Breuss, Mayr, Konz – Warum funktionieren Fastenkuren?

Warum funktionieren Fastenkuren bei Krebs?

Nicht nur in den Religionen wird seit Jahrhunderten gefastet. Bereits Hippokrates sah das Fasten als gutes Mittel zur Darmreinigung und Gesunderhaltung des Körpers an. Einen Grund, warum Fastenkuren tatsächlich wirken und vielleicht sogar Tumore schrumpfen lassen können, entdeckten Wissenschaftler der University of Florida.

Die so genannte Autophagie ist eine lebenswichtige Funktion unserer Zellen, bei der alte und beschädigte Zellbestandteile von der Zelle abgebaut und somit entsorgt werden. Mehr noch nutzt die Zelle diese alten Bestandteile zur eigenen Energiegewinnung. Sie ist ihr eigener Mechaniker: Sie baut alte Teile aus, verwendet diese als Kraftstoff und ersetzt sie durch neue Teile.

Offensichtlich, so fanden die Wissenschaftler der University of Florida heraus, wird dieser Reperatur- und Reinigungsprozess vor allem dann ausgelöst, wenn die Energiereserven in den Zellen sinken. Fehlt der Zelle also Energie, z.B. wenn der Mensch fastet oder die Kalorienzufuhr reduziert, frisst sie salopp gesagt ihre eigenen alten und defekten Bestandteile auf und ersetzt diese durch neue. Sind die Energiespeicher hingegen immer gefüllt, z.B. wenn der Mensch ständig zu viel isst, gibt er seinen Zellen seltener die Möglichkeit, sich zu regenerieren und von dem alten Schrott zu befreien.

Der Mechanismus der Autophagie scheint schon in frühester Zeit angelegt worden zu sein. So deutet alles darauf hin, dass unsere Vorfahren, die Jäger und Sammler, immer wieder Phasen des Hungers überstehen mussten. Immerhin gab es zu ihren Lebzeiten weder Supermärkte noch ausgefeilte Jagdwaffen. Und später, mit Einführung des Ackerbaus, waren die Menschen weiterhin abhängig von den Jahreszeiten, der Witterung und anderen Umständen – Immer wieder mussten sie hungern. Der Körper nutzte wohl schon damals diese Phasen der verminderten Nährstoffzufuhr um sich von Altem zu befreien und Neues aufzubauen. Die Erkenntnisse der Wissenschaftler lassen das Fasten in einem ganz neuen Licht erscheinen.

Dies beiden Herren haben das so genannte intermittierende Fasten – also kurzzeitiges Fasten über ein Mahlzeit bis zu einem Tag – zu einem Bestandteil ihre Lebens gemacht: Arthur De Vany und Mark Sisson (klicken Sie auf die Namen um Bilder der beiden zu sehen). Beide sind ehemalige professionelle Sportler und Gesundheitsexperten. Arthur de Vany ist mittleweile über 70 Jahre alt und Mark Sisson zählt immerhin stolze 55 Lenze. Unglaublich, nicht wahr? Natürlich gehört zu ihrem Gesundheitsprogramm noch einiges mehr als nur das intermittierende Fasten. Beide sehen es jedoch als wichtigen Bestandteil Ihrer Ernährung und Gesundheit an.

Zum Schluß noch eine Anmerkung: Wer krank ist und/oder an Krebs leidet, sollte vor dem Fasten auf jeden Fall mit seinen Arzt Rücksprache halten um eventuelle Risiken auszuschließen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Gesundheit,
Andreas Thies

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Update: Offensichtlich scheint die Kalorienreduktion auch die Gedächtnisleistung zu verbessern. Dazu mehr in diesem Focus-Artikel.

Update 2 (21.1.2010): Ein weiterer interessanter Focus-Artikel ist dieser Tage erschienen. Forscher haben festgestellt, dass in Zeiten des Hungers vermehrt die Abwehrkräfte des Körpers aktiviert werden.

Quellen und weiterführende Links

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4 Gedanken zu „Breuss, Mayr, Konz – Warum funktionieren Fastenkuren?

  1. Pingback: Warum Fastenkuren funktionieren

  2. Michael Schulze

    Ich bin 56 und fast jetzt auch intermittierend, nämlich drei Tage in der Woche: Dienstag, Donnerstag und Sonntag. Ursprünglich wollte ich es im täglichen Wechsel machen, habe mich dann aber doch auf die drei Tage mit mir geeinigt, weil ich unbedingt immer den Sonntag drin haben will. Den Sonntag deshalb immer, weil ich so keine Vorräte anlegen muss, keinen Kühlschrank brauche und ich noch mehr sparen kann. Ansonsten ernähre ich mich fast ohne Kohlenhydrate, nur etwas Obst in der maximalen Menge von 70 Kohlenhydraten pro Tag,vor allem aber sehr viel Eiweiß, Fleisch, Fisch, Eier und Schafkäse, viel Küchenkräuter: Petersilie, Basilikum, Kresse; schließlich noch Olivenöl, manchmal Mandeln und hochwertige Nahrungsergänzungen, die aber eben auch nur vier Tage in der Woche.
    An den Fastentagen nur Wasser und grünen Tee. Dazu wie an allen Tagen Sport und Tao Yoga, beides zweimal täglich, morgens und abends. JOgging täglich morgens im Wechsel von kurzen, langsamen Läufen von etwa 30 Minuten und etwas längeren von 60 Minuten. Einmal in der Woche, am Samstag, laufe ich 60 bis 120 Minuten. So sieht sie also aus, meine Lebensweise.
    Von Beruf bin ich Musiker, Gitarrist und Sänger. Ich mache Straßenmusik und spiele auf Festen, Feiern und so weiter. Ich rauche nicht und trinke keinen Alkohol.

  3. admin Beitragsautor

    Hallo Herr Schulze,

    das ist sehr interessant. Meine Ernährung sieht von der Zusammensetzung her mittlerweile recht ähnlich aus. Allerdings halte ich drei Fastentage persönlich für etwas viel. Ein chronisches Kaloriendefizit ist da nicht unwahrscheinlich. Auf der anderen Seite soll das ja lebensverlängernd wirken (so lange ausreichend Nährstöffe, z.B. durch Supplemente, zugeführt werden).

    Viel Erfolg weiterhin
    Andreas Thies

  4. Pingback: Zusammenhang zwischen intermittierendes und islamisches Fasten - Seite 3

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