Archiv für den Monat: Februar 2012

Update: Intermittierendes Fasten

Ein kleines Update zu unserem kürzlich veröffentlichten Artikel Studie: Fasten und Chemo gegen Krebs:

Eine ganz aktuelle Studie bestätigt , dass das Intermittierende Fasten (IF) – in diesem Fall ein bis zwei Fastentage pro Woche – auch gut für’s Gehirn ist. Vermutlich schützt IF damit vor degenerativen Erkrankungen wie Parkinson oder Alzheimer. Hier geht’s zur Studienbeschreibung (auf Englisch):

Fast once or twice a week to improve brain health and prolong life

Eine weitere Studie belegt einen positiven Einfluss des IF auf das Diabetesrisiko:

Routine Periodic Fasting Lowers Disease Risk

 

 

Studie: Fasten und Chemo gegen Krebs

Wieder einmal gute Nachrichten für alle Fans des (Heil-)Fastens: Zumindest in einer mit Mäusen durchgeführten Studie erwiesen sich kurze, konsequente Fastenzyklen als teils so effektiv, wie eine Chemotherapie. In Kombination mit ihr erhöhte sich die Überlebensrate sogar noch deutlicher.

Das Fasten macht die Krebszellen offensichtlich nicht nur weniger widerstandsfähig und somit angreifbarer für eine Chemotherapie, sondern verlangsamt auch das Tumorwachstum und die Streuung des Krebses (Metastasen). Selbst eine bereits über den Organismus metastasierte und hochaggressive Krebsart, die oft bei Kindern vorkommt, konnte durch eine Kombination von kurzen Fasteneinheiten und Chemotherapie bei 20% der Mäuse kuriert werden; bei Mäusen in einem früheren Stadium der Streuung waren es sogar 40%.

Es handelt sich bei weitem nicht um die erste Studie, die die Wirksamkeit des Fastens bei Krebs und Chemotherapie untersucht. Bereits 2010 berichteten zehn Krebspatienten, die Fastenzyklen während einer Chemotherapie ausprobiert hatten, im Rahmen einer Fallberichtsstudie von weniger Nebenwirkungen. Auch für das Wohlergehen des Patienten während der Krebsbehandlung könnte das Fasten also interessant sein.

Die Forscher sind indes zurückhaltend: ob und inwiefern das Fasten beim Menschen gegen Krebs wirkt, bleibt abzuwarten und könne sich nur in einer Jahre andauernden Studie erweisen. Erste Humanstudien mit Menschen wurden bereits begonnen. In ihnen soll unter anderem herausgefunden werden, wie gut Menschen das Fasten während einer Chemotherapie vertragen.

"Wir wissen nicht, ob es auch beim Menschen wirksam ist," so Valter Longo, Seniorautor der Mausstudie und Professor für Gerontologie und Biologie an der University of Southern California. Als alleinige Therapieoption für Krebspatienten lehnt er das Fasten entschieden ab. Doch in Kombination mit einer Chemotherapie oder dort, wo eine Chemotherapie nicht empfohlen oder in Betracht gezogen wird, könne der Patient das Fasten durchaus mit dem zuständigen Onkologen besprechen.

Vorbei am Arzt sollte der Patient aber in keinem Fall handeln. Denn das Fasten ist für viele Patienten auch gefährlich: wer durch die Krebserkrankung sowieso schon an Gewicht verloren hat oder sonstige Risikofaktoren, wie z.B. Diabetes, aufweist, der kann sich damit eher schaden als nutzen. Auch nicht unterschätzen sollte man die oft auftretenden Nebenwirkungen des Fastens: ein sinkender Blutdruck, Kopfschmerzen oder Benommenheit können im Alltag zu Unfällen führen.

Auch gesunde Personen können vom Fasten profitieren. Ich persönlich praktiziere eine abgeschwächte Form, das so genannte Intermittierende Fasten (IF). Dabei lässt man in unregelmäßigen Abständen einzelne oder auch mal mehrere Mahlzeiten ausfallen.
Eine besondere Form des IF teilt den Tag in eine Fasten- und in eine Aufnahmphase ein, zwischen denen ein Zeitraum von ca. 16 Stunden liegt (das Leangains-Prinzip). Wer z.B. abends um 20 Uhr seine letzte Mahlzeit zu sich genommen hat, beginnt dabei die Nahrungsaufnahme am nächsten Tag erst um 12 Uhr mit dem Mittagessen. Laut einiger Autoren hat das nicht nur gesundheitliche Vorteile, sondern wirkt auch Wunder beim Abnehmen, wie man z.B. auf der Internetseite des Fitness- und Ernährungsgurus Martin Berkhan sieht.

Abschließend noch ein Videointerview mit dem Studienautor Valter Longo:

 

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