Therapieatlas: Die Clark-Therapie

Alternative Krebstherapien erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Die Erfolgsraten von Chemotherapie und Bestrahlung sind oft bescheiden, die Nebenwirkungen enorm und die Menschen sind zunehmend vom Besuch beim so genannten "Schuldmediziner", der nicht über den Tellerrand blickt, enttäuscht. Sie wenden sich ab von der Symptombekämpfung und möchten stattdessen die Ursachen für ihre Erkrankungen heilen. Doch sogleich ist die Suche nach alternativen Therapien oft von großen Erwartungen und auch Naivität geprägt – die Schulmedizin wird kategorisch abgelehnt und alle Alternativen unhinterfragt als heilsbringend gepriesen. In der Reihe Therapieatlas nimmt das Krebscafe die verschiedenen alternativen Krebstherapien unter die Lupe: Wie funktioniert die Therapie? Wie ist sie entstanden? Gibt es Statistiken und Erfahrungsberichte zu ihrer Wirksamkeit? Dies möchte der Therapieatlas ergründen.

 

Disclaimer: Der Autor des Krebscafe ist kein Arzt und hat keine medizinische oder ähnliche Ausbildung. In der Reihe Therapieatlas werden Informationen aus unterschiedlichen Quellen gesammelt und eine ganz persönliche Meinung des Autors darüber abgegeben. Diese Meinung stellt keine Empfehlung dar, sondern ist eine subjektive Einschätzung der gesammelten Daten. Sollten Sie eine der beschriebenen Therapien für sich in Erwägung ziehen, besprechen Sie dies bitte mit ihrem zuständigen Arzt und Therapeuten

 

Wer sich auf die Suche nach alternativen Krebstherapien begibt, stößt ziemlich bald und unweigerlich auf den Namen Hulda Clark. Ihre Therapieform gehört zu den wohl bekanntesten alternativen Krebstherapien. In unserer ersten Folge des Therapieatlas geht das Krebscafe der Frage nach, wie die Clark-Therapie funktioniert und ob sie ihrem Ruhm gerecht wird.

Wer ist Hulda Clark?

Zuverlässige Hintergrundinformationen zur Person Hulda Clark sind schwer zu finden. Als ziemlich gesichert gilt, dass sie 1928 in Kanada geboren wurde, später Biologie, Biophysik und Zellphysiologie studierte und schließlich ihren Doktor an der University of Minnesota machte. Doch in was eigentlich? Eigenen Aussagen zufolge erhielt sie ihren Doktorgrad in Physiologie, also der "Lehre von den physikalischen und biochemischen Vorgängen in den Zellen, Geweben und Organen aller Lebewesen." Das offizielle Doktoranden-Verzeichnis der University of Minessota gibt laut Wikipedia jedoch an, dass Frau Clark den Doktor in Zoologie und Botanik machte. Später erwarb Hulda Clark ein naturheilkundliches Diplom an einer nicht akkreditierten Fernuniversität in den USA und leitete eine Klinik für schwer krebskranke Patienten in Mexiko. Sie schrieb mehrere Bücher, die in viele Sprachen übersetzt wurden. Am 3. September 2009 starb Hulda Clark an Knochenmarkkrebs.


Die Clark’sche Theorie der Krebsentstehung

Kurz und knapp gesagt führt Hulda Clark die Entstehung sämtlicher Krankheiten auf eine Kombination von Parasiten und Umweltgiften im Körper des Patienten zurück. Die von ihr angebotene Lösung ist dementsprechend einfach: Töte die Parasiten und vermeide die Umweltgifte – das macht Dich wieder gesund.

Im Detail kommt die Theorie natürlich etwas anspruchsvoller daher. Für Krebs macht Hulda Clark beispielsweise den Riesendarmegel Fasciolopsis buski verantwortlich – ein bis zu 80 Millimeter langer Saugwurm, der sowohl Mensch als auch Tier befallen kann. Im Körper vorhandene Karzinogene und Umweltgifte – so die Theorie von Hulda Clark – erleichtern es diesem Egel, sich einzunisten und später als Krebs zu wuchern. Vor allem der Propylakohol, den Frau Clark im Körper eines jeden Krebspatienten auszumachen glaubte, ist demnach eine Grundvoraussetzung für die Krebsentstehung. Hulda Clark ging davon aus, dass der Riesendarmegel in dieser Umgebung leichtes Spiel hat, sich im Körper des zukünftigen Krebspatienten einzunisten und dort zu reifen. Dieser Reifungsprozess wiederum treibt angeblich die Produktion eines Proteins namens Ortho-phospho-tyrosin in die Höhe, das die Zellteilung fördert und den Krebs wuchern lässt. Im Lauf der Jahre machte Hulda Clark weitere Parasiten für die Krebsentstehung verantwortlich. Doch die Grundvoraussetzung für ihre Therapie blieb gleich: das Abtöten der Parasiten und die daraus resultierende Beseitigung des Wachstumsfaktors Ortho-phospho-tyrosin. Innerhalb von 24 Stunden käme es somit zur Heilung… soweit die Theorie.


Die Clark-Therapie in der Praxis: Diagnose und Zapping

Das Herzstück der Clark’schen Diagnosestellung ist das so genannte Syncrometer. Dabei handelt es sich um ein Gerät, das Parasiten, Bakterien, Pilze und andere Erreger im Körper sowie Gifte im Trinkwasser und in der Nahrung aufspüren soll. Das Gerät besteht im Prinzip aus einem Audio-Oszillator, einem Kupfergriff, den der Patient in der Hand hält, und einer Sonde, die gegen die Haut des Patienten gedrückt wird. Anhand des Tons, den der Audio-Oszillator daraufhin erzeugt, soll erkennbar sein, welche Stoffe oder Erreger sich im Körper des Patienten befinden. Die Gefahr für eine Falschmessung liegt laut Hulda Clark bei lediglich 5 % – eine gewagte Aussage, die wir noch eingehender untersuchen werden.

Eine weitere Kuriosität der Clark-Therapie ist der so genannte "Zapper". Mit diesem elektrischen Stimulationsgerät lassen sich, laut Hulda Clark, Erreger und Parasiten im Körper ganz einfach "wegzappen". Dabei werden zwei Elektroden an der Haut des Patienten angebracht und ein schwacher Wechselstrom erzeugt, der die Parasiten im Körper abtöten soll. Gesundes Gewebe wird dabei angeblich nicht geschädigt.


Die Clark-Therapie in der Praxis: Innere Reinigung und Meidung von Giftstoffen

Da Hulda Clark glaubte, den einzig wahren Grund für die Krebsentstehung gefunden zu haben (Riesendarmegel + Propylalkohol) , ist auch ihr Rezept dementsprechend einfach und universal. Zum Abtöten der Parasiten empfiehlt sie in ihren Büchern einen Cocktail aus Schwarzwalnussschalen, Wermut und Gewürznelken. Damit die Parasiten besser beseitigt werden können und sich nicht so schnell wieder einnisten, solle der Krebspatient weiterhin Umweltgifte meiden und vorhandene Giftstoffe im Körper durch diverse Reinigungsverfahren ausleiten.

Das wohl bekannteste dieser Reinigungsverfahren ist die Leber- und Gallenreinigung. Sie erfreut sich auch unter Nicht-Krebspatienten größter Beliebtheit und wird von vielen Menschen als einfaches Hausmittel gegen alle möglichen körperlichen Leiden angewandt. Nach einer kurzen Fastenphase nimmt der Patient in zeitlichem Abstand eine Bittersalzlösung und ein Gemisch aus Olivenöl und frisch gepresstem Grapefruitsaft ein. Laut Hulda Clark soll diese Prozedur Gallensteine aus den Gallengängen lösen. In Ihrem Buch Heilung ist möglich schreibt sie: "Sie müssen insgesamt 2000 Steine ausscheiden, bevor die Leber so gründlich gereinigt ist, dass Sie auf Dauer von Allergien, Schleimbeutelentzündung und Rückenschmerzen befreit sind." Und tatsächlich scheiden viele Patienten nach dieser Kur kleine Steinchen aus. Doch ob es sich dabei tatsächlich um Gallensteine handelt, werden wir noch herausfinden.

Weiterhin empfahl Hulda Clark eine Ernährungsanpassung sowie weitere Reinigungs- und Sanierungsprogramme für das Gebiss (z.B. Amalgamentfernung), die Nieren, den Darm und die eigenen vier Wände (z.B. Beseitigung von Asbest und FCKW). Zudem solle der Patient alle Produkte meiden, die Propylalkohol enthalten. Dazu gehören Pflegeprodukte, wie diverse Shampoos, Dusch- und Haargels und Kosmetika. Zudem ist Propylalkohol in einigen Frühstücksflocken und sogar Teemischungen enthalten.


Was taugt die Clark-Therapie?

Meine persönliche Meinung zur Clark-Therapie ist zwiegespalten. Leider kann ich ihr in den meisten Punkten nur ein negatives Zeugnis ausstellen. Die Clark-Therapie macht wissenschaftliche Aussagen, die leider nicht haltbar sind. Sie enthält zahlreiche Widersprüche und baut auf vermutlich durchweg falschen Prämissen auf. Zudem sind viele der Erfahrungsberichte von angeblichen Krebspatienten, die sich in den Büchern von Hulda Clark finden, nicht verwertbar. Die Dokumentation ist schlecht und die Diagnosestellung oft zweifelhaft. Dennoch enthält ihre Therapie einige, wie ich finde, sinnvolle Elemente. Gehen wir die Pros und Kontras der Reihe nach durch…


Pro: Meidung von Giftstoffen, Zahnsanierung und Ernährungsumstellung

Der vielleicht wirkungsvollste Teil der Clark-Therapie ist das Ausleiten und Meiden von Giftstoffen in Körper, Ernährung und direkter Umgebung des Patienten. Es ist schon lange bekannt, dass bestimmte Stoffe (sog. Karzinogene) Krebs verursachen können. Umweltgifte und manche Konservierungsstoffe verursachen chronische Entzündungsprozesse im Körper, die wiederum das Erkrankungsrisiko steigern. Auch verschiedene Baumaterialien sind erwiesenermaßen schädlich. Diese Stoffe aus seinem Leben zu verbannen, ist bei Krebs eine gute Entscheidung, denke ich.

Auch die von Hulda Clark empfohlene Zahnsanierung macht teilweise Sinn. Ob Amlagamfüllungen schädlich sind oder nicht, bleibt zwar weiterhin ungeklärt, doch gibt es entgegen der Behauptung vieler Amalgam-Befürworter bereits Studien, die einen eventuell gesundheitsschädigenden Effekt ausmachen können. Amalgam könnte demnach mitverantwortlich sein für alle möglichen Erkrankungen – von Haut- und Schleimhautschädigungen bis hin zu Alzheimer und Auto-Immunerkrankungen wie Multiple Sklerose oder immunvermitteltem Diabetes. Selbst offizielle Stellen wie die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) rudern in dieser Sache mittlerweile zurück und rücken von einer uneingeschränkten Pro-Amalgam-Haltung ab.

Der Empfehlung von Hulda Clark, sich bewusster zu ernähren, kann ich ebenfalls nur zustimmen. Wer Fertigprodukte meidet, nimmt nicht nur weniger Farb- und Konservierungsstoffe zu sich, sondern kocht auch mehr und konzentriert sich auf natürliche und weitestgehend unbehandelte Nahrungsmittel. Dennoch gibt es für eine begleitende Ernährungstherapie bei Krebs weitaus bessere Konzepte und Methoden, wie ich finde.

Ein weiterer Pluspunkt der Clark-Therapie ist die Möglichkeit, sie von zu Hause aus durchzuführen. Das macht sie auf den ersten Blick zu einer geeigneten und recht unaufwändigen Begleittherapie – wenn da nicht die zahlreichen Minuspunkte wären, auf die wir im Folgenden zu sprechen kommen. Denn hier endet die positive Bewertung der Clark-Therapie auch schon. Der Rest der Therapie steht leider auf sehr wackligen Beinen.


Kontra: Das Theoriegebäude der Hulda Clark

Die Grundmauern des Clark’schen Thearpiegebäudes bröckeln schon bei ihrer Theorie der Krebsentstehung. Die Annahme, dass Parasiten auf die Krebsentstehung Einfluss haben, könnte sich noch in der ein oder anderen Form als wahr erweisen. Doch so einfach, wie Frau Clark es sich vorstellte, ist es sicher nicht.

Der Darmegel Fasciolopsis buski, den Hulda Clark für die Krebsentstehung verantwortlich macht, kommt lediglich in Teilen Südostasiens, in China und Indien vor. Mitarbeiter eines deutschen Stuhllabors berichten, "dass sie diesen tropischen Parasiten noch niemals bei einem deutschen Patienten nachweisen konnten, obwohl er in der Stuhlmikroskopie so auffällig ist, dass er nicht übersehen werden kann" (Quelle: Naturheilkundlicher Newsletter der Habichtswaldklinik). Da der Egel in den oben genannten Ländern recht verbreitet ist, müsste dort die Krebsrate entsprechend höher sein als in unseren Gefilden. Das ist jedoch nicht der Fall. Und auch wenn sich im Stuhl einiger Krebs-Patienten, die die Clark-Therapie anwenden, Parasiten finden, so lässt dies nicht den Schluss zu, dass dies bei allen Patienten so ist. In mindestens einem ärztlich dokumentierten Fall ist sogar eindeutig erwiesen, dass es sich bei den vermeintlichen Parasiten lediglich um etwas seltsam aussehende Fäkalien handelte. Die betroffene Patientin hielt dennoch hartnäckig und über Jahre an ihrer Parasitentheorie fest.


Kontra: Diagnose mit falschen Prämissen

Ein weiterer unverzeihlicher Schwachpunkt der Clark-Therapie ist die Diagnose. Für die Funktionsweise des Syncrometers gibt es keinerlei wissenschaftliche Bestätigung. Dass das Gerät zur Diagnosestellung taugt, muss stark bezweifelt werden. Das ist umso fataler, da Frau Clark das Syncrometer als ein hauptsächliches Diagnoseinstrument einsetzte und vermutlich bei vielen Menschen fälschlicherweise Krebs diagnostizierte. Sie versuchte zwar die erzielten Ergebnisse mit anderen konventionelleren Laboranalysen zu bestätigen, doch "erwies sich [dies] oft als schwierig, weil das Syncrometer mit einer Genauigkeit aufspürt, die weit über die Fähigkeiten der meisten Laboranalysen geht." – so steht es auf der Website des Dr. Clark Information Center. Mit anderen Worten: Die Ergebnisse des Syncrometers ließen sich nicht immer – vielleicht sogar selten oder gar nicht – mit konventionellen Labormessmethoden bestätigen.
Auch das folgende Zitat von Hulda Clark spiegelt wider, dass Hulda Clark ihre Methoden für überlegen und unwiderlegbar hielt. Auf die Frage, ob das Syncrometer der Schlüssel zur Aufdeckung der Krankheitsursachen sei, antwortete sie: "Ja, denn an nur einem Nachmittag kann man damit mehr entdecken, als man in einem Jahr mit üblicher klinischer Biochemie entdecken könnte."

Schaut man sich die Anleitungen für das Syncrometer an und liest man die zahlreichen verzweifelten Beiträge von Anwendern im Internet, die dem Gerät nicht den gewünschten Ton entlocken können, muss man daraus schließen, dass das Gerät nicht auf die versprochene Weise funktioniert. Die Tonfrequenzen, die das Syncrometer widergibt, beruhen vermutlich auf einem psychomotorischen Effekt: die Erwartungshaltung des Anwenders beeinflusst seine Bewegungen und den Druck, mit dem er das Syncrometer auf der Haut anwendet. Dies wiederum verändert die Tonfrequenz und bestätigt somit die Diagnose, die sich der Anwender unterbewusst ausgemalt hat. Im Gegensatz zu Hulda Clarks Behauptungen ist dieser psychomotorische Effekt eindeutig wissenschaftlich erwiesen.

Beging Hulda Clark hier vielleicht den größten Fehler, den ein Wissenschaftler überhaupt begehen kann? Ignorierte sie ernstzunehmende Gegenbeweise und verließ sich nur noch auf ihre eigenen Methoden, um der Fragwürdigkeit ihres Therapiekonzepts nicht in die Augen schauen zu müssen? Wenn dem so ist, wäre das unverzeihlich. Denn wenn bereits die Diagnose von falschen Prämissen ausgeht, dann ist vermutlich auch der ganze Rest nicht viel wert.

 
Kontra: Die praktische Anwendung

Ich bin prinzipiell offen für Neues und für Alternativen. Und ich bin sicher, dass es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die wir (noch) nicht erklären können. Aber der Zapper gehört sicherlich nicht zu diesen Dingen. Seine einzige Erwähnung in einem wissenschaftlichen Zusammenhang, die ich finden konnte, beschreibt den Fall eines 52-jährigen Herzschrittmacher-Patienten. Der Herr litt zeitweise unter solch starken Schwindelgefühlen, dass er der Ohnmacht nahe kam. Wie sich herausstellte, war der Zapper schuld daran: der von ihm erzeugte Strom beeinflusste den ansonsten tadellos funktionierende Herzschrittmacher. Aus gutem Grund wurde verschiedenen Hulda Clark nahestehenden Instiutionen die gesundheitsbezogene Werbung mit dem Zapper untersagt.

Neben dem Zapper ist die bekannteste Erfindung von Frau Clark wohl die Leber- und Gallenreinigung. Es gibt tatsächlich Erfahrungsberichte von Ärzten und Patienten, die mit diesem Reinigungsverfahren eine Verbesserung der Symptome erreicht haben. Doch der Grund, den Hulda Clark dafür angibt, ist schlicht hahnebüchen. Laut ihren Büchern sind es nämlich die durch die Reinigung abgehenden Gallensteine, die zu einer Verbesserung der Gesundheit führen. Wie das Krebscafe jedoch bereits berichtete, handelt es sich bei den kleinen ausgeschiedenen Steinchen nicht um Gallensteine, sondern um Verseifungen, die bei der Reaktion des getrunkenen Grapefruitsafts mit dem Olivenöl entstehen. Für diesen Clark’schen Fauxpas gibt es einen weiteren Minuspunkt.

Als letztes fragwürdiges Element in der praktischen Anwendung der Clark Therapie möchte ich die Dosierung erwähnen. Die empfohlenen Zufuhrmengen von Nahrungsergänzungsmitteln und Parasitenprogrammen übersteigen die offiziellen Empfehlungen oft um ein Vielfaches. Ich möchte dazu anmerken, dass auch diese offiziellen Empfehlungen nicht immer das Maß aller Dinge sind und wissenschaftliche Studien in vielen Fällen eine Korrektur nach oben nahelegen (z.B. Vitamin D). Auch haben Forscher wie Linus Pauling beachtliche Erfolge mit sehr hohen Dosen verschiedener Vitamine und Mineralstoffe erzielt. Dennoch erscheinen mir die Empfehlungen von Frau Clark als zu willkürlich. Eine Angabe von Gründen für die von ihr angewandte Dosierung konnte ich leider nicht finden.

 
Kontra: Dokumentation und der Tod von Hulda Clark

Die Fehler und Widersprüchlichkeiten ziehen sich wie ein roter Faden durch das ganze Konzept der Clark-Therapie; angefangen bei der Theorie, über die Diagnose, die Anwendung und schließlich hin zur Dokumentation und den Tod der Hulda Clark. Wie wir schon festgestellt haben, benutzte und empfahl Frau Clark für Diagnosen oft nur ihre eigenen, wissenschaftlich eher zweifelhaften Methoden. Und auch die meisten in ihren Büchern erwähnten Krebsfälle erscheinen in diesem zweifelhaftem Licht. Wenige von ihnen sind wirklich gut dokumentiert, viele nur aufgrund der Diagnose mit dem Synctometer als Krebsfälle bezeichnet. Wie Lothar Hirneise in seinem Buch Chemotherapie heilt Krebs und die Erde ist eine Scheibe berichtet, haben es Hulda Clark und ihre Anhänger trotz Versprechungen bisher versäumt, Beweise für die Theorie oder die Wirksamkeit der Clark-Therapie zu erbringen.

Einen traurigen Abschluss findet meine Bewertung in dem Tod der Hulda Clark. Laut ihrer offiziellen Internetseite verstarb sie im Jahr 2009 an einem Multiplen Myelom, einer Krebserkrankung des Knochenmarks. Ihr eigener Krebstod ist an sich natürlich nicht zwangsweise ein Beweis für die fehlende positive Wirkung ihrer Therapie – wir wissen nicht, was sie unternahm, um ihren eigenen Krebs zu heilen, und wir wissen auch nichts über die Begleitumstände. Dennoch, wenn Hulda Clark in ihren Büchern anderen Krebspatienten verspricht, dass es mit ihrer Therapie "5 Tage dauert um von Krebs geheilt zu werden, unabhängig von der Art des Krebses", dann muss die Frage erlaubt sein, warum sie ihren eigenen Krebs trotz Anwendung ihrer Therapie nicht zu heilen vermochte. Es gibt, wie gesagt, an dieser Stelle zu viele unbekannte Variablen und ich möchte diese Frage im Raum stehen lassen.

Leider ist meine persönliche Einschätzung der Clark-Therapie eher ernüchternd. Würde ich selbst noch einmal Krebs bekommen, ich würde sie nicht anwenden. Abgesehen von der Meidung von gesundheitsgefährdenden Giftstoffen kann kein Element der Clark-Therapie wirklich Vertrauen in mir erwecken. Zu zahlreich sind die Widersprüche, zu schwach die Beweislage.

Quellen

 
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