Archiv für den Monat: August 2013

Raucher sollten Knoblauch essen

 

Sind wir ganz ehrlich: Raucher sollten aufhören zu rauchen. Doch selbst dann bleibt ihnen ein erhöhtes Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Und auch Nichtraucher sind keineswegs davor gefeit. Neben dem Verzicht auf den Glimmstengel sollten also weitere Maßnahmen in Betracht gezogen werden, um das Lungekrebsrisiko senken. Laut einer neuen chinesischen Studie minimiert beispielsweise roher Knoblauch das Risiko um satte 44 %. Bei Rauchern immerhin noch um 30 %. Das Krebscafe hat ein paar Tipps, wie sich roher Knoblauch elegant einnehmen lässt.

Doch zunächst zu den Studienergebnissen: In ihrer Studie verglichen die chinesischen Forscher fast 1.500 Lungenkrebspatienten mit etwa 4.500 gesunden Personen. Diejenigen unter den Studienteilnehmern, die mindestens zweimal pro Wochen rohen Knoblauch zu sich nahmen, wiesen dabei ein wesentlich geringeres Risiko auf, an Lungenkrebs zu erkranken. Selbst dann, wenn es sich um Raucher handelte oder um Personen, die regelmäßig den Dämpfen von heißem Bratfett ausgesetzt waren (ein weiterer Risikofaktor für Lungenkrebs).

Die Gründe dafür wurden in der Studie nicht erforscht. Doch könnte das durch zerdrücken oder zerschneiden des Knoblauchs austretende Allicin dafür verantwortlich sein. Allicin wirkt selbst verdünnt noch hoch antibaktertiell und hat eine nachgewiesene zytotoxische Wirkung. In Versuchen mit Mäusen konnten damit Lymphomkrebszellen recht zuverlässig abgetötet werden.

Egal ob Raucher oder nicht, die krebshemmende Wirkung von Knoblauch scheint enorm groß. Übrigens gibt es einen Trick, wie man sich das rohe Lauchgewächs recht elegant und ohne große Geschmacksverwirrung einverleiben kann: man schneide eine Zehe in kleine Würfel. Diese schlucke man nun portionsweise, ähnlich wie Medikamentenpillen, mit etwas Wasser hinunter. Diese Form der Einnahme scheint auch die Knoblauchfahne deutlich zu reduzieren. Außerdem ist Allicin ein sehr flüchtiger Stoff und die direkte Einnahme nach dem Zerschneiden/Zerdrücken könnte die Aufnahme eventuell positiv beeinflussen.

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Neuer Wirkmechanismus von Vitamin C könnte auch bei Krebs helfen

Der zweifache Nobelpreisträger und Friedensaktivist Linus Pauling gilt als Ikone der alternativen Krebstherapie. Er ist Begründer der orthomolekularen Medizin, also der hochdosierten Verwendung von Vitaminen und Mineralstoffen zur Vermeidung und Behandlung von Krankheiten. Pauling war ein überzeugter Anhänger des Vitamin C. Er sah sogar die Möglichkeit, damit Krebs zu heilen. Obwohl seine Forschung in diesem Bereich vom größten Teil der Mediziner nicht angenommen wurde, scheint die hochdosierte Vitamin C-Therapie bei Krebs doch immer wieder erfolgreich zu sein. Durch Zufall sind Wissenschaftler der University of California, San Francisco, nun auf einen wichtigen Wirkungsmechanismus des Vitamins gestoßen, der auch für die Krebstherapie bedeutend sein könnte.

Zumindest bei den Stammzellen von Mäusen spielt das Vitamin eine Rolle dabei, ob bestimmte für das Wachstum relevante Gene an- oder ausgeschaltet werden. Genauer gesagt wirkt Vitamin C auf bestimmte Enzyme, die so genannten TET, welche sozusagen die Bremsen lösen, die das Ablesen bestimmter Gene verhindern. Das klingt kompliziert, lässt sich aber recht einfach erklären.

Wer schaltet die Gene an und aus?

Nachdem Wissenschaftler die Gene entdeckten und sich ihrer Bedeutung bewusst wurden, gingen einige von ihnen zunächst fälschlicherweise davon aus, dass die Gene unser unabänderliches Schicksal bestimmen. Mit der Zeit fand man jedoch heraus, dass die Art und Weise, wie unsere Gene auf unser Leben und unsere Gesundheit wirken, von Faktoren mitbestimmt werden, die sehr wohl veränderlich sind und in unseren Händen liegen. Daraus entwickelte sich der Bereich der Epigenetik.
Ein wichtiger Wirkmechanismus dieser Epigenetik ist die DNA-Methylierung. Sie bestimmt, welche Gene an- oder ausgeschaltet werden und somit im gegebenen Augenblick überhaupt "wirken" können. Dabei wird, vereinfacht gesagt, ein bestimmtes Molekül (Methylgruppe) an eine wichtige Steuereinheit der DNA geheftet und kann das Gen somit inaktivieren – bei dem Molekül handelt es sich sozusagen um einen chemischer "Ausschalter" für das Gen.

DNA-Methylierung und Krebs

In den vergangenen Jahren ist die DNA-Methylierung immer mehr auch in den Fokus der Krebswissenschaftler gerückt, denn man geht davon aus, dass sie – ein ansonsten normaler und lebenswichtiger Prozess – auch bei der Krebsentstehung eine Rolle spielt. Nämlich dann, wenn durch das Andocken des oben beschriebenen Ausschalters wichtige Schutzmechanismen einer Zelle lahmgelegt werden, die z.B. die Zellteilung hemmen (ein Tumor bedeutet unkontrollierte Zellteilung).

Genau hier setzt Vitamin C offensichtlich an: es hilft über Umwege dabei, das Ausschalter-Molekül, also die Methylgruppe, wieder von der DNA zu lösen und ein Ablesen des entsprechenden Gens zu erlauben. Sollte sich die Vermutung der Wissenschaftler bewahrheiten und dies nicht nur bei embryonalen Stammzellen von Mäusen, sondern auch bei adulten Stammzellen von Menschen und bei den Genen der Fall sein, die durch die DNA-Methylierung die Krebsentstehung bedingen, dann könnte Linus Paulings Traum eines Tages wahr werden. Denn dann würde das Vitamin C seinen wohlverdienten Platz in der Krebstherapie einnehmen und vielleicht eines Tages zum Standardrepertoire eines jeden Onkologen gehören.

Als kleine Randbemerkung sei erlaubt, dass Linus Pauling etwa 18 Gramm Vitamin C täglich zu sich nahm. Er starb zwar an Prostatakrebs, jedoch erst mit 93 Jahren. Er galt bis ins hohe Alter als "rüstig und geistig rege".

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Links zum Wochenende (9.8.2013)

Wie ein gesunder Darm die Überlebenschance bei Chemotherapie erhöht

Oft verlassen sich Patienten allein auf die Mittel der konventionellen Medizin, wie z.B. Chemotherapie und Bestrahlung, um wieder gesund zu werden. Doch es gibt eine ganze Menge mehr, das Patienten tun können. Und auch während einer Behandlung mit Zytostatika lassen sich die Überlebenschancen deutlich erhöhen. Eine Studie der University of Michigan gibt Hinweise darauf, wie das funktionieren könnte.

In einem Interview verglich der Krebsforscher Mickey Goulian eine besonders aggressive Form der Chemotherapie mit einem "Sturz von einem Felsen mit einem Faden um den Knöchel". Doch egal wie aggressiv die Chemotherapie ist, meist geht sie mit mittleren bis schweren Nebenwirkungen einher und ist häufig zumindest potenziell lebensgefährlich. Daher macht es Sinn, während der Behandlung alles nur mögliche zu tun, um den Körper widerstandsfähig und robust zu halten.

Dr. Jian-Guo Geng und sein Team von der University of Michigan sind auf einen wichtigen Mechanismus gestoßen, der die Überlebenschance bei Chemotherapien enorm verbessert. Die Wissenschaftler verabreichten Mäusen eine sehr aggressive Chemotherapie. Mittels eines Proteins namens RSPO1 stimulierten sie gleichzeitig die Produktion adulter Stammzellen im Darm der Nager. Adulte Stammzellen sind so eine Art Facharbeiter für die Regeneration neuer Gewebszellen. Deren Stimulierung und erhöhte Produktion sorgte dafür, dass es bei den Mäusen zu einem raschen Wiederaufbau des durch die Chemotherapie geschädigten Darmgewebes kam.

Der Effekt war verblüffend: etwa 50 – 75 % der Mäuse überlebten die ansonsten tödliche Dosis an Zytostatika. Alle Mäuse aus der Vergleichsgruppe, die nicht mit dem Protein behandelt wurde, starben hingegen.

Doch was bedeuten die Ergebnisse für den Alltag eines Krebspatienten? Die Wissenschaftler erhöhten zwar die Stammzellproduktion im Darm der Mäuse mittels einer Injektion des Proteins RSPO1, doch ist die Stammzellproduktion auch von anderen Faktoren, wie Verletzungen oder dem insgesamten Zustand der Darmflora, abhängig. Auf jeden Fall lässt sich erkennen, dass die Darmflora einen wesentlichen Anteil an der Überlebensfähigkeit der Nager hatte. Beim Menschen wird es vermutlich nicht anders sein.

Die Darmflora lässt sich auf vielerlei Weise günstig beeinflussen und gesund halten. Grundsätzlich hilft eine gesunde Ernährung dabei. Das heißt auch, dass möglicherweise schädliche Stoffe, wie z.B. allergieauslösende Lebensmittel, gesundheitsgefährdende Zusatzstoffe etc., gemieden werden sollten. Auch die Einnahme von Probiotika, mittelkettigen Fettsäuren (z.B. in Form von Kokosöl) und anderen Nahrungsergänzungsmitteln könnte dabei behilflich sein, den Darm in Schwung zu halten. Da manche Ergänzungsmittel jedoch kontraproduktiv bei einer Chemotherapie wirken können, ist es wichtig, die Einnahme vorher mit dem behandelnden Arzt abzsprechen.

Update: Am Rande sei erwähnt, dass Wissenschaftler kürzlich einen weiteren Hinweis darauf entdeckt haben, dass die Darmflora das Krebsrisiko und den Krankheitsverlauf beeinflussen. Mäuse, die unter dem Louis-Bar-Syndrom leiden und somit anfälliger für Lymphom-Erkrankungen sind, erkrankten demnach seltener an Krebs, wenn ihre Darmflora ein bestimmtes Besiedlungsprofil aufwies.

Quellen:

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Studie beweist: Glück beeinflusst die Gene

Die Zeiten, in denen Emotionen etwas abfällig als Nebenprodukte des Gehirns ohne große Relevanz für die körperliche und gesundheitliche Realität betrachtet wurden, sind vorbei. In der letzten Woche haben Wissenschaftler einen weiteren wichtigen Hinweis auf die enge Verbindung von psychischem Wohlergehen und körperlicher Gesundheit veröffentlicht. Das Ergebnis ihrer Studie: das Glücksempfinden eines Menschen wirkt auf die Expression seiner Gene.

Wer nun glaubt, er könne dieses gesundheitliche Glück durch Anhäufung von mehr Geld und durch Befriedigung der eigenen Interessen erreichen (= Egoismus), ist schief gewickelt. Denn wie die Wissenschaftler herausfanden, stellt sich der gesundheitlich positive Effekt nur beim so genannten eudaimonischen Wohlergehen ein. Damit ist jener Glückszustand gemeint, der sich aus dem Gefühl eines zutiefst mit Sinn erfüllten Lebens ergibt (man denke an Mutter Teresa o.ä.). Dagegen steht das so genannte hedonistische Wohlergehen, ein Gefühlszustand, der durch eher egoistische und momentane Bedürfnisbefriedigung erreicht wird (man denke an den ein oder anderen Wallstreet-Milliardär oder Hollywood-Star).

Wissenschaftler von der University of California, Los Angeles (UCLA) nahmen Blutproben von 80 erwachsenen Studienteilnehmern und bewerteten deren eudaimonisches und hedonistisches Wohlergehen sowie andere psychologische Faktoren. Gleichzeitig untersuchten sie, welche Auswirkungen diese auf die Expression bestimmter Gene haben, die Entzündung- und Immunreaktionen im Körper steuern.

Als Genexpression bezeichnet man im engeren Sinne die Art und Weise, wie die Information bestimmter Gene abgelesen und in die Realität umgesetzt werden. Nur weil man zum Beispiel ein bestimmtes Gen besitzt, welches das Brustkrebsrisiko erhöht, bedeutet dies noch lange nicht, dass dieses Gen auch in der Weise vom Körper interpretiert wird, dass hinterher eine Brustkrebserkrankung dabei herauskommt. Vielmehr wird die Genexpression vieler Gene auch durch Umweltfaktoren und durch unser Verhalten und unsere Gewohnheiten bestimmt.

Interessanterweise wirkten beide Teilnehmergruppen der Studie ähnlich glücklich und zufrieden – zumindest wenn man deren subjektiven Beschreibungen glaubt. Doch der Eindruck täuscht: jene Teilnehmer, die ein erhöhtes Gefühl der Sinnhaftigkeit und tiefen Zufriedenheit im Leben hatten (Eudaimonie) zeigten weitaus geringere Anzeichen für eine potentiell entzündlich wirkende Expression der Gene. Weiterhin ließ sich bei ihnen eine höhere immunrelevante Genexpression nachweisen, die z.B. die Bildung von Antikörpern und antiviralen Stoffen im Körper beeinflusst. Kurz gesagt: je sinnerfüllter und wahrhaft glücklicher das Leben, desto weniger anfällig ist der Körper für Erkrankungen. Wenn das mal keine gute Aussichten sind…

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Angelina Jolie – weise Entscheidung oder Irrsinn?

Der folgende Artikel über die kürzliche Entscheidung der Schauspielerin Angelina Jolie, sich beide Brüste amputieren zu lassen, stammt von der Autorin und Krebs-Coachin Dr. Janey. Er erschien erstmals auf Ihrer Homepage Cancer Alive. Dank Ihrer freundlichen Genehmigung erscheint er nun übersetzt im Krebscafe. Weitere Informationen zu den Büchern und Coachings von Dr. Janey, finden Sie am Ende des Artikels.

Boulevardzeitungen und -magazine waren ganz aus dem Häuschen als die Hollywood-Schauspielerin kürzlich offenbarte, dass sie sich für eine beidseitige Mastektomie (Brustamputation) entschieden hatte, um ihr Risiko zu reduzieren, an Krebs zu erkranken. Bedenkt man ihren hohen Bekanntheitsgrad, so haben ihre Handlungen weitreichende Konsequenzen unter den Millionen von Fans auf der ganzen Welt. Doch wie weise war diese Entscheidung, eine so radikale Operation an einem ansonsten so gesunden Körper durchzuführen, tatsächlich?

Ihre Ärzte rieten Angelina dazu, da bei ihr aufgrund einer mutierten Form des BRCA1-Gens ein 87-prozentiges Risiko bestand, an Brustkrebs zu erkranken. Würde sie sich für eine beidseitige Brustamputation entscheiden, würde dieses Risiko auf unter 5 % sinken. In Anbetracht dieser Statistik ist es nicht überraschend, dass sie sich für die Operation entschied.

Geht man der Sache allerdings etwas auf den Grund, erfährt man, dass die Angabe von 87% von eben jener Firma stammt, die den Test für die Identifikation des mutierten BRCA1- und BRCA2-Gens entworfen hat, und die Millionen an dieser jüngsten Publicity-Welle verdienen könnte. Und was noch bedenklicher erscheint: genau diese Firma, deren profit-getriebene Motivation diese Statistik erzeugt hat, erlaubt es anderen medizinischen Labors nicht, ihre Testergebnisse zu überprüfen.

Nach Angaben des Zentrums für Krankheitskontrolle und Prävention haben tatsächlich nur 3-5% der an Krebs erkrankten Frauen ein mutiertes BRCA1-Gen. Weiteren Mut sollten Frauen aus der Tatsache schöpfen, dass dies nicht bedeutet, dass 3-5% aller Brustkrebspatientinnen dieses Gen von ihren Eltern oder Großeltern vererbt bekommen haben.

In Wahrheit hat unsere Umwelt einen weitaus größeren Einfluss auf unsere Genmutationen als es Vererbungsfaktoren haben. Es konnte nachgewiesen werden, dass echte Vererbung von "schlechten Genen" nur in etwa unter 5% der Fälle auftritt, während schädliche Umweltfaktoren zu einem Anteil von über sage und schreibe 95% zu einer Genmutation beitragen. *

Das sind natürlich großartige Neuigkeiten für uns, denn wir haben auf folgende Weise Kontrolle über diese Umweltfaktoren:

A) Wir können wählen, welche Art von Nahrung, wir uns zuführen und können uns dafür entscheiden, jene zu vermeiden, die verseucht ist mit Hormonen, Antibiotika, Herbiziden, Pestiziden etc.
B) Wir können uns sowohl über der Produkte schlau machen, die wir auf unsere Körper anwenden, als auch über die, die sich in unserer häuslichen Umgebung befinden. Und wir können dabei jene vermeiden, die schädliche Chemikalien und Konservierungsstoffe beinhalten, welche als Krebserreger bekannt sind.
C) Wir können lernen, unseren Körper zu reinigen und zu entgiften, was im Zuge dessen einen gesunden Boden schafft, auf dem es keinen Platz für Krebs gibt.
D) Wir können auch lernen, unsere emotionalen Muster weiser auszuwählen; ein wichtiger, jedoch oft übersehener Faktor, der zu Krankheiten aller Art, wie auch Krebs, beiträgt.

All diese oben genannten Faktoren haben einen Einfluss auf unseren zellulare Umgebung und letztendlich auf die Sauerstoffzufuhr unseres körperlichen Gewebes. Wie der Nobelpreisträger Otto Warburg sowie zahlreiche andere angesehene Ärzte und Wissenschaftler nachgewiesen haben, ist es der Entzug von Sauerstoff auf zellularer Ebene, der letztendlich dazu führt, dass Gene  mutieren und Krebszellen entstehen lassen. Wenn wir demnach lernen, diese Umweltfaktoren anzugehen, dann behandeln wir damit auch die Sauerstoffzufuhr unseres Gewebes und reduzieren damit gleichzeitig unser Risiko, an Krebs zu erkranken!

Wenn wir daher Frauen als Beispiele heranziehen, die in mehr als einer Familiengeneration Krebs diagnostiziert bekommen haben, und dies als Beweis anführen, dass Brustkrebs vererbar ist, ziehen wir falsche Schlüsse. Das Brustkrebsrisiko, das von einer zur nächsten Generation weitergegeben wird, beruht selten auf wahrer genetischer Vererbung, sondern vielmehr auf einer "Vererbung" ähnlicher nicht-konstruktiver Ernährungsgewohnheiten, Lebensstile und emotionaler Muster.

Leider ist dieser falsche Schluss, Brustkrebs wäre hauptsächlich eine Sache der Vererbung "schlechter Gene", ein folgenschwerer. Er lässt viele Frauen mit dem Gefühl zurück, sie seien hilflose Opfer ihrer eigenen Genetik, was wiederum ganz eigene fatale Konsequenzen hat. Sich der gefühlten Tatsache ergebend, dass Brustkrebs ihr wahrscheinliches Schicksal ist, versäumen es viele Frauen bezüglich der zahlreichen Umweltfaktoren, die eine signifikante Rolle bei der Krebsvorbeugung spielen, aktiv zu werden.

Eine weitere Konsequenz für viele Frauen, die mit diesem Glauben an die genetische Vorbestimmung für Brustkrebs leben, ist vielleicht noch folgenschwerer. Wenn wir die Kraft unseres Geistes verstehen und lernen, wie wir unsere eigene Realität durch die Auswahl unserer Gedanken erzeugen, erkennen wir, dass eben jene Frauen, die von ihrem Schicksal überzeugt sind, eines Tages Brustkrebs diagnostiziert zu bekommen, ihre Gedanken ungewollt in einer zutiefst schädlichen Weise nutzen, nämlich um die Bühne für die Realität vorzubereiten, die sie am meisten fürchten!

Und als wäre das nicht schlimm genug, erleben wir den Fehler dieser gewählten Brustamputationen dann, wenn die Frauen, die sich dieser verstümmelnden Operation unterziehen, trotzdem dem Krebs erliegen. Warum? Ganz einfach, weil Krebs nicht gleich Tumor bedeutet! Der Tumor ist nur ein Symptom, und das Symptom (Tumor) – oder in diesem Fall das Gewebe, das den Tumor wahrscheinlich beherbergen wird – zu entfernen, schießt völlig am Ziel vorbei. Die wahre Krankheit ist der Mangel an Sauerstoff, und genau hierauf sollten wir uns konzentrieren.

Andreas Moritz fasst das Thema Gene und Krebs vielleicht am besten zusammen, wenn er sagt: "Krebs war immer eine extrem seltene Krankheit, außer in den Industrienationen während der letzten 40-50 Jahre. Menschliche Gene haben über tausende von Jahren nicht wesentlich geändert. Warum sollten sie sich jetzt so drastisch ändern, und plötzlich Unmengen von Menschen töten?……jeder gute Genforscher würde ihnen erzählen, dass so ein Glaube jeder Logik entbehrt und schlicht unwissenschaftlich ist." **

Zusammenfassen kann man sagen: sich auf die Genetik zu verlassen, um das eigene Risiko für Brustkrebs einzuschätzen, hat nicht nur ernste Konsequenzen, es ist auch wissenschaftlich nicht haltbar.

Wie unendlich besser ist es daher zu wissen, dass man die Umweltfaktoren, die das Risiko beeinflussen, an Brustkrebs (oder einem anderen Krebs) zu erkranken, selbst bestimmt. Im Gegensatz zu einem Leben voller Angst, dass man das nächste Opfer des genetischen Würfelspiels werden könnte.
 

Dr. Janey ist Krebs-Coach und Autorin. Auf ihrer Homepage Cancer Alive finden sich weitere spannende und informative Artikel, sowie eine Übersicht über das von ihr empfohlene 7-Punkte-Programm bei Krebs. Weiterhin findet sich dort ein Shop mit verschiedenen Produkten, wie z.B. ihrem Buch You Can Heal Yourself From Cancer Now! (auch als eBook erhältlich).

* Anm. d. Krebscafes: Das National Cancer Insitute (NCI) schreibt dazu auf seiner Website:
"Es ist wichtig zu bedenken, das die meiste Forschung bezüglich BRCA1 und BRCA2 an großen Familien mit vielen von Krebs betroffenen Individuen durchgeführt wurde. Schätzungen bzgl. mit BRCA1- und BRCA2-assoziertem Brust- und Eierstockkrebs wurden aus den Studien an eben diesen Familien erstellt. Da Familienmitglieder einen Teil ihrer Gene, und oft auch ihres Umfelds, weitergeben, ist es möglich, dass ein großer Teil der Krebsfälle in diesen Familien teilweise auf anderen genetischen oder umgebungsbedingten Faktoren beruht. Demzufolge könnten die Risikobewertungen, die auf diesen Familien mit vielen Betroffenen Mitgliedern beruhen, nicht das genaue Risiko für Träger von BRCA1- und BRCA2-Mutationen in der allgemeinen Bevölkerung widerspiegeln. Weiterhin sind keine Daten aus Langzeitstudien an der Allgemeinbevölkerung vorhanden, die das Krebsrisiko von Frauen, die eine schädliche BRCA1- oder BRCA2-Mutation besitzen, mit jenen vergleicht, die keine solche Mutation haben. Folglich sind die oben genannten Prozentwerte Schätzungen, die sich ändern können, sobald weitere Daten dazu erhältlich sind."

**Anm. d. Krebscafes: Wie Siddhartha Mukherjee in seinem Buch Der König aller Krankheiten: Krebs – eine Biografie überzeugend darlegt, ist ein Teil dieses häufigeren Auftretens von Krebs
zum einen auf die drastisch verlängerte Lebenserwartung des Menschen zurück zu führen (Zitat aus dem o.a. Buch: "Das Brustkrebsrisiko zum Beispiel beträgt bei einer dreißigjährigen Frau ungefähr 1 zu 400, bei einer siebzigjährigen bereits 1 zu 9. In den meisten antiken Gesellschaften lebten die Menschen einfach nicht lang genug, um an Krebs zu erkranken, sie wurden schon vorher von Schwindsucht, Ödemen, Cholera, Pocken, Lepra, Pest oder Lungenentzündung dahingerafft."). Zum anderen sind die Diagnosemethoden wesentlich genauer geworden. Während man früher vielleicht nur jene Krebsfälle diagnostizierte, die offensichtlich nach außen traten oder durch eine Obduktion festgestellt wurden, gibt es heute allerhand Früherkennungssysteme, durch die die Zahl der mit Krebs diagnostizierten Personen immens angestiegen ist.
Dennoch muss man Andreas Moritz teilweise recht geben, die steigenden Krebsfälle sind sicher nicht allein durch die oben genannten Umstände zu erklären. Und so gibt es noch einen weiteren Faktor, den auch Siddhartha Mukherjee nicht außer acht lässt: die "veränderten Strukturen des modernen Lebens [haben] das Spektrum der Krebsarten beträchtlich verschoben", so Mukherjee in seiner Biografie über den Krebs. Diese veränderten Strukturen, möchten wir hinzufügen, lassen Krebs mit allergrößter Wahrscheinlichkeit heutzutage häufiger auftreten.

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Das glücklichste Volk der Welt

Der ehemalige Missionar und Sprachwissenschaftler Dan Everett lebte mehrere Jahre bei den Pirahã, einem kleinen Indianervolk aus dem Amazonasgebiet. Die Sprache der Pirahã hat einige linguistische Besonderheiten. So kennen sie keine Zahlen, sondern verwenden nur Begriffe für "eins" oder "viele". Auch gibt es in ihrer Sprache keine Vergangenheits- oder Zukunftsform. Das und die Lebensweise der Pirahã zeugt von einer gänzlich anderen Sicht auf das Leben; die Pirahã leben im Hier und Jetzt und kümmern sich weder groß um Vergangenes noch um das, was in der Zukunft passiert. Das wäre alles noch nicht so außergewöhnlich, würde Everett sie nicht als das glücklichste Volk der Welt bezeichnen. Darüber hat der Sprachwissenschaflter vor nicht allzu langer Zeit Buch geschrieben und veröffentlicht. Darin schildert er seine Erfahrungen mit den Pirahã, und berichtet darüber was dieses Volk so besonders macht. Als Vorgeschmack gibt es hier einen kurzen Fernsehbericht.

 

 

Infos zum Buch

Wissenschaftler fordern: Neudefinition von Krebs und Früherkennung

 

Es ist schon paradox, die Mittel zur Krebsfrüherkennung werden immer ausgefeilter und die Zahl der Früherkennungen steigt mit jedem Jahr an. Dennoch gibt es heute wie damals genauso viele fortgeschrittene Krebsfälle und Menschen, die an dieser Krankheit sterben. Das Ziel der Krebsfrüherkennung wurde somit nicht erreicht, bemängelt eine Arbeitsgruppe des US-amerikanischen Nationalen Krebsinstituts (NCI) in der neusten Ausgabe der medizinischen Fachzeitschrift JAMA. Krebs würde zu häufig diagnostiziert und somit auch zu häufig behandelt, selbst wenn dies gar nicht nötig sei.

Nicht jeder Krebs bildet Metastasen und auch nicht jeder Krebs endet unbehandelt mit dem Tod des Patienten, so die Autoren des Artikels. Mancher Krebs würde ohne Screening ein Leben lang unentdeckt bleiben und auch keine Probleme verursachen. Während die Früherkennung bei manchen Krebsarten, wie z.B. Darm- und Gebärmutterhalskrebs, offensichtlich zu einem Rückgang der fortgeschrittenen Krebsfälle geführt hat, ist dieser Erfolg bei anderen Krebsarten ausgeblieben. Weiterhin macht das häufig zeitnahe Screening bei schnell fortschreitendem Krebs laut den Autoren selten Sinn. Es ist eher für langsam fortschreitende Erkrankungen sowie Fälle geeignet, in denen bisher lediglich präkanzerose Gewebsveränderungen festgestellt wurden.

 

"Ärzte, Patienten und die allgemeine Öffentlichkeit müssen wissen, dass eine übermäßige Diagnosestellung verbreitet ist und häufiger im Rahmen von Krebsfrüherkennungen passiert. Die Überdiagnose, oder auch die Feststellung von indolentem Krebs, kommt häufig bei Brust-, Lungen-, Prostata- und Schilddrüsenkrebs vor."
Overdiagnosis and Overtreatment in Cancer, JAMA, July 29, 2013

 

Die Arbeitsgruppe des NIC bemängelt auch, dass die steigende Früherkennungsrate bei einigen Krebsarten zu einer übermäßigen und nicht immer sinnvollen Behandlung führen kann. Denn wer einmal das Stigma "Krebs" auf die Stirn geschrieben bekommen hat, kommt aus dem riesigen modern-medizinischen Behandlungsapparat oft so schnell nicht wieder heraus. Dabei hätten viele der diagnostizierten und behandelten Krebserkrankungen den Patienten vielleicht nie Probleme bereitet. Das Problem entsteht manchmal erst durch die allzu eilige Früherkennung.

Die NIC-Arbeitsgruppe schlägt daher vor, das derzeitige Früherkennungssystem zu überdenken und zu verändern. Ein ideales Screening konzentriere sich auf die Erkennung von Erkrankungen, die tatsächlich Schädigungen und Leid verursachen, und die sich im frühen Krankheitsstadium leichter behandeln lassen. Die Autoren gehen sogar noch einen Schritt weiter und plädieren dafür, den Begriff "Krebs" nur für solche krankhaften Gewebsveränderungen zu verwenden, bei denen unter Ausschluss einer Behandlung ein tödlicher Verlauf möglich ist. Präkanzeröse Veränderungen sollten weder als Krebs bezeichnet werden, noch diesen in irgendeiner Form in ihrem Namen tragen. Außerdem sollten Diagnosemittel für die Erkennung von indolentem Krebs (z.B. gutartige Tumore oder Krebs mit niedrigerem Gefährdungspotential für den Patienten) entsprechend angepasst und überprüft werden.

Das Krebscafe meint: Die Schritte, die die Arbeitsgruppe im Fachmagazin JAMA vorschlägt, sind sehr zu begrüßen. Denn letztlich geht es bei Krebs nicht nur darum, die Krankheit zu heilen. Es geht im Angesicht der fortschreitenden Erkenntnisse über diese Erkrankung auch darum, immer wieder neu zu definieren, was Krebs denn überhaupt ist und welche Behandlungsoptionen sich daraus ergeben. Die Stigmatisierung in unserer Gesellschaft mit dem Begriff "Krebs" muss aufhören. Denn nicht jeder Mensch, bei dem Krebs festgestellt wird, ringt mit dem Tod, und nicht bei jedem Patienten ist eine aggressive Behandlung im schulmedizinischen Sinne angebracht. Viele Mediziner und Wissenschaftler reden seit Jahren vom Krebs als eine immer besser zu kontrollierende und den Patienten oft kaum noch einschränkende Erkrankung. Diesen Worten sollten nun Taten folgen und die schulmedizinische Einstellung zur Früherkennung, Klassifizierung und Behandlung von Krebserkrankungen überdacht werden.

 

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