Archiv für den Monat: November 2009

Einmal ist keinmal – oder etwa doch?

Einmal ist keinmal - oder etwa doch?

Heute habe ich einen verständlich aufbereiteten Happen aus der Welt der Wissenschaft für Sie – gerade recht zur Vorweihnachtszeit und zur Zeit des Schlemmens und Genießens. Die Aussicht auf das Fest und seine Genüsse möchte ich Ihnen natürlich nicht madig machen. Doch zeigt die Studie, dass es sich trotz der vielleicht aufkommenden Einwände der Verwandtschaft lohnt, Maß zu halten…

Den Titel der Studie aus dem Jahr 2008 könnte man frei übersetzen mit "Ein vorübergehend hoher Blutzuckerspiegel bewirkt andauernde epigenetische Veränderungen und veränderte Genexpression während nachträglich normal hohem Blutzuckerspiegel". Hinter diesem langen Titel verbirgt sich die schlichte Erkenntnis, dass auch ein kurzzeitig erhöhter Blutzuckerspiegel epigenetische Veränderungen bewirkt, die wiederum recht dramatische Auswirkungen auf die Genexpression haben. Aber was bedeutet das nun wieder?

Ganz langsam und von vorn: Die Wissenschaftler der oben genannten Studie haben an Mäusen festgestellt, dass ein kurzzeitig erhöhter Blutzuckerspiegel, wie er z.B. besonders nach dem Verzehr einer stark kohlenhydrat- oder zuckerreichen Mahlzeit vorkommt, einen Bestandteil des Transkriptionsfaktors NF-kB beeinflusst. Auch Tage später noch ist dieser Effekt im Körper der Mäuse messbar, also über das Andauern des erhöhten Blutzuckerspiegels hinaus.
Der Transkriptionsfaktor NF-kB kommt in fast allen menschlichen Zellen vor und spielt – vereinfacht gesagt – eine Hauptrolle beim Ablesen und Kopieren unserer DNA. Außerdem ist er ein wichtiger Faktor für unsere Immunabwehr und scheint auch bei Entzündungsprozessen ein Wörtchen mitzureden.

Während die ungesunde Bedeutung eines zu hohen Blutzuckerspiegels jedem Diabetiker klar ist, so ist noch unklar, welcher Zusammenhang zwischen NF-kB und Krankheiten wie Krebs besteht. Forschungsergebnisse weisen jedoch darauf hin, dass dieser Zusammenhang wahrscheinlich ist. Wer will, kann diese Studie also als eine Mahnung ansehen, an den Feiertagen trotz all der herrlichen Genüsse das rechte Maß zu halten.

Und lassen Sie sich nicht einreden, ein Festtagsverderber zu sein oder nicht genießen zu können.  Die angebliche Genussfähigkeit, die manche Menschen demonstrieren, ist nämlich oft nur eine Rechtfertigung für ihren eigenen ungesunden Lebensstil. Wer wirklich genießen kann, muss seinen Genuss anderen nicht aufdrängen. Und außerdem: wer sagt denn, dass nicht auch das Maßhalten eine Form von Genuss und somit Liebe zum Leben ist?

Ich wünsche Ihnen eine schöne Adventszeit und viel Gesundheit
Andreas Thies
 

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Quellen und weiterführende Links

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Vitamin D und die Vermeidung chronischer Krankheiten

Wieder einmal ein Video in englischer Sprache. Für meine nicht englischsprechenden Leser tut es mir natürlich leid, aber der hier zu sehende Vortrag ist einfach zu gut und informativ, als dass ich nicht posten sollte.

Der Redner in dem Video ist übrigens Dr. Michael Holick, einer der wohl angesehensten Vitamin D-Experten der Welt.

Links zum Wochenende (20.11.09)

Links zum Wochenende

Wie immer entsprechen die hier verlinkten Beiträge und Zusammenfassungen nicht zwangsläufig der Meinung des Autors. Ich wünsche Ihnen ein wundervolles Wochenende!

Ernährung & Gesundheit

  • Kann Senf das Krebsrisiko verringern? – Diese Frage stellt die Bildzeitung und beruft sich auf eine Studie der Uni Freiburg, die eine präventive Wirkung des Senfs nahelgen.
  • Calcium verringert das Krebsrisiko – Eine groß angelegte Studie aus den USA hat die krebsschützende Wirkung von Calcium vor allem für Frauen herausgefunden.
  • Blasenkrebsrisiko durch Zigaretten ist gestiegen – Eine neue Studie lässt Forscher vermuten, dass krebserregende Inhaltsstoffe in Zigaretten angestiegen sind. Meiner Meinung nach könnte die Studie aber auch einfach wichtige andere Faktoren, wie z.B. die Ernährung außer acht gelassen haben.

Alternative Therapien

  • Hopfen gegen Krebs – Der sekundäre Pflanzenstoff  Xanthohumol, soll vor Krebs schützen und ihn sogar heilen können. Derzeit ist jedoch noch kein fertiges Medikament auf dem Markt.

Konventionelle Therapien

  • "Krebsheilung: Neue Behandlung in Sicht" – Die Überschrift des Artikels macht Hoffnung. Wissenschaftler haben herausgefunden, wie sie ein bestimmtes Protein unschädlich machen können, dass bei der Krebsentstehung eine Schlüsselrolle spielt. Da man hier immernoch davon ausgeht, dass Krebs genetisch bedingt ist, ist man vermutlich von der potentiellen Heilkraft überzeugt. Mich überzeugt es jedenfalls nicht.
  • Nach Brustkrebs-OP: Brustaufbau mit Schweinehautmaterial – Fast makaber klingt das: Münchener Forscher haben erstmals in Europa für den Brustaufbau kein körpereigenes Gewebe, sondern das von Schweinen verwendet.
  • Viele Medikamente sind völlig nutzlos – Der medizinische Fortschritt ist längst nicht so groß, wie man uns oft glauben machen will. Ein interessantes Interview mit dem deutschen Mediziner Prof. Peter Sawicki
  • Immunsystem und Tumor – Der Erfolg von einer Chemotherapie bei Brustkrebs hängt offensichtlich stark von dem Immunsystem der Patientinnen ab. Die Forscher erhoffen sich von den Erkenntnissen eine gezieltere Chemotherapie.

Forschung & Wissenschaft

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Die Heilkraft der Hände

Die Heilkraft der Hände

Es gibt Tage an denen merkt man, es tut sich was in der Krebsforschung. So überraschte mich heute eine Meldung, die man so vor wenigen Jahren wohl nocht nicht gelesen hätte: Fürsorgliche Berührungen durch Freunde und Verwandte, z.B. in Form von Massagen, haben einen erheblichen positiven Einfluss auf das Wohlergehen von Krebspatienten. Noch erstaunlicher ist, dass die Studie, die zu diesem Ergebnis kommt, vom US-amerikanischen National Cancer Insitute (NCI), von höchster Stelle also, gesponsort wurde.

Professionelle Massagen wurden bereits mit Erfolg in der begleitenden Krebstherapie angewandt – ihr positiver Effekt ist also bekannt. Das international Forscherteam um Dr. William Collinge wollte nun wissen, ob auch ungeübte Hände und einfache Berührungen diesen Effekt hervorrufen und das Wohlergehen der Patienten beeinflussen können. Die Antwort lautet ja. Die auf der internationalen Konferenz der Society for Integrative Oncology vorgestellten Studienergebnisse legen nahe, dass es weder einer professionellen Massageausbildung noch einer ausgereiften Massagetechnik bedarf; die schlichte körperliche Zuwendung und Nähe reicht bereits aus um den Effekt zu erzielen.

In der Studie teilten die Forscher 97 Krebspatienten und deren Verwandte und Freunde in zwei Gruppen ein. In einer Gruppe sollten die Angehörigen und Nahestehenden die Patienten mindestens dreimal wöchentlich für 20 Minuten oder länger mit einfachen Techniken massieren. Die andere Gruppe sollte den Patienten im gleichen Zeitraum etwas vorlesen. Die Wissenschaftler stellten anschließend bei beiden Patientengruppen eine positive Besserung des geistigen und körperlichen Wohlergehens fest. Bei der massierten Gruppe war der Effekt jedoch am stärksten: Stress und Angstzustände nahmen ab, Schmerzen wurden verringert und die Patientinnen und Patienten ware weniger müde und erschöpft.

Diese schöne Studie zeigt, wie wichtig die körperliche und auch geistige Fürsorge für einen an Krebs erkrankten Menschen ist. Sogar das Umfeld profitiert davon: Laut Dr. Collinge hilft die Zuwendung auch den Angehörigen und Freunden, von denen sie ausgeht: Sie haben das Gefühl, aktiv zur Gesundung des kranken Menschen beizutragen, und die eigene Zuwendung hilft ihnen, die oft leidvolle Situation besser zu verarbeiten.

Dr. Collinge und sein Team haben ein Buch sowie eine DVD über ihre Erkenntnisse und die praktische Umsetzung veröffentlicht. Unten sehen Sie den englischen Trailer für diese DVD. Bisher liegt leider noch keine deutsche Übersetzung vor. Die englische Buchversion können sie über den Link in der mittleren Spalte weiter oben bestellen.

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Weiterführende Links und Quellen

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TV-Tipps (7.11. – 20.11.09)

TV-Tipps für Donnerstag, den 09.04.09

Weitere Informationen zu den Sendungen erhalten Sie durch Anklicken des Titels.

"Lob der Einfachheit" – Doku
Samstag 7. November, 18.00 Uhr, 3Sat

"Um Gottes Willen – Ethik"
Sonntag 8. November, 08.30 Uhr, N24

Gesundheit: "Zwei-Klassenmedizin"
Montag 9. November, 18.20 Uhr, WDR

"Dinge, die man tun kann, wenn man tot ist"
Montag 9. November, 00.00 Uhr, WDR

"Heilkraft aus der Wüste" – Doku
Montag 9. November, 04.45 Uhr, 3Sat

"Wer hilft, wenn Heilung unmöglich ist?"

Dienstag 10. November, 22.00 Uhr, Eins Extra

"Nepal – Die Dschungelapotheke der Chepang" – Doku
Donnerstag 12. November, 09.10 Uhr, Arte

"Ein Tag im Hospiz" – Reportage
Freitag 13. November, 12.00 Uhr, 3Sat

Hauptsache gesund: "Schlafstörungen"
Freitag 13. November, 13.15 Uhr, MDR

Gesundheit: "Gutes Aufwachen"
Samstag 14. November, 18.32 Uhr, RBB

"Trösten, helfen, Hoffnung schenken"
Samstag 14. November, 23.15 Uhr, ZDF Info

"Abschied – Wie Kinder trauern"
Sonntag 15. November, 13.15 Uhr, ARD

"Was steckt in Naturkosmetik?"
Montag 16. November, 16.55 Uhr, Arte

Visite: "Hopfen gegen Krebs"
Dienstag 17. November, 20.15 Uhr, NDR

"Ausgebrannt – Wenn nichts mehr geht"
Dienstag 17. November, 21.00 Uhr, Arte

Planet Wissen: "Urlaub für die Seele"
Donnerstag 19. November, 15.00 Uhr, WDR

"Arbeit, Sinn des Lebens?" – Debatte

Donnerstag 19. November, 00.20 Uhr, Arte

Planet Wissen: "Omas Hausmittelchen"
Freitag 20. November, 15.00 Uhr, WDR

"Gesundheit – Wer kann sich das noch leisten?"
Freitag 20. November, 22.00 Uhr, SWR

Geist & Gehirn: "Selbstkontrolle"
Freitag 20. November, 22.45 Uhr, BR-alpha

Wie immer bedanke ich mich für die TV-Tipps bei der Internetseite Reiki.de.

 

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Links zum Wochenende (6.11.09)

Links zum Wochenende

Wie immer entsprechen die hier verlinkten Beiträge und Zusammenfassungen nicht zwangsläufig der Meinung des Autors. Ich wünsche Ihnen ein wundervolles Wochenende!

Ernährung & Gesundheit

Alternative Therapien

Konventionelle Therapien

Wissenschaft & Forschung

  • Autoimmunzellen bekämpfen Krebs – Th17-Zellen, die eigentlich für Entzündungen und Gewebszerstörungen im Körper mitverantwortlich sind, scheinen auch erfolgreich gegen Krebs zu sein.
  • Warburg effect revisited (englisch) – Wissenschaftler sind den Grundlagen des Warburg-Effekts etwas auf die Schliche gekommen. Warburg entdeckte bereits 1930, dass Krebszellen zum Überleben Glucose in Laktat umwandeln. Diese Erkenntnis bildet eine wichtige Grundlage vor allem für viele Ernährungstherapien.
  • Leberkrebs mit Viren bekämpfen – Eine Arbeitsgruppe der TU München plant eine klinische Studie mit einer bisher an Tieren gesteten Methode. Dabei werden die Krebszellen von Vesikulären Stomatitisviren (VSV) infiziert und somit zerstört.

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Seelenvögel

Das Krebscafe beschäftigt sich mit dem Gesundwerden. Doch wer an Krebs erkrankt, kommt um das Thema Tod nicht herum – der Tod gehört zum Leben wie das Geborensein. Wer sich zu Lebzeiten mit dem Sterben beschäftigt, kann viel über das Leben lernen. Dies zeigt auch der neue Film des Filmemachers Thomas Riedelsheimer.

Für die 15-jährige Pauline, den 10-jährigen Richard und den 6-jährigen Lenni bedeutet leben etwas besonderes. Sie sind an Leukämie erkrankt und müssen sich mit dem Tod auseinandersetzen. Pauline schreibt Gedichte, Richard weiß alles über seine Krankheit und Lenni füllt mit seinem Charme mühelos einen Raum. Drei starke junge Menschen mit ihren Plänen, Hoffnungen, Erfolgen und Niederlagen. Eine ungewöhnliche, filmische Annährung an eine unvorstellbare Situation, in der nicht die Krankheit im Vordergrund steht, sondern die Suche nach der Kraft und Energie des Lebens. (Quelle: Piffl Medien)

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