Archiv der Kategorie: Alternativen

Krebstherapien abseits von Chemotherapie, Operation und Bestrahlung.

Spontanheilungen – Wie häufig sind sie wirklich?

Spontanheilungen bei Brustkrebs

Laut einer norwegischen Studie verschwindet vermutlich mindestens jeder fünfte durch eine Mammographie gefundene Brustkrebs von selbst. Bemerkenswert ist, dass Erkenntnisse dieser Art mittlerweile ein breites Medienecho erzeugen und offensichtlich salonfähig werden.

Dr. Per-Henrik Zahl vom Norwegian Institute of Public Health in Oslo und seine amerikanischen Kollegen untersuchten die Brustkrebsrate unter fast 120.000 Frauen im Alter zwischen 50 und 64. Die Frauen hatten im Rahmen eines sechsjährigen Mammographie-Programms alle zwei Jahre an einer Kontrolluntersuchung teilgenommen. Die Wissenschaftler verglichen daraufhin die Anzahl der Brustkrebsdiagnosen mit denen einer anderen Gruppe von etwa 110.000 Frauen im selben Alter. Diese Vergleichsgruppe wurde lediglich einmalig am Ende der sechsjährigen Studiendauer untersucht.

Sichtlich überrascht fanden die Wissenschaftler heraus, dass die Krebsrate bei den Frauen, die alle zwei Jahre auf Brustkrebs untersucht wurden, signifikant höher war (22%) als bei der Vergleichsgruppe. Von Zufall kann also keine Rede sein. Und so legt dieses Ergebnis nahe, dass ein Teil der Krebstumoren von selbst verschwindet, auch wenn keine konventionelle Behandlung stattgefunden hat.

Eigentlich keine Überraschung

Offensichtlich muss die Medizin ihr Bild von Krebserkrankungen überdenken, um nicht irgendwann selbst in das Abseits zu geraten, in das sie viele alternative Konzepte drängt. Und so macht der Studienautor Per-Henrik Zahl den ersten Schritt: "Jetzt fragen wir uns: Was ist der natürliche Verlauf dieser zusätzlichen, von der Mammographie entdeckten Krebsfälle?" ((Online Focus, Brustkrebs: Spontanheilung kommt häufig vor))

Wer sich ausgiebig mit alternativen Krebstherapien beschäftigt, der stellt bald fest, das so genannte Spontanremissionen gar nicht so selten scheinen, wie man gemeinhin denkt. Dennoch sind nur relativ wenige Spontanheilungen von offizieller Seite registiriert. So kennt die wissenschaftliche Literatur lediglich 32 dokumentierte Fälle bei Brustkrebs. Eine Ursache dieser geringen Zahl, so bemerkt der Focus in einem dazu erschienen Artikel ganz richtig, könnte "die Tatsache sein, dass Brustkrebs fast immer behandelt wird und nur selten seinem natürlichen Verlauf folgt." ((Online Focus, Brustkrebs: Spontanheilung kommt häufig vor))

Was weiß die Medizin über den Krankheitsverlauf?

Das Focus-Magazin bat im Rahmen des Artikels drei renommierte Mediziner um ihre Einschätzung zu der norwegischen Studie. Beachtenswert finde ich dabei die Worte von Professor Robert M. Kaplan von der University of California: "Die vielleicht wichtigste Sorge im Zusammenhang mit dieser Studie ist, wie erstaunlich wenig wir darüber wissen, was mit unbehandelten Patientinnen mit Brustkrebs passiert. Wir kennen den natürlichen Verlauf bei jüngeren Frauen nicht und wissen nur wenig über den unbehandelten Verlauf bei den älteren." Und Professor Franz Porzsolt vom Uniklinikum Ulm meint: "Der in der Studie gefundene Anteil von 22 Prozent selbstheilender Tumore nach Mammographien ist überraschend hoch, aber plausibel. Vermutlich liegt er sogar noch darüber." ((Online Focus, Brustkrebs: Spontanheilung kommt häufig vor))

Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Gesundheit,
Andreas Thies

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„Aus der Wand“ – Buchrezension

Aus der Wand von Wolf-Peter Weinert

Paula Willms hat Darmkrebs. Nach einer erfolgreich verlaufenen Operation, bei der man ihr einen Teil des Darms entfernt hat, kommt der nächste Schock: Die benachbarten Lymphknoten sind von Metastasen befallen…

Paula Willms ist allein. Ihr Ehemann Carl, pendelt lethargisch zwischen Arbeitsplatz und Fernseher, Ihr erwachsener Sohn David ist zum Studieren in weite Ferne gezogen. Angst ist Paulas Grundgefühl und sie vermisst die innere Stärke und den Willen um wieder gesund zu werden. Als letzte Rettung erscheint ihr ein einsam gelegener See, den sie immer wieder aufsucht, und den sie oft vom Plateau einer großen, steilen Felswand aus betrachtet. Hier spürt Sie das letzte bisschen Freiheit, das letzte bisschen Selbstbestimmtheit. Doch diese Freiheit beruht zunächst noch auf der Möglichkeit, sich von der hohen Klippe stürzen oder in den dunklen See hinabsteigen zu können, sollte der Krebs Paula in die Knie zwingen. Paula erwartet nichts mehr vom Leben.

Hier am See trifft sie schließlich Thomas Bolder, den Mann „aus der Wand“. Thomas ist leidenschaftlicher Sportler und Kletterer und hat eine nicht minder schwere Vergangenheit hinter sich. Doch im Gegensatz zu Paula hat er den großen, dunklen Abgrund bereits überwunden und Wege gefunden, neuen Lebensmut zu schöpfen. Er hat die heilende Kraft der Natur, der Bewegung und der Meditation kennen gelernt und wird Paulas Lehrer. Mit seiner Hilfe lernt sie zu entspannen, die Gedanken an die Krankheit, den Tod und das missliche Leben sein zu lassen und die Zeit zu genießen. Die anfängliche Freiheit, sich für den Tod entscheiden zu können, wird zur Freiheit für das Leben. Und auch Thomas lernt durch seine neue Gefährtin. Trotz seiner schweren Vergangenheit öffnet er sich der Liebe für einen anderen Menschen und verspürt das Glück, das er lange Zeit nicht sehen wollte.

Der Autor Wolf-Peter Weinert beschreibt den gemeinsamen Weg der Protagonisten, der sich meist in der heilenden Umgebung des stillen Waldsees abspielt. Und das ist gut so, denn „Aus der Wand“ ist ein Buch der Hoffnung und der Heilung. Ein Buch, das die wesentlichen Fragen und Ängste eines von Krebs betroffenen Menschen beschreibt, aber auch, wie sich diese beantworten und überwinden lassen. Wie man den Willen und die Kraft zum Leben wiederfindet. Schritt für Schritt begleitet der Leser Paula Willms aus ihrer Verzweiflung hinaus in die Erkenntnis, dass die uns umgebende Welt auch eine Welt der Symbole ist, die uns etwas über unsere Ängste erzählen können. Eine meditative Verbindung mit der Natur, Bewegung und Eigenverantwortung – das sind Paula Willms Antworten auf die Frage, welche Heilungsmöglichkeiten sich aus diesen Symbolen ablesen lassen. Und auch wenn der von ihr beschrittene Weg fast Allgemeingültigkeit für eine Heilung hat – führt er doch mit ziemlicher Sicherheit in ein bewussteres, selbstbestimmteres Leben – so muss jeder Mensch seine eigenen Symbole, seinen eigenen Weg finden und sich die alles entscheidende Frage stellen, die auch Thomas Bolder ihr irgendwann stellt:

"Alle diese Behandlungen haben andere an dir geleistet. Ich frage dich: Was hat Paula Willms selbst gegen ihren Krebs unternommen? Was hast du selbst getan?“ … „Deine innere Kraft, dein Wille. Die Hilfe, die du selbst deinem Körper geben kannst. Du selbst bist wichtig. Ich glaube, dein Körper braucht vor allem dich, deine Unterstützung, deine Zuwendung, deine Liebe. All die anderen Therapeuten rangieren an zweiter Stelle. Du solltest dein oberster Therapeut sein. Und genau deswegen frage ich dich: Was hast du selbst gegen deinen Krebs getan?“

Autor und Hausarzt Wolf-Peter WeinertWie Thomas Bolder wechselt auch der Autor, übrigens praktizierender Hausarzt, gekonnt zwischen der Perspektive des einfühlsamen Kenners, dem die Abgründe und Ängste betroffener Menschen vertraut sind, und dem sachlichen Therapeuten, der eine ganz konkrete Anleitung und wichtige Schritte für die Gesundung zu vermitteln weiß. Dabei scheint er mehr als nur ein stiller Beobachter seiner Patienten zu sein. Wolf-Peter Weinert besitzt offensichtlich das, was viele gute Autoren und Therapeuten auszeichnet – die eigene Erfahrung der menschlichen Tiefe, genauso wie die Fähigkeit, schwere Lebenssituationen aus eigener Kraft heraus zu meistern. Nur ein Mensch, der selbst seine Erfahrungen gemacht hat, kann gegen Ende des Buchs wohl zu der Erkenntnis gelangen, dass das Gute zum Schlechten und das Schlechte zum Guten führen kann: 

Das Paradoxe ist, dachte sie, ohne den Krebs hätte ich dies alles nicht erlebt. Ohne Krebs keine Lebenskrise und ohne Lebenskrise keine Ausflüge zum Felsen am See… Ohne See keine Begegnung mit Thomas Bolder.

Einzig die Metapher vom Krebs als Feind, die Weinert gegen Ende seines Buchs verwendet, stößt mir persönlich etwas auf. Das liegt wohl an meinen eigenen Erfahrungen und an meiner Einstellung, dass der Krebs auch ein Symbol unserer ungeliebten Aspekte ist. Eine Schattenseite, die nicht bekämpft, sondern integriert werden möchte und eben dadurch ihre Bedrohung verliert. Ob diese Metapher passt, muss aber wohl jeder für sich selbst herausfinden. Heilung scheint auf beiden Wegen möglich. Auf jeden Fall spricht Weinert vielen Krebspatienten aus der Seele und stellt so jene Nähe her, die für das Buch von so großer Bedeutung ist.

Insgesamt ist dem Autor ein schweres Kunststück gelungen: Ein sensibles Buch über den Krebs, dass dennoch „zupackt“, optimistisch ist und Betroffenen einen beispielhaften Weg aus der Hoffnungslosigkeit zeigt. Paula Willms schafft es rückblickend, die Frage nach dem Sinn ihrer Erkrankung zu beantworten. Ein Sinn fernab von Selbstanschuldigungen oder einer möglichen Bestrafung durch höhere Mächte. Ein Sinn, der die Unergründlichkeit des Lebens wohl bewahrt, aber eine tiefere Kraft erkennen lässt, die in uns wirkt. Vielleicht weniger ein Sinn, als vielmehr eine Lebendigkeit, die sich ergibt, „indem man seiner Freude folgt, gewissermaßen auf eine Spur bringt, die immer schon da war und auf einen wartete…“ So schreibt es der berühmte Mythenforscher und Symbolkenner Joseph Campbell. Wenn man es so sehen kann, sagt Campbell, fängt man an, Menschen zu begegnen, die im „Feld der Freude“ sind und einem die Türen öffnen. So wie Paula Willms, die in einer schweren Zeit einen Kraftort und einen Menschen findet, die sie beide auf ihrem inneren Weg der Heilung begleiten. Wolf-Peter Weinerts Buch kann dabei helfen, sich ebenso wie Paula Willms auf diesen Weg einzustimmen und seinen Sinn und seine Freude für das Leben wiederzufinden. Sehr empfehlenswert!

Wolf-Peter Weinerts Buch ist im Verlag Leben & Schreiben erschienen und kann hier bestellt werden.

 

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  • (1) Aus der Wand (Cover), Umschlagsgestaltung: Christel Lottmann, Illustrationen: Caroline Rothe
  • (2) Wolf-Peter Weinert, Verlag Leben & Schreiben

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Erfahrungsberichte

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Die Kraft aus dem Inneren: Motivation und Hoffnung für Krebspatienten

Eine aktuelle Terminmitteilung:

Heidelberg (humannews) – Auf Einladung der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr (GfBK) kommt der bekannte amerikanische Psychoonkologe Dr. O. Carl Simonton nach Deutschland. Am 21. und 23. Oktober berichtet er bei Vortragsveranstaltungen in Heidelberg und Stuttgart über den großen Einfluss der Psyche auf den Heilungsprozess bei Krebs und gibt am 25./26.10 ein Seminar für Patienten in Heidelberg.

Konzept der Visualisierung

Simonton stellt das von ihm entwickelte Konzept der Visualisierung vor. Mit der Visualisierung können sich Krebspatienten ihre inneren Kraftquellen vergegenwärtigen und so über die vom Arzt hinaus verordnete Behandlung ihre Gesundung mental unterstützen. Die Visualisierung ist inzwischen ein anerkanntes Instrument in der Psychoonkologie.

Mit Visualisierung meint Simonton die Vergegenwärtigung der eigenen Vorstellungen, die wir bewusst oder unbewusst produzieren. Simonton ist überzeugt, dass durch den Einklang von Meinungen, Gefühlen, Verhalten und Lebensstil eine Harmonie zwischen Körper, Geist und Seele entsteht. Die ganzheitliche Harmonie ist ein wichtiger Faktor, der die Gesundheit beeinflusst. Für die Lenkung des Gesundungsprozesses ist es daher entscheidend, dass Patienten positive Ziele und Wünsche entwickeln, Glaubenssätze bilden und Mitverantwortung für ihre Gesundung übernehmen. Das sind innere Kraftquellen, die helfen, aktiv eine bessere Übereinstimmung mit den Bedürfnissen von Körper und Seele anzustreben.

Über O. Carl Simonton

Simonton arbeitet seit über dreißig Jahren mit Krebspatienten und zählt international zu den anerkanntesten Psychoonkologen. Er ist Facharzt für Strahlenkunde, Onkologe und Leiter des Simonton Cancer Centers in Malibu (USA). Weltweit orientieren sich Krebs- und Rehakliniken nach seinen Gesundheitskonzepten. Simontons Bücher sind in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Mit der Veranstaltung setzt die GfBK ihre lose Vortragsreihe über Erfahrungen, Behandlungen und Strategien bei Krebs fort. Die Referenten kommen aus unterschiedlichen Gebieten wie Medizin, Philosophie, Religion und Psychologie. Zuletzt hatte der bekannte Benediktinermönch Pater Anselm Grün bei der GFBK referiert.

Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e.V. (GfBK)

Die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e.V. (GfBK) hat 25.000 Mitglieder und Förderer und ist damit die größte Beratungsorganisation für ganzheitliche Medizin gegen Krebs im deutschsprachigen Raum. Deie Arbeit wird ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und private Spenden finanziert. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) hat der GfBK das Spendensiegel zuerkannt.

Quelle: humannews.de

Bücher von O. Carl Simonton

  • Wieder gesund werden. Eine Anleitung zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte für Krebspatienten und ihre Angehörigen (bei Amazon bestellen)
  • Auf dem Wege der Besserung: Schritte zur körperlichen und spirituellen Heilung (bei Amazon bestellen)

 

Chemotherapie heilt Krebs und die Erde ist eine Scheibe (Teil 3)

Eine provokante These

Dies ist der dritte Teil der Übersetzung des Interviews mit dem Krebsspezialisten und Menschen gegen Krebs e.V.-Gründer Lothar Hirneise. Hier gelangen Sie zu den anderen Teilen des Interviews:

Chemotherapie heilt Krebs und die Erde ist eine Scheibe (Teil 3)
Ein Interview mit Lothar Hirneise

Tijn Touber – 08/2005 (Originally Published 10/03)

Jeder Mensch kann Heilung findenNach Hirneises Erfahrung können selbst die Patienten geheilt werden, die bereits kurz vor dem Sterben sind, wenn sie den Grund für ihren Krebs herausfinden und wahrhaft bereit sind, sich zu ändern. Paradoxerweise pendelt sich das Adrenalin wieder ein, wenn die Menschen sich entspannen.
"Ich habe ein Foto von 1994 von einer Frau aus Karlsruhe, die zu diesem Zeitpunkt Krebs in fast all ihren Knochen und ihrem Knochenmark hatte. Sie konnte nicht aus dem Bett steigen, sonst wären ihre Knochen gebrochen. Sie bekam viel Morphin und wäre fast gestorben. Sie ist noch am Leben. Ich habe sie kürzlich besucht. Sie lebt ein normales Leben. Wieviel kranker kann man sein?
Ich kenne eine andere Frau, die zweimal starb und zweimal wiederbelebt wurde. Der Pfarrer saß an ihrem Bett um ihr die Sterbesakramente zu geben. Ihr geht es gut. Sie ist in den Siebzigern, fährt Ski in der Schweiz und hat einen Freund, der 20 Jahre jünger ist."

Hirneise ist sich nicht nur bewusst, dass das, was er sagt, die vorherrschende Meinung in vieler Hinsicht herausfordert, sondern dass es auch nicht leicht zu verstehen, ganz zu Schweigen umzusetzen ist, wenn die Diagnose Krebs gestellt wurde.
"Ich musste um die ganze Welt reisen und verstand es erst nach einigen Jahren, also wie kann ich erwarten, dass es jemand nach einem einstündigen Vortrag versteht?"
Hirneise bildet momentan 30 Leute aus, die, wie er selbst, mit Patienten sprechen können, nachdem sie ihr ‚Todesurteil‘ erhalten haben.
"Man braucht dann jemanden mit einer objektiven Sicht, der rational denken kann. In diesem Moment sind ihre Freunde und Familienmitglieder ebenso emotional wie sie selbst. Die meisten Menschen denken, das der Arzt diese objektive Person ist. Er ist es nicht. Sehen sie, sie sind nicht nur Patient, sondern auch Kunde. Er möchte etwas verkaufen, egal ob er ein normaler oder alternativer Arzt ist. Wir könnten viele Leben retten, würde sofort ein objektiver, unabhängiger Experter mit den Patienten sprechen. Darum haben wir diese Ausbildung geschaffen, wobei jeder Teilnehmer verspricht, keine Psychotherapie oder andere Krebsbehandlung auf eigene Faust zu machen."

 

Das zweite Hindernis auf dem Weg zur Heilung ist die sogenannte Nachsorge.
"Nach einer Behandlung sollen die Patienten nach drei Monaten wiederkommen. Die meisten Menschen können zwei Wochen lang nicht richtig schlafen bevor diese drei Monate um sind. Das ist Stress! Dann machen sie einen Bluttest und müssen eine Woche auf die Ergebnisse warten. Das macht die Menschen sehr unsicher. Da ist zu viel Potential für zusätzlich schädigenden Stress – und für Missverständnisse. Die meisten Ärzte verwenden eine Sprache, die keiner versteht. Ich rate Patienten keine Nachsorge zu betreiben. Sie ist zu gefährlich."

Nachsorge bedeutet Stress! Ein Beispiel: "Vor einiger Zeit hielt ich einen Vortrag, nach dem ein Mann auf mich zukam, mich umarmte und sagte: ‚Sie haben mir das Leben gerettet.‘ Ein paar Monate später rief seine Tochter an. Er war gestorben. Was war passiert? Der Stress, die Furcht und die Angst über die vage Diagnose des Arztes machten ihn wahnsinnig. Wenn mich Menschen fragen, welche diagnostischen  Tests sie tun oder lassen sollten, sage ich ihnen: ‚Können Sie ohne Diagnose schlafen? Wenn ja, machen Sie keine. Wenn Sie die Diagnose brauchen um besser zu schlafen, dann nur zu. Anstatt eines Bluttests sollten Sie besser in den Spiegel schauen. Schauen Sie sich Ihren ganzen Körper an, Ihre Haut, etc. Das ist eine bessere Diagnose. Dann meditieren Sie und hören Sie auf Ihren Körper. Hören Sie darauf, was er Ihnen sagen will. Sie werden eine Menge entdecken, viel Einsicht gewinnen. Danach können Sie noch immer zu einem Arzt gehen. Gehen Sie nicht nur zum Arzt um Ihr Blut zu testen oder sich röntgen zu lassen. Ich weiß, das ist ein großes Opfer. Wir denken, der Arzt weiß es besser, nicht wahr? Falsch. Glauben Sie mir, so läuft es nicht. Der Tumor ist nicht Ihr Feind. Stress ist die wahre Ursache und niemand kann den Stress von zu vielen Herausforderungen ertragen."

Vielleicht ist Lothar Hirneises wichtigste Nachricht, dass jeder Mensch seinen eigenen Weg zur Heilung finden muss. Ein Arzt kann bei diesem Prozess helfen. Aber das kann auch ein Freund. Jeder kann sehr gut selbst einschätzen, ob eine bestimmte Behandlung wirklich gut für ihn ist. Individualität ist Hirneises Inspiration. 
Ein letzter Ratschlag von dem Mann, der mit so vielen Menschen gesprochen hat, die fähig waren, ihre Erkrankung zu überwinden: "Machen Sie einen Vertrag mit ihrem Tumor. Ich habe festgestellt, dass viele Überlebende das tun. Sie beginnen ein Gespräch mit ihrem Tumor: ‚Lieber Tumor, dies ist eine Verlust/Verlust-Situation. Wenn Du größer wirst, werde ich sterben und Du ebenso. Lass uns eine Win/Win-Situation daraus machen. Du wirst kleiner – Du musst nicht sterben, aber zur normalen Größe schrumpfen – was bedeutet, dass ich leben kann. Im Gegenzug werde ich…‘ Ich sage den Patieten, sie sollen sehr vorsichtig mit dem sein, was sie hier versprechen, denn der Tumor hält sich nur so lange an die Abmachung, wie Sie es auch tun. Wenn Sie sich nicht daran halten können, machen Sie einen neuen Vertrag.
Es gibt Menschen, denen kann ich nicht helfen. Da war diese Frau, deren Sohn sich erfolglos versucht hatte umzubringen. Auf seinem Sterbebett bat sie zu Gott ihr Leben statt das Seine zu nehmen. Der Sohn lebte. Einige Wochen später bekam sie Krebs. Ich riet ihr, einen neuen Vertrag mit Gott abzuschließen, noch einmal mit ihm zu sprechen. Aber sie hatte Angst, dass Gott dann das Leben ihres Sohnes nehmen würde. Sie starb kurz darauf. Niemand kann so jemandem helfen. Das ist die Kraft eines Vertrags. Jeder Mensch und jede Krankheit ist einzigartig, muss geachtet werden und hat eine eigene Herangehensweise.

 

Copyright © 2003 Tijn Touber

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Bücher zum Thema

Chemotherapie heilt Krebs und die Erde ist eine Scheibe (Teil 2)

Eine provokante These

Dies ist der zweite Teil der Übersetzung des Interviews mit dem Krebsspezialisten und Menschen gegen Krebs e.V.-Gründer Lothar Hirneise. Hier gelangen Sie zu den anderen Teilen des Interviews:

 Chemotherapie heilt Krebs und die Erde ist eine Scheibe (Teil 2)
Ein Interview mit Lothar Hirneise

Tijn Touber – 08/2005 (Originally Published 10/03)

"Jede erfolgreiche Krebstherapie beinhaltet drei Zutaten: eine gründliche Entgiftung, eine Ernährungsumstellung und mentale oder spirituelle Arbeit."

Lothar Hirneise Es ist früh am morgen, 8.30 Uhr. Wir sitzen zusammen beim Frühstück in Hirneises Büro im obersten Geschoss seines schönen Hauses mit Blick auf die sanft geschwungenen Hügel vor Stuttgart. Schließlich kommen wir zum Thema: Chemotherapie. Hirneise schrieb kürzlich an einem Buch mit dem provokanten Titel Chemotherapie heilt Krebs und die Erde ist eine Scheibe (Sensei: Kernen, 2002). Hirneises Vision sagt es deutlich: Chemotherapie – die Therapie, die so viele Krebspatienten täglich über sich ergehen lassen – funktioniert nicht.
"Ich kann mir vorstellen, dass Chemotherapie in bestimmten Fällen eine vorübergehende Lösung sein kann, aber nur als Teil eines ganzen Protokolls mit Entgiftung, Ernährung und mentaler/spiritueller Unterstützung. Wie auch immer, ich bin gegen die Art und Weise mit der das Gift eingesetzt wird. Durch die derzeitigen Behandlungsmaßnahmen werden die Menschen getötet. Punkt. Außerdem wird Patienten erzählt, dass sie, wenn der Tumor verschwunden ist, wieder gesund sind. Das ist nicht nur unwahr, das ist dumm. Übrigens kenne ich eine Menge Ärzte und ich habe viele Freunde, die Ärzte sind, und bei einem Bier vertrauen sie mir an, dass sie niemals eine Chemotherapie an sich selbst oder ihrer Familie durchführen lassen würden. Ärzte schicken ihre Patienten zu mir, weil sie wissen, dass die konventionellen Therapien nicht funktionieren. Sie erzählen ihren Patienten: ‚Ich müsste ihnen das hier verabreichen, aber es würde nicht funktionieren. Gehen sie und besuchen sie Herrn Hirneise.‘ Und dennoch arbeiten sie weiter in diesem System. Das ist schizophren, oder? Aber ein Arzt hat nun einmal viel zu verlieren, wenn er dem System seinen Rücken zudreht: Geld, Karriere, Berufsstand – alle schauen zu dir auf, wenn du Arzt bist. Zudem wird man auf Gedeih und Verderb bekämpft, wenn man gegen den Strom schwimmt."

Hirneise ist eine umstrittene Persönlichkeit. Ärzte sagen, er sei verrückt, gefährlich oder Schlimmeres.
"Aber ich habe nicht einen Arzt getroffen, der gesagt hat: ‚Herr Hirneise, was sie auf Seite 235 geschrieben haben, macht keinen Sinn, weil…‘ Es findet keine wissenschaftliche Diskussion statt. Aber das ist nicht überraschend. Wenn ich sie nach Beispielen von Patienten frage, die im Spätstadium dank ihrer Behandlung geheilt wurden, werden sie still. Auf der anderen Seite kann ich tausende Patienten und Fälle anführen die zur Besserung führten, obwohl eben genau diese Ärzte sie aufgegeben hatten. Ich kenne diese Patienten, ich schüttel jeden Tag ihre Hände."

Hirneise ist viel gereist, hat viel gelesen und hat mit Ärzten und Patienten auf der ganzen Welt gesprochen. Er hat seine Erfahrungen und Forschungen in einer eindrucksvollen Anzahl von Statistiken zusammengefasst. Und seine Schlussfolgerung ist klar: Jede erfolgreiche Krebstherapie beinhaltet drei Dinge: gründliche Entgiftung, Ernährungsumstellung und mentale oder spirituelle Arbeit.
"In jeder Klinik, die ich besuchte, ist es die gleiche Geschichte, immer und überall. Es ist das, was die Menschen getan haben, die Krebs überwunden haben. Ich habe Menschen auf ihren Sterbebetten gesehen, bei denen sich der Krebs auf ihre Knochen, Gehirne, Lungen und das Knochenmark ausgebreitet hatte … und sie wurden gesund. Im finalen Krebsstadium, gibt es keine Medizin auf der Welt, die dich retten kann – konventionell oder alternativ."

"Natürlich ist eine Chemotherapie kein Zuckerschlecken, aber eine radikale Umstellung der Ernährung und des Lebensstils ist noch schwerer. Darum überleben so wenig Menschen den Krebs."

"Seien Sie glücklich!" Wenn das so einfach und unmissverständlich ist, warum geht es dann nicht mehr Menschen besser? "Weil Erfolg Disziplin und Mühe erfordert. Es bedeutet, dass Patienten sich in Bewegung setzen müssen, aktiv werden und eine konstruktive kämpferische Einstellung haben. Die meisten Menschen wählen den einfachen Weg: Chemotherapie, Bestrahlung oder eine Operation. Menschen fragen: ‚Was meinen sie mit dem einfachen Weg? Wissen sie nicht, wie grausam eine Chemotherapie ist?‘ Natürlich ist eine Chemotherapie kein Zuckerschlecken, aber eine radikale Umstellung der Ernährung und des Lebensstils ist noch schwerer. Darum überleben so wenig Menschen den Krebs."

"’Zunächst entgiften Sie, dann ernähren sie sich gut und seien Sie glücklich.‘, das sage ich den Menschen. ‚Was?‘ rufen sie, ‚Glücklich sein? Sind Sie komplett verrückt geworden, Herr Hirneise? Ich habe überall Tumore, ich kann nicht mal laufen und Sie erzählen mir, ich soll Spaß haben?‘ Dann erzähle ich ihnen, dass eine von zwei Sachen passieren wird: entweder sterben sie bald oder sie bleiben am Leben. Wenn sie bald sterben, dann tun sie gut daran, jetzt Spaß zu haben, richtig? Wenn sie nicht sterben, tun sie gut daran jetzt ebenso Spaß zu haben, denn es gibt nichts besseres für ihr Immunsystem.
Es klingt verrückt, aber ich habe eine Menge Spaß mit den Menschen, die zu mir kommen. Ich hielt kürzlich ein Seminar mit Krebspatienten im Endstadium – ich habe selten so viel gelacht. Die Befriedigung des Egos, Geld und Sex beherrschen die Welt. Krebspatienten sind so ziemlich die einzigen Menschen, die nicht an diesen Dingen interessiert sind. Es ist so als würden sie mit dem Papst oder Mutter Theresa sprechen. Ich lerne viel von ihnen. Sie leben, ohne an morgen zu denken. Sie leben ganz anders, als der Rest der Menschheit."

"Krebs kann ohne Stress nicht existieren. Hundert Prozent unmöglich!"

Wenn Spaß und ein erfülltes Leben einen bedeutenden Beitrag zur Heilung von Krebs leisten, wirft dies die Frage auf, ob deren Abwesenheit die Krankheit fördert. Für Lothar Hirneise beginnt Krebs mit Stress:
"Krebs kann ohne Stress nicht existieren. Hundert Prozent unmöglich! Es wird viel diskutiert, welche Art von Stress – körperlich oder psychisch – aber für eine Zelle ist es egal, woher der Stress kommt. Jeder Krebspatient hat ein Zuckerproblem. Insulin transportiert Zucker in die Zellen. Adrenalin – und zu einem geringeren Teil Kortisol und Glucagon – bringen ihn weg. Jeder glaubt, dass man, wenn man unter großem Stress steht, einen Adrenalinüberschuss hat. Das ist richtig, aber das ist nur der Anfang. Langzeitstress endet in einem Adrenalinmangel. Das kann man bei Krebspatienten feststellen. Also ist die Zelle voll Zucker, der nicht aufgespalten wird. Diese Zellen sterben. Zucker ist ein Gift; zu viel davon zerstört Ihre Arterien, Ihre Nieren und Ihre Knochen. Der Körper bekämpft diese Gefahr indem er Tumore erzeugt – als letzten Ausweg um den Zuckerüberschuss loszuwerden."

"Für einige Menschen, liegt die Lösung für den Stress, der zum Zuckerproblem führte, in einer Ernährungsumstellung – weil sie vorher schlecht gegessen haben – während für andere die Lösung in der psychischen oder spirituellen Sphäre liegt – weil sie zum Beispiel ernsthafte Beziehungsprobleme hatten. Darum funktioniert eine gute Ernährung nicht bei jedem, was Skeptiker dazu verführt zu sagen, dass so eine Diät folglich generell nicht funktioniert. Es kommt eben darauf an, wo der Stress herkommt. Darum ist es so wichtig, die ganze Person einzubeziehen. Das heißt: zur ganzen Person zu sprechen. Frank Wiewel von People Against Cancer sagt: ‚Gib mir eine halbe Stunde mit einem Krebspatienten und ich finde das Problem.‘ Meine Erfahrung ist die gleiche. Manchmal müssen wir auch mehrere Stunden sprechen, aber das Problem finden wir immer. Das Problem der Ärzte ist, dass sie für das Reden mit ihren Patienten nicht bezahlt werden. Wenn zwei verschiedene Frauen mit Brustkrebs zu einem Arzt gehen, ist die Sache klar für ihn: Brustkrebs. Meine Erfahrung ist, dass zwei Fälle von Brustkrebs zwei unterschiedliche Erkrankungen sein können. Wenn jemand, der seinen Sohn verloren hat, sechs Monate später Prostatakrebs bekommt, würden sie dann Chemotherapie anwenden um ihn zu heilen?"

Copyright © 2003 Tijn Touber

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Bücher zum Thema

Chemotherapie heilt Krebs und die Erde ist eine Scheibe (Teil 1)

Eine provokante These

Unter diesem provokanten Titel veröffentlichte der deutsche Krebsspezialist und Menschen gegen Krebs-Gründer Lothar Hirneise ein umfassendes Kompendium der alternativen Krebstherapien. Im Jahr 2006 eröffnetet er außerdem das Deutsche Ganzheitliche Krebsinformations- und Beratungszentrum in Buoch, wo seither krebskranke Menschen, die nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten suchen, kompetente Beratung finden. Mit der Zeit entwickelte sich das DGK Buoch zu einem echten Therapiezentrum, wo seit kurzer Zeit auch mehrwöchige Aufenthalte möglich sind.

Ich hatte das Glück, Lothar Hirneise und sein Team 2007 kennenzulernen. Bereits einige Monate zuvor wurde ich durch ein englischsprachiges Interview auf ihn und sein Buch aufmerksam. Ich wünschte mir schon damals, dass dieses Interview auch auf Deutsch erscheinen würde, denn ich halte es für einen großartigen Text, der vielen Menschen, die mit der Diagnose Krebs konfrontiert werden, Mut geben und den richtigen Weg zur Gesundung weisen kann.

Nun, über eineinhalb Jahre später, machte ich mich selbst daran, das Interview zu übersetzen. Ich bin sehr glücklich, dass ich diesen Text nun mit anderen Menschen und Hilfesuchenden teilen kann. Ich danke Herrn Hirneise für seine Erlaubnis, es hier im Krebscafé veröffentlichen zu dürfen.

Hier gelangen Sie zu den anderen Teilen des Interviews:

Chemotherapie heilt Krebs und die Erde ist eine Scheibe (Teil 1)
Ein Interview mit Lothar Hirneise

Tijn Touber – 08/2005 (Originally Published 10/03)

Ode MagazineKrebs ist eine der meistgefürchteten Krankheiten der modernen Gesellschaft, die von den meisten Menschen als Todesurteil angesehen wird. Dies ist ein bemerkenswertes Interview mit Lothar Hirneise, einem führenden Krebsspezialisten, der die ganze Welt auf der Suche nach erfolgreichen Behandlungsmethoden bereiste. Die Tatsache, dass er kein Doktor ist, hat ihm einen offenen Geist beschert, der offen genug war, folgende wichtige Entdeckung zu machen: Jeder kann eine Lösung für Krebs finden … ein nahezu unverschämtes Selbstbewusstsein vorausgesetzt.

Lothar Hirneise im InterviewNachdem wir bereits über eine Stunde miteinander gesprochen hatten, beugt sich Hirneise nach vorn, als wolle er mir etwas im Vertrauen verraten. Mit todernster Stimme sagte er:
 „Ein Tumor ist die Lösung, nicht das Problem. Ein Tumor entsteht, weil der Mensch kein Adrenalin mehr produziert, das dringend für die Aufspaltung von Zucker benötigt wird. Ein Überschuss an Zucker wäre tödlich, also entwickelt der Körper Tumore. Tumore vergären (verbrennen) Zucker. Und sie benötigen eine Menge Energie (Zucker) wegen Ihrer schnellen Zellteilung. Aus diesem Grund wachsen einige Tumore sehr schnell. Krebszellen funktionieren wie Leberzellen, nur viel effizienter. Der Tumor hilft dem Körper also dabei zu entgiften. Ohne einen Tumor wäre man wirklich krank. Ich sage den Menschen immer: ‚Der Tumor ist nicht Ihr Problem. Ein Tumor ist eine unglaublich geniale Lösung für den Körper.‘ Wenn Sie gesund sind, verschwindet der Tumor von allein. Darum sollte man nie sofort operieren um den Tumor zu entfernen – entgiften Sie erst. Wenn der Tumor dann dennoch weiter wächst – was fast nie der Fall ist – kann man immer noch operieren.“

"Krebs ist nicht das Problem. Krebs ist die Lösung."
"Ein Tumor ist eine unglaublich geniale Lösung für den Körper."

Der Krebsexperte Lothar HirneiseDies ist die provokante und hoffnunsvolle Vision von Lothar Hirneise. Er nimmt an, dass unser Körper im Verlauf der Evolution Tumore entwickelte um zu überleben:
„Ein Beispiel: Zu viel Zucker in den Zellen verursacht Erblindung – genauso wie das bei Diabetes der Fall ist. Einen Tumor entstehen zu lassen ist eine Lösung.
Eine Infektion im Darm ist ebenso eine potentielle Gefahr. Wenn sie zu groß wird, blockiert sie den Darm. Auch hier ist die Lösung des Körpers ein Tumor, der Enzyme produziert, die die Ausbreitung der Infektion stoppen und heilen. Der eigentliche Tumor verschwindet dann häufig von selbst.
Die meisten Krebspatienten sind sehr überrascht, dass sie einen Tumor haben. Sie waren jahrelang gesund, hatten nie Fieber, brauchten keinen Arzt und nun plötzlich haben sie einen Tumor. Wie kommt das?
Der Tumor hat ihnen geholfen gesund zu bleiben, bis eines Tages alles zusammenbricht.“
Lothar Hirneise ist kein Arzt. Aber er hat eine revolutionäre und gut begründete Vorstellung vom Krebs. Unterstützt durch die Gründlichkeit und Akribie seiner in Deutschland beheimateten Kultur, ist logisches Denken seine große Stärke. Hirneise ist ein Mann der Forschung und stichhaltigen Beweise; ein Mann der einen außergewöhnlichen Weg ging um ein einflussreicher, dennoch kontroverser, Krebsspezialist in Deutschland zu werden. 

Zehn Jahre zuvor war Hirneise Meister in östlichen Kampfsportarten und Kung Fu-Lehrer. Außerdem besaß er ein erfolgreiches Sportgeschäft. 1996 verkaufte er das Unternehmen für eine beträchtliche Summe und versprach seiner Frau Chris und seinen zwei Söhnen, dass er nun, nach Jahren harter Arbeit und des Umherreisens, mehr Zeit zu Hause mit ihnen verbringen würde. Doch dann bekam ein guter Freund Krebs diagnostiziert.
"Bevor ich das Sportgeschäft hatte, arbeitete ich zehn Jahre in Krankenhäusern. Ich war ausgebildeter Krankenpfleger und studierte vier Jahre lang Psychotherapie. So war es nicht verwunderlich, dass mein Freund mich um Hilfe bat. Allerdings wusste ich nicht viel über Krebs. Ich begab mich auf die Suche nach Informationen und entdeckte Lynne McTaggart, die Gründerin des englischen Magazins What Doctors Don’t Tell You (Was Ärzte Ihnen nicht erzählen) und Autorin des Buchs mit dem selben Titel. Ich nahm an einer Konferenz über alternative Krebstherapien teil, die sie in London organisiert hatte. Einige der Redner erzählten ziemlich esoterische Geschichten, aber ich war beeindruckt von den Forschungsergebnissen, die präsentiert wurden.“ 

Die What Doctors Don’t Tell You-Konferenz in London markierte den Beginn von Hirneises intensiver Suche nach potentiellen Krebstherapien. Er hatte Zeit und Geld – „eine einzigartige Kombination, die nicht vielen Menschen vergönnt ist“ – und las alles, was er in die Hände bekam.
Hirneise: „Ich habe Chris fast in den Wahnsinn getrieben. Jedes Mal, wenn ich auf eine weitere potentielle Heilungsmethode stieß, setzte ich mich ins Flugzeug und flog hin – Mexiko, Russland, China, die Bahamas, USA, ganz Europa… wo war ich nicht überall?“

Lothar Hirneise - Auf der Suche nach alternativen Therapien.Die Suche mündete schließlich in der Gründung von Menschen gegen Krebs (1997). Teils inspiriert durch People Against Cancer, gegründet von Frank Wiewel, den Hirneise auf einer Konferenz in London kennengelernt hatte. Heute veröffentlicht Menschen gegen Krebs einen Newsletter, organisiert Vorträge, Seminare und Konferenzen, und bietet eine Beratung per Telefon und Ratschläge per Email (Anm.: Das Angebot von Menschen gegen Krebs wurde erweitert. Die aktuellen Angebote erfahren Sie unter www.krebstherapien.de). Für 60 Euro im Jahr wird man Mitglied und kann die Vorteile dieser Angebote nutzen. Hirneise berechnet keine zusätzlichen Gebühren für seinen Rat. Unter Krebspatienten scheint ein großer Bedarf nach unabhängigen Informationen zu bestehen, die in der medizinischen Welt fehlen.
Hirneise: „Die meisten Ärzte sind gute Experten, die ihren Patienten wirklich helfen wollen. Aber… sie arbeiteten in einem schlechten System. Denn woher bekommt ein Arzt letzten Endes seine Informationen? Zunächst einmal von den Universitätsprofessoren. Und wie wird man Professor? Indem man sich im Establishment seinen Weg nach oben arbeitet. Indem man wiederholt, was alle anderen bereits gesagt haben. Es gibt keinen anderen Weg, in einer wissenschaftlichen Gemeinde Professor zu werden. Nun besucht jeder Arzt regelmäßig Konferenzen zu seinem Fachgebiet. Ich war in den letzten drei Jahren nicht auf einer einzigen Konferenz, die nicht von der pharmazeutischen Industrie gesponsort wurde.
Und dann gibt es da Magazine und Fachzeitschriften. Sie sind voll mit Werbung von der pharmazeutischen Industrie. Da stellt sich die Frage, wem diese Magazine gehören. Es gibt nur eine mögliche Schlussfolgerung: In der konventionellen Medizin gehört Unabhängigkeit der Vergangenheit an.”

Hirneise ist ein großer Befürworter eines ganzheitlichen Ansatzes der Krebsbehandlung, die auch nicht-westliche Methoden beinhaltet:
"In all den Jahren, die ich in Krankenhäusern arbeitete, hörte ich nie jemanden von alternativen Wegen sprechen, Krebs zu behandeln. Der durchschnittliche Arzt weiß nichts von Krebstherapien in Russland, Indien, China oder Südamerika, nur als Beispiel. Wenn ich einen Doktor nach solchen Behandlungsmethoden frage, sagt er: ‚Wenn das funktionieren würde, hätte ich schon längst davon gehört.‘ Aber genau das ist der Punkt: Über diese Behandlungsmethoden wird nichts in den Magazinen veröffentlicht, die dieser Arzt liest. So hält sich das System selbst aufrecht. Onkologen wissen nichts darüber. Ganz ehrlich, ich denke das Wort “Onkologe” ist nicht angemessen für die meisten Ärzte, die sich mit Krebs beschäftigen. ‚Chemotherapeut‘ oder ‚Bestrahler‘ wären bessere Beschreibungen. Denn das ist oft alles, was sie tun.”

Copyright © 2003 Tijn Touber

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