Spontanheilungen – Wie häufig sind sie wirklich?

Spontanheilungen bei Brustkrebs

Laut einer norwegischen Studie verschwindet vermutlich mindestens jeder fünfte durch eine Mammographie gefundene Brustkrebs von selbst. Bemerkenswert ist, dass Erkenntnisse dieser Art mittlerweile ein breites Medienecho erzeugen und offensichtlich salonfähig werden.

Dr. Per-Henrik Zahl vom Norwegian Institute of Public Health in Oslo und seine amerikanischen Kollegen untersuchten die Brustkrebsrate unter fast 120.000 Frauen im Alter zwischen 50 und 64. Die Frauen hatten im Rahmen eines sechsjährigen Mammographie-Programms alle zwei Jahre an einer Kontrolluntersuchung teilgenommen. Die Wissenschaftler verglichen daraufhin die Anzahl der Brustkrebsdiagnosen mit denen einer anderen Gruppe von etwa 110.000 Frauen im selben Alter. Diese Vergleichsgruppe wurde lediglich einmalig am Ende der sechsjährigen Studiendauer untersucht.

Sichtlich überrascht fanden die Wissenschaftler heraus, dass die Krebsrate bei den Frauen, die alle zwei Jahre auf Brustkrebs untersucht wurden, signifikant höher war (22%) als bei der Vergleichsgruppe. Von Zufall kann also keine Rede sein. Und so legt dieses Ergebnis nahe, dass ein Teil der Krebstumoren von selbst verschwindet, auch wenn keine konventionelle Behandlung stattgefunden hat.

Eigentlich keine Überraschung

Offensichtlich muss die Medizin ihr Bild von Krebserkrankungen überdenken, um nicht irgendwann selbst in das Abseits zu geraten, in das sie viele alternative Konzepte drängt. Und so macht der Studienautor Per-Henrik Zahl den ersten Schritt: "Jetzt fragen wir uns: Was ist der natürliche Verlauf dieser zusätzlichen, von der Mammographie entdeckten Krebsfälle?" ((Online Focus, Brustkrebs: Spontanheilung kommt häufig vor))

Wer sich ausgiebig mit alternativen Krebstherapien beschäftigt, der stellt bald fest, das so genannte Spontanremissionen gar nicht so selten scheinen, wie man gemeinhin denkt. Dennoch sind nur relativ wenige Spontanheilungen von offizieller Seite registiriert. So kennt die wissenschaftliche Literatur lediglich 32 dokumentierte Fälle bei Brustkrebs. Eine Ursache dieser geringen Zahl, so bemerkt der Focus in einem dazu erschienen Artikel ganz richtig, könnte "die Tatsache sein, dass Brustkrebs fast immer behandelt wird und nur selten seinem natürlichen Verlauf folgt." ((Online Focus, Brustkrebs: Spontanheilung kommt häufig vor))

Was weiß die Medizin über den Krankheitsverlauf?

Das Focus-Magazin bat im Rahmen des Artikels drei renommierte Mediziner um ihre Einschätzung zu der norwegischen Studie. Beachtenswert finde ich dabei die Worte von Professor Robert M. Kaplan von der University of California: "Die vielleicht wichtigste Sorge im Zusammenhang mit dieser Studie ist, wie erstaunlich wenig wir darüber wissen, was mit unbehandelten Patientinnen mit Brustkrebs passiert. Wir kennen den natürlichen Verlauf bei jüngeren Frauen nicht und wissen nur wenig über den unbehandelten Verlauf bei den älteren." Und Professor Franz Porzsolt vom Uniklinikum Ulm meint: "Der in der Studie gefundene Anteil von 22 Prozent selbstheilender Tumore nach Mammographien ist überraschend hoch, aber plausibel. Vermutlich liegt er sogar noch darüber." ((Online Focus, Brustkrebs: Spontanheilung kommt häufig vor))

Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Gesundheit,
Andreas Thies

Diskutieren Sie diesen Artikel im Krebscafé Forum.

Buchempfehlungen

Weiterführende Links zum Thema

Quellen

Bildquellen

 

2 Gedanken zu „Spontanheilungen – Wie häufig sind sie wirklich?

  1. Pingback: Spontanheilungen - Wie h

  2. Joe

    Hallo liebe Leute,
    ich finde es gut, das man nun langsam damit beginnt, in Richtung germanische neue Medizin einzulenken. Schließlich hatte ich 3 derartige Fälle in der Familie, wo auch eine Selbstheilung stattgefunden hat. AUch andere Krankheiten konnten wir damit einstufen und selbst überwinden. Vielen Dank an die GNM.
    Es freut mich unendlich, das die Wege geebnet werden.
    Gruß Joe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.