwelt einen weitaus größeren Einfluss auf unsere Genmutationen als es Vererbungsfaktoren haben. Es konnte nachgewiesen werden, dass echte Vererbung von "schlechten Genen" nur in etwa unter 5% der Fälle auftritt, während schädliche Umweltfaktoren zu einem Anteil von über sage und schreibe 95% zu einer Genmutation beitragen. *

Das sind natürlich großartige Neuigkeiten für uns, denn wir haben auf folgende Weise Kontrolle über diese Umweltfaktoren:

A) Wir können wählen, welche Art von Nahrung, wir uns zuführen und können uns dafür entscheiden, jene zu vermeiden, die verseucht ist mit Hormonen, Antibiotika, Herbiziden, Pestiziden etc.
B) Wir können uns sowohl über der Produkte schlau machen, die wir auf unsere Körper anwenden, als auch über die, die sich in unserer häuslichen Umgebung befinden. Und wir können dabei jene vermeiden, die schädliche Chemikalien und Konservierungsstoffe beinhalten, welche als Krebserreger bekannt sind.
C) Wir können lernen, unseren Körper zu reinigen und zu entgiften, was im Zuge dessen einen gesunden Boden schafft, auf dem es keinen Platz für Krebs gibt.
D) Wir können auch lernen, unsere emotionalen Muster weiser auszuwählen; ein wichtiger, jedoch oft übersehener Faktor, der zu Krankheiten aller Art, wie auch Krebs, beiträgt.

All diese oben genannten Faktoren haben einen Einfluss auf unseren zellulare Umgebung und letztendlich auf die Sauerstoffzufuhr unseres körperlichen Gewebes. Wie der Nobelpreisträger Otto Warburg sowie zahlreiche andere angesehene Ärzte und Wissenschaftler nachgewiesen haben, ist es der Entzug von Sauerstoff auf zellularer Ebene, der letztendlich dazu führt, dass Gene  mutieren und Krebszellen entstehen lassen. Wenn wir demnach lernen, diese Umweltfaktoren anzugehen, dann behandeln wir damit auch die Sauerstoffzufuhr unseres Gewebes und reduzieren damit gleichzeitig unser Risiko, an Krebs zu erkranken!

Wenn wir daher Frauen als Beispiele heranziehen, die in mehr als einer Familiengeneration Krebs diagnostiziert bekommen haben, und dies als Beweis anführen, dass Brustkrebs vererbar ist, ziehen wir falsche Schlüsse. Das Brustkrebsrisiko, das von einer zur nächsten Generation weitergegeben wird, beruht selten auf wahrer genetischer Vererbung, sondern vielmehr auf einer "Vererbung" ähnlicher nicht-konstruktiver Ernährungsgewohnheiten, Lebensstile und emotionaler Muster.

Leider ist dieser falsche Schluss, Brustkrebs wäre hauptsächlich eine Sache der Vererbung "schlechter Gene", ein folgenschwerer. Er lässt viele Frauen mit dem Gefühl zurück, sie seien hilflose Opfer ihrer eigenen Genetik, was wiederum ganz eigene fatale Konsequenzen hat. Sich der gefühlten Tatsache ergebend, dass Brustkrebs ihr wahrscheinliches Schicksal ist, versäumen es viele Frauen bezüglich der zahlreichen Umweltfaktoren, die eine signifikante Rolle bei der Krebsvorbeugung spielen, aktiv zu werden.

Eine weitere Konsequenz für viele Frauen, die mit diesem Glauben an die genetische Vorbestimmung für Brustkrebs leben, ist vielleicht noch folgenschwerer. Wenn wir die Kraft unseres Geistes verstehen und lernen, wie wir unsere eigene Realität durch die Auswahl unserer Gedanken erzeugen, erkennen wir, dass eben jene Frauen, die von ihrem Schicksal überzeugt sind, eines Tages Brustkrebs diagnostiziert zu bekommen, ihre Gedanken ungewollt in einer zutiefst schädlichen Weise nutzen, nämlich um die Bühne für die Realität vorzubereiten, die sie am meisten fürchten!

Und als wäre das nicht schlimm genug, erleben wir den Fehler dieser gewählten Brustamputationen dann, wenn die Frauen, die sich dieser verstümmelnden Operation unterziehen, trotzdem dem Krebs erliegen. Warum? Ganz einfach, weil Krebs nicht gleich Tumor bedeutet! Der Tumor ist nur ein Symptom, und das Symptom (Tumor) – oder in diesem Fall das Gewebe, das den Tumor wahrscheinlich beherbergen wird – zu entfernen, schießt völlig am Ziel vorbei. Die wahre Krankheit ist der Mangel an Sauerstoff, und genau hierauf sollten wir uns konzentrieren.

Andreas Moritz fasst das Thema Gene und Krebs vielleicht am besten zusammen, wenn er sagt: "Krebs war immer eine extrem seltene Krankheit, außer in den Industrienationen während der letzten 40-50 Jahre. Menschliche Gene haben über tausende von Jahren nicht wesentlich geändert. Warum sollten sie sich jetzt so drastisch ändern, und plötzlich Unmengen von Menschen töten?……jeder gute Genforscher würde ihnen erzählen, dass so ein Glaube jeder Logik entbehrt und schlicht unwissenschaftlich ist." **

Zusammenfassen kann man sagen: sich auf die Genetik zu verlassen, um das eigene Risiko für Brustkrebs einzuschätzen, hat nicht nur ernste Konsequenzen, es ist auch wissenschaftlich nicht haltbar.

Wie unendlich besser ist es daher zu wissen, dass man die Umweltfaktoren, die das Risiko beeinflussen, an Brustkrebs (oder einem anderen Krebs) zu erkranken, selbst bestimmt. Im Gegensatz zu einem Leben voller Angst, dass man das nächste Opfer des genetischen Würfelspiels werden könnte.
 

Dr. Janey ist Krebs-Coach und Autorin. Auf ihrer Homepage Cancer Alive finden sich weitere spannende und informative Artikel, sowie eine Übersicht über das von ihr empfohlene 7-Punkte-Programm bei Krebs. Weiterhin findet sich dort ein Shop mit verschiedenen Produkten, wie z.B. ihrem Buch You Can Heal Yourself From Cancer Now! (auch als eBook erhältlich).

* Anm. d. Krebscafes: Das National Cancer Insitute (NCI) schreibt dazu auf seiner Website:
"Es ist wichtig zu bedenken, das die meiste Forschung bezüglich BRCA1 und BRCA2 an großen Familien mit vielen von Krebs betroffenen Individuen durchgeführt wurde. Schätzungen bzgl. mit BRCA1- und BRCA2-assoziertem Brust- und Eierstockkrebs wurden aus den Studien an eben diesen Familien erstellt. Da Familienmitglieder einen Teil ihrer Gene, und oft auch ihres Umfelds, weitergeben, ist es möglich, dass ein großer Teil der Krebsfälle in diesen Familien teilweise auf anderen genetischen oder umgebungsbedingten Faktoren beruht. Demzufolge könnten die Risikobewertungen, die auf diesen Familien mit vielen Betroffenen Mitgliedern beruhen, nicht das genaue Risiko für Träger von BRCA1- und BRCA2-Mutationen in der allgemeinen Bevölkerung widerspiegeln. Weiterhin sind keine Daten aus Langzeitstudien an der Allgemeinbevölkerung vorhanden, die das Krebsrisiko von Frauen, die eine schädliche BRCA1- oder BRCA2-Mutation besitzen, mit jenen vergleicht, die keine solche Mutation haben. Folglich sind die oben genannten Prozentwerte Schätzungen, die sich ändern können, sobald weitere Daten dazu erhältlich sind."

**Anm. d. Krebscafes: Wie Siddhartha Mukherjee in seinem Buch Der König aller Krankheiten: Krebs – eine Biografie überzeugend darlegt, ist ein Teil dieses häufigeren Auftretens von Krebs
zum einen auf die drastisch verlängerte Lebenserwartung des Menschen zurück zu führen (Zitat aus dem o.a. Buch: "Das Brustkrebsrisiko zum Beispiel beträgt bei einer dreißigjährigen Frau ungefähr 1 zu 400, bei einer siebzigjährigen bereits 1 zu 9. In den meisten antiken Gesellschaften lebten die Menschen einfach nicht lang genug, um an Krebs zu erkranken, sie wurden schon vorher von Schwindsucht, Ödemen, Cholera, Pocken, Lepra, Pest oder Lungenentzündung dahingerafft."). Zum anderen sind die Diagnosemethoden wesentlich genauer geworden. Während man früher vielleicht nur jene Krebsfälle diagnostizierte, die offensichtlich nach außen traten oder durch eine Obduktion festgestellt wurden, gibt es heute allerhand Früherkennungssysteme, durch die die Zahl der mit Krebs diagnostizierten Personen immens angestiegen ist.
Dennoch muss man Andreas Moritz teilweise recht geben, die steigenden Krebsfälle sind sicher nicht allein durch die oben genannten Umstände zu erklären. Und so gibt es noch einen weiteren Faktor, den auch Siddhartha Mukherjee nicht außer acht lässt: die "veränderten Strukturen des modernen Lebens [haben] das Spektrum der Krebsarten beträchtlich verschoben", so Mukherjee in seiner Biografie über den Krebs. Diese veränderten Strukturen, möchten wir hinzufügen, lassen Krebs mit allergrößter Wahrscheinlichkeit heutzutage häufiger auftreten.

Weiterführende Links

 

Chris Beat Cancer

Chris Wark war 26 Jahre alt, als ihm die Ärzte Darmkrebs diagnostizierten. Man operierte ihn und entfernte ein Drittel seines Darms. Anschließend sollte eine Chemotherapie folgen, die Chris jedoch ablehnte. Er recherchierte nach anderen Möglichkeiten und strickte sich seine eigene Krebstherapie. Heute, sieben Jahre später, ist Chris frei von Krebs. Fox News machte ein Interview mit ihm und seiner Mutter:

Update: Intermittierendes Fasten

Ein kleines Update zu unserem kürzlich veröffentlichten Artikel Studie: Fasten und Chemo gegen Krebs:

Eine ganz aktuelle Studie bestätigt , dass das Intermittierende Fasten (IF) – in diesem Fall ein bis zwei Fastentage pro Woche – auch gut für’s Gehirn ist. Vermutlich schützt IF damit vor degenerativen Erkrankungen wie Parkinson oder Alzheimer. Hier geht’s zur Studienbeschreibung (auf Englisch):

Fast once or twice a week to improve brain health and prolong life

Eine weitere Studie belegt einen positiven Einfluss des IF auf das Diabetesrisiko:

Routine Periodic Fasting Lowers Disease Risk

 

 

Studie: Fasten und Chemo gegen Krebs

Wieder einmal gute Nachrichten für alle Fans des (Heil-)Fastens: Zumindest in einer mit Mäusen durchgeführten Studie erwiesen sich kurze, konsequente Fastenzyklen als teils so effektiv, wie eine Chemotherapie. In Kombination mit ihr erhöhte sich die Überlebensrate sogar noch deutlicher.

Das Fasten macht die Krebszellen offensichtlich nicht nur weniger widerstandsfähig und somit angreifbarer für eine Chemotherapie, sondern verlangsamt auch das Tumorwachstum und die Streuung des Krebses (Metastasen). Selbst eine bereits über den Organismus metastasierte und hochaggressive Krebsart, die oft bei Kindern vorkommt, konnte durch eine Kombination von kurzen Fasteneinheiten und Chemotherapie bei 20% der Mäuse kuriert werden; bei Mäusen in einem früheren Stadium der Streuung waren es sogar 40%.

Es handelt sich bei weitem nicht um die erste Studie, die die Wirksamkeit des Fastens bei Krebs und Chemotherapie untersucht. Bereits 2010 berichteten zehn Krebspatienten, die Fastenzyklen während einer Chemotherapie ausprobiert hatten, im Rahmen einer Fallberichtsstudie von weniger Nebenwirkungen. Auch für das Wohlergehen des Patienten während der Krebsbehandlung könnte das Fasten also interessant sein.

Die Forscher sind indes zurückhaltend: ob und inwiefern das Fasten beim Menschen gegen Krebs wirkt, bleibt abzuwarten und könne sich nur in einer Jahre andauernden Studie erweisen. Erste Humanstudien mit Menschen wurden bereits begonnen. In ihnen soll unter anderem herausgefunden werden, wie gut Menschen das Fasten während einer Chemotherapie vertragen.

"Wir wissen nicht, ob es auch beim Menschen wirksam ist," so Valter Longo, Seniorautor der Mausstudie und Professor für Gerontologie und Biologie an der University of Southern California. Als alleinige Therapieoption für Krebspatienten lehnt er das Fasten entschieden ab. Doch in Kombination mit einer Chemotherapie oder dort, wo eine Chemotherapie nicht empfohlen oder in Betracht gezogen wird, könne der Patient das Fasten durchaus mit dem zuständigen Onkologen besprechen.

Vorbei am Arzt sollte der Patient aber in keinem Fall handeln. Denn das Fasten ist für viele Patienten auch gefährlich: wer durch die Krebserkrankung sowieso schon an Gewicht verloren hat oder sonstige Risikofaktoren, wie z.B. Diabetes, aufweist, der kann sich damit eher schaden als nutzen. Auch nicht unterschätzen sollte man die oft auftretenden Nebenwirkungen des Fastens: ein sinkender Blutdruck, Kopfschmerzen oder Benommenheit können im Alltag zu Unfällen führen.

Auch gesunde Personen können vom Fasten profitieren. Ich persönlich praktiziere eine abgeschwächte Form, das so genannte Intermittierende Fasten (IF). Dabei lässt man in unregelmäßigen Abständen einzelne oder auch mal mehrere Mahlzeiten ausfallen.
Eine besondere Form des IF teilt den Tag in eine Fasten- und in eine Aufnahmphase ein, zwischen denen ein Zeitraum von ca. 16 Stunden liegt (das Leangains-Prinzip). Wer z.B. abends um 20 Uhr seine letzte Mahlzeit zu sich genommen hat, beginnt dabei die Nahrungsaufnahme am nächsten Tag erst um 12 Uhr mit dem Mittagessen. Laut einiger Autoren hat das nicht nur gesundheitliche Vorteile, sondern wirkt auch Wunder beim Abnehmen, wie man z.B. auf der Internetseite des Fitness- und Ernährungsgurus Martin Berkhan sieht.

Abschließend noch ein Videointerview mit dem Studienautor Valter Longo:

 

 Quellen

Bilder

Dicke, fette Lügen

Steht und eine Ernährungsrevolution bevor?

Das mit den Ernährungsempfehlungen ist so eine Sache. Einerseits sollen sie den Menschen hier und jetzt eine gesunde Ernährung ermöglichen. Auf der anderen Seite stecken diese Empfehlungen und die, die sie aussprechen, immer auch in dem Dilemma, dem aktuellen Stand der Wissenschaft gerecht werden zu müssen. Das ist schwer, denn jeden Tag werden neue Zusammenhänge zwischen Ernährung, Körper und Gesundheit entdeckt und alte revidiert. Die Ernährungsempfehlungen da auf dem Laufenden zu halten, ohne gleich wankelmütig zu wirken, ist für die Verantwortlichen wahrlich eine Aufgabe. Das aktuelle Buch des Wissenschaftsjournalisten Gary Taubes könnte sie nun vor ihre größte Herausforderung stellen…

Denn Good Calories, Bad Calories, so der Titel, hat das Potential eine echte Revolution unserer Ernährungskultur anzustoßen und einen großen Teil der bisherigen Empfehlungen für null und nichtig zu erklären. Der Harvard- und Stanfordabsolvent Gary Taubes hat bereits zu diversen wissenschaftlichen Themen Arbeiten abgeliefert. Doch sein neustes Werk zieht vermutlich schon jetzt mehr Aufmerksamkeit auf sich, als all seine Bücher zuvor. Und mehr, als es den Wächtern einer vermeintlich gesunden Ernährung recht sein dürfte.

 

Worum geht es?

Eine der grundlegensten Annahmen unserer heutigen Ernährungslehre ist die, dass Fettleibigkeit und Übergewicht durch zu viel Essen und zu wenig Bewegung entstehen. Diese Annahme ist so grundlegend, dass sie weder von der Gesellschaft, noch von den meisten Wissenschaftlern, die Ernährung ihr Fachgebiet nennen, hinterfragt wird. Und so wundert es nicht, dass uns diese Message tagein tagaus von den Medien, von der Medizin und anderen offiziellen Stellen vermittelt wird. Gary Taubes stellt in seinem neuen Buch die These auf, dass vieles von dem, was man uns diesbezüglich bisher erzählt hat, grundlegend falsch ist.

Eine Grundannahme, die Taubes anzweifelt, drückt sich in folgender Gleichung aus:

Die Energie, die rein kommt (z.B. durch das Essen) – die Energie, die rausgeht (z.B. durch Sport) = die überschüssige Energie, die in Fett umgewandelt wird

oder noch einfacher gesagt:

Wer mehr isst, als er verbraucht, der nimmt zu. Wer weniger isst, als er verbraucht, der nimmt ab.

Das ist zwar sehr vereinfacht, spiegelt aber so ziemlich genau das wider, was man in Sachen Ernährung bisher glaubte. Egal ob Proteine, Fette oder Kohlenhydrate – eine Kalorie ist eine Kalorie. So sah man es bisher.

 

Der Fehler im System

Ernstzunehmende öffentliche Zweifel an dieser Theorie kamen bereits 2004 auf, als die beiden Biochemiker Richard Feinman und Eugene Fine postulierten, dass "selbst bei gleichem Gesamtkalorienverbrauch […] eine unterschiedliche Gewichtsabnahme durch verschiedene Ernährungsstrategien zu erwarten" ((Thermodynamik spricht für "low-carb"-Diäten, ORF ON Science)) sei.

Gary Taubes, der unter anderem für die renommierte amerikanische Fachzeitschrift Science schreibt, belegt im unten verlinkten Vortrag sehr eindrucksvoll, dass die Zweifel an der "Kalorien rein, Kalorien raus"-Theorie jedoch schon viel älter sind. Bereits Anfang des letzten Jahrhunderts erforschten Wissenschaftler, warum es selbst in unterernährten Bevölkerungsgruppen zu Fettleibigkeit und Übergewicht kommen kann. Also selbst dort, wo ein ziemlich gravierendes Kaloriendefizit in der Ernährung zu erwarten ist.

Nachdem ihm also erste Zweifel an dieser bisherigen Grundlage unserer westlichen Ernährung kamen, forschte Taubes weiter und wurde fündig. Besser gesagt wurde er nicht fündig, denn bis heute scheint es kaum handfeste wissenschaftliche Belege für die Hypothese zu geben, dass einzig mehr Essen, besser gesagt eine erhöhte Kalorienzufuhr, zu Übergewicht und Fettleibigkeit führt.

Nun wäre das Ganze ziemlich unbefriedigend, wenn Taubes keine alternative Erklärung für die weltweit grassierende Fettleibigkeits-Epidemie hätte. Doch die hat er. Und sie ist keinesfalls neu. Taubes hat es nur geschafft, die verschiedenen Teile sehr prägnant und eindrucksvoll zu einem großen Ganzen zusammenzufügen. Und dies könnte unsere bisherige Einstellung zur Ernährung und alle bisherigen Empfehlungen dazu ziemlich aufmischen…

 

Die Insulin-Hypothese

Laut Taubes ist ein chronisch erhöhter Spiegel des allseits bekannten Hormons Insulin mitverantwortlich für die Misere, die da heißt: Zivilisationskrankheiten. Dazu gehören nicht nur Fettleibigkeit und Übergewicht, sondern auch Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs.

Insulin ist im Körper u.a. dafür verantwortlich, Fett in die Zellen einzulagern. Wie das ebenfalls unten verlinkte Lehrvideo sehr schön zeigt, werden diese Fettspeicher  normalerweise angezapft um den Energiebedarf der Organe und Muskeln zu decken. Menschen, die zu Übergewicht neigen, haben das Problem, dass ihre Fettzellen sehr gefräßig sind und das eingelagerte Fett nur schwerlich wieder herausrücken. Dem Körper fehlt somit eine wichtige Energiequelle. Die Konsequenz ist, dass er sich dazu veranlasst sieht noch mehr zu essen um diesen Energiebedarf wiederum zu decken. Fertig ist der Teufelskreislauf und die von Taubes präsentierte revolutionäre Sichtweise:

Man wird nicht fett, weil man mehr isst, sondern man isst mehr, weil man fett wird.

Aber wie kommt es überhaupt dazu, dass dieser Stoffwechselmechanismus bei manchen Menschen so schlecht funktioniert? Laut Taubes ist dafür eine erhöhte Kohlenhydratzufuhr verantwortlich. Zu viele Kohlenhydrate lassen unseren Blutzuckerspiegel mächtig ansteigen. Da dieser Blutzucker tendenziell Gift für unseren Körper ist, schüttet er Insulin aus, das den Blutzuckerspiegel wieder senkt, indem es ihn den Zellen zum Energieverbrauch zuführt. Doch leider (oder zum Glück?) kann unser Körper nur eine bestimmte Menge dieses Zuckers direkt verbrennen.

Was aber passiert mit den überschüssigen Kohlenhydraten, die der Köper nicht direkt für die Energieverbrennung verwerten kann? Ganz einfach: Der Körper wandelt sie in Fett um und speichert sie, ebenfalls mit Hilfe des Insulins, als Fettgewebe. Und noch schlimmer: Mit der Zeit werden unsere Körperzellen insulinsresistenter und kommen nicht mehr hinterher, den Blutzucker für den Energieverbrauch zu verwerten. Oder wie Dr. Michael Eades in dem Lehrvideo so schön sagt: Das Insulin redet sich einen Wolf, aber die Zellen hören nicht mehr zu. Die überschüssigen Kohlenhydrate werden also stattdessen in Fett umgewandelt und in den Fettzellen angelegt. Die Konsequenz: Wir nehmen zu und werden fett.

 

Fazit

Taubes Hypothese dreht die bisherige Annahme um: Der Mensch nimmt nicht zu, weil er mehr Kalorien zu sich nimmt, sondern er nimmt mehr Kalorien zu sich, weil er zunimmt. Mit dieser Behauptung trifft er natürlich nicht nur auf Gegenliebe. Mittlerweile gibt es vor allem in den USA viele Kritiker, die Taubes Arbeit anzweifeln. Dieser Kritik stellt er sich jedoch und macht dabei meiner Meinung nach eine ziemlich gute Figur.

Was auch immer dran ist an seinen Behauptungen, sie lassen den wahnsinnigen Kohlenhydratkonsum der letzten Jahrzehnte in einem neuen Licht erscheinen. Und man kann nur hoffen, dass dieser vermutlich schädigende Aspekt unserer Ernährung weiter erforscht wird, und sich die offiziellen Stellen nicht scheuen, ihre Ernährungsempfehlungen an die hoffentlich bald erscheinenden neuen Erkenntnisse anzupassen.

Alles Gute und viel Gesundheit!
Andreas Thies

Weiterführende Links

Bildquellen

 

Geheilt! Wie Menschen den Krebs besiegten

Im Krebscafe ist es etwas ruhig geworden: Anderer berufliche Herausforderungen nehmen sehr viel Zeit in Anspruch, so dass ich aktuell nur selten dazu komme, hier zu schreiben. Das soll sich demnächst wieder ändern. Bis dahin möchte ich noch eine kurze Buchempfehlung bekannt geben.

Das Buch Geheilt! Wie Menschen den Krebs besiegten hatte ich bereits vor einiger Zeit kurz hier vorgestellt. Im Krebscafe wird bald eine Rezension dazu erscheinen. Ich möchte Ihnen das Buch dennoch schon einmal ans Herz legen, weil ich glaube, dass es vielen Menschen helfen und Kraft spenden kann. Darin enthalten sind schöne, motivierende und teils unglaubliche Geschichten von Menschen, die medizinisch oft aufgegeben waren und dennoch den Weg zurück ins Leben fanden. Das Buch eignet sich somit auch sehr gut als Geschenk für Menschen, die an Krebs erkrankt sind, und für deren Freunde und Familien.

Sie können das Buch direkt auf der Internetseite der Autoren bestellen: www.heilungen.at