Archiv für den Monat: Dezember 2009

Länger leben ohne Glukose

Länger leben ohne Glukose

Die Alters- und Anti-Aging-Forschung macht große Fortschritte. Ein ganz heißes Thema ist dabei die Kalorienreduktion. Bekanntermaßen scheint diese nämlich – bei gleichzeitiger Zufuhr der benötigten Nährstoffe – eine lebensverlängernde und vor Krebs schützende Wirkung zu haben. Einfach gesagt: Wer weniger isst, der lebt länger. Einen Grund, warum das so ist, haben nun Wissenschaftler der University of Alabama at Brimingham herausgefunden. Des Pudels Kern ist wieder einmal der Zucker, genauer gesagt: die Glukose.

Für ihr Experiment verwendeten die Forscher zwei Arten von menschlichen Lungenzellen: ganz normale und präkanzeröse Zellen. Letztere befinden sich sozusagen am Beginn der Krebsentstehung. Im Labor wurde beiden Zellarten nun entweder eine normale oder eine reduzierte Menge an Glukose zugeführt. In den anschließenden Wochen beobachteten die Forscher ganz genau, wie die jeweiligen Zellen auf die unterschiedliche Ernährung reagierten.

Die Entdeckung, die sie dabei machten, ist verblüffend: Normale Zellen, denen weniger Glukose zugeführt wurde, lebten länger, während ein Teil der präkanzerösen Zellen bei der gleichen glukosereduzierten Ernährung abstarben. Ein im Sinne der Gesundheit sehr zu begrüßender Effekt. Und auch in epigenetischer Hinsicht tat sich einiges: So bewirkte die reduzierte Glukosezufuhr bei den normalen Zellen eine erhöhte Aktivität des Gens hTERT und eine verminderte Aktivität des Gens p16. hTERT spielt eine große Rolle bei der Zellalterung. Je aktiver dieses Gen ist, desto gesünder sind die Zellen und desto länger leben sie (Stichwort: Telomere). Bei p16 handelt es sich um ein wohlbekanntes Tumorsuppressorgen. Es steht, ebenso wie hTERT, im Zusammenhang mit einer schnelleren Zellalterung.

"Die westliche Wissenschaft steht an der Schwelle zur Entwicklung eines pharmazeutischen Jungbrunnens." – Dr. Gerald Weissman, Leiter der Studie.

"Diese Studie bestätigt, dass wir auf dem Weg sind, menschliche Zellen dazu zu bringen, uns länger, und vielleicht krebsfrei, leben zu lassen." – wie bei den meisten prestigeträchtigen Forschungsprojekten sind die geschwungenen Reden groß. Doch in der Tat könnten Ergebnisse wie diese einen sehr bedeutenden Weg bei der Heilung vieler Krankheiten ebnen.

Zwar sollte man vorsichtig sein und keine allzu schnellen Rückschlüsse von den Zellkulturen in einer Petrischale auf den ganzen Menschen ziehen. Der Finger der Wissenschaft deutet hier dennoch ein weiteres Mal auf ein Thema, das auch in der Medizin viel zu lange vernachlässigt wurde: die Ernährung. Es wird Zeit, dass die gewonnenen Erkenntnisse endlich auch in Arztpraxen und Kliniken umgesetzt werden.

Ich wünsche Ihnen einen guten Rutsch ins neue Jahr, viel Glück und viel Gesundheit!
Andreas Thies

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Zucker: Die bittere Wahrheit

Ein interessanter englischer Vortrag von Dr. Robert H. Lustig, Professor für Pädiatrie an der University of California. Er spricht über die negativen gesundheitlichen Auswirkungen des steigenden Zuckerkonsums.

EDIT: Wen eine kurze Zusammenfassung des Vortrags interessiert, der kann diese im Blog von Dr. Geldgier nachlesen.

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Links zum Wochenen (25.12.2009)

Links zum Wochenende

Wie immer entsprechen die hier verlinkten Beiträge und Zusammenfassungen nicht zwangsläufig der Meinung des Autors. Ich wünsche Ihnen ein wundervolles Wochenende!

Als ich vor einigen Jahren im Krankenhaus lag, da glaubte ich noch an das Ammenmärchen, dass Blumen am Krankenbett schädlich für den Patienten sein könnten. Falsch gedacht!

In den meisten Fällen bleiben Nachwirkungen bei Patienten, die eine Chemotherapie gemacht haben, nicht aus. Wissenschaftler haben nun eine Möglichkeit entdeckt, wie man das so genannte "Chemo-Brain" vermindern könnte.

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Schwitzen ist gesund

Niacin (auch bekannt als Vitamin B3 oder Nicotinsäure) ist ein wichtiger Baustein im menschlichen Körper. Wir benötigen Nicacin für grundlegende Stoffwechselprozesse. Zudem hat Niacin eine antioxidative Wirkung. Ein Überschuss an dem B-Vitamin könnte jedoch auch negative Folgen haben.

Denn laut einer aktuellen Studie könnte ein Überschuss an Nicotinamid, einem Derivat des Niacins, eine mögliche Ursache für Diabetes Typ 2 zu sein. Diesen  Überschuss entgiftet der Körper z.B. über die Leber, aber auch beim Schwitzen über die Haut, wie die Wissenschaftler feststellten. Diese Erkenntnis bestätigt erneut einen positiven Aspekt sportlicher Betätigung: Durch den Schweiß werden überschüssige Stoffe, Gifte und Abbauprodukte aus dem Körper gespült.

Möglichkeiten um den Körper richtig ins Schwitzen zu bringen sind Sport, Saunagänge und warme, ansteigende Sitzbäder. Hier ein Ausschnitt aus einer Beschreibung der Studie:

Facing the increasing prevalence of type 2 diabetes worldwide in the past few decades, one may ask what is wrong with humans. Geneticists tell us that the human genome has not changed markedly in such a short time. Therefore, something must be happening in our environment or diet.

The study revealed that diabetic patients have a slow nicotinamide metabolism and thus require a longer time to clear up excess nicotinamide metabolites within the body.

Most interestingly and importantly, this study demonstrates that sweating is an effective way for expelling excess nicotinamide from the body.

Quelle: news-medical.net

Folgende Lebensmittel enthalten das für uns wichtige Niacin: Geflügel, Wild, Fisch, Pilze, Milchprodukte, Eier, Leber, Kaffee, Vollkornprodukte, verschiedenes Obst und Gemüse, Erdnüsse, Weizenkleie, Datteln, Champignons, Bierhefe, getr. Aprikosen und Hülsenfrüchte. 

Das heißt nun natürlich nicht, dass man all diese Lebensmittel meiden sollte. Im Gegenteil: Niacin ist ein wichtiges Vitamin und scheint in gewissen Mengen sogar eine krebsschützende Wirkung zu haben Allerdings sollte man neben einer gesunden Ernährung auch dafür sorgen sollte, dass sich der Körper (z.B. über den Schweiß) entsprechend entgiftet.

Ich wünsche Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und viel Gesundheit.
Andreas Thies

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TV-Tipps (13.12.09 – 01.01.10)

TV-Tipps für Donnerstag, den 09.04.09

Weitere Informationen zu den Sendungen erhalten Sie durch Anklicken des Titels.

Tag7: "Urlaub im Hospiz"
Sonntag 13. Dezember, 16.25 Uhr, WDR

Philosophie: "Intimsphäre"
Montag 14. Dezember, 11.30 Uhr, Arte

"Der Traum vom Glück" – Reportage
Dienstag 15. Dezember, 22.00 Uhr, WDR

"Wie Geschwister unser Leben beeinflussen"
Samstag 19. Dezember, 11.05 Uhr, WDR

Visite: "Gutes Essen oder gute Gene: Wie wird man 100 Jahre alt?"
Samstag 19. Dezember, 20.15 Uhr, Eins Plus

"Helfer auf vier Pfoten – Therapiehunde im Einsatz" – Reportage
Samstag 19. Dezember, 21.00 Uhr, ZDF Info

"Klosterurlaub – Zeit fürs Ich"
Dienstag 22. Dezember, 09.05 Uhr, 3Sat

"Weihrauch – Duft der Götter"
Dienstag 22. Dezember, 09.10 Uhr, Arte

"Bis dass der Tod uns scheidet"
Dienstag 22. Dezember, 00.00 Uhr, ZDF neo

"Die Kraft der Liebe"
Freitag 25. Dezember, 20.15 Uhr, MDR

Nachtcafé: "Nach den Sternen greifen"
Freitag 25. Dezember, 21.50 Uhr, SWR

"Begegnungen mit dem Dalai Lama"
Samstag 26. Dezember, 20.15 Uhr, Eins Extra

"Leben hinter Klostermauern"
Samstag 26. Dezember, 22.30 Uhr, Vox

"Mein Gott. Dein Gott. Kein Gott"
Sonntag 27. Dezember, 11.00 Uhr, 3Sat

"Rätselhafte Heilung" – Doku
Sonntag 27. Dezember, 01.45 Uhr, HR

"Ayurveda" – Doku
Montag 28. Dezember, 18.20 Uhr, WDR

Quarks: "Gesundheitsirrtümer"
Dienstag 29. Dezember, 20.15 Uhr, WDR

"Glaubenswege"
Mittwoch 30. Dezember, 12.15 Uhr, 3Sat

"Traditionelle Heilmedizin Asiens"
Mittwoch 30. Dezember, 17.30 Uhr, MDR

"Ein Leben entsteht"
Donnerstag 31. Dezember, 19.00 Uhr, ARD

Nachtcafé: "Optimisten – Pessimisten"
Freitag 1. Januar, 21.50 Uhr, SWR

Wie immer bedanke ich mich für die TV-Tipps bei der Internetseite Reiki.de.

 

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Vitamin D und die Überlebensrate bei Lymphomen

Vitamin und die Überlebensrate bei Lymphomen

Die guten Nachrichten über das Sonnenvitamin D reißen nicht ab. Wissenschaftler um Dr. Matthew Drake an der Mayo Clinic in Rochester (USA) haben nun einen Zusammenhang zwischen dem Vitamin D-Spiegel und der Überlebensrate bei Patienten mit einer bestimmten Form von Lymphomen entdeckt. Es handelt sich um eines der bisher überzeugendsten Ergebnisse bezüglich Vitamin D und seiner Wirkung auf Krebserkrankungen.

Die Wissenschaftler der kürzlich veröffentlichten Studie stellten bei etwa 50% der insgesamt 374 Studienteilnehmer mit diffus großzelligem B-Zell-Lymphom einen Vitamin D-Mangel fest. Verglichen mit Patienten, die einen optimalen Vitamin D-Spiegeln aufwiesen, ergab sich dadurch nicht nur ein erhöhtes Risiko für ein schnelleres Fortschreiten der Erkrankung, sondern auch ein doppelt so hohes Risiko daran zu sterben.

Diese Studienergebnisse unterstützen den immer deutlicher werdenden Zusammenhang zwischen Vitamin D, Krebsrisiko und Krankheitsverlauf. Und so könnten Vitamin D-Präparate sogar jenen Patienten helfen, die bereits eine bestimmte Krebsdiagnose erhalten haben, so der Studienleiter und Endokrinologe Dr. Drake. Er fügt hinzu, dass sich der Vitamin D-Spiegel bereits mit einfachen Mittel aufrecht erhalten lässt, so z.B. durch die Einnahme von Vitamin D-Präparaten oder tägliche Bewegung an der Sonne.

Krebsforscher hatten bereits in der Vergangenheit herausgefunden, dass Vitamin D wichtige Gene bei verschiedenen Krebsarten beeinflussen könnte, so z.B. bei Prostata-, Darm- oder Brustkrebs. Neuere Studien deuten außerdem auf eine Rolle bei der Entstehung mancher Krebsarten und den Einfluss auf den Krankheitsverlauf hin, so ein Bericht der Mayo Clinic.

Das folgende Video zeigt ein englischsprachiges Interview mit Dr. Matthew Drake und den Co-Autoren der Studie Dr. Witzig und Dr. Cehan. Interessant finde ich vor allem den Hinweis, dass B-Zell-Lymphome häufiger im Norden der USA vorkommen. Also dort, wo die Menschen allgemein weniger dem Sonnenlicht ausgesetzt sind.

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Einsamkeit ist ein Risikofaktor

Heute erschien eine interessante Meldung im Focus, die ich zitieren möchte.

Riskofaktor Einsamkeit

Einsamkeit und die damit verbundene seelische Belastung erhöhen das Risiko, an Krebs zu erkranken. Und: Tumorpatienten, die sich allein fühlen, überleben seltener.

Wie stark psychische Faktoren im Fall schwerer Krankheiten wirken, untersuchten bereits zahlreiche Studien. Welche Rolle Einsamkeit für eine Krebserkrankung spielt, haben amerikanische Wissenschaftler unter die Lupe genommen und herausgefunden: Einsamkeit verschärft das tödliche Potenzial von Krebs.

Lesen Sie hier weiter…

Links zum Wochenende (4.12.09)

Links zum Wochenende

Die Links zum Wochenende heute mal in einer etwas anderen Formatierung. Es würde mich sehr interessieren, wie Sie Ihnen im Sinne der Lesbarkeit gefällt. Schreiben Sie mir also gern einen Kommentar über den "Kommentar"-Link in der mittleren Spalte.

Wie immer entsprechen die hier verlinkten Beiträge und Zusammenfassungen nicht zwangsläufig der Meinung des Autors. Ich wünsche Ihnen ein wundervolles Wochenende!

Ich beschäftige mich nun seit einiger Zeit intensiv mit den möglichen negativen Auswirkungen einer kohlenhydratreichen Ernährung. Das Problem ist schon lange bekannt, gewinnt in den großen Medien aber erst jetzt so richtig an Fahrt. So auch in der Welt, die in dieser Woche mit folgendem Artikel aufwartet: Fettreiche Ernährung gegen Krebs wiederentdeckt.

Eine Frau aus den USA erhält eine Schadensersatzsumme über 6,3 Millionen Dollar. Die Frau hatte sich einer Hormonersatztherapie unterzogen und anschließend Brustkrebs bekommen. Eine hübsche Summe. Aber zu welchem Preis?

Offensichtlich besteht ein Zusammenhang zwischen Entzündungen der Bauchspeicheldrüse und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Eine Studie bringt zutage, dass das Risiko daran zu erkranken besonders hoch bei Menschen ist, die in Ihrer Vorgeschichte eine Entzündung am Organ hatten.

Der Krebs ist weg, die Erektion auch: Im Stern berichtet ein 69-jähriger Betroffener von seinem Leben nach der Prostatakrebs-Therapie.

Obst und Gemüse hat auch bei Rauchern einen vor Lungenkrebs schützenden Effekt, das berichtet eine Studie mit über 500.000 Männer und Frauen. Eine weitere Studie bestätigt ein vermindertes Krebsrisiko bei einem häufigen Verzehr von Zitrusfrüchten.

Und auch Sport wirkt gegen Krebs. Das ist schon länger bekannt. Dass das Risiko an Krebs zu erkranken aber schon mit leichter sportlicher Betätigung um bis zu 50% verringert werden kann – selbst, wenn die Probanden Alkohol tranken und Zigaretten rauchten. Was jetzt bitte schön keiner als Ausrede gebrauchen sollte…

Es kommt einer kleinen Sensation gleich, dass die American Cancer Society ihre Mammografieempfehlungen für junge Frauen revidiert hat. Die drängende Kritik zu Vorsorgeuntersuchungen scheint Früchte zu tragen.

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