Archiv der Kategorie: Alternativen

Krebstherapien abseits von Chemotherapie, Operation und Bestrahlung.

Therapieatlas: Ölziehen

therapieatlas_oelziehenMan nehme einen Teelöffel voll Pflanzenöl in den Mund und spüle diesen darin umher. Tara konnte es kaum glauben. Wie sollte das Herumkauen auf Öl die eigene Gesundheit verbessern? Das ergab keinen Sinn. Doch nachdem sie diese ungewöhnliche Therapie begonnen hatte, wandelten sich ihre Zweifel in Überzeugung.
„Ich fing mit dem Ölziehen vor sieben Monaten an“, erzählt Tara aus Melbourne, Australien. „Ich litt über 14 Jahre an chronischer Müdigkeit… ich war ans Bett gefesselt und in meiner Bewegung sehr eingeschränkt.“ Chronische Müdigkeit war nicht ihr einziges Problem, Tara litt auch an Fibromyalgie. „Ich hatte ständig Schmerzen und dachte sogar an Selbstmord“, so Tara. „Ich konnte kaum meine Zunge im Mund bewegen und laufen konnte ich auch nicht. Ich war so krank, so etwas dramatisches hatte ich vorher noch nicht erlebt.“

 

Disclaimer: Der Autor des Krebscafe ist kein Arzt und hat keine medizinische oder ähnliche Ausbildung. In der Reihe Therapieatlas werden Informationen aus unterschiedlichen Quellen gesammelt und es wird eine ganz persönliche Meinung des Autors darüber widergegeben. Diese Meinung stellt keine Empfehlung dar, sondern ist eine subjektive Einschätzung der gesammelten Daten. Sollten Sie eine der beschriebenen Therapien für sich in Erwägung ziehen, besprechen Sie dies bitte mit ihrem zuständigen Arzt oder Therapeuten

 

Ich bin ein großer Freund alternativer Therapien, auch und gerade bei schweren Krankheiten wie Krebs. Doch bin ich über die letzten Jahre auch kritischer geworden. Nicht alles, was sich alternative Therapie schimpft, ist auch wirklich sinnvoll oder hilfreich. Manche Therapien verdienen den Namen erst gar nicht und sind reine Zeitverschwendung; im schlimmsten Fall können sie sogar das Gegenteil dessen bewirken, was sie eigentlich erreichen sollen.
Beim Ölziehen (auch Ölkur, Ölsaugen oder Ölkauen genannt) war ich stets skeptisch, genauso wie Tara in dem Buch Ölziehkur von Dr. Bruce Fife. Vor allem die teils hanebüchenen Begründungen dafür, warum die Methode angeblich funktionieren sollte, ließen mich eher abschätzig auf das Ölziehen blicken. Doch dann stieß ich auf das Buch von Dr. Fife, der mir bereits durch seine Forschungsarbeit bzgl. der Heilkraft des Kokosöls ein Begriff war. Seine Sicht überzeugte mich und so fing ich selbst mit dem Ölziehen an. Doch bevor ich von meinen eigenen Erfahrungen berichte, möchte ich ein wenig mehr über die Grundlagen erzählen…

Die Geschichte des Ölziehens

Ölziehen hat seine Ursprünge im Ayurveda, einer traditionellen indischen Heilkunst. Das Halten bzw. Umherspülen verschiedener therapeutischer Mixturen im Mund, aus z.B. Pflanzenölen und -säften, Samenpasten oder sogar Kuhurin wurde zur Behandlung diverser Krankheiten angewandt. Ob die heutige moderne Version des Ölziehens im traditionellen Ayurveda auf eben gleiche Weise praktiziert wurde, erscheint ob der Vielfalt der ayurvedischen Anwendungen jedoch fraglich.

Ein weiterer Ursprung des Ölziehens liegt möglicherweise bei den sibirischen Schamanen, die es angeblich bereits seit über einem Jahrhundert praktizieren. Worauf diese Behauptung zurückgeht, ist nicht bekannt und es fehlen zuverlässige Quellen.

Wirklich bekannt wurde das Ölziehen erst in den 1990er Jahren. Es war ein ukrainischer Arzt mit dem Namen Dr. Fedor Karach, der diese Methode erstmals bei einer Konferenz der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine beschrieb und sie zur Heilung aller möglicher Krankheiten anpries. Doch erst ein indischer Oberstleutnant a. D. mit dem Namen Tummala Koteswara Rao machte das Ölziehen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Laut eigener Aussage konnten er und seine Frau sich damit von diversen Krankheiten heilen; darunter Allergien, Asthma, Schlaf- und Verdauungsstörungen, Arthritis und Migräne.

Nahezu zeitgleich kam das Ölziehen auch nach Deutschland. Hier wurde es 1991 im Mitgliederbrief der Fördergemeinschaft für Erfahrungsheilkunde Natur & Medizin besprochen. Außerdem erschien zum gleichen Thema ein Artikel in dem Münchener Magazin für Naturheilkunde Natur & Heilen. Seither verbreitet sich das Ölziehen immer schneller, auch dank des Internets, und wird auf der ganzen Welt angewendet.

Die Heilwirkung des Ölziehens – Was sagt die Wissenschaft?

Aus wissenschaftlicher Sicht ist leider noch nicht viel über das Ölziehen bekannt. Bisher gibt es nur etwa zehn Studien zu dem Thema und diese beziehen sich fast ausschließlich auf den Einfluss auf Mund- und Zahngesundheit. Über weitreichendere Effekte ist noch nichts erforscht worden.

Die erste überhaupt durchgeführte Studie stammt aus dem Jahr 2008 und beschäftigt sich mit der Wirkung des Ölziehens auf das für Zahnkaries verantwortliche Bakterium Streptococcus mutans. Für 10 Minuten pro Tag über einen Zeitraum von zwei Wochen spülten sich die Studienteilnehmer den Mund mit Sesamöl aus. Und tatsächlich konnten die Wissenschaftler eine reduzierte Anzahl von S. mutans in der Mundflora der Teilnehmer messen.

Der positivie Effekt des Ölziehens auf die Mundflora und Zahngesundheit konnte in den darauf folgenden Jahren mit weiteren Studien bestätigt werden: Ölziehen reduziert die Anzahl von potenziell schädlichen Mikroorganismen im Mund, es wirkt gegen Zahnfleischentzündungen, Karies, Plaque und Mundgeruch.

Die Heilwirkung des Ölziehens – Erfahrungsberichte

Während die wissenschaftliche Untermauerung des Ölziehens (noch) recht mager ausfällt, so kann die große Menge an positiven Erfahrungsberichten umso mehr überzeugen. Allein die über 300 Rezensionen zu Dr. Bruce Fifes Buch auf Amazon.com legen den Schluss nahe, dass am Ölziehen etwas dran sein muss. Noch mehr Berichte finden sich in Tiefen des Internets. Die Liste der Krankheiten und Symptome, die laut den Anwendern gelindert oder sogar geheilt werden können, ist lang:

  • Akne, Ausschläge und andere Hauterkrankungen
  • Allergien
  • Arthritis
  • Asthma
  • Bronchitis
  • Chronische Müdigkeit
  • Colitis
  • Diabetes mellitus
  • Fibromyalgie
  • Hämorrhoiden
  • Hoher Blutdruck
  • Kopfschmerzen
  • Magengeschwüre
  • Migräne
  • Morbus Crohn
  • Mundgeruch
  • Nacken- und Rückenschmerzen
  • Parodontose
  • Schlafprobleme
  • Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)
  • Verstopfung
  • Zahnfäule
  • Zahnfleischbluten
  • u. v. m.

Die offensichtlichste und am schnellsten eintretende Wirkung zeigt sich gemeinhein bei der Mundhygiene; fast alle Anwender berichten von weißeren Zähnen, einem frischeren Atem, gesund aussehendem Zahnfleisch und weniger Zahnfleischbluten.

Die indische Zeitschrift Andhra Jyoti veröffentlichte 1996 einen Umfrage unter Anwendern des Ölziehens. Von 1.041 Teilnehmern berichteten 927 (89 %), von mindestens einer Erkrankung komplett geheilt worden zu sein. Darunter vor allem Schmerzen im Körper, Nacken und im Kopf, Allergien und Atemwegserkrankungen, Haut- und Verdauungsprobleme, Arthritis, Gelenkschmerzen, Diabetes, Hämorrhoiden und hormonelle Probleme. Aber auch Menschen mit schweren Erkrankungen wie Krebs, Kinderlähmung oder Lepra schienen von der Ölziehkur zu profitieren.

2005 führte der Streichholzhersteller Pioneer Match Industries eine Studie unter etwa 150 Mitarbeiterinnen durch. Ihnen wurde von der Firma kostenfrei Öl zur Verfügung gestellt. Nach 25 Tagen berichteten die Frauen von ihren Erfahrungen mit dem Ölziehen: 16 % berichteten von sehr guten, 40 % von guten und 39 % von mittelmäßigen Erfolgen mit der Methode. Nur 7 Mitarbeiterinnen (5 %) berichteten, keinen Effekt durch das Ölziehen erfahren zu haben. Aufgrund der möglichen Langzeiteffekte des Ölziehens wäre die Studie vermutlich noch positiver ausgefallen, wenn sie länger angedauert hätte.

Warum funktioniert das Ölziehen?

In der Literatur und im Internet werden alle möglichen Gründe für die Wirkung des Ölziehens beschrieben. Allen voran die Annahme, durch das Ölziehen würden Giftstoffe aus dem Körper gesaugt. Es mag sein, dass über die Speicheldrüsen während des Ölziehens solch ein Prozess stattfindet, doch die für mich stimmigste Erklärung für die heilsame Wirkung dieser Methode habe ich im bereits oben erwähnten Buch von Dr. Fife gelesen. Darin schreibt er kurz und knapp: Orale Keime lösen Infektionen aus und können die Körperchemie durcheinander bringen. Die Verringerung der Keime führt somit zu einer Verbesserung der Beschwerden und der zugrunde liegenden Erkrankungen. Die Keime bleiben in dem dickflüssigen Öl hängen und werden nach dem Ölziehen ausgespuckt. Durch die zähe Konsistenz und das Umherziehen des Öls werden sogar Mikroorganismen aus den Zahnfleischtaschen und Zahnzwischenräumen aufgenommen. Zudem verfügen einige Pflanzenöle über antibakterielle, antivirale und antifungale Eigenschaften.

Es ist somit nicht verwunderlich, dass die meisten Anwender des Ölziehens zunächst einmal eine Verbesserung im Mundraum feststellen (s.o.). Denn hier wirkt die Methode unmittelbar, indem sie Mund und Zähne von Bakterien befreit. Doch sind es gerade die Heilungen von Krankheiten, die auf den ersten Blick nichts mit der Mundflora zu tun haben, die das Ölziehen als Therapie so interessant machen.

Die Theorie der Fokalinfektion

Im Jahr 1923 veröffentlichte der Zahnarzt und Ernährungsmediziner Weston A. Price in zwei Bänden eine Abhandlung über die so genannte Fokalinfektion. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung von Organen oder anderen entfernten Körperteilen, die durch einen Herd, wie z.B. entzündete Mandeln oder Zähne, hervorgerufen werden kann. Dr. Price beobachtete, dass vor allem wurzelbehandelte Zähne auch nach erfolgreicher Behandlung noch infektiös sein und Probleme im Körper des Patienten verursachen konnten.

Obwohl die Theorien des Dr. Price in den folgenden Jahren durch zahlreiche Experimente und Studien bestätigt wurden, geriet das Thema bereits in den 40er Jahren mehr oder weniger in Vergessenheit. Die wissenschaftiche Gemeinschaft war noch nicht vollends überzeugt. Weiterhin machte die Entdeckung des Penicillins und anderer Antibiotika eine schnelle und erfolgreiche Behandlung diverser Infektionen möglich. Das Wie und Warum einer Infektion schien dadurch weniger relevant.

Erst zur Jahrtausendwende wurde die Fokalinfektionstheorie wiederbelebt. Zahlreiche Studien erschienene in medizinischen Fachzeitschriften und in relativ kurzer Zeit wurde aus der Theorie eine bewiesene Tatsache: Die Forscher stellten einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Mundflora und diversen Erkrankungen fest. Darunter u.a. Herz-Kreislauferkrankungen, Arteriosklerose, Arthritis, Lungeninfektionen, Osteoporose, Diabetes und sogar Früh- oder Fehlgeburten. Auch bei Krebs könnte die Mundflora eine Rolle spielen.

Anhand der Fokalinfektionen wird auch klar, warum sich die volle Kraft des Ölziehens bei vielen Anwendern oft erst nach Wochen, Monaten oder vielleicht sogar Jahren zu zeigen scheint: Die Eliminierung von Baktieren aus dem Mund und somit dem ganzen Körpersystem stellt laut Dr. Fife eine Entlastung dar, die Krankheiten mit der Zeit verhindern, lindern oder sogar heilen kann.

Ölziehen in der Praxis

Wie funktioniert nun das Ölziehen genau? Zunächst einmal sollte man sich für ein Öl entscheiden, das man zum Ziehen benutzen möchte. Ursprünglich wurde häufig Sesamöl verwendet, da es eine besondere Stellung in der ayurvedischen Medizin hat. Auch Sonnenblumenöl wird häufig empfohlen. Tatsache ist jedoch, dass fast sämtliche Pflanzenöle funktionieren.

Ich persönlich bin ein großer Fan des Kokosöl, da es nicht nur erwiesenermaßen wirksam gegen viele Viren, Bakterien und Pilze ist, sondern noch weitere Bestandteile enthält, die gesundheitsfördernd sind. So z.B. eine Reihe fettlöslicher Vitamine, wie Vitamin E, das antioxidativ in der Haut wirkt (vermutlich ein Grund, warum so viele Menschen auf Kokosöl als natürliches Hautpflegemittel schwören). Wer sich einen Überblick über die Forschung zu diesem Wundermittel machen möchte, sei auf die umfangreiche Studiensammlung von Dr. Fife verwiesen.

Hat man sich für ein Öl entschieden (man kann auch zwischen verschiedenen Ölen abwechseln), beginnt der eigentlich Akt des Ölziehens:

  1. Man nehme einen Tee- bis Esslöffel Öl in den Mund; am besten morgens auf nüchternen Magen.
  2. Nun spült und zieht man das Öl für etwa 20 Minuten ganz entspannt im Mund hin und her; durch die Zahnzwischenräume, in den Backen, über und unter die Zunge usw.
  3. Das Öl sollte jedoch nicht gegurgelt werden, da hierbei die Gefahr besteht, dass man es verschluckt. Dies sollte man aufgrund der Keimbelastung des Öls unbedingt vermeiden.
  4. Zunächst ist das Öl recht zäh und dick, wird jedoch mit der Zeit immer dünnflüssiger und leichter zu ziehen.
  5. Nach 20 Minuten spuckt man das Öl aus und spült sich ordentlich den Mund mit Wasser aus.
  6. Zu guter letzt kann man sich je nach Tageszeitpunkt die Zähne putzen oder einfach ein Glas Wasser trinken.

Noch einige Hinweise:

  • Sollte man zuviel Öl in den Mund genommen haben, kann man einfach einen Teil ausspucken.
  • Gleiches gilt für den Fall, dass sich ein Würgereflex einstellt. Das passiert nicht selten, legt sich jedoch mit der Zeit. In diesem Fall kann man auch einfach ein anderes Öl ausprobieren.
  • Während des Ölziehens sollte man hin und wieder auch den Kopf anheben, um auch den hinteren Mundbereich mit dem Öl zu spülen.
  • Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich nach dem Ölziehen Schleim im Hals oder in der Nase sammelt. Dies scheint ein gutes Zeichen zu sein. Vor allem dann, wenn man unter Nasennebenhöhlenbeschwerden o. dgl. leidet.
  • Noch schneller und wirksamer ist das Ölziehen vermutlich, wenn man es 2-3mal täglich durchführt.

Nebenwirkungen

Viele Menschen berichten von Heilkrisen in den ersten Tagen oder Wochen der Anwendung: Vermehrte Schleimbildung und -ausfluss aus Nase oder Rachen, grippeähnliche Symptome, Zahnschmerzen, das Aufflammen alter Hauterkrankungen oder anderer Symptome. In der Regel verschwinden diese nach wenigen Tagen wieder. Eventuell handelt es sich dabei um eine so genannte Jarisch-Herxheimer-Reaktion; eine „Reaktion des Körpers auf Bakteriengifte (Endotoxine), die durch den therapiebedingten Zerfall einer großen Menge von Erregern entstehen und zur Freisetzung von Entzündungsbotenstoffen führen“ (Quelle: Wikipedia). In diesem Fall wird gemeinhin empfohlen, dem Körper die nötige Ruhe zu gönnen, viel Wasser zu trinken und evtl. Bäder zu nehmen. Im Zweifelsfall sollte man einen Arzt zu Rate ziehen.

Unter den wenigen wissenschaftlichen Veröffentlichungen zum Thema Ölziehen wird von dem Fall einer 56-jährigen Patientin berichtet, die nach einer Reihe von Lipidpneumonien, einer speziellen Form der Lungenentzündung, im Krankenhaus erscheint. Nach Befragung gab die Patientin an, das Ölziehen zu praktizieren. Die Ärzte kamen zu dem Schluss, dass sie während des Ölziehens mikrobenverseuchtes Öl eingeatmet haben müsse. Nach Absetzen der Ölziehkur traten keine Pneumonien mehr auf.

Weitere Nebenwirkungen können durch eine allergische Reaktion auf das verwendete Öl auftreten. Kokosöl bspsw. wird nicht von allen Menschen gut vertragen. Hier sollte man Vorsicht walten lassen und Zweifelsfall das Öl wechseln oder die Kur abbrechen.

Meine persönlichen Erfahrungen

Meine eigenen Erfahrungen mit dem Ölziehen sind bisher sehr positiv. Aussagen über die Langzeitwirkung kann ich jedoch noch nicht machen, da ich das Ölziehen erst seit etwa einem Monat praktiziere.

Der allererste spürbare Effekte des Ölziehens ist ein sehr sauberes Gefühl im Mund. Wenn ich mit der Zunge über die Zähne streiche, fühlen sich diese schon glatt und weich an. Der vor allem morgens oder abends stets vorhandene rauhe Zahnbelag ist verschwunden. Vielleicht eine Folgeerscheinung dessen ist, dass ich morgens keinen Mundgeruch mehr habe und mit einem frischeren Gefühl im Mund aufwache.

Der eigentliche Grund, für meine Ölziehkur, war eine Antibiotikabehandlung, während der sich meine Zähne rapide gelb färbten und dunkle Ränder bekamen. Nach einigen Tagen des Ölziehens wurden meine Zähne sichtbar weißer und auch die Ränder reduzierten sich. Weiterhin bilde ich mir ein, dass sich das Zähnefleisch wieder über die ehemals teils freiliegenden Zahnhälse legt; ein Effekt, von dem viele Anwender berichten.

Deutlich reduziert hat sich meine Empfindlichkeit gegenüber süßen und sauren Lebensmitteln. Früher waren meine Zähne nach dem Verzehr von z.B. Zitrusfrüchten oder Äpfeln oft empfindlich und schmerzten beim Kauen. Dieses Problem ist komplett verschwunden. Auch die hin und wieder auftauchenden Blutbläschen im Mund, die ich beim Verzehr bestimmter Nahrungsmittel, wie z.B. Walnüssen bekam (allergische Reaktion?), ist viel seltener geworden.

Wenige Tage nach Beginn der Ölziehkur kam es zudem zu körperlichen Erscheinungen, die man vielleicht als Heilkrise bezeichnen könnte: Bereits bei den ersten Mundspülungen mit dem Kokosöl hatte ich empfindlicheres Zahnfleisch, was sich durch leichtes Zahnfleischbluten nach dem Zähneputzen zeigte. Dieses Symptom ist jedoch nach wenigen Tagen komplett verschwunden.
Weiterhin flammte plötzlich eine alte Hautgeschichte wieder auf, die mich jetzt für einige Monate in Ruhe gelassen hatte. Es handelt sich dabei um ein so genanntes Dishydrotisches Ekzem, dass mich seit über 15 Jahre immer mal wieder heimsucht. Dabei entstehen kleine juckende Bläschen an den Füßen, die mich in den Wahnsinn treiben und mir sogar den Schlaf rauben.

Wenige Tage nach dem Beginn der Ölziehkur entwickelte sich eine Dishydrosis, wie ich sie noch nie zuvor erlebt hatte; ein ganzes Wochenende lang juckten meine Füße und hielten  mich nachts wach. Danach klang das Ekzem innerhalb weniger Tag vollständig ab und ist seither verschwunden. Ob es sich dabei um eine Reaktion auf das Ölziehen handelt und das Ekzem nun dauerhaft geheilt ist, kann ich leider noch nicht sagen. Allerdings habe ich bereits seit 3 Wochen meine Ruhe und das trotz hoher Temperaturen und dem ein oder anderen Ausrutscher in meiner Ernährung (beides Garanten für ein Aufflammen der Dishydrosis).

Ein sehr auffälliges Ergebnis meiner Ölziehkur ist zudem der verbesserte Sonnenschutz meiner Haut. Früher bekam ich im Hochsommer bereits nach 5-10 Minuten Sonneneinstrahlung einen Sonnenbrand. In diesem Sommer, der zugleich der heißeste ist, den ich je erlebt habe, kann ich locker 20-30 Minuten in der prallen Sonne sitzen, ohne rot zu werden. Stattdessen bin ich so braun, wie noch nie zuvor. Eine Erfahrung, mit der ich offensichtlich nicht allein bin, wie dieser Forenbeitrag zeigt.

Dass bei all dem auch noch deutlich mehr Energie und weniger Heißhunger auf Süßes habe, könnte auch mit diversen Veränderungen in meinem Leben zu tun haben, über die ich noch an anderer Stelle berichten werde. Doch wer weiß, vielleicht trägt das Ölziehen ja dazu bei.

Fazit

Insgesamt überzeugt mich das Ölziehen. Vor allem die vielen positiven Erfahrungs- und  Heilungsberichten, die man im Internet und in der einschlägigen Literatur findet, scheinen die Effektivität des Ölziehens zu bestätigen. Allerdings – und das ist in dieser Hinsicht der einzige Wermutstropfen – stammen die wirklich spektakulären Heilungsberichte fast allesamt aus wenigen Quellen. Das macht sie natürlich anfälliger für eventuelle Fälschung, denn theoretisch kann jeder auf seiner Website falsche Behauptungen aufstellen. Doch zumindest im Fall des Dr. Bruce Fife, bin ich ziemlich sicher, dass es sich auf seiner Website und in seinem Buch um authentische Erfahrungsberichte handelt. Dr. Fife hat sich bereits durch seine Forschungen zum Kokosöl einen Namen gemacht und stützt sich dabei vornehmlich auf wissenschaftliche Studien.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich noch, dass auch das Ölziehen kein Allheilmittel ist. In keinem Fall sollte es als Ersatz für eine medizinische Therapie angesehen werden. Es kann höchstens ein zusätzlicher Therapiebaustein sein, um den Körper in seinem Heilungsprozess zu unterstützen. Die Vorteile des Ölziehens liegen darin, dass es wenig kostet, einfach durchzuführen und relativ sicher ist.

Weiterführende Links

Quellen

Bildquellen

Vorsicht: Alltagschemikalien können Krebs verursachen

© esignus, fotolia.com

© esignus, fotolia.com

Wer an Krebs leidet oder ihm vorbeugen möchte, ist gut beraten, nicht nur die Ernährung umzustellen, sondern auch auf den Inhalt der verwendeten Pflege-, Putz- und anderen Mittel zu achten. Zwar sind die Grenzwerte hierzulande recht niedrig, doch können bestimmte Chemikalien auch unterhalb dieser als sicher eingestuften Werte oder im Verbund miteinander das Krebsrisiko erhöhen. Das bestätigt eine neue umfangreiche Studie.

Eine Gruppe von 200 Wissenschaftlern aus über 28 Nationen hat über drei Jahre lang die Effekte von 85 weitverbreiteten Chemikalien studiert und diese mit Mechanismen verglichen, die bekanntermaßen das Krebswachstum begünstigen. Unter den Chemikalien befinden sich übliche Verdächtige, wie das in Plastikverpackungen oder -flaschen enthaltene Bisphenol A, das Breitband Insektizid Rotenon, das in der Landwirtschaft eingesetzte Paraquat oder Triclosan, das als antibakterielles Mittel in zahlreichen Pflege- und Putzmitteln eingesetzt wird.

Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass viele der untersuchten Chemikalien selbst unterhalb der Grenzwerte die Funktionsweise der Körperzellen beeinträchtigen und so potenziell krebsfördernd wirken. Darunter befinden sich auch Stoffe, die für sich allein genommen keine Gefahr darstellen, jedoch im Verbund mit anderen Chemikalien genetische Mutationen auslösen können, wie z.B. das in der Industrie und Medizin eingesetzte EDTA.

William Bisson, einer der an der Studie beteiligten Wissenschaftler, merkt dazu an, dass der Fokus bei der traditionellen Risikobewertung normalerweise auf einzelnen Chemikalien oder Prozessen liegt. Dadurch würde das Krebsrisiko bestimmter Stoffe unterschätzt. „Krebs […] folgt mehrstufigen Entwicklungsmustern und hat in den meisten Fällen eine längere Latenzzeit. Daher muss er aus einer Richtung angegangen werden, die die Komplexität dieser Muster in Betracht zieht.“, so Bisson.

Seit meiner Krebserkrankung meide ich weitestgehend konventionelle Pflege- und Haushaltsmittel; Duschgel und Seifen kaufe ich im Bioladen, Putz- und Waschmittel nur von Herstellern, die bekanntermaßen auf gefährliche Zusatzstoffe verzichten. Unter den folgenden Links finden Sie weitere Informationen dazu.

Weiterführende Links

Fasten – Reboot des Immunsystems


by markusspiske

Leser dieser Webseite wissen, dass ich ein großer Verfechter des (intermittierenden) Fastens bin. Zahlreiche gesundheitliche Effekte sind mittlerweile wissenschaftlich erwiesen. Darunter eine erhöhte Effizienz von Chemotherapien, der Schutz vor neurodegenerativen Erkrankungen und die Bereinigung unserer Zellen von alten und defekten Zellbestandteilen (Autophagie).

Eine neue gesunde Facette des Fasten fördert eine sehr interessante Studie aus dem Jahr 2014 zutage: wiederholte Fastenphasen von zwei bis vier Tagen bewirken einen Reboot des Immunsystems und schützen vor den negativen gesundheitlichen Auswirkungen einer Chemotherapie. Während der Fastenphase kommt es zunächst zu einer Verringerung bestimmter Immunzellen, den so genannten weißen Blutkörperchen oder Leukozyten. Sie tragen wesentlich dazu bei, den Körper vor unverträglichen Stoffen und Krankheitserregern zu schützen. Das Fasten bereinigt den Körper von alten, beschädigten Immunzellen und triggert die Regeneration neuer, funktionstüchtiger Zellen. Weiterhin stellten die Wissenschaftler fest, dass ein dreitägiges Fasten vor einer Chemotherapie die toxischen Effekte durch die Krebsmedikamente (Zytostatika) verringerte.

Eine weitere Studie aus dem gleichen Jahr kommt zu dem Ergebnis, dass Fasten vor Diabetes schützen kann. In den sechs Wochen nach einer Fastenphase kam es bei den Studienteilnehmern nämlich zu einem Abbau des „schlechten“ LDL-Cholesterins. Die Wissenschaftler vermuten, dass der Körper aufgrund des Nahrungsentzugs als alternative Energiequelle u.a. dieses Cholesterin aus den Fettzellen heranzieht. In Folge wird die Insulinresistenz, wie sie bei Typ 2-Diabetes und seinen Vorstadien auftritt, reduziert.

Übrigens lassen sich die positiven Effekte des Fastens auch ohne Fasten erzeugen und mithilfe einer zeitweisen ketogenen Ernährung erzielen. Dazu an anderer Stelle mehr.

Raucher sollten Knoblauch essen

 

Sind wir ganz ehrlich: Raucher sollten aufhören zu rauchen. Doch selbst dann bleibt ihnen ein erhöhtes Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Und auch Nichtraucher sind keineswegs davor gefeit. Neben dem Verzicht auf den Glimmstengel sollten also weitere Maßnahmen in Betracht gezogen werden, um das Lungekrebsrisiko senken. Laut einer neuen chinesischen Studie minimiert beispielsweise roher Knoblauch das Risiko um satte 44 %. Bei Rauchern immerhin noch um 30 %. Das Krebscafe hat ein paar Tipps, wie sich roher Knoblauch elegant einnehmen lässt.

Doch zunächst zu den Studienergebnissen: In ihrer Studie verglichen die chinesischen Forscher fast 1.500 Lungenkrebspatienten mit etwa 4.500 gesunden Personen. Diejenigen unter den Studienteilnehmern, die mindestens zweimal pro Wochen rohen Knoblauch zu sich nahmen, wiesen dabei ein wesentlich geringeres Risiko auf, an Lungenkrebs zu erkranken. Selbst dann, wenn es sich um Raucher handelte oder um Personen, die regelmäßig den Dämpfen von heißem Bratfett ausgesetzt waren (ein weiterer Risikofaktor für Lungenkrebs).

Die Gründe dafür wurden in der Studie nicht erforscht. Doch könnte das durch zerdrücken oder zerschneiden des Knoblauchs austretende Allicin dafür verantwortlich sein. Allicin wirkt selbst verdünnt noch hoch antibaktertiell und hat eine nachgewiesene zytotoxische Wirkung. In Versuchen mit Mäusen konnten damit Lymphomkrebszellen recht zuverlässig abgetötet werden.

Egal ob Raucher oder nicht, die krebshemmende Wirkung von Knoblauch scheint enorm groß. Übrigens gibt es einen Trick, wie man sich das rohe Lauchgewächs recht elegant und ohne große Geschmacksverwirrung einverleiben kann: man schneide eine Zehe in kleine Würfel. Diese schlucke man nun portionsweise, ähnlich wie Medikamentenpillen, mit etwas Wasser hinunter. Diese Form der Einnahme scheint auch die Knoblauchfahne deutlich zu reduzieren. Außerdem ist Allicin ein sehr flüchtiger Stoff und die direkte Einnahme nach dem Zerschneiden/Zerdrücken könnte die Aufnahme eventuell positiv beeinflussen.

Weiterführende Links & Quellen

Bildquellen

Neuer Wirkmechanismus von Vitamin C könnte auch bei Krebs helfen

Der zweifache Nobelpreisträger und Friedensaktivist Linus Pauling gilt als Ikone der alternativen Krebstherapie. Er ist Begründer der orthomolekularen Medizin, also der hochdosierten Verwendung von Vitaminen und Mineralstoffen zur Vermeidung und Behandlung von Krankheiten. Pauling war ein überzeugter Anhänger des Vitamin C. Er sah sogar die Möglichkeit, damit Krebs zu heilen. Obwohl seine Forschung in diesem Bereich vom größten Teil der Mediziner nicht angenommen wurde, scheint die hochdosierte Vitamin C-Therapie bei Krebs doch immer wieder erfolgreich zu sein. Durch Zufall sind Wissenschaftler der University of California, San Francisco, nun auf einen wichtigen Wirkungsmechanismus des Vitamins gestoßen, der auch für die Krebstherapie bedeutend sein könnte.

Zumindest bei den Stammzellen von Mäusen spielt das Vitamin eine Rolle dabei, ob bestimmte für das Wachstum relevante Gene an- oder ausgeschaltet werden. Genauer gesagt wirkt Vitamin C auf bestimmte Enzyme, die so genannten TET, welche sozusagen die Bremsen lösen, die das Ablesen bestimmter Gene verhindern. Das klingt kompliziert, lässt sich aber recht einfach erklären.

Wer schaltet die Gene an und aus?

Nachdem Wissenschaftler die Gene entdeckten und sich ihrer Bedeutung bewusst wurden, gingen einige von ihnen zunächst fälschlicherweise davon aus, dass die Gene unser unabänderliches Schicksal bestimmen. Mit der Zeit fand man jedoch heraus, dass die Art und Weise, wie unsere Gene auf unser Leben und unsere Gesundheit wirken, von Faktoren mitbestimmt werden, die sehr wohl veränderlich sind und in unseren Händen liegen. Daraus entwickelte sich der Bereich der Epigenetik.
Ein wichtiger Wirkmechanismus dieser Epigenetik ist die DNA-Methylierung. Sie bestimmt, welche Gene an- oder ausgeschaltet werden und somit im gegebenen Augenblick überhaupt "wirken" können. Dabei wird, vereinfacht gesagt, ein bestimmtes Molekül (Methylgruppe) an eine wichtige Steuereinheit der DNA geheftet und kann das Gen somit inaktivieren – bei dem Molekül handelt es sich sozusagen um einen chemischer "Ausschalter" für das Gen.

DNA-Methylierung und Krebs

In den vergangenen Jahren ist die DNA-Methylierung immer mehr auch in den Fokus der Krebswissenschaftler gerückt, denn man geht davon aus, dass sie – ein ansonsten normaler und lebenswichtiger Prozess – auch bei der Krebsentstehung eine Rolle spielt. Nämlich dann, wenn durch das Andocken des oben beschriebenen Ausschalters wichtige Schutzmechanismen einer Zelle lahmgelegt werden, die z.B. die Zellteilung hemmen (ein Tumor bedeutet unkontrollierte Zellteilung).

Genau hier setzt Vitamin C offensichtlich an: es hilft über Umwege dabei, das Ausschalter-Molekül, also die Methylgruppe, wieder von der DNA zu lösen und ein Ablesen des entsprechenden Gens zu erlauben. Sollte sich die Vermutung der Wissenschaftler bewahrheiten und dies nicht nur bei embryonalen Stammzellen von Mäusen, sondern auch bei adulten Stammzellen von Menschen und bei den Genen der Fall sein, die durch die DNA-Methylierung die Krebsentstehung bedingen, dann könnte Linus Paulings Traum eines Tages wahr werden. Denn dann würde das Vitamin C seinen wohlverdienten Platz in der Krebstherapie einnehmen und vielleicht eines Tages zum Standardrepertoire eines jeden Onkologen gehören.

Als kleine Randbemerkung sei erlaubt, dass Linus Pauling etwa 18 Gramm Vitamin C täglich zu sich nahm. Er starb zwar an Prostatakrebs, jedoch erst mit 93 Jahren. Er galt bis ins hohe Alter als "rüstig und geistig rege".

Quellen und weiterführende Links

Bildquellen

Angelina Jolie – weise Entscheidung oder Irrsinn?

Der folgende Artikel über die kürzliche Entscheidung der Schauspielerin Angelina Jolie, sich beide Brüste amputieren zu lassen, stammt von der Autorin und Krebs-Coachin Dr. Janey. Er erschien erstmals auf Ihrer Homepage Cancer Alive. Dank Ihrer freundlichen Genehmigung erscheint er nun übersetzt im Krebscafe. Weitere Informationen zu den Büchern und Coachings von Dr. Janey, finden Sie am Ende des Artikels.

Boulevardzeitungen und -magazine waren ganz aus dem Häuschen als die Hollywood-Schauspielerin kürzlich offenbarte, dass sie sich für eine beidseitige Mastektomie (Brustamputation) entschieden hatte, um ihr Risiko zu reduzieren, an Krebs zu erkranken. Bedenkt man ihren hohen Bekanntheitsgrad, so haben ihre Handlungen weitreichende Konsequenzen unter den Millionen von Fans auf der ganzen Welt. Doch wie weise war diese Entscheidung, eine so radikale Operation an einem ansonsten so gesunden Körper durchzuführen, tatsächlich?

Ihre Ärzte rieten Angelina dazu, da bei ihr aufgrund einer mutierten Form des BRCA1-Gens ein 87-prozentiges Risiko bestand, an Brustkrebs zu erkranken. Würde sie sich für eine beidseitige Brustamputation entscheiden, würde dieses Risiko auf unter 5 % sinken. In Anbetracht dieser Statistik ist es nicht überraschend, dass sie sich für die Operation entschied.

Geht man der Sache allerdings etwas auf den Grund, erfährt man, dass die Angabe von 87% von eben jener Firma stammt, die den Test für die Identifikation des mutierten BRCA1- und BRCA2-Gens entworfen hat, und die Millionen an dieser jüngsten Publicity-Welle verdienen könnte. Und was noch bedenklicher erscheint: genau diese Firma, deren profit-getriebene Motivation diese Statistik erzeugt hat, erlaubt es anderen medizinischen Labors nicht, ihre Testergebnisse zu überprüfen.

Nach Angaben des Zentrums für Krankheitskontrolle und Prävention haben tatsächlich nur 3-5% der an Krebs erkrankten Frauen ein mutiertes BRCA1-Gen. Weiteren Mut sollten Frauen aus der Tatsache schöpfen, dass dies nicht bedeutet, dass 3-5% aller Brustkrebspatientinnen dieses Gen von ihren Eltern oder Großeltern vererbt bekommen haben.

In Wahrheit hat unsere Umwelt einen weitaus größeren Einfluss auf unsere Genmutationen als es Vererbungsfaktoren haben. Es konnte nachgewiesen werden, dass echte Vererbung von "schlechten Genen" nur in etwa unter 5% der Fälle auftritt, während schädliche Umweltfaktoren zu einem Anteil von über sage und schreibe 95% zu einer Genmutation beitragen. *

Das sind natürlich großartige Neuigkeiten für uns, denn wir haben auf folgende Weise Kontrolle über diese Umweltfaktoren:

A) Wir können wählen, welche Art von Nahrung, wir uns zuführen und können uns dafür entscheiden, jene zu vermeiden, die verseucht ist mit Hormonen, Antibiotika, Herbiziden, Pestiziden etc.
B) Wir können uns sowohl über der Produkte schlau machen, die wir auf unsere Körper anwenden, als auch über die, die sich in unserer häuslichen Umgebung befinden. Und wir können dabei jene vermeiden, die schädliche Chemikalien und Konservierungsstoffe beinhalten, welche als Krebserreger bekannt sind.
C) Wir können lernen, unseren Körper zu reinigen und zu entgiften, was im Zuge dessen einen gesunden Boden schafft, auf dem es keinen Platz für Krebs gibt.
D) Wir können auch lernen, unsere emotionalen Muster weiser auszuwählen; ein wichtiger, jedoch oft übersehener Faktor, der zu Krankheiten aller Art, wie auch Krebs, beiträgt.

All diese oben genannten Faktoren haben einen Einfluss auf unseren zellulare Umgebung und letztendlich auf die Sauerstoffzufuhr unseres körperlichen Gewebes. Wie der Nobelpreisträger Otto Warburg sowie zahlreiche andere angesehene Ärzte und Wissenschaftler nachgewiesen haben, ist es der Entzug von Sauerstoff auf zellularer Ebene, der letztendlich dazu führt, dass Gene  mutieren und Krebszellen entstehen lassen. Wenn wir demnach lernen, diese Umweltfaktoren anzugehen, dann behandeln wir damit auch die Sauerstoffzufuhr unseres Gewebes und reduzieren damit gleichzeitig unser Risiko, an Krebs zu erkranken!

Wenn wir daher Frauen als Beispiele heranziehen, die in mehr als einer Familiengeneration Krebs diagnostiziert bekommen haben, und dies als Beweis anführen, dass Brustkrebs vererbar ist, ziehen wir falsche Schlüsse. Das Brustkrebsrisiko, das von einer zur nächsten Generation weitergegeben wird, beruht selten auf wahrer genetischer Vererbung, sondern vielmehr auf einer "Vererbung" ähnlicher nicht-konstruktiver Ernährungsgewohnheiten, Lebensstile und emotionaler Muster.

Leider ist dieser falsche Schluss, Brustkrebs wäre hauptsächlich eine Sache der Vererbung "schlechter Gene", ein folgenschwerer. Er lässt viele Frauen mit dem Gefühl zurück, sie seien hilflose Opfer ihrer eigenen Genetik, was wiederum ganz eigene fatale Konsequenzen hat. Sich der gefühlten Tatsache ergebend, dass Brustkrebs ihr wahrscheinliches Schicksal ist, versäumen es viele Frauen bezüglich der zahlreichen Umweltfaktoren, die eine signifikante Rolle bei der Krebsvorbeugung spielen, aktiv zu werden.

Eine weitere Konsequenz für viele Frauen, die mit diesem Glauben an die genetische Vorbestimmung für Brustkrebs leben, ist vielleicht noch folgenschwerer. Wenn wir die Kraft unseres Geistes verstehen und lernen, wie wir unsere eigene Realität durch die Auswahl unserer Gedanken erzeugen, erkennen wir, dass eben jene Frauen, die von ihrem Schicksal überzeugt sind, eines Tages Brustkrebs diagnostiziert zu bekommen, ihre Gedanken ungewollt in einer zutiefst schädlichen Weise nutzen, nämlich um die Bühne für die Realität vorzubereiten, die sie am meisten fürchten!

Und als wäre das nicht schlimm genug, erleben wir den Fehler dieser gewählten Brustamputationen dann, wenn die Frauen, die sich dieser verstümmelnden Operation unterziehen, trotzdem dem Krebs erliegen. Warum? Ganz einfach, weil Krebs nicht gleich Tumor bedeutet! Der Tumor ist nur ein Symptom, und das Symptom (Tumor) – oder in diesem Fall das Gewebe, das den Tumor wahrscheinlich beherbergen wird – zu entfernen, schießt völlig am Ziel vorbei. Die wahre Krankheit ist der Mangel an Sauerstoff, und genau hierauf sollten wir uns konzentrieren.

Andreas Moritz fasst das Thema Gene und Krebs vielleicht am besten zusammen, wenn er sagt: "Krebs war immer eine extrem seltene Krankheit, außer in den Industrienationen während der letzten 40-50 Jahre. Menschliche Gene haben über tausende von Jahren nicht wesentlich geändert. Warum sollten sie sich jetzt so drastisch ändern, und plötzlich Unmengen von Menschen töten?……jeder gute Genforscher würde ihnen erzählen, dass so ein Glaube jeder Logik entbehrt und schlicht unwissenschaftlich ist." **

Zusammenfassen kann man sagen: sich auf die Genetik zu verlassen, um das eigene Risiko für Brustkrebs einzuschätzen, hat nicht nur ernste Konsequenzen, es ist auch wissenschaftlich nicht haltbar.

Wie unendlich besser ist es daher zu wissen, dass man die Umweltfaktoren, die das Risiko beeinflussen, an Brustkrebs (oder einem anderen Krebs) zu erkranken, selbst bestimmt. Im Gegensatz zu einem Leben voller Angst, dass man das nächste Opfer des genetischen Würfelspiels werden könnte.
 

Dr. Janey ist Krebs-Coach und Autorin. Auf ihrer Homepage Cancer Alive finden sich weitere spannende und informative Artikel, sowie eine Übersicht über das von ihr empfohlene 7-Punkte-Programm bei Krebs. Weiterhin findet sich dort ein Shop mit verschiedenen Produkten, wie z.B. ihrem Buch You Can Heal Yourself From Cancer Now! (auch als eBook erhältlich).

* Anm. d. Krebscafes: Das National Cancer Insitute (NCI) schreibt dazu auf seiner Website:
"Es ist wichtig zu bedenken, das die meiste Forschung bezüglich BRCA1 und BRCA2 an großen Familien mit vielen von Krebs betroffenen Individuen durchgeführt wurde. Schätzungen bzgl. mit BRCA1- und BRCA2-assoziertem Brust- und Eierstockkrebs wurden aus den Studien an eben diesen Familien erstellt. Da Familienmitglieder einen Teil ihrer Gene, und oft auch ihres Umfelds, weitergeben, ist es möglich, dass ein großer Teil der Krebsfälle in diesen Familien teilweise auf anderen genetischen oder umgebungsbedingten Faktoren beruht. Demzufolge könnten die Risikobewertungen, die auf diesen Familien mit vielen Betroffenen Mitgliedern beruhen, nicht das genaue Risiko für Träger von BRCA1- und BRCA2-Mutationen in der allgemeinen Bevölkerung widerspiegeln. Weiterhin sind keine Daten aus Langzeitstudien an der Allgemeinbevölkerung vorhanden, die das Krebsrisiko von Frauen, die eine schädliche BRCA1- oder BRCA2-Mutation besitzen, mit jenen vergleicht, die keine solche Mutation haben. Folglich sind die oben genannten Prozentwerte Schätzungen, die sich ändern können, sobald weitere Daten dazu erhältlich sind."

**Anm. d. Krebscafes: Wie Siddhartha Mukherjee in seinem Buch Der König aller Krankheiten: Krebs – eine Biografie überzeugend darlegt, ist ein Teil dieses häufigeren Auftretens von Krebs
zum einen auf die drastisch verlängerte Lebenserwartung des Menschen zurück zu führen (Zitat aus dem o.a. Buch: "Das Brustkrebsrisiko zum Beispiel beträgt bei einer dreißigjährigen Frau ungefähr 1 zu 400, bei einer siebzigjährigen bereits 1 zu 9. In den meisten antiken Gesellschaften lebten die Menschen einfach nicht lang genug, um an Krebs zu erkranken, sie wurden schon vorher von Schwindsucht, Ödemen, Cholera, Pocken, Lepra, Pest oder Lungenentzündung dahingerafft."). Zum anderen sind die Diagnosemethoden wesentlich genauer geworden. Während man früher vielleicht nur jene Krebsfälle diagnostizierte, die offensichtlich nach außen traten oder durch eine Obduktion festgestellt wurden, gibt es heute allerhand Früherkennungssysteme, durch die die Zahl der mit Krebs diagnostizierten Personen immens angestiegen ist.
Dennoch muss man Andreas Moritz teilweise recht geben, die steigenden Krebsfälle sind sicher nicht allein durch die oben genannten Umstände zu erklären. Und so gibt es noch einen weiteren Faktor, den auch Siddhartha Mukherjee nicht außer acht lässt: die "veränderten Strukturen des modernen Lebens [haben] das Spektrum der Krebsarten beträchtlich verschoben", so Mukherjee in seiner Biografie über den Krebs. Diese veränderten Strukturen, möchten wir hinzufügen, lassen Krebs mit allergrößter Wahrscheinlichkeit heutzutage häufiger auftreten.

Weiterführende Links

 

Therapieatlas: Die Clark-Therapie

Alternative Krebstherapien erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Die Erfolgsraten von Chemotherapie und Bestrahlung sind oft bescheiden, die Nebenwirkungen enorm und die Menschen sind zunehmend vom Besuch beim so genannten "Schuldmediziner", der nicht über den Tellerrand blickt, enttäuscht. Sie wenden sich ab von der Symptombekämpfung und möchten stattdessen die Ursachen für ihre Erkrankungen heilen. Doch sogleich ist die Suche nach alternativen Therapien oft von großen Erwartungen und auch Naivität geprägt – die Schulmedizin wird kategorisch abgelehnt und alle Alternativen unhinterfragt als heilsbringend gepriesen. In der Reihe Therapieatlas nimmt das Krebscafe die verschiedenen alternativen Krebstherapien unter die Lupe: Wie funktioniert die Therapie? Wie ist sie entstanden? Gibt es Statistiken und Erfahrungsberichte zu ihrer Wirksamkeit? Dies möchte der Therapieatlas ergründen.

 

Disclaimer: Der Autor des Krebscafe ist kein Arzt und hat keine medizinische oder ähnliche Ausbildung. In der Reihe Therapieatlas werden Informationen aus unterschiedlichen Quellen gesammelt und eine ganz persönliche Meinung des Autors darüber abgegeben. Diese Meinung stellt keine Empfehlung dar, sondern ist eine subjektive Einschätzung der gesammelten Daten. Sollten Sie eine der beschriebenen Therapien für sich in Erwägung ziehen, besprechen Sie dies bitte mit ihrem zuständigen Arzt und Therapeuten

 

Wer sich auf die Suche nach alternativen Krebstherapien begibt, stößt ziemlich bald und unweigerlich auf den Namen Hulda Clark. Ihre Therapieform gehört zu den wohl bekanntesten alternativen Krebstherapien. In unserer ersten Folge des Therapieatlas geht das Krebscafe der Frage nach, wie die Clark-Therapie funktioniert und ob sie ihrem Ruhm gerecht wird.

Wer ist Hulda Clark?

Zuverlässige Hintergrundinformationen zur Person Hulda Clark sind schwer zu finden. Als ziemlich gesichert gilt, dass sie 1928 in Kanada geboren wurde, später Biologie, Biophysik und Zellphysiologie studierte und schließlich ihren Doktor an der University of Minnesota machte. Doch in was eigentlich? Eigenen Aussagen zufolge erhielt sie ihren Doktorgrad in Physiologie, also der "Lehre von den physikalischen und biochemischen Vorgängen in den Zellen, Geweben und Organen aller Lebewesen." Das offizielle Doktoranden-Verzeichnis der University of Minessota gibt laut Wikipedia jedoch an, dass Frau Clark den Doktor in Zoologie und Botanik machte. Später erwarb Hulda Clark ein naturheilkundliches Diplom an einer nicht akkreditierten Fernuniversität in den USA und leitete eine Klinik für schwer krebskranke Patienten in Mexiko. Sie schrieb mehrere Bücher, die in viele Sprachen übersetzt wurden. Am 3. September 2009 starb Hulda Clark an Knochenmarkkrebs.


Die Clark’sche Theorie der Krebsentstehung

Kurz und knapp gesagt führt Hulda Clark die Entstehung sämtlicher Krankheiten auf eine Kombination von Parasiten und Umweltgiften im Körper des Patienten zurück. Die von ihr angebotene Lösung ist dementsprechend einfach: Töte die Parasiten und vermeide die Umweltgifte – das macht Dich wieder gesund.

Im Detail kommt die Theorie natürlich etwas anspruchsvoller daher. Für Krebs macht Hulda Clark beispielsweise den Riesendarmegel Fasciolopsis buski verantwortlich – ein bis zu 80 Millimeter langer Saugwurm, der sowohl Mensch als auch Tier befallen kann. Im Körper vorhandene Karzinogene und Umweltgifte – so die Theorie von Hulda Clark – erleichtern es diesem Egel, sich einzunisten und später als Krebs zu wuchern. Vor allem der Propylakohol, den Frau Clark im Körper eines jeden Krebspatienten auszumachen glaubte, ist demnach eine Grundvoraussetzung für die Krebsentstehung. Hulda Clark ging davon aus, dass der Riesendarmegel in dieser Umgebung leichtes Spiel hat, sich im Körper des zukünftigen Krebspatienten einzunisten und dort zu reifen. Dieser Reifungsprozess wiederum treibt angeblich die Produktion eines Proteins namens Ortho-phospho-tyrosin in die Höhe, das die Zellteilung fördert und den Krebs wuchern lässt. Im Lauf der Jahre machte Hulda Clark weitere Parasiten für die Krebsentstehung verantwortlich. Doch die Grundvoraussetzung für ihre Therapie blieb gleich: das Abtöten der Parasiten und die daraus resultierende Beseitigung des Wachstumsfaktors Ortho-phospho-tyrosin. Innerhalb von 24 Stunden käme es somit zur Heilung… soweit die Theorie.


Die Clark-Therapie in der Praxis: Diagnose und Zapping

Das Herzstück der Clark’schen Diagnosestellung ist das so genannte Syncrometer. Dabei handelt es sich um ein Gerät, das Parasiten, Bakterien, Pilze und andere Erreger im Körper sowie Gifte im Trinkwasser und in der Nahrung aufspüren soll. Das Gerät besteht im Prinzip aus einem Audio-Oszillator, einem Kupfergriff, den der Patient in der Hand hält, und einer Sonde, die gegen die Haut des Patienten gedrückt wird. Anhand des Tons, den der Audio-Oszillator daraufhin erzeugt, soll erkennbar sein, welche Stoffe oder Erreger sich im Körper des Patienten befinden. Die Gefahr für eine Falschmessung liegt laut Hulda Clark bei lediglich 5 % – eine gewagte Aussage, die wir noch eingehender untersuchen werden.

Eine weitere Kuriosität der Clark-Therapie ist der so genannte "Zapper". Mit diesem elektrischen Stimulationsgerät lassen sich, laut Hulda Clark, Erreger und Parasiten im Körper ganz einfach "wegzappen". Dabei werden zwei Elektroden an der Haut des Patienten angebracht und ein schwacher Wechselstrom erzeugt, der die Parasiten im Körper abtöten soll. Gesundes Gewebe wird dabei angeblich nicht geschädigt.


Die Clark-Therapie in der Praxis: Innere Reinigung und Meidung von Giftstoffen

Da Hulda Clark glaubte, den einzig wahren Grund für die Krebsentstehung gefunden zu haben (Riesendarmegel + Propylalkohol) , ist auch ihr Rezept dementsprechend einfach und universal. Zum Abtöten der Parasiten empfiehlt sie in ihren Büchern einen Cocktail aus Schwarzwalnussschalen, Wermut und Gewürznelken. Damit die Parasiten besser beseitigt werden können und sich nicht so schnell wieder einnisten, solle der Krebspatient weiterhin Umweltgifte meiden und vorhandene Giftstoffe im Körper durch diverse Reinigungsverfahren ausleiten.

Das wohl bekannteste dieser Reinigungsverfahren ist die Leber- und Gallenreinigung. Sie erfreut sich auch unter Nicht-Krebspatienten größter Beliebtheit und wird von vielen Menschen als einfaches Hausmittel gegen alle möglichen körperlichen Leiden angewandt. Nach einer kurzen Fastenphase nimmt der Patient in zeitlichem Abstand eine Bittersalzlösung und ein Gemisch aus Olivenöl und frisch gepresstem Grapefruitsaft ein. Laut Hulda Clark soll diese Prozedur Gallensteine aus den Gallengängen lösen. In Ihrem Buch Heilung ist möglich schreibt sie: "Sie müssen insgesamt 2000 Steine ausscheiden, bevor die Leber so gründlich gereinigt ist, dass Sie auf Dauer von Allergien, Schleimbeutelentzündung und Rückenschmerzen befreit sind." Und tatsächlich scheiden viele Patienten nach dieser Kur kleine Steinchen aus. Doch ob es sich dabei tatsächlich um Gallensteine handelt, werden wir noch herausfinden.

Weiterhin empfahl Hulda Clark eine Ernährungsanpassung sowie weitere Reinigungs- und Sanierungsprogramme für das Gebiss (z.B. Amalgamentfernung), die Nieren, den Darm und die eigenen vier Wände (z.B. Beseitigung von Asbest und FCKW). Zudem solle der Patient alle Produkte meiden, die Propylalkohol enthalten. Dazu gehören Pflegeprodukte, wie diverse Shampoos, Dusch- und Haargels und Kosmetika. Zudem ist Propylalkohol in einigen Frühstücksflocken und sogar Teemischungen enthalten.


Was taugt die Clark-Therapie?

Meine persönliche Meinung zur Clark-Therapie ist zwiegespalten. Leider kann ich ihr in den meisten Punkten nur ein negatives Zeugnis ausstellen. Die Clark-Therapie macht wissenschaftliche Aussagen, die leider nicht haltbar sind. Sie enthält zahlreiche Widersprüche und baut auf vermutlich durchweg falschen Prämissen auf. Zudem sind viele der Erfahrungsberichte von angeblichen Krebspatienten, die sich in den Büchern von Hulda Clark finden, nicht verwertbar. Die Dokumentation ist schlecht und die Diagnosestellung oft zweifelhaft. Dennoch enthält ihre Therapie einige, wie ich finde, sinnvolle Elemente. Gehen wir die Pros und Kontras der Reihe nach durch…


Pro: Meidung von Giftstoffen, Zahnsanierung und Ernährungsumstellung

Der vielleicht wirkungsvollste Teil der Clark-Therapie ist das Ausleiten und Meiden von Giftstoffen in Körper, Ernährung und direkter Umgebung des Patienten. Es ist schon lange bekannt, dass bestimmte Stoffe (sog. Karzinogene) Krebs verursachen können. Umweltgifte und manche Konservierungsstoffe verursachen chronische Entzündungsprozesse im Körper, die wiederum das Erkrankungsrisiko steigern. Auch verschiedene Baumaterialien sind erwiesenermaßen schädlich. Diese Stoffe aus seinem Leben zu verbannen, ist bei Krebs eine gute Entscheidung, denke ich.

Auch die von Hulda Clark empfohlene Zahnsanierung macht teilweise Sinn. Ob Amlagamfüllungen schädlich sind oder nicht, bleibt zwar weiterhin ungeklärt, doch gibt es entgegen der Behauptung vieler Amalgam-Befürworter bereits Studien, die einen eventuell gesundheitsschädigenden Effekt ausmachen können. Amalgam könnte demnach mitverantwortlich sein für alle möglichen Erkrankungen – von Haut- und Schleimhautschädigungen bis hin zu Alzheimer und Auto-Immunerkrankungen wie Multiple Sklerose oder immunvermitteltem Diabetes. Selbst offizielle Stellen wie die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) rudern in dieser Sache mittlerweile zurück und rücken von einer uneingeschränkten Pro-Amalgam-Haltung ab.

Der Empfehlung von Hulda Clark, sich bewusster zu ernähren, kann ich ebenfalls nur zustimmen. Wer Fertigprodukte meidet, nimmt nicht nur weniger Farb- und Konservierungsstoffe zu sich, sondern kocht auch mehr und konzentriert sich auf natürliche und weitestgehend unbehandelte Nahrungsmittel. Dennoch gibt es für eine begleitende Ernährungstherapie bei Krebs weitaus bessere Konzepte und Methoden, wie ich finde.

Ein weiterer Pluspunkt der Clark-Therapie ist die Möglichkeit, sie von zu Hause aus durchzuführen. Das macht sie auf den ersten Blick zu einer geeigneten und recht unaufwändigen Begleittherapie – wenn da nicht die zahlreichen Minuspunkte wären, auf die wir im Folgenden zu sprechen kommen. Denn hier endet die positive Bewertung der Clark-Therapie auch schon. Der Rest der Therapie steht leider auf sehr wackligen Beinen.


Kontra: Das Theoriegebäude der Hulda Clark

Die Grundmauern des Clark’schen Thearpiegebäudes bröckeln schon bei ihrer Theorie der Krebsentstehung. Die Annahme, dass Parasiten auf die Krebsentstehung Einfluss haben, könnte sich noch in der ein oder anderen Form als wahr erweisen. Doch so einfach, wie Frau Clark es sich vorstellte, ist es sicher nicht.

Der Darmegel Fasciolopsis buski, den Hulda Clark für die Krebsentstehung verantwortlich macht, kommt lediglich in Teilen Südostasiens, in China und Indien vor. Mitarbeiter eines deutschen Stuhllabors berichten, "dass sie diesen tropischen Parasiten noch niemals bei einem deutschen Patienten nachweisen konnten, obwohl er in der Stuhlmikroskopie so auffällig ist, dass er nicht übersehen werden kann" (Quelle: Naturheilkundlicher Newsletter der Habichtswaldklinik). Da der Egel in den oben genannten Ländern recht verbreitet ist, müsste dort die Krebsrate entsprechend höher sein als in unseren Gefilden. Das ist jedoch nicht der Fall. Und auch wenn sich im Stuhl einiger Krebs-Patienten, die die Clark-Therapie anwenden, Parasiten finden, so lässt dies nicht den Schluss zu, dass dies bei allen Patienten so ist. In mindestens einem ärztlich dokumentierten Fall ist sogar eindeutig erwiesen, dass es sich bei den vermeintlichen Parasiten lediglich um etwas seltsam aussehende Fäkalien handelte. Die betroffene Patientin hielt dennoch hartnäckig und über Jahre an ihrer Parasitentheorie fest.


Kontra: Diagnose mit falschen Prämissen

Ein weiterer unverzeihlicher Schwachpunkt der Clark-Therapie ist die Diagnose. Für die Funktionsweise des Syncrometers gibt es keinerlei wissenschaftliche Bestätigung. Dass das Gerät zur Diagnosestellung taugt, muss stark bezweifelt werden. Das ist umso fataler, da Frau Clark das Syncrometer als ein hauptsächliches Diagnoseinstrument einsetzte und vermutlich bei vielen Menschen fälschlicherweise Krebs diagnostizierte. Sie versuchte zwar die erzielten Ergebnisse mit anderen konventionelleren Laboranalysen zu bestätigen, doch "erwies sich [dies] oft als schwierig, weil das Syncrometer mit einer Genauigkeit aufspürt, die weit über die Fähigkeiten der meisten Laboranalysen geht." – so steht es auf der Website des Dr. Clark Information Center. Mit anderen Worten: Die Ergebnisse des Syncrometers ließen sich nicht immer – vielleicht sogar selten oder gar nicht – mit konventionellen Labormessmethoden bestätigen.
Auch das folgende Zitat von Hulda Clark spiegelt wider, dass Hulda Clark ihre Methoden für überlegen und unwiderlegbar hielt. Auf die Frage, ob das Syncrometer der Schlüssel zur Aufdeckung der Krankheitsursachen sei, antwortete sie: "Ja, denn an nur einem Nachmittag kann man damit mehr entdecken, als man in einem Jahr mit üblicher klinischer Biochemie entdecken könnte."

Schaut man sich die Anleitungen für das Syncrometer an und liest man die zahlreichen verzweifelten Beiträge von Anwendern im Internet, die dem Gerät nicht den gewünschten Ton entlocken können, muss man daraus schließen, dass das Gerät nicht auf die versprochene Weise funktioniert. Die Tonfrequenzen, die das Syncrometer widergibt, beruhen vermutlich auf einem psychomotorischen Effekt: die Erwartungshaltung des Anwenders beeinflusst seine Bewegungen und den Druck, mit dem er das Syncrometer auf der Haut anwendet. Dies wiederum verändert die Tonfrequenz und bestätigt somit die Diagnose, die sich der Anwender unterbewusst ausgemalt hat. Im Gegensatz zu Hulda Clarks Behauptungen ist dieser psychomotorische Effekt eindeutig wissenschaftlich erwiesen.

Beging Hulda Clark hier vielleicht den größten Fehler, den ein Wissenschaftler überhaupt begehen kann? Ignorierte sie ernstzunehmende Gegenbeweise und verließ sich nur noch auf ihre eigenen Methoden, um der Fragwürdigkeit ihres Therapiekonzepts nicht in die Augen schauen zu müssen? Wenn dem so ist, wäre das unverzeihlich. Denn wenn bereits die Diagnose von falschen Prämissen ausgeht, dann ist vermutlich auch der ganze Rest nicht viel wert.

 
Kontra: Die praktische Anwendung

Ich bin prinzipiell offen für Neues und für Alternativen. Und ich bin sicher, dass es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die wir (noch) nicht erklären können. Aber der Zapper gehört sicherlich nicht zu diesen Dingen. Seine einzige Erwähnung in einem wissenschaftlichen Zusammenhang, die ich finden konnte, beschreibt den Fall eines 52-jährigen Herzschrittmacher-Patienten. Der Herr litt zeitweise unter solch starken Schwindelgefühlen, dass er der Ohnmacht nahe kam. Wie sich herausstellte, war der Zapper schuld daran: der von ihm erzeugte Strom beeinflusste den ansonsten tadellos funktionierende Herzschrittmacher. Aus gutem Grund wurde verschiedenen Hulda Clark nahestehenden Instiutionen die gesundheitsbezogene Werbung mit dem Zapper untersagt.

Neben dem Zapper ist die bekannteste Erfindung von Frau Clark wohl die Leber- und Gallenreinigung. Es gibt tatsächlich Erfahrungsberichte von Ärzten und Patienten, die mit diesem Reinigungsverfahren eine Verbesserung der Symptome erreicht haben. Doch der Grund, den Hulda Clark dafür angibt, ist schlicht hahnebüchen. Laut ihren Büchern sind es nämlich die durch die Reinigung abgehenden Gallensteine, die zu einer Verbesserung der Gesundheit führen. Wie das Krebscafe jedoch bereits berichtete, handelt es sich bei den kleinen ausgeschiedenen Steinchen nicht um Gallensteine, sondern um Verseifungen, die bei der Reaktion des getrunkenen Grapefruitsafts mit dem Olivenöl entstehen. Für diesen Clark’schen Fauxpas gibt es einen weiteren Minuspunkt.

Als letztes fragwürdiges Element in der praktischen Anwendung der Clark Therapie möchte ich die Dosierung erwähnen. Die empfohlenen Zufuhrmengen von Nahrungsergänzungsmitteln und Parasitenprogrammen übersteigen die offiziellen Empfehlungen oft um ein Vielfaches. Ich möchte dazu anmerken, dass auch diese offiziellen Empfehlungen nicht immer das Maß aller Dinge sind und wissenschaftliche Studien in vielen Fällen eine Korrektur nach oben nahelegen (z.B. Vitamin D). Auch haben Forscher wie Linus Pauling beachtliche Erfolge mit sehr hohen Dosen verschiedener Vitamine und Mineralstoffe erzielt. Dennoch erscheinen mir die Empfehlungen von Frau Clark als zu willkürlich. Eine Angabe von Gründen für die von ihr angewandte Dosierung konnte ich leider nicht finden.

 
Kontra: Dokumentation und der Tod von Hulda Clark

Die Fehler und Widersprüchlichkeiten ziehen sich wie ein roter Faden durch das ganze Konzept der Clark-Therapie; angefangen bei der Theorie, über die Diagnose, die Anwendung und schließlich hin zur Dokumentation und den Tod der Hulda Clark. Wie wir schon festgestellt haben, benutzte und empfahl Frau Clark für Diagnosen oft nur ihre eigenen, wissenschaftlich eher zweifelhaften Methoden. Und auch die meisten in ihren Büchern erwähnten Krebsfälle erscheinen in diesem zweifelhaftem Licht. Wenige von ihnen sind wirklich gut dokumentiert, viele nur aufgrund der Diagnose mit dem Synctometer als Krebsfälle bezeichnet. Wie Lothar Hirneise in seinem Buch Chemotherapie heilt Krebs und die Erde ist eine Scheibe berichtet, haben es Hulda Clark und ihre Anhänger trotz Versprechungen bisher versäumt, Beweise für die Theorie oder die Wirksamkeit der Clark-Therapie zu erbringen.

Einen traurigen Abschluss findet meine Bewertung in dem Tod der Hulda Clark. Laut ihrer offiziellen Internetseite verstarb sie im Jahr 2009 an einem Multiplen Myelom, einer Krebserkrankung des Knochenmarks. Ihr eigener Krebstod ist an sich natürlich nicht zwangsweise ein Beweis für die fehlende positive Wirkung ihrer Therapie – wir wissen nicht, was sie unternahm, um ihren eigenen Krebs zu heilen, und wir wissen auch nichts über die Begleitumstände. Dennoch, wenn Hulda Clark in ihren Büchern anderen Krebspatienten verspricht, dass es mit ihrer Therapie "5 Tage dauert um von Krebs geheilt zu werden, unabhängig von der Art des Krebses", dann muss die Frage erlaubt sein, warum sie ihren eigenen Krebs trotz Anwendung ihrer Therapie nicht zu heilen vermochte. Es gibt, wie gesagt, an dieser Stelle zu viele unbekannte Variablen und ich möchte diese Frage im Raum stehen lassen.

Leider ist meine persönliche Einschätzung der Clark-Therapie eher ernüchternd. Würde ich selbst noch einmal Krebs bekommen, ich würde sie nicht anwenden. Abgesehen von der Meidung von gesundheitsgefährdenden Giftstoffen kann kein Element der Clark-Therapie wirklich Vertrauen in mir erwecken. Zu zahlreich sind die Widersprüche, zu schwach die Beweislage.

Quellen

 
Bildquellen

Chris Beat Cancer

Chris Wark war 26 Jahre alt, als ihm die Ärzte Darmkrebs diagnostizierten. Man operierte ihn und entfernte ein Drittel seines Darms. Anschließend sollte eine Chemotherapie folgen, die Chris jedoch ablehnte. Er recherchierte nach anderen Möglichkeiten und strickte sich seine eigene Krebstherapie. Heute, sieben Jahre später, ist Chris frei von Krebs. Fox News machte ein Interview mit ihm und seiner Mutter: