Archiv der Kategorie: Ernährung & Gesundheit

Was können Sie tun und lassen um möglichst bald wieder gesund zu werden?

Das Geheimnis der über Hundertjährigen

Wer wünschst es sich nicht: bis ins hohe Alter gesund und fit bleiben, und dann friedlich und zufrieden im heimischen Sessel einschlafen. Tatsächlich ermöglicht es uns die moderne Gesellschaft, immer älter zu werden und dabei relativ unabhängig und selbständig zu bleiben. Dennoch ist bisher weitgehend ungeklärt, warum manche Menschen besonders alt werden und dabei besonders gesund bleiben. Eine neue Studie liefert nun Antworten darauf.

1.500 Personen im Alter zwischen 50 und 110 Jahren wurden in der Studie untersucht. Insgesamt 680 der Studienteilnehmer hatten das hundertste Lebensjahr bereits überschritten, bei 167 Personen handelte es sich um direkte Nachkommen dieser Gruppe. Um die Frage danach zu klären, warum manche Menschen besonders alt werden, untersuchten die Wissenschafter diverse biologische Marker der Teilnehmer, wie die Stoffwechselrate, Entzündungsparameter, die Leber- und Nierenfunktion sowie die Länge der Telomere (s.u.).

Ein Faktor für das Altwerden ist genetischer Natur; die Nachfahren von besonders alt gewordenen Menschen haben eine höhere Chance, älter zu werden. Hierbei spielen vor allem die bereits oben erwähnten Telomere eine Rolle. Diese „Schutzkappen“, die auf dem Ende unserer Erbgutfäden, den sog. Chromosomen, sitzen, haben einen großen Einfluss auf das Altern und die Entstehung von Krankheiten. Mit jeder Zellteilung schrumpfen die Telomere ein Stück. Das ist zunächst nicht weiter schlimm, doch sobald sie ganz aufgebraucht sind und die Chromosomen an ihren Enden frei liegen, können sie miteinander verkleben und so die Zelle funktionsunfähig machen. Je besser also die Telomere eines Menschen, z.B. durch Vererbung, gerüstet sind, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er alt wird.

Doch entdeckten die Wissenschaftler einen weiteren Biomarker, der das potenzielle Alter eines Menschen mitbestimmt, nämlich die Höhe der Entzündungsrate im Körper. Im Gegensatz zu den Telomeren ist dies etwas, worauf wir durch unsere Lebensweise einen erheblichen Einfluss nehmen können. Denn nicht nur unsere Ernährung bestimmt, ob unser Körper unter chronischer Entzündung leidet, sondern auch unsere sonstigen Gewohnheiten und unsere Umwelt.

Dabei ist eine schleichende Entzündung im Körper nicht gänzlich unnormal. Tatsächlich steigen die Entzündungswerte bei jedem Menschen mit dem Alter an, auch wenn dies nicht gleich zu Beschwerden oder Krankheiten führt. Doch konnten die Forscher in ihrer Studie einen eindeutigen Zusammenhang zwischen niedrigen Entzündungsraten und einer längeren Lebensdauer feststellen.

Dinge, die eine höhere Entzündungsrate im Körper fördern, sind z.B.:

  • Übergewicht
  • Rauchen und Alkohol
  • Bewegungsmangel
  • Ungesunde Ernährung (zu viel Fast Food, Zucker, Nährstoffmangel)
  • Umweltgifte
  • Krankheiten wie Alzheimer, Allergien, Diabetes, Depression, oder Krebs

Dinge, die potenziell entzündungshemmend sind:

  • Gesunde Ernährung (z.B. mediterrane Ernährung oder Paleo/Steinzeit-Ernährung)
  • Grüntee
  • Fisch- oder Schwarzkümmelöl
  • (Intermittierendes) Fasten
  • Bestimmte Nahrungsergänzugen, wie z.B. Vitamin D oder Vitamin B6
  • Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation

Wer eine tendenziell entzüngshemmende Lebensweise führt, schützt sich nicht nur vor diversen Krankheiten, wie Krebs, Alzheimer oder Diabetes, sondern erhöht somit auch die Wahrscheinlichkeit, für ein längeres Leben.

Therapieatlas: Ölziehen

therapieatlas_oelziehenMan nehme einen Teelöffel voll Pflanzenöl in den Mund und spüle diesen darin umher. Tara konnte es kaum glauben. Wie sollte das Herumkauen auf Öl die eigene Gesundheit verbessern? Das ergab keinen Sinn. Doch nachdem sie diese ungewöhnliche Therapie begonnen hatte, wandelten sich ihre Zweifel in Überzeugung.
„Ich fing mit dem Ölziehen vor sieben Monaten an“, erzählt Tara aus Melbourne, Australien. „Ich litt über 14 Jahre an chronischer Müdigkeit… ich war ans Bett gefesselt und in meiner Bewegung sehr eingeschränkt.“ Chronische Müdigkeit war nicht ihr einziges Problem, Tara litt auch an Fibromyalgie. „Ich hatte ständig Schmerzen und dachte sogar an Selbstmord“, so Tara. „Ich konnte kaum meine Zunge im Mund bewegen und laufen konnte ich auch nicht. Ich war so krank, so etwas dramatisches hatte ich vorher noch nicht erlebt.“

 

Disclaimer: Der Autor des Krebscafe ist kein Arzt und hat keine medizinische oder ähnliche Ausbildung. In der Reihe Therapieatlas werden Informationen aus unterschiedlichen Quellen gesammelt und es wird eine ganz persönliche Meinung des Autors darüber widergegeben. Diese Meinung stellt keine Empfehlung dar, sondern ist eine subjektive Einschätzung der gesammelten Daten. Sollten Sie eine der beschriebenen Therapien für sich in Erwägung ziehen, besprechen Sie dies bitte mit ihrem zuständigen Arzt oder Therapeuten

 

Ich bin ein großer Freund alternativer Therapien, auch und gerade bei schweren Krankheiten wie Krebs. Doch bin ich über die letzten Jahre auch kritischer geworden. Nicht alles, was sich alternative Therapie schimpft, ist auch wirklich sinnvoll oder hilfreich. Manche Therapien verdienen den Namen erst gar nicht und sind reine Zeitverschwendung; im schlimmsten Fall können sie sogar das Gegenteil dessen bewirken, was sie eigentlich erreichen sollen.
Beim Ölziehen (auch Ölkur, Ölsaugen oder Ölkauen genannt) war ich stets skeptisch, genauso wie Tara in dem Buch Ölziehkur von Dr. Bruce Fife. Vor allem die teils hanebüchenen Begründungen dafür, warum die Methode angeblich funktionieren sollte, ließen mich eher abschätzig auf das Ölziehen blicken. Doch dann stieß ich auf das Buch von Dr. Fife, der mir bereits durch seine Forschungsarbeit bzgl. der Heilkraft des Kokosöls ein Begriff war. Seine Sicht überzeugte mich und so fing ich selbst mit dem Ölziehen an. Doch bevor ich von meinen eigenen Erfahrungen berichte, möchte ich ein wenig mehr über die Grundlagen erzählen…

Die Geschichte des Ölziehens

Ölziehen hat seine Ursprünge im Ayurveda, einer traditionellen indischen Heilkunst. Das Halten bzw. Umherspülen verschiedener therapeutischer Mixturen im Mund, aus z.B. Pflanzenölen und -säften, Samenpasten oder sogar Kuhurin wurde zur Behandlung diverser Krankheiten angewandt. Ob die heutige moderne Version des Ölziehens im traditionellen Ayurveda auf eben gleiche Weise praktiziert wurde, erscheint ob der Vielfalt der ayurvedischen Anwendungen jedoch fraglich.

Ein weiterer Ursprung des Ölziehens liegt möglicherweise bei den sibirischen Schamanen, die es angeblich bereits seit über einem Jahrhundert praktizieren. Worauf diese Behauptung zurückgeht, ist nicht bekannt und es fehlen zuverlässige Quellen.

Wirklich bekannt wurde das Ölziehen erst in den 1990er Jahren. Es war ein ukrainischer Arzt mit dem Namen Dr. Fedor Karach, der diese Methode erstmals bei einer Konferenz der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine beschrieb und sie zur Heilung aller möglicher Krankheiten anpries. Doch erst ein indischer Oberstleutnant a. D. mit dem Namen Tummala Koteswara Rao machte das Ölziehen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Laut eigener Aussage konnten er und seine Frau sich damit von diversen Krankheiten heilen; darunter Allergien, Asthma, Schlaf- und Verdauungsstörungen, Arthritis und Migräne.

Nahezu zeitgleich kam das Ölziehen auch nach Deutschland. Hier wurde es 1991 im Mitgliederbrief der Fördergemeinschaft für Erfahrungsheilkunde Natur & Medizin besprochen. Außerdem erschien zum gleichen Thema ein Artikel in dem Münchener Magazin für Naturheilkunde Natur & Heilen. Seither verbreitet sich das Ölziehen immer schneller, auch dank des Internets, und wird auf der ganzen Welt angewendet.

Die Heilwirkung des Ölziehens – Was sagt die Wissenschaft?

Aus wissenschaftlicher Sicht ist leider noch nicht viel über das Ölziehen bekannt. Bisher gibt es nur etwa zehn Studien zu dem Thema und diese beziehen sich fast ausschließlich auf den Einfluss auf Mund- und Zahngesundheit. Über weitreichendere Effekte ist noch nichts erforscht worden.

Die erste überhaupt durchgeführte Studie stammt aus dem Jahr 2008 und beschäftigt sich mit der Wirkung des Ölziehens auf das für Zahnkaries verantwortliche Bakterium Streptococcus mutans. Für 10 Minuten pro Tag über einen Zeitraum von zwei Wochen spülten sich die Studienteilnehmer den Mund mit Sesamöl aus. Und tatsächlich konnten die Wissenschaftler eine reduzierte Anzahl von S. mutans in der Mundflora der Teilnehmer messen.

Der positivie Effekt des Ölziehens auf die Mundflora und Zahngesundheit konnte in den darauf folgenden Jahren mit weiteren Studien bestätigt werden: Ölziehen reduziert die Anzahl von potenziell schädlichen Mikroorganismen im Mund, es wirkt gegen Zahnfleischentzündungen, Karies, Plaque und Mundgeruch.

Die Heilwirkung des Ölziehens – Erfahrungsberichte

Während die wissenschaftliche Untermauerung des Ölziehens (noch) recht mager ausfällt, so kann die große Menge an positiven Erfahrungsberichten umso mehr überzeugen. Allein die über 300 Rezensionen zu Dr. Bruce Fifes Buch auf Amazon.com legen den Schluss nahe, dass am Ölziehen etwas dran sein muss. Noch mehr Berichte finden sich in Tiefen des Internets. Die Liste der Krankheiten und Symptome, die laut den Anwendern gelindert oder sogar geheilt werden können, ist lang:

  • Akne, Ausschläge und andere Hauterkrankungen
  • Allergien
  • Arthritis
  • Asthma
  • Bronchitis
  • Chronische Müdigkeit
  • Colitis
  • Diabetes mellitus
  • Fibromyalgie
  • Hämorrhoiden
  • Hoher Blutdruck
  • Kopfschmerzen
  • Magengeschwüre
  • Migräne
  • Morbus Crohn
  • Mundgeruch
  • Nacken- und Rückenschmerzen
  • Parodontose
  • Schlafprobleme
  • Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)
  • Verstopfung
  • Zahnfäule
  • Zahnfleischbluten
  • u. v. m.

Die offensichtlichste und am schnellsten eintretende Wirkung zeigt sich gemeinhein bei der Mundhygiene; fast alle Anwender berichten von weißeren Zähnen, einem frischeren Atem, gesund aussehendem Zahnfleisch und weniger Zahnfleischbluten.

Die indische Zeitschrift Andhra Jyoti veröffentlichte 1996 einen Umfrage unter Anwendern des Ölziehens. Von 1.041 Teilnehmern berichteten 927 (89 %), von mindestens einer Erkrankung komplett geheilt worden zu sein. Darunter vor allem Schmerzen im Körper, Nacken und im Kopf, Allergien und Atemwegserkrankungen, Haut- und Verdauungsprobleme, Arthritis, Gelenkschmerzen, Diabetes, Hämorrhoiden und hormonelle Probleme. Aber auch Menschen mit schweren Erkrankungen wie Krebs, Kinderlähmung oder Lepra schienen von der Ölziehkur zu profitieren.

2005 führte der Streichholzhersteller Pioneer Match Industries eine Studie unter etwa 150 Mitarbeiterinnen durch. Ihnen wurde von der Firma kostenfrei Öl zur Verfügung gestellt. Nach 25 Tagen berichteten die Frauen von ihren Erfahrungen mit dem Ölziehen: 16 % berichteten von sehr guten, 40 % von guten und 39 % von mittelmäßigen Erfolgen mit der Methode. Nur 7 Mitarbeiterinnen (5 %) berichteten, keinen Effekt durch das Ölziehen erfahren zu haben. Aufgrund der möglichen Langzeiteffekte des Ölziehens wäre die Studie vermutlich noch positiver ausgefallen, wenn sie länger angedauert hätte.

Warum funktioniert das Ölziehen?

In der Literatur und im Internet werden alle möglichen Gründe für die Wirkung des Ölziehens beschrieben. Allen voran die Annahme, durch das Ölziehen würden Giftstoffe aus dem Körper gesaugt. Es mag sein, dass über die Speicheldrüsen während des Ölziehens solch ein Prozess stattfindet, doch die für mich stimmigste Erklärung für die heilsame Wirkung dieser Methode habe ich im bereits oben erwähnten Buch von Dr. Fife gelesen. Darin schreibt er kurz und knapp: Orale Keime lösen Infektionen aus und können die Körperchemie durcheinander bringen. Die Verringerung der Keime führt somit zu einer Verbesserung der Beschwerden und der zugrunde liegenden Erkrankungen. Die Keime bleiben in dem dickflüssigen Öl hängen und werden nach dem Ölziehen ausgespuckt. Durch die zähe Konsistenz und das Umherziehen des Öls werden sogar Mikroorganismen aus den Zahnfleischtaschen und Zahnzwischenräumen aufgenommen. Zudem verfügen einige Pflanzenöle über antibakterielle, antivirale und antifungale Eigenschaften.

Es ist somit nicht verwunderlich, dass die meisten Anwender des Ölziehens zunächst einmal eine Verbesserung im Mundraum feststellen (s.o.). Denn hier wirkt die Methode unmittelbar, indem sie Mund und Zähne von Bakterien befreit. Doch sind es gerade die Heilungen von Krankheiten, die auf den ersten Blick nichts mit der Mundflora zu tun haben, die das Ölziehen als Therapie so interessant machen.

Die Theorie der Fokalinfektion

Im Jahr 1923 veröffentlichte der Zahnarzt und Ernährungsmediziner Weston A. Price in zwei Bänden eine Abhandlung über die so genannte Fokalinfektion. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung von Organen oder anderen entfernten Körperteilen, die durch einen Herd, wie z.B. entzündete Mandeln oder Zähne, hervorgerufen werden kann. Dr. Price beobachtete, dass vor allem wurzelbehandelte Zähne auch nach erfolgreicher Behandlung noch infektiös sein und Probleme im Körper des Patienten verursachen konnten.

Obwohl die Theorien des Dr. Price in den folgenden Jahren durch zahlreiche Experimente und Studien bestätigt wurden, geriet das Thema bereits in den 40er Jahren mehr oder weniger in Vergessenheit. Die wissenschaftiche Gemeinschaft war noch nicht vollends überzeugt. Weiterhin machte die Entdeckung des Penicillins und anderer Antibiotika eine schnelle und erfolgreiche Behandlung diverser Infektionen möglich. Das Wie und Warum einer Infektion schien dadurch weniger relevant.

Erst zur Jahrtausendwende wurde die Fokalinfektionstheorie wiederbelebt. Zahlreiche Studien erschienene in medizinischen Fachzeitschriften und in relativ kurzer Zeit wurde aus der Theorie eine bewiesene Tatsache: Die Forscher stellten einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Mundflora und diversen Erkrankungen fest. Darunter u.a. Herz-Kreislauferkrankungen, Arteriosklerose, Arthritis, Lungeninfektionen, Osteoporose, Diabetes und sogar Früh- oder Fehlgeburten. Auch bei Krebs könnte die Mundflora eine Rolle spielen.

Anhand der Fokalinfektionen wird auch klar, warum sich die volle Kraft des Ölziehens bei vielen Anwendern oft erst nach Wochen, Monaten oder vielleicht sogar Jahren zu zeigen scheint: Die Eliminierung von Baktieren aus dem Mund und somit dem ganzen Körpersystem stellt laut Dr. Fife eine Entlastung dar, die Krankheiten mit der Zeit verhindern, lindern oder sogar heilen kann.

Ölziehen in der Praxis

Wie funktioniert nun das Ölziehen genau? Zunächst einmal sollte man sich für ein Öl entscheiden, das man zum Ziehen benutzen möchte. Ursprünglich wurde häufig Sesamöl verwendet, da es eine besondere Stellung in der ayurvedischen Medizin hat. Auch Sonnenblumenöl wird häufig empfohlen. Tatsache ist jedoch, dass fast sämtliche Pflanzenöle funktionieren.

Ich persönlich bin ein großer Fan des Kokosöl, da es nicht nur erwiesenermaßen wirksam gegen viele Viren, Bakterien und Pilze ist, sondern noch weitere Bestandteile enthält, die gesundheitsfördernd sind. So z.B. eine Reihe fettlöslicher Vitamine, wie Vitamin E, das antioxidativ in der Haut wirkt (vermutlich ein Grund, warum so viele Menschen auf Kokosöl als natürliches Hautpflegemittel schwören). Wer sich einen Überblick über die Forschung zu diesem Wundermittel machen möchte, sei auf die umfangreiche Studiensammlung von Dr. Fife verwiesen.

Hat man sich für ein Öl entschieden (man kann auch zwischen verschiedenen Ölen abwechseln), beginnt der eigentlich Akt des Ölziehens:

  1. Man nehme einen Tee- bis Esslöffel Öl in den Mund; am besten morgens auf nüchternen Magen.
  2. Nun spült und zieht man das Öl für etwa 20 Minuten ganz entspannt im Mund hin und her; durch die Zahnzwischenräume, in den Backen, über und unter die Zunge usw.
  3. Das Öl sollte jedoch nicht gegurgelt werden, da hierbei die Gefahr besteht, dass man es verschluckt. Dies sollte man aufgrund der Keimbelastung des Öls unbedingt vermeiden.
  4. Zunächst ist das Öl recht zäh und dick, wird jedoch mit der Zeit immer dünnflüssiger und leichter zu ziehen.
  5. Nach 20 Minuten spuckt man das Öl aus und spült sich ordentlich den Mund mit Wasser aus.
  6. Zu guter letzt kann man sich je nach Tageszeitpunkt die Zähne putzen oder einfach ein Glas Wasser trinken.

Noch einige Hinweise:

  • Sollte man zuviel Öl in den Mund genommen haben, kann man einfach einen Teil ausspucken.
  • Gleiches gilt für den Fall, dass sich ein Würgereflex einstellt. Das passiert nicht selten, legt sich jedoch mit der Zeit. In diesem Fall kann man auch einfach ein anderes Öl ausprobieren.
  • Während des Ölziehens sollte man hin und wieder auch den Kopf anheben, um auch den hinteren Mundbereich mit dem Öl zu spülen.
  • Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich nach dem Ölziehen Schleim im Hals oder in der Nase sammelt. Dies scheint ein gutes Zeichen zu sein. Vor allem dann, wenn man unter Nasennebenhöhlenbeschwerden o. dgl. leidet.
  • Noch schneller und wirksamer ist das Ölziehen vermutlich, wenn man es 2-3mal täglich durchführt.

Nebenwirkungen

Viele Menschen berichten von Heilkrisen in den ersten Tagen oder Wochen der Anwendung: Vermehrte Schleimbildung und -ausfluss aus Nase oder Rachen, grippeähnliche Symptome, Zahnschmerzen, das Aufflammen alter Hauterkrankungen oder anderer Symptome. In der Regel verschwinden diese nach wenigen Tagen wieder. Eventuell handelt es sich dabei um eine so genannte Jarisch-Herxheimer-Reaktion; eine „Reaktion des Körpers auf Bakteriengifte (Endotoxine), die durch den therapiebedingten Zerfall einer großen Menge von Erregern entstehen und zur Freisetzung von Entzündungsbotenstoffen führen“ (Quelle: Wikipedia). In diesem Fall wird gemeinhin empfohlen, dem Körper die nötige Ruhe zu gönnen, viel Wasser zu trinken und evtl. Bäder zu nehmen. Im Zweifelsfall sollte man einen Arzt zu Rate ziehen.

Unter den wenigen wissenschaftlichen Veröffentlichungen zum Thema Ölziehen wird von dem Fall einer 56-jährigen Patientin berichtet, die nach einer Reihe von Lipidpneumonien, einer speziellen Form der Lungenentzündung, im Krankenhaus erscheint. Nach Befragung gab die Patientin an, das Ölziehen zu praktizieren. Die Ärzte kamen zu dem Schluss, dass sie während des Ölziehens mikrobenverseuchtes Öl eingeatmet haben müsse. Nach Absetzen der Ölziehkur traten keine Pneumonien mehr auf.

Weitere Nebenwirkungen können durch eine allergische Reaktion auf das verwendete Öl auftreten. Kokosöl bspsw. wird nicht von allen Menschen gut vertragen. Hier sollte man Vorsicht walten lassen und Zweifelsfall das Öl wechseln oder die Kur abbrechen.

Meine persönlichen Erfahrungen

Meine eigenen Erfahrungen mit dem Ölziehen sind bisher sehr positiv. Aussagen über die Langzeitwirkung kann ich jedoch noch nicht machen, da ich das Ölziehen erst seit etwa einem Monat praktiziere.

Der allererste spürbare Effekte des Ölziehens ist ein sehr sauberes Gefühl im Mund. Wenn ich mit der Zunge über die Zähne streiche, fühlen sich diese schon glatt und weich an. Der vor allem morgens oder abends stets vorhandene rauhe Zahnbelag ist verschwunden. Vielleicht eine Folgeerscheinung dessen ist, dass ich morgens keinen Mundgeruch mehr habe und mit einem frischeren Gefühl im Mund aufwache.

Der eigentliche Grund, für meine Ölziehkur, war eine Antibiotikabehandlung, während der sich meine Zähne rapide gelb färbten und dunkle Ränder bekamen. Nach einigen Tagen des Ölziehens wurden meine Zähne sichtbar weißer und auch die Ränder reduzierten sich. Weiterhin bilde ich mir ein, dass sich das Zähnefleisch wieder über die ehemals teils freiliegenden Zahnhälse legt; ein Effekt, von dem viele Anwender berichten.

Deutlich reduziert hat sich meine Empfindlichkeit gegenüber süßen und sauren Lebensmitteln. Früher waren meine Zähne nach dem Verzehr von z.B. Zitrusfrüchten oder Äpfeln oft empfindlich und schmerzten beim Kauen. Dieses Problem ist komplett verschwunden. Auch die hin und wieder auftauchenden Blutbläschen im Mund, die ich beim Verzehr bestimmter Nahrungsmittel, wie z.B. Walnüssen bekam (allergische Reaktion?), ist viel seltener geworden.

Wenige Tage nach Beginn der Ölziehkur kam es zudem zu körperlichen Erscheinungen, die man vielleicht als Heilkrise bezeichnen könnte: Bereits bei den ersten Mundspülungen mit dem Kokosöl hatte ich empfindlicheres Zahnfleisch, was sich durch leichtes Zahnfleischbluten nach dem Zähneputzen zeigte. Dieses Symptom ist jedoch nach wenigen Tagen komplett verschwunden.
Weiterhin flammte plötzlich eine alte Hautgeschichte wieder auf, die mich jetzt für einige Monate in Ruhe gelassen hatte. Es handelt sich dabei um ein so genanntes Dishydrotisches Ekzem, dass mich seit über 15 Jahre immer mal wieder heimsucht. Dabei entstehen kleine juckende Bläschen an den Füßen, die mich in den Wahnsinn treiben und mir sogar den Schlaf rauben.

Wenige Tage nach dem Beginn der Ölziehkur entwickelte sich eine Dishydrosis, wie ich sie noch nie zuvor erlebt hatte; ein ganzes Wochenende lang juckten meine Füße und hielten  mich nachts wach. Danach klang das Ekzem innerhalb weniger Tag vollständig ab und ist seither verschwunden. Ob es sich dabei um eine Reaktion auf das Ölziehen handelt und das Ekzem nun dauerhaft geheilt ist, kann ich leider noch nicht sagen. Allerdings habe ich bereits seit 3 Wochen meine Ruhe und das trotz hoher Temperaturen und dem ein oder anderen Ausrutscher in meiner Ernährung (beides Garanten für ein Aufflammen der Dishydrosis).

Ein sehr auffälliges Ergebnis meiner Ölziehkur ist zudem der verbesserte Sonnenschutz meiner Haut. Früher bekam ich im Hochsommer bereits nach 5-10 Minuten Sonneneinstrahlung einen Sonnenbrand. In diesem Sommer, der zugleich der heißeste ist, den ich je erlebt habe, kann ich locker 20-30 Minuten in der prallen Sonne sitzen, ohne rot zu werden. Stattdessen bin ich so braun, wie noch nie zuvor. Eine Erfahrung, mit der ich offensichtlich nicht allein bin, wie dieser Forenbeitrag zeigt.

Dass bei all dem auch noch deutlich mehr Energie und weniger Heißhunger auf Süßes habe, könnte auch mit diversen Veränderungen in meinem Leben zu tun haben, über die ich noch an anderer Stelle berichten werde. Doch wer weiß, vielleicht trägt das Ölziehen ja dazu bei.

Fazit

Insgesamt überzeugt mich das Ölziehen. Vor allem die vielen positiven Erfahrungs- und  Heilungsberichten, die man im Internet und in der einschlägigen Literatur findet, scheinen die Effektivität des Ölziehens zu bestätigen. Allerdings – und das ist in dieser Hinsicht der einzige Wermutstropfen – stammen die wirklich spektakulären Heilungsberichte fast allesamt aus wenigen Quellen. Das macht sie natürlich anfälliger für eventuelle Fälschung, denn theoretisch kann jeder auf seiner Website falsche Behauptungen aufstellen. Doch zumindest im Fall des Dr. Bruce Fife, bin ich ziemlich sicher, dass es sich auf seiner Website und in seinem Buch um authentische Erfahrungsberichte handelt. Dr. Fife hat sich bereits durch seine Forschungen zum Kokosöl einen Namen gemacht und stützt sich dabei vornehmlich auf wissenschaftliche Studien.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich noch, dass auch das Ölziehen kein Allheilmittel ist. In keinem Fall sollte es als Ersatz für eine medizinische Therapie angesehen werden. Es kann höchstens ein zusätzlicher Therapiebaustein sein, um den Körper in seinem Heilungsprozess zu unterstützen. Die Vorteile des Ölziehens liegen darin, dass es wenig kostet, einfach durchzuführen und relativ sicher ist.

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Quellen

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Deutlicher Zusammenhang zwischen hochfrequenter Strahlung und Krebs

Jahrelang war unklar, welchen negativen gesundheitlichen Einfluss hochfrequente Strahlung durch Mikrowelle, Handy und Co. haben könnten. Ehrlich gesagt war auch ich zuweilen skeptisch und hielt die immer wieder zu beobachtende Vorsicht für übertrieben. Ein Übersichtsartikel im Fachmagazin Electromagnetic Biology & Medicine scheint jedoch die letzten Zweifel daran auszuräumen, dass hochfrequente Strahlung auch an der Entstehung von Krebs und anderen Krankheiten beteiligt sein kann.

Was ist oxidativer Stress?

Oxidativer Stress entsteht dann in den Körperzellen, wenn deren Entgiftungs- und Reparaturfunktionen durch die Bildung so genannter reaktiver Sauerstoffverbindungen (ROS) überfordert werden. Das kann unterschiedliche Ursachen haben, wie z.B. Mangelernährung, genetische Veranlagung, Rauchen, verschiedene Erkrankungen oder auch Strahlenbelastung. Es entsteht also ein Ungleichgewicht zwischen antioxidativer Abwehr und ROS. Dies wiederum kann gravierende Schäden inner- und außerhalb der Zelle verursachen.

Der Zusammenhang zwischen oxidativem Stress und Krankheiten ist bei weitem nicht vollständig geklärt. Doch geht man mittlerweile davon aus, dass er für eine Vielzahl neurodegenerativer Erkrankungen (z.B. Alzheimer, Parkinson oder Multiple Sklerose), vaskulärer Krankheiten und chronischer Müdigkeit besteht. Auch Krebs scheint durch oxidativen Stress begünstigt zu werden, denn die oben erwähnten ROS können die DNA der Zellen direkt schädigen. Schafft es der Körper nicht, diese Schäden zu reparieren, entsteht  möglicherweise Krebs.

Oxidativer Stress und hochfrequente Strahlung

Im Rahmen des oben erwähnten Übersichtsartikels begutachteten die Wissenschaftler den bisherigen Forschungsstand zu dem Thema. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass von 100 Studien, die die oxidativen Effekte hochfrequenter Strahlung in biologischen Organismen untersuchen, sage und schreibe 93 diesen Zusammenhang bestätigen.

„Diese Daten sind ein eindeutiges Zeichen für die realen Risiken, die diese Art der Strahlung für die menschliche Gesundheit darstellt.“ – Co-Autor der Studie Dr. Igor Yakymenko.

Die Produktion der ROS, die den oxidativen Stress begünstigen, kann auch von ganz normalen drahtlosen technischen Geräten, wie z.B. Handys, schnurlosen Telefonen, WLAN, Babyphones u. dgl. hervorgerufen werden. Bereits 2011 setzte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) daher die hochfrequente Strahlung auf die Liste potenziell krebserzeugender Einflüsse. Doch für eine breite Akzeptanz brauchte es den Nachweis eindeutiger molekularer Mechanismen. Die Arbeit von Dr. Yakymenko und seinen Kollegen zeigt, dass die oxidative Beeinflussung von Körperzellen durch hochfrequente Strahlung einen möglichen Wirkmechanismus darstellt.

Tipps, um hochfrequente Strahlung zu reduzieren

  • Deaktivieren Sie die WLAN-Funktion Ihrer Internetverbindung, solange Sie diese nicht benötigen. Vor allem nachts sollten Sie diese immer ausschalten.
  • Ersetzen Sie en Funkwecker auf dem Nachttisch mit einem ganz normalen analogen Wecker.
  • Auch Funkarmbanduhren sind nicht die beste Wahl. Es tut auch eine aufziehbare mechanische Uhr.
  • Schlafen Sie niemals mit dem Handy im gleichen Zimmer. Schalten Sie auch hier die WLAN-Verbindung aus. Noch besser: Aktivieren Sie den Flugzeugmodus, um die Strahlenbelastung zu verringern.
  • Deaktivieren Sie beim Handy sämtliche Datenverbindungen, die sie nicht benötigen (Bluetooth, WLAN, Mobile Datenverbindung etc.) Bei vielen Handys lassen sich diese per Zeitschaltuhr oder je nach Bedarf ein- und ausschalten.
  • Tragen Sie Ihr Handy nie direkt am Körper (Hosen- oder Jackentasche), sondern mit möglichst viel Textilien dazwischen (z.B. Rucksack oder Handtasche). Wenn Sie es gerade nicht benötigen, aktivieren Sie den Flugzeugmodus.
  • Verwenden Sie beim Telefonieren mit dem Handy oder schnurlosen Telefon die Lautsprecherfunktion. So müssen Sie den Hörer nicht die ganze Zeit in Kopfnähe halten und reduzieren so die Strahlenbelastung.
  • Benutzen Sie anstatt Funktastatur und -maus lieber die kabelgebundenen Varianten.
  • Hochfrequente Strahlung lässt sich nie ganz vermeiden. Wichtig ist es daher, dem Körper durch eine gesunde Lebensweise (Schlaf, Ernährung, Sonne & Bewegung) die nötigen Ressourcen zur Verfügung zu stellen, um dem oxidativen Stress zu begegnen.
  • Kein Angst, hochfrequente Strahlung ist nur ein möglicher Faktor der Krebsentstehung, der sich mit einigen wenigen Vorsichtsmaßnahmen und einer gesunden Lebensweise vermutlich ausgleichen lässt.
  • Im Internet finden sich allerhand weitere Tips und Anleitungen, um die Strahlenbelastung zu verringern.

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Vorsicht: Alltagschemikalien können Krebs verursachen

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Wer an Krebs leidet oder ihm vorbeugen möchte, ist gut beraten, nicht nur die Ernährung umzustellen, sondern auch auf den Inhalt der verwendeten Pflege-, Putz- und anderen Mittel zu achten. Zwar sind die Grenzwerte hierzulande recht niedrig, doch können bestimmte Chemikalien auch unterhalb dieser als sicher eingestuften Werte oder im Verbund miteinander das Krebsrisiko erhöhen. Das bestätigt eine neue umfangreiche Studie.

Eine Gruppe von 200 Wissenschaftlern aus über 28 Nationen hat über drei Jahre lang die Effekte von 85 weitverbreiteten Chemikalien studiert und diese mit Mechanismen verglichen, die bekanntermaßen das Krebswachstum begünstigen. Unter den Chemikalien befinden sich übliche Verdächtige, wie das in Plastikverpackungen oder -flaschen enthaltene Bisphenol A, das Breitband Insektizid Rotenon, das in der Landwirtschaft eingesetzte Paraquat oder Triclosan, das als antibakterielles Mittel in zahlreichen Pflege- und Putzmitteln eingesetzt wird.

Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass viele der untersuchten Chemikalien selbst unterhalb der Grenzwerte die Funktionsweise der Körperzellen beeinträchtigen und so potenziell krebsfördernd wirken. Darunter befinden sich auch Stoffe, die für sich allein genommen keine Gefahr darstellen, jedoch im Verbund mit anderen Chemikalien genetische Mutationen auslösen können, wie z.B. das in der Industrie und Medizin eingesetzte EDTA.

William Bisson, einer der an der Studie beteiligten Wissenschaftler, merkt dazu an, dass der Fokus bei der traditionellen Risikobewertung normalerweise auf einzelnen Chemikalien oder Prozessen liegt. Dadurch würde das Krebsrisiko bestimmter Stoffe unterschätzt. „Krebs […] folgt mehrstufigen Entwicklungsmustern und hat in den meisten Fällen eine längere Latenzzeit. Daher muss er aus einer Richtung angegangen werden, die die Komplexität dieser Muster in Betracht zieht.“, so Bisson.

Seit meiner Krebserkrankung meide ich weitestgehend konventionelle Pflege- und Haushaltsmittel; Duschgel und Seifen kaufe ich im Bioladen, Putz- und Waschmittel nur von Herstellern, die bekanntermaßen auf gefährliche Zusatzstoffe verzichten. Unter den folgenden Links finden Sie weitere Informationen dazu.

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Gesunde Schlafhygiene

©Sergey Nivens

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Unser Schlaf ist ein natürlicher und weitgehend automatischer Prozess. Dennoch ist der Schlaf des modernen Menschen zunehmend aus den Fugen geraten. Unsere durchschnittliche wochentägliche Schlafdauer ist in den letzten fünf Jahrzehnten um 1 1/2 Stunden gesunken. Etwa 69 Prozent aller Menschen klagen über Schlafmangel. Und sogar der Schlaf von Kindern hat sich in den letzten hundert Jahren um rund 100 Minuten verkürzt. Es Bedarf keiner großen geistigen Anstrengung um zu erkennen, dass etwas faul ist im Staate Lummerland.

Ein großer Teil der gesunkenen Schlafdauer ist auf späteres Zubettgehen und schlechteres Einschlafen zurück zu führen. Diese Faktoren bestimmen zu großen Teilen, wie lange ein Mensch nachts schläft. Einer besonderen Stellung kommt dabei dem zirkadianen Rhythmus zu. Dies ist die jedem Menschen eigene biologische innere Uhr. Sie wird von endogenen (z.B. organischen, hormonellen, neuronalen) und exogenen Faktoren (z.B. Licht, Jahreszeiten, Stress) bestimmt. Störungen in diesem komplexen System können das Einschlafverhalten negativ beeinflussen und den Schlaf insgesamt weniger erholsam machen. Weiterhin tragen diese Störungen zur Entwicklung vieler Krankheiten bei.

Störungen der inneren Uhr werden z.B. durch unregelmäßige Schlafens- und Essenszeiten hervorgerufen. Menschen, die in Nachtschichten arbeiten, haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Übergewicht, Stoffwechsel-, Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen. Schlafmangel kann weiterhin Ablagerung im Gehirn verursachen, die das Risiko für Alzheimer und andere Erkrankungen erhöhen. Gleichzeitig wirken auch innere Veränderungen, wie eine Mangelversorgung an Nährstoffen, genetische Schädigungen oder Stress auf die bioloische Uhr. Gesunder und erholsamer Schlaf muss daher von beiden Seiten angegangen werden: durch eine Förderung der körperlichen und geistigen Gesundheit (von innen) und eine Anpassung von Umwelt und Verhalten (von außen). Man spricht dann von einer gesunden „Schlafhygiene“.

Gesunde Schlafhygiene

Die Schlafhygiene hat einen enormen Einfluss auf unser generelles Schlafverhalten und unsere Gesundheit. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es beispielsweise besser ist, stets zur gleichen Uhrzeit ins Bett zu gehen, als einen unregelmäßigen Schlafrhythmus zu haben. Auch wer sich die Nächte um die Ohren haut, setzt seine Gesundheit auf’s Spiel. Denn bereits eine einige Nacht ohne Schlaf kann die Funktion wichtiger Gene der biologische Uhr verändern.

Ein weiteres großes Problem in unserer Gesellschaft ist das vermehrte Spektrum an blauem Licht, dem wir täglich durch Handy-, Computerbildschirme und künstliche Beleuchtung ausgesetzt sind. Licht dient unserem Organismus als Signalgeber. Der darin enthaltene Blauanteil unterdrückt im Körper u.a. die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin und sorgt somit dafür, dass der Körper sich nicht ausreichend auf den Schlaf einstellt; es kommt zu Einschlaf- oder Durchschlafproblemen. Für einen gesunden Schlaf ist es unbedingt notwendig, diesen Lichteinfluss einzuschränken und zu kontrollieren. Tipps dazu finden Sie weiter unten.

Bei all den modernen Einflussfaktoren ist es kein Wunder, dass immer mehr Menschen zu Schlafmedikamenten greifen. Doch wirken diese Medikamente oft nur kurzfristig; auf lange Sicht erzeugen sie einen Teufelskreis, denn sie unterdrücken die zur Regeneration dringend benötigten REM- und Tiefschlafphasen und vermindern so die Schlafqualität.

Wer gesund und gut schlafen will, sollte daher nicht auf Medikamente, sondern auf die zahlreichen natürlichen Methoden zurückgreifen, die die Schlafhygiene verbessern.

  • Bleiben Sie routiniert. Gehen Sie jeden Abend zur gleichen Uhrzeit ins Bett.
  • Rot- statt Blaulicht. Benutzen Sie rote Glühbirnen für die Nachttischlampe. Rotes Licht bringt die innere Uhr weniger durcheinander. Wenn Sie abends am Computer oder in der Nachtschicht arbeiten, verwenden Sie außerdem eine Brille mit Blaufilter. Sie filtert das blaue Lichtspektrum und wirkt somit positiv auf die innere Uhr.
  • Machen Sie regelmäßig Sport. Sportliche Betätigung, aber auch Meditation, Yoga oder Tai Chi können den Schlaf positiv beeinflussen.
  • Beachten Sie die individuelle Schlafdauer. Genetik, Konstiution und Stressfaktoren unterscheiden sich bei jedem Menschen. Und so ist auch die Menge an Schlaf, die ein Mensch benötigt, unterschiedlich. Manche kommen mit 7 Stunden aus, andere wiederum benötigen 10 Stunden Schlaf. Wenn Sie am Wochenende oder im Urlaub oft wesentlich länger schlafen, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass sie mehr Schlaf benötigen, als Sie sich gewöhnlich gönnen.
  • Immer der Sonne entgegen. Gehen Sie tagsüber so oft wie möglich nach draußen. Das natürliche Tageslicht wirkt sich positiv auf die innere Uhr aus.
  • Kälte wiegt in den Schlaf. Es klingt paradox, aber viele Menschen berichten von einer tieferen und erholsameren Nachtruhe, wenn sie vor dem Zubettgehen ein kaltes Bad nehmen oder einige Minuten lang kalt duschen.

Warum zuviel Fruchtzucker schädlich ist

Fruchtzucker

Viele Menschen glauben, dass Fruchtzucker (Fruktose) gesünder sei als andere Zuckerarten, immerhin kommt er ja im ach so gesunden Obst vor. Und tatsächlich hat Fruktose gesundheitlich Vorteile. So führt sie im Gegensatz zur Glukose nicht zu so einem starken Anstieg des Blutzuckerspiegels und des körpereigenen Insulins. Doch hat die Fruktose, aus der auch der handelsübliche Haushaltszucker besteht, einige andere Nachteile. So wird sie beispielsweise von der Leber sehr effizient in Fett umgewandelt. Menschen die viel Fruktose konsumieren leiden daher häufig unter Übergewicht, Bluthochdruck und anderen Symptomen.

Wissenschaftler des ETH Zürich haben nun eine weitere negative Auswirkung des Fruchtzuckers identifiziert. Demnach kann der Konsum von zu viel Fruchtzucker zu einem unkontrollierten Wachstum der Herzmuskulatur führen. Denn durch den erhöhten Blutdruck muss das Herz mehr Anstrengung unternehmen, um das Blut durch die Blutgefäße zu pumpen. Das Herz muss wachsen, um diese erhöhte Anstrengung bewältigen zu können. Dafür benötigt es eine ganze Menge mehr an Sauerstoff, die jedoch nicht vorhanden ist. Auf diesen Umstand stellt sich das Herz durch die Produktion eines Enzyms namens Ketohexokinase-C (KHK-C) ein, das wesentlich für die Verstoffwechslung von Fruktose zuständig ist (bisher war man davon ausgegangen, dass lediglich die Leber KHK-C produzieren kann). KHK-C kann nun sehr leicht auf die im Körper überschüssige Fruktose zugreifen und sozusagen als Sauerstoff-Ersatz zur Energiegewinnung heranziehen. In Folge wächst das Herz völlig unkontrolliert, bis es schließlich im schlimmsten Fall zum Herzversagen kommt.

Ein weiterer negativer Aspekt der Fruktose ist, dass sie weniger sättigend wirkt als beispielsweise Glukose. Das kann dazu führen, dass man zuviel Fruktose in Form von z.B. Obst oder Fruchtsäften konsumiert, als es gesund für den Körper wäre. Eine Beobachtung, die ich an mir selbst bereits vor Jahren gemacht habe: Wann immer ich Obst esse, ist die nächste Heißhungerattacke nicht weit entfernt.

Was die meisten Menschen nicht wissen: unser Körper ist potenziell süchtig nach Zucker. Und aus evolutionärer Sicht macht das auch Sinn; Süßes hat meist eine hohe Energiedichte und vor allem Fruktose wird vom Körper sehr bereitwillig als Fett eingelagert. Somit konnte es unsere steinzeitlichen Vorfahren vermutlich vor der ein oder anderen Hungersnot bewahren. Doch heute, wo sich Zucker und Kohlenhydrate in den Supermarktregalen stapeln und nur einen Handgriff von uns entfernt sind, wird dieses Vermächtnis zum Problem.

Daher bin ich der Meinung, dass man Frukoste – auch in Form von Obst – nur in Maßen konsumieren sollte. Ich selbst esse fast gar keines und beschränke mich im Sommer auf Beeren, da diese ein ziemlich gutes Verhältnis an Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen haben. Richtig gefährlich ist die Fruktose in Form von Softdrinks, als Süßungsmittel in der Nahrungsmittelindustrie und auch in Fruchtsäften. Hier liegt sie in konzentrierter Form vor und sollte nach Möglichkeit gemieden oder nur selten konsumiert werden.

Fasten – Reboot des Immunsystems


by markusspiske

Leser dieser Webseite wissen, dass ich ein großer Verfechter des (intermittierenden) Fastens bin. Zahlreiche gesundheitliche Effekte sind mittlerweile wissenschaftlich erwiesen. Darunter eine erhöhte Effizienz von Chemotherapien, der Schutz vor neurodegenerativen Erkrankungen und die Bereinigung unserer Zellen von alten und defekten Zellbestandteilen (Autophagie).

Eine neue gesunde Facette des Fasten fördert eine sehr interessante Studie aus dem Jahr 2014 zutage: wiederholte Fastenphasen von zwei bis vier Tagen bewirken einen Reboot des Immunsystems und schützen vor den negativen gesundheitlichen Auswirkungen einer Chemotherapie. Während der Fastenphase kommt es zunächst zu einer Verringerung bestimmter Immunzellen, den so genannten weißen Blutkörperchen oder Leukozyten. Sie tragen wesentlich dazu bei, den Körper vor unverträglichen Stoffen und Krankheitserregern zu schützen. Das Fasten bereinigt den Körper von alten, beschädigten Immunzellen und triggert die Regeneration neuer, funktionstüchtiger Zellen. Weiterhin stellten die Wissenschaftler fest, dass ein dreitägiges Fasten vor einer Chemotherapie die toxischen Effekte durch die Krebsmedikamente (Zytostatika) verringerte.

Eine weitere Studie aus dem gleichen Jahr kommt zu dem Ergebnis, dass Fasten vor Diabetes schützen kann. In den sechs Wochen nach einer Fastenphase kam es bei den Studienteilnehmern nämlich zu einem Abbau des „schlechten“ LDL-Cholesterins. Die Wissenschaftler vermuten, dass der Körper aufgrund des Nahrungsentzugs als alternative Energiequelle u.a. dieses Cholesterin aus den Fettzellen heranzieht. In Folge wird die Insulinresistenz, wie sie bei Typ 2-Diabetes und seinen Vorstadien auftritt, reduziert.

Übrigens lassen sich die positiven Effekte des Fastens auch ohne Fasten erzeugen und mithilfe einer zeitweisen ketogenen Ernährung erzielen. Dazu an anderer Stelle mehr.

Raucher sollten Knoblauch essen

 

Sind wir ganz ehrlich: Raucher sollten aufhören zu rauchen. Doch selbst dann bleibt ihnen ein erhöhtes Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Und auch Nichtraucher sind keineswegs davor gefeit. Neben dem Verzicht auf den Glimmstengel sollten also weitere Maßnahmen in Betracht gezogen werden, um das Lungekrebsrisiko senken. Laut einer neuen chinesischen Studie minimiert beispielsweise roher Knoblauch das Risiko um satte 44 %. Bei Rauchern immerhin noch um 30 %. Das Krebscafe hat ein paar Tipps, wie sich roher Knoblauch elegant einnehmen lässt.

Doch zunächst zu den Studienergebnissen: In ihrer Studie verglichen die chinesischen Forscher fast 1.500 Lungenkrebspatienten mit etwa 4.500 gesunden Personen. Diejenigen unter den Studienteilnehmern, die mindestens zweimal pro Wochen rohen Knoblauch zu sich nahmen, wiesen dabei ein wesentlich geringeres Risiko auf, an Lungenkrebs zu erkranken. Selbst dann, wenn es sich um Raucher handelte oder um Personen, die regelmäßig den Dämpfen von heißem Bratfett ausgesetzt waren (ein weiterer Risikofaktor für Lungenkrebs).

Die Gründe dafür wurden in der Studie nicht erforscht. Doch könnte das durch zerdrücken oder zerschneiden des Knoblauchs austretende Allicin dafür verantwortlich sein. Allicin wirkt selbst verdünnt noch hoch antibaktertiell und hat eine nachgewiesene zytotoxische Wirkung. In Versuchen mit Mäusen konnten damit Lymphomkrebszellen recht zuverlässig abgetötet werden.

Egal ob Raucher oder nicht, die krebshemmende Wirkung von Knoblauch scheint enorm groß. Übrigens gibt es einen Trick, wie man sich das rohe Lauchgewächs recht elegant und ohne große Geschmacksverwirrung einverleiben kann: man schneide eine Zehe in kleine Würfel. Diese schlucke man nun portionsweise, ähnlich wie Medikamentenpillen, mit etwas Wasser hinunter. Diese Form der Einnahme scheint auch die Knoblauchfahne deutlich zu reduzieren. Außerdem ist Allicin ein sehr flüchtiger Stoff und die direkte Einnahme nach dem Zerschneiden/Zerdrücken könnte die Aufnahme eventuell positiv beeinflussen.

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Neuer Wirkmechanismus von Vitamin C könnte auch bei Krebs helfen

Der zweifache Nobelpreisträger und Friedensaktivist Linus Pauling gilt als Ikone der alternativen Krebstherapie. Er ist Begründer der orthomolekularen Medizin, also der hochdosierten Verwendung von Vitaminen und Mineralstoffen zur Vermeidung und Behandlung von Krankheiten. Pauling war ein überzeugter Anhänger des Vitamin C. Er sah sogar die Möglichkeit, damit Krebs zu heilen. Obwohl seine Forschung in diesem Bereich vom größten Teil der Mediziner nicht angenommen wurde, scheint die hochdosierte Vitamin C-Therapie bei Krebs doch immer wieder erfolgreich zu sein. Durch Zufall sind Wissenschaftler der University of California, San Francisco, nun auf einen wichtigen Wirkungsmechanismus des Vitamins gestoßen, der auch für die Krebstherapie bedeutend sein könnte.

Zumindest bei den Stammzellen von Mäusen spielt das Vitamin eine Rolle dabei, ob bestimmte für das Wachstum relevante Gene an- oder ausgeschaltet werden. Genauer gesagt wirkt Vitamin C auf bestimmte Enzyme, die so genannten TET, welche sozusagen die Bremsen lösen, die das Ablesen bestimmter Gene verhindern. Das klingt kompliziert, lässt sich aber recht einfach erklären.

Wer schaltet die Gene an und aus?

Nachdem Wissenschaftler die Gene entdeckten und sich ihrer Bedeutung bewusst wurden, gingen einige von ihnen zunächst fälschlicherweise davon aus, dass die Gene unser unabänderliches Schicksal bestimmen. Mit der Zeit fand man jedoch heraus, dass die Art und Weise, wie unsere Gene auf unser Leben und unsere Gesundheit wirken, von Faktoren mitbestimmt werden, die sehr wohl veränderlich sind und in unseren Händen liegen. Daraus entwickelte sich der Bereich der Epigenetik.
Ein wichtiger Wirkmechanismus dieser Epigenetik ist die DNA-Methylierung. Sie bestimmt, welche Gene an- oder ausgeschaltet werden und somit im gegebenen Augenblick überhaupt "wirken" können. Dabei wird, vereinfacht gesagt, ein bestimmtes Molekül (Methylgruppe) an eine wichtige Steuereinheit der DNA geheftet und kann das Gen somit inaktivieren – bei dem Molekül handelt es sich sozusagen um einen chemischer "Ausschalter" für das Gen.

DNA-Methylierung und Krebs

In den vergangenen Jahren ist die DNA-Methylierung immer mehr auch in den Fokus der Krebswissenschaftler gerückt, denn man geht davon aus, dass sie – ein ansonsten normaler und lebenswichtiger Prozess – auch bei der Krebsentstehung eine Rolle spielt. Nämlich dann, wenn durch das Andocken des oben beschriebenen Ausschalters wichtige Schutzmechanismen einer Zelle lahmgelegt werden, die z.B. die Zellteilung hemmen (ein Tumor bedeutet unkontrollierte Zellteilung).

Genau hier setzt Vitamin C offensichtlich an: es hilft über Umwege dabei, das Ausschalter-Molekül, also die Methylgruppe, wieder von der DNA zu lösen und ein Ablesen des entsprechenden Gens zu erlauben. Sollte sich die Vermutung der Wissenschaftler bewahrheiten und dies nicht nur bei embryonalen Stammzellen von Mäusen, sondern auch bei adulten Stammzellen von Menschen und bei den Genen der Fall sein, die durch die DNA-Methylierung die Krebsentstehung bedingen, dann könnte Linus Paulings Traum eines Tages wahr werden. Denn dann würde das Vitamin C seinen wohlverdienten Platz in der Krebstherapie einnehmen und vielleicht eines Tages zum Standardrepertoire eines jeden Onkologen gehören.

Als kleine Randbemerkung sei erlaubt, dass Linus Pauling etwa 18 Gramm Vitamin C täglich zu sich nahm. Er starb zwar an Prostatakrebs, jedoch erst mit 93 Jahren. Er galt bis ins hohe Alter als "rüstig und geistig rege".

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Wie ein gesunder Darm die Überlebenschance bei Chemotherapie erhöht

Oft verlassen sich Patienten allein auf die Mittel der konventionellen Medizin, wie z.B. Chemotherapie und Bestrahlung, um wieder gesund zu werden. Doch es gibt eine ganze Menge mehr, das Patienten tun können. Und auch während einer Behandlung mit Zytostatika lassen sich die Überlebenschancen deutlich erhöhen. Eine Studie der University of Michigan gibt Hinweise darauf, wie das funktionieren könnte.

In einem Interview verglich der Krebsforscher Mickey Goulian eine besonders aggressive Form der Chemotherapie mit einem "Sturz von einem Felsen mit einem Faden um den Knöchel". Doch egal wie aggressiv die Chemotherapie ist, meist geht sie mit mittleren bis schweren Nebenwirkungen einher und ist häufig zumindest potenziell lebensgefährlich. Daher macht es Sinn, während der Behandlung alles nur mögliche zu tun, um den Körper widerstandsfähig und robust zu halten.

Dr. Jian-Guo Geng und sein Team von der University of Michigan sind auf einen wichtigen Mechanismus gestoßen, der die Überlebenschance bei Chemotherapien enorm verbessert. Die Wissenschaftler verabreichten Mäusen eine sehr aggressive Chemotherapie. Mittels eines Proteins namens RSPO1 stimulierten sie gleichzeitig die Produktion adulter Stammzellen im Darm der Nager. Adulte Stammzellen sind so eine Art Facharbeiter für die Regeneration neuer Gewebszellen. Deren Stimulierung und erhöhte Produktion sorgte dafür, dass es bei den Mäusen zu einem raschen Wiederaufbau des durch die Chemotherapie geschädigten Darmgewebes kam.

Der Effekt war verblüffend: etwa 50 – 75 % der Mäuse überlebten die ansonsten tödliche Dosis an Zytostatika. Alle Mäuse aus der Vergleichsgruppe, die nicht mit dem Protein behandelt wurde, starben hingegen.

Doch was bedeuten die Ergebnisse für den Alltag eines Krebspatienten? Die Wissenschaftler erhöhten zwar die Stammzellproduktion im Darm der Mäuse mittels einer Injektion des Proteins RSPO1, doch ist die Stammzellproduktion auch von anderen Faktoren, wie Verletzungen oder dem insgesamten Zustand der Darmflora, abhängig. Auf jeden Fall lässt sich erkennen, dass die Darmflora einen wesentlichen Anteil an der Überlebensfähigkeit der Nager hatte. Beim Menschen wird es vermutlich nicht anders sein.

Die Darmflora lässt sich auf vielerlei Weise günstig beeinflussen und gesund halten. Grundsätzlich hilft eine gesunde Ernährung dabei. Das heißt auch, dass möglicherweise schädliche Stoffe, wie z.B. allergieauslösende Lebensmittel, gesundheitsgefährdende Zusatzstoffe etc., gemieden werden sollten. Auch die Einnahme von Probiotika, mittelkettigen Fettsäuren (z.B. in Form von Kokosöl) und anderen Nahrungsergänzungsmitteln könnte dabei behilflich sein, den Darm in Schwung zu halten. Da manche Ergänzungsmittel jedoch kontraproduktiv bei einer Chemotherapie wirken können, ist es wichtig, die Einnahme vorher mit dem behandelnden Arzt abzsprechen.

Update: Am Rande sei erwähnt, dass Wissenschaftler kürzlich einen weiteren Hinweis darauf entdeckt haben, dass die Darmflora das Krebsrisiko und den Krankheitsverlauf beeinflussen. Mäuse, die unter dem Louis-Bar-Syndrom leiden und somit anfälliger für Lymphom-Erkrankungen sind, erkrankten demnach seltener an Krebs, wenn ihre Darmflora ein bestimmtes Besiedlungsprofil aufwies.

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