Archiv für den Monat: Juni 2015

Warum zuviel Fruchtzucker schädlich ist

Fruchtzucker

Viele Menschen glauben, dass Fruchtzucker (Fruktose) gesünder sei als andere Zuckerarten, immerhin kommt er ja im ach so gesunden Obst vor. Und tatsächlich hat Fruktose gesundheitlich Vorteile. So führt sie im Gegensatz zur Glukose nicht zu so einem starken Anstieg des Blutzuckerspiegels und des körpereigenen Insulins. Doch hat die Fruktose, aus der auch der handelsübliche Haushaltszucker besteht, einige andere Nachteile. So wird sie beispielsweise von der Leber sehr effizient in Fett umgewandelt. Menschen die viel Fruktose konsumieren leiden daher häufig unter Übergewicht, Bluthochdruck und anderen Symptomen.

Wissenschaftler des ETH Zürich haben nun eine weitere negative Auswirkung des Fruchtzuckers identifiziert. Demnach kann der Konsum von zu viel Fruchtzucker zu einem unkontrollierten Wachstum der Herzmuskulatur führen. Denn durch den erhöhten Blutdruck muss das Herz mehr Anstrengung unternehmen, um das Blut durch die Blutgefäße zu pumpen. Das Herz muss wachsen, um diese erhöhte Anstrengung bewältigen zu können. Dafür benötigt es eine ganze Menge mehr an Sauerstoff, die jedoch nicht vorhanden ist. Auf diesen Umstand stellt sich das Herz durch die Produktion eines Enzyms namens Ketohexokinase-C (KHK-C) ein, das wesentlich für die Verstoffwechslung von Fruktose zuständig ist (bisher war man davon ausgegangen, dass lediglich die Leber KHK-C produzieren kann). KHK-C kann nun sehr leicht auf die im Körper überschüssige Fruktose zugreifen und sozusagen als Sauerstoff-Ersatz zur Energiegewinnung heranziehen. In Folge wächst das Herz völlig unkontrolliert, bis es schließlich im schlimmsten Fall zum Herzversagen kommt.

Ein weiterer negativer Aspekt der Fruktose ist, dass sie weniger sättigend wirkt als beispielsweise Glukose. Das kann dazu führen, dass man zuviel Fruktose in Form von z.B. Obst oder Fruchtsäften konsumiert, als es gesund für den Körper wäre. Eine Beobachtung, die ich an mir selbst bereits vor Jahren gemacht habe: Wann immer ich Obst esse, ist die nächste Heißhungerattacke nicht weit entfernt.

Was die meisten Menschen nicht wissen: unser Körper ist potenziell süchtig nach Zucker. Und aus evolutionärer Sicht macht das auch Sinn; Süßes hat meist eine hohe Energiedichte und vor allem Fruktose wird vom Körper sehr bereitwillig als Fett eingelagert. Somit konnte es unsere steinzeitlichen Vorfahren vermutlich vor der ein oder anderen Hungersnot bewahren. Doch heute, wo sich Zucker und Kohlenhydrate in den Supermarktregalen stapeln und nur einen Handgriff von uns entfernt sind, wird dieses Vermächtnis zum Problem.

Daher bin ich der Meinung, dass man Frukoste – auch in Form von Obst – nur in Maßen konsumieren sollte. Ich selbst esse fast gar keines und beschränke mich im Sommer auf Beeren, da diese ein ziemlich gutes Verhältnis an Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen haben. Richtig gefährlich ist die Fruktose in Form von Softdrinks, als Süßungsmittel in der Nahrungsmittelindustrie und auch in Fruchtsäften. Hier liegt sie in konzentrierter Form vor und sollte nach Möglichkeit gemieden oder nur selten konsumiert werden.

Fasten – Reboot des Immunsystems


by markusspiske

Leser dieser Webseite wissen, dass ich ein großer Verfechter des (intermittierenden) Fastens bin. Zahlreiche gesundheitliche Effekte sind mittlerweile wissenschaftlich erwiesen. Darunter eine erhöhte Effizienz von Chemotherapien, der Schutz vor neurodegenerativen Erkrankungen und die Bereinigung unserer Zellen von alten und defekten Zellbestandteilen (Autophagie).

Eine neue gesunde Facette des Fasten fördert eine sehr interessante Studie aus dem Jahr 2014 zutage: wiederholte Fastenphasen von zwei bis vier Tagen bewirken einen Reboot des Immunsystems und schützen vor den negativen gesundheitlichen Auswirkungen einer Chemotherapie. Während der Fastenphase kommt es zunächst zu einer Verringerung bestimmter Immunzellen, den so genannten weißen Blutkörperchen oder Leukozyten. Sie tragen wesentlich dazu bei, den Körper vor unverträglichen Stoffen und Krankheitserregern zu schützen. Das Fasten bereinigt den Körper von alten, beschädigten Immunzellen und triggert die Regeneration neuer, funktionstüchtiger Zellen. Weiterhin stellten die Wissenschaftler fest, dass ein dreitägiges Fasten vor einer Chemotherapie die toxischen Effekte durch die Krebsmedikamente (Zytostatika) verringerte.

Eine weitere Studie aus dem gleichen Jahr kommt zu dem Ergebnis, dass Fasten vor Diabetes schützen kann. In den sechs Wochen nach einer Fastenphase kam es bei den Studienteilnehmern nämlich zu einem Abbau des „schlechten“ LDL-Cholesterins. Die Wissenschaftler vermuten, dass der Körper aufgrund des Nahrungsentzugs als alternative Energiequelle u.a. dieses Cholesterin aus den Fettzellen heranzieht. In Folge wird die Insulinresistenz, wie sie bei Typ 2-Diabetes und seinen Vorstadien auftritt, reduziert.

Übrigens lassen sich die positiven Effekte des Fastens auch ohne Fasten erzeugen und mithilfe einer zeitweisen ketogenen Ernährung erzielen. Dazu an anderer Stelle mehr.