Archiv für den Monat: Oktober 2008

Links zum Wochenende (31.10.08)

Links zum Wochenende

Forschung & Wissenschaft

Ernährung & Gesundheit

Erfahrungsberichte

Bildquellen

„Aus der Wand“ – Buchrezension

Aus der Wand von Wolf-Peter Weinert

Paula Willms hat Darmkrebs. Nach einer erfolgreich verlaufenen Operation, bei der man ihr einen Teil des Darms entfernt hat, kommt der nächste Schock: Die benachbarten Lymphknoten sind von Metastasen befallen…

Paula Willms ist allein. Ihr Ehemann Carl, pendelt lethargisch zwischen Arbeitsplatz und Fernseher, Ihr erwachsener Sohn David ist zum Studieren in weite Ferne gezogen. Angst ist Paulas Grundgefühl und sie vermisst die innere Stärke und den Willen um wieder gesund zu werden. Als letzte Rettung erscheint ihr ein einsam gelegener See, den sie immer wieder aufsucht, und den sie oft vom Plateau einer großen, steilen Felswand aus betrachtet. Hier spürt Sie das letzte bisschen Freiheit, das letzte bisschen Selbstbestimmtheit. Doch diese Freiheit beruht zunächst noch auf der Möglichkeit, sich von der hohen Klippe stürzen oder in den dunklen See hinabsteigen zu können, sollte der Krebs Paula in die Knie zwingen. Paula erwartet nichts mehr vom Leben.

Hier am See trifft sie schließlich Thomas Bolder, den Mann „aus der Wand“. Thomas ist leidenschaftlicher Sportler und Kletterer und hat eine nicht minder schwere Vergangenheit hinter sich. Doch im Gegensatz zu Paula hat er den großen, dunklen Abgrund bereits überwunden und Wege gefunden, neuen Lebensmut zu schöpfen. Er hat die heilende Kraft der Natur, der Bewegung und der Meditation kennen gelernt und wird Paulas Lehrer. Mit seiner Hilfe lernt sie zu entspannen, die Gedanken an die Krankheit, den Tod und das missliche Leben sein zu lassen und die Zeit zu genießen. Die anfängliche Freiheit, sich für den Tod entscheiden zu können, wird zur Freiheit für das Leben. Und auch Thomas lernt durch seine neue Gefährtin. Trotz seiner schweren Vergangenheit öffnet er sich der Liebe für einen anderen Menschen und verspürt das Glück, das er lange Zeit nicht sehen wollte.

Der Autor Wolf-Peter Weinert beschreibt den gemeinsamen Weg der Protagonisten, der sich meist in der heilenden Umgebung des stillen Waldsees abspielt. Und das ist gut so, denn „Aus der Wand“ ist ein Buch der Hoffnung und der Heilung. Ein Buch, das die wesentlichen Fragen und Ängste eines von Krebs betroffenen Menschen beschreibt, aber auch, wie sich diese beantworten und überwinden lassen. Wie man den Willen und die Kraft zum Leben wiederfindet. Schritt für Schritt begleitet der Leser Paula Willms aus ihrer Verzweiflung hinaus in die Erkenntnis, dass die uns umgebende Welt auch eine Welt der Symbole ist, die uns etwas über unsere Ängste erzählen können. Eine meditative Verbindung mit der Natur, Bewegung und Eigenverantwortung – das sind Paula Willms Antworten auf die Frage, welche Heilungsmöglichkeiten sich aus diesen Symbolen ablesen lassen. Und auch wenn der von ihr beschrittene Weg fast Allgemeingültigkeit für eine Heilung hat – führt er doch mit ziemlicher Sicherheit in ein bewussteres, selbstbestimmteres Leben – so muss jeder Mensch seine eigenen Symbole, seinen eigenen Weg finden und sich die alles entscheidende Frage stellen, die auch Thomas Bolder ihr irgendwann stellt:

"Alle diese Behandlungen haben andere an dir geleistet. Ich frage dich: Was hat Paula Willms selbst gegen ihren Krebs unternommen? Was hast du selbst getan?“ … „Deine innere Kraft, dein Wille. Die Hilfe, die du selbst deinem Körper geben kannst. Du selbst bist wichtig. Ich glaube, dein Körper braucht vor allem dich, deine Unterstützung, deine Zuwendung, deine Liebe. All die anderen Therapeuten rangieren an zweiter Stelle. Du solltest dein oberster Therapeut sein. Und genau deswegen frage ich dich: Was hast du selbst gegen deinen Krebs getan?“

Autor und Hausarzt Wolf-Peter WeinertWie Thomas Bolder wechselt auch der Autor, übrigens praktizierender Hausarzt, gekonnt zwischen der Perspektive des einfühlsamen Kenners, dem die Abgründe und Ängste betroffener Menschen vertraut sind, und dem sachlichen Therapeuten, der eine ganz konkrete Anleitung und wichtige Schritte für die Gesundung zu vermitteln weiß. Dabei scheint er mehr als nur ein stiller Beobachter seiner Patienten zu sein. Wolf-Peter Weinert besitzt offensichtlich das, was viele gute Autoren und Therapeuten auszeichnet – die eigene Erfahrung der menschlichen Tiefe, genauso wie die Fähigkeit, schwere Lebenssituationen aus eigener Kraft heraus zu meistern. Nur ein Mensch, der selbst seine Erfahrungen gemacht hat, kann gegen Ende des Buchs wohl zu der Erkenntnis gelangen, dass das Gute zum Schlechten und das Schlechte zum Guten führen kann: 

Das Paradoxe ist, dachte sie, ohne den Krebs hätte ich dies alles nicht erlebt. Ohne Krebs keine Lebenskrise und ohne Lebenskrise keine Ausflüge zum Felsen am See… Ohne See keine Begegnung mit Thomas Bolder.

Einzig die Metapher vom Krebs als Feind, die Weinert gegen Ende seines Buchs verwendet, stößt mir persönlich etwas auf. Das liegt wohl an meinen eigenen Erfahrungen und an meiner Einstellung, dass der Krebs auch ein Symbol unserer ungeliebten Aspekte ist. Eine Schattenseite, die nicht bekämpft, sondern integriert werden möchte und eben dadurch ihre Bedrohung verliert. Ob diese Metapher passt, muss aber wohl jeder für sich selbst herausfinden. Heilung scheint auf beiden Wegen möglich. Auf jeden Fall spricht Weinert vielen Krebspatienten aus der Seele und stellt so jene Nähe her, die für das Buch von so großer Bedeutung ist.

Insgesamt ist dem Autor ein schweres Kunststück gelungen: Ein sensibles Buch über den Krebs, dass dennoch „zupackt“, optimistisch ist und Betroffenen einen beispielhaften Weg aus der Hoffnungslosigkeit zeigt. Paula Willms schafft es rückblickend, die Frage nach dem Sinn ihrer Erkrankung zu beantworten. Ein Sinn fernab von Selbstanschuldigungen oder einer möglichen Bestrafung durch höhere Mächte. Ein Sinn, der die Unergründlichkeit des Lebens wohl bewahrt, aber eine tiefere Kraft erkennen lässt, die in uns wirkt. Vielleicht weniger ein Sinn, als vielmehr eine Lebendigkeit, die sich ergibt, „indem man seiner Freude folgt, gewissermaßen auf eine Spur bringt, die immer schon da war und auf einen wartete…“ So schreibt es der berühmte Mythenforscher und Symbolkenner Joseph Campbell. Wenn man es so sehen kann, sagt Campbell, fängt man an, Menschen zu begegnen, die im „Feld der Freude“ sind und einem die Türen öffnen. So wie Paula Willms, die in einer schweren Zeit einen Kraftort und einen Menschen findet, die sie beide auf ihrem inneren Weg der Heilung begleiten. Wolf-Peter Weinerts Buch kann dabei helfen, sich ebenso wie Paula Willms auf diesen Weg einzustimmen und seinen Sinn und seine Freude für das Leben wiederzufinden. Sehr empfehlenswert!

Wolf-Peter Weinerts Buch ist im Verlag Leben & Schreiben erschienen und kann hier bestellt werden.

 

Weiterführende Links

Bildquellen

  • (1) Aus der Wand (Cover), Umschlagsgestaltung: Christel Lottmann, Illustrationen: Caroline Rothe
  • (2) Wolf-Peter Weinert, Verlag Leben & Schreiben

TV-Tipps (25.10. – 7.11.08)

TV-Tipps

Für die TV-Tipps bedanke ich mich wie immer bei der Internetseite Reiki.de.

FrauTV: "Wir haben Krebs"
Samstag 25. Oktober, 14.30 Uhr, 3Sat
Mehr…

Die Story: "Das Schweigen der Ärzte"
Montag 27. Oktober, 22.00 Uhr, WDR
Mehr…

Quarks & Co: "Wie Geschwister unser Leben beeinflussen"
Dienstag 28. Oktober, 21.00 Uhr, WDR
Mehr…

Quivive: "Krank durch Krach?"
Mittwoch 29. Oktober, 20.15 Uhr, RBB
Mehr…

"Faszination Glaube"
Freitag 31. Oktober, 0.30 Uhr, Phoenix
Mehr…

"Lust am Leben" – Doku
Samstag 1. November, 17.45 Uhr, Phoenix
Mehr…

"Tanz der Derwische" – Doku
Samstag 1. November, 3.40 Uhr, 3Sat
Mehr…

Mädchengeschichten: "Buddha weist den Weg"
Sonntag 2. November, 18.00 Uhr, 3Sat
Mehr…

"Ich übe das Sterben" – Doku
Montag 3. November, 21.00 Uhr, ARD
Mehr…

"Heilung durch Hypnose" – Doku
Montag 3. November, 22.05 Uhr, RBB
Mehr…

Planet Wissen: "Körpersprache"
Dienstag 4. November, 15.00 Uhr, WDR

Scobel: "Weisheit"
Donnerstag 6. November, 21.00 Uhr, 3Sat
u.a. mit dem deutschstämmigen Zenmönch und Abt des Zen-Klosters Antaiji Muho
Mehr…

"Sektenkult und Glaubenswahn" – Doku
Donnerstag 6. November, 22.05 Uhr, N24
Mehr…

"Sterbezeit ist Lebenszeit" – Doku
Freitag 7. November, 12.00 Uhr, 3Sat
Mehr…

Bildquellen

Links zum Wochenende (24.10.08)

Links zum Wochenende

Forschung & Wissenschaft

Alternative Therapien

Ernährung

Sonstiges

Bildquellen

Die Patientenakte

Ordnung ist das halbe Patientenleben

Ich habe Menschen kennengelernt, deren Organisation weit besser ist als meine. Menschen, die Ihre Unterlagen fein säuberlich in Akten aufbewahren, Kopien all Ihrer Dokumente auslagern und für alle erdenklichen Notfallsituationen gerüstet sind. Doch wenn eine Krebsdiagnose in das Leben dieser Menschen tritt, ist es plötzlich dahin mit der Ordnung. Die Verantwortung wird an der Klinikpforte abgegeben und die Dokumentation und Interpretation des eigenen Lebens und Leidens allein in die Hände der Ärzte gelegt.

Mir ging es ähnlich. Nicht, dass ich vorher sehr ordentlich gewesen wäre: Der Krebs überraschte mich in jungen Erwachsenenjahren und ich hatte gerade erst einigermaßen gelernt, was es heißt, sein Leben zu organisieren und zu dokumentieren. Im Angesicht der Erkrankung vergaß ich jedoch all das nütze Wissen und das Credo älterer Generationen: Ordnung ist das halbe Leben.

Schmerzlich wurde mir dies bewusst, als ich nach der Entscheidung für eine alternative Therapie an einen Arzt und Heilpraktiker geriet, der zur Optimierung meiner Therapie sämtliche diagnostische Unterlagen, alle Blutergebnisse von meinem vorausgegangenen Krankenhausaufenthalt und die ganze Mappe mit den Röntgen- und CT-Aufnahmen von mir anforderte. Ich verstand zunächst die Welt nicht. Ich hatte mich doch unter anderem für eine alternative Therapie entschieden, um dem ganzen Aktenmief zu entgehen und endlich als Mensch und nicht als Nummer behandelt zu werden. Erst mit der Zeit lernte ich: Der Umgang mit der Erkrankung erfordert Aufmerksamkeit und Verantwortung. Und dazu gehört – so sehr mir das auch gegen den Strich ging – eine sauber geführte Patientenakte.

Von Jägern und Sammlern

Ordnung ist das halbe PatientenlebenSo begann für mich also eine kleine Odyssee, während der ich sämtliche Kliniken und Ärzte aufsuchte, bei denen ich zuvor in Behandlung war, um eine Kopie aller diagnostischen Ergebnisse, Abschlussberichte und sonstigen Auswertungen zu erhalten. Hätte ich weiterhin eine konventionelle Therapie gemacht, wäre das wahrscheinlich nicht nötig gewesen. Ich hätte es gemacht, wie die meisten anderen Menschen auch: Die Ärzte kümmern sich um meine Gesundheit, ich kümmer mich um den Rest.

Das ist ja auch naheliegend. Erstens traut man sich als medizinischer Laie nicht zu, etwas mit Diagnosen anfangen zu können, und zweitens kann man sich als Mensch wahrlich Schöneres vorstellen, als neben der emotionalen auch noch die organisatorische und diagnostische Seite seiner Erkrankung voll im Blick zu behalten – man ist dankbar für jede freie Minute, die sich zwischen Arztbesuchen, Chemotherapien und Krankenhausaufenthalten ergibt.

Ich rate Ihnen dennoch, egal ob im Rahmen einer konventionellen oder alternativen Therapie, die Organisation und Sammlung Ihrer Daten auch in die eigenen Hände zu nehmen. Lassen Sie sich nach jedem Arzt- und Therapeutenbesuch eine Kopie der Diagnosestellungen aushändigen und heften Sie diese sofort zu Hause in einen Ordner, der nur für Ihre Karriere als Patient bestimmt ist. Kopien sämtlicher Befunde (Blutergebnisse, Urin-, Stuhlproben usw.), Ultraschallbilder, Medikamentenrezepte, Abschlussberichte, OP-Verlaufsdokumentationen und anderes kommen hier rein. Lassen Sie sich diese Dokumente also unbedingt als Kopie mitgeben – Das gilt für den Besuch in der Uniklinik ebenso, wie für die Diagnose eines Geistheilers.

Eine Ordnerstruktur, die sich bei mir bewährt hat, ist folgende. Abschlussberichte, Briefwechsel, Gesprächsprotokolle usw. sortiere ich nach Ärzten, Therapeuten und Kliniken. Blut- und andere Diagnoseergebnisse haben einen eigenen Ordnerbereich, was mir die Übersicht über den therapeutischen Verlauf erleichtert. Alle Dokumente sind natürlich chronologisch sortiert.

Führen Sie ein Gesundheits-Tagebuch

Schreiben mach bewusst!Wieder zu Hause angekommen, sollten Sie außerdem sofort notieren, was genau passiert ist. Welche Diagnose hat der Arzt/Therapeut Ihnen gestellt? Welche Empfehlungen hat er ausgesprochen? Wann findet die nächste Vorsorgeuntersuchung statt? Notieren Sie all dies in Ihrer Patientenakte. Sie glauben nicht, wie schnell man diese oft wichtigen Dinge vergisst.

Führen Sie außerdem ein Tagebuch, in dem Sie neben dem Therapieverlauf auch Ihre Gedanken und Ihre körperliche und geistige Befindlichkeit notieren. So erleben Sie nicht nur den reinigenden und therapeutischen Effekt des Tagebuchschreibens, sondern haben auch noch ein wertvolles diagnostisches Instrument zur Hand. Hier können Sie noch Monate oder Jahre später einsehen, was Ihnen gut getan hat, welche Therapien sich in welcher Weise auf Ihr Blutbild ausgewirkt haben und wann Ihnen Ihr Gefühl untrügerische Zeichen für und gegen eine Entscheidung vermittelt hat. Dinge, die gerade im Rahmen einer alternativen Therapien sehr wichtig sind.

Oft tauchen während dieser Notizen und beim täglichen Sinnieren Fragen und Bedenken auf, die Sie Ihrem Arzt oder Therapeuten beim nächsten Gesrpäch gern stellen oder vortragen möchten. Auch diese sollten Sie gesondert notieren und den Zettel beim nächsten Arzttermin mitnehmen. Ihre Fragen und Bedenken zeigen dem behandelnden Arzt nicht nur, dass Sie Eigenverantwortung übernehmen (Sie begeben sich im Zweifelsfall in eine bessere Verhandlungsposition als ein "unmündiger" Patient), Sie sind auch umfassend informiert und lassen weniger Zweifel an Ihren eigenen Entscheidungen aufkommen. Eine gute Dokumentation und Ordnung ihres Patientendaseins ist also sehr im Sinne Ihrer Gesundheit.

Das Leben ist (k)eine Exceltabelle

Die lückenlose Dokumentation ist wichtig!Auch wenn Blutwerte keine heilige Kuh sind und der Mensch weit komplexer ist, als die Summe seiner Leukozyten oder die Höhe seiner Tumormarker, so macht es Sinn, wichtige Blutwerte wie diese in einer eigenen Verlaufstabelle zu notieren. Fragen Sie Ihren Arzt, welche Werte ihm besonders relevant für Ihre Gesundheit und den Erfolg der Therapie erscheinen und schreiben Sie diese mit Datum und weiteren Informationen zu Therapie und Befinden in eine eigene Tabelle.

Gut eignet sich dafür die Officesoftware Excel (oder ein vergleichbares Programm), die auf fast jedem Rechner installiert ist. Hier können Sie die eingetragenen Werte gleichzeitig auch als Graph anzeigen lassen. So haben Sie die zeitliche Entwicklung Ihrer wichtigsten Blutwerte im Blick und sehen, wie Therapien und Lebenswandel diese beeinflussen.

Einige Hinweise zum Schluss

  • Halten Sie Ihre Patientenakte frei von finanziellen Belangen. Ich empfehle, Rechnungen, Quittungen über die Praxisgebühr und die Kommunikation mit der Krankenkasse gesondert abzuheften. Die Patientenakte dient allein der Dokumentation Ihrer Genesung. Das finanzielle Kopfzerbrechen sollten Sie unbedingt dort heraushalten.
  • Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, sämtliche Rechnungen und relevante Diagnosen vor dem Abheften einzuscannen oder sonstwie zu kopieren. So habe ich am Jahresende alle Unterlagen für den Antrag an die Krankenkasse beisammen und muss nicht lange rumsuchen. Ein kleiner Handgriff, der am Ende viel Arbeit erspart.
  • Die Tipps, die ich Ihnen in diesem Artikel gebe, sind wichtig, ganz gleich ob sie eine Chemotherapie machen, zum Heiler gehen oder sich lediglich zu Hause mit pflanzlichen Mitteln selbst therapieren. Dokumentieren Sie unbedingt den Verlauf Ihrer Therapie und führen Sie ein Tagebuch. Beides gibt Ihnen das Gefühl, Ihre Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen und mitzubestimmen wohin der Weg führt.

 

Ich wünsche Ihnen alles Gute für Ihre Gesundheit,
Andreas Thies

Diskutieren Sie diesen Artikel im Krebscafé Forum.

 

 

Interessante Links

  • Linus S. Geisler – Internetseite des ehemaligen Sachverständigen der Enquête-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin" und Arztes Linus S. Geisler. Mir sehr interessanten Texten u.a. über das Arzt und Patient-Verhältnis.

Empfehlenswerte Bücher zum Thema

Bildquellen

Alle Bilder bei sxc.hu.

Links zum Wochenende (17.10.08)

Links zum Wochenende

Forschung & Wissenschaft

Ernährung & Gesundheit

Erfahrungsberichte

Bildquellen

Wunderheilmittel Kohl – Ein Interview mit Jakobe Jakstein

Die wundersame Heilkraft des Kohls

Die Buchautorin Jakobe Jakstein kann auf ein bewegtes Leben zurückblicken. 1926 in Hamburg geboren, zog es sie in jungen Erwachsenenjahren nach Schweden, wo sie als Köchin einer angesehenen Familie arbeitete. Nach ihrer Heirat mit einem schweizer Architekten ging sie zunächst mit ihrer Familie in die Schweiz und anschließend 1962, nach der Scheidung von ihrem Mann, mit ihren zwei Söhnen nach Italien, wo sich auch heute noch ihre zweite Heimat befindet.
Schon in ihrer Kindheit zeichneten sich ihre große Liebe zur Natur und ihre Zuneigung zu einem tiefen christlichen Glauben ab, der über reine Lippenbekenntnisse hinausgeht und mit Hingabe gelebt werden möchte. Dinge, die Jakobe Jakstein später wohl das Leben retteten.

Vor 23 Jahren entdeckte ihr Zahnarzt bei einer Röntgenkontrolle eine Zyste oder einen Tumor am Kiefer. Eine Überweisung zum Onkologen lehnte Jakobe Jakstein ab, war sie es doch gewohnt, selbst nach Lösungen zu suchen und auf andere, unkonventionelle Heilweisen zu vertrauen. Ihr Interesse an der Naturheilkunde hatte man ihr wohl mit in die Wiege gelegt, so schreibt die heute 82-Jährige in ihrem demnächst neu aufgelegten Buch Wunderheilmittel Kohl. Medikamente waren Ihre schon als kleines Kind zuwider und so lernte sie bald die Homöopathie und, nach einem beeindruckenden Heilerlebnis mit ihrem Schwiegervater, die erstaunliche Heilkraft des Kohls kennen. Es ist also nicht verwunderlich, dass Jakobe Jakstein einen solch außergewöhnlichen Weg ging um wieder gesund zu werden. Im Krebscafé-Interview berichtet sie von diesem Weg, ihren Erfahrungen mit der Heilwirkung des Kohls und von der Kraft des Glaubens.

Wann stellten Sie zum ersten Mal fest, dass Sie an Krebs erkrankt sein könnten?

J. Jakstein: Die Sache liegt 23 Jahre zurück. Ich lebte vorrübergehend in Hamburg, wo ich ein kleines Stehcafé übernommen hatte. Meinen eigentlichen Wohnsitz hatte ich aber seit über 30 Jahren in Italien. Seit Wochen litt ich unter unerträglichen angeblichen Zahnschmerzen und entschloss mich daher, endlich einen Zahnarzt aufzusuchen, der, nachdem er nur kurz in den Mund geschaut hatte, sofort eine Röntgenaufnahme machte. Sehr bald kam er, kreidebleich im Gesicht, mit dem Röntgenbild zurück und erklärte mir, dass er mich nicht behandeln könne, sondern mich gleich in ein onkologisches Institut überweisen würde. Ich bedankte mich höflich bei ihm, meinte aber, dass ich auf keinen Fall meine berufliche Tätigkeit an den Nagel hängen könne. Ich würde mich daher selber um meine Gesundheit kümmern.

Seit mehr als 20 Jahren war ich gewöhnt, mich im Krankheitsfalle mit natürlichen Heilmitteln zu behandeln, da ich unter einer Medikamentenunverträglichkeit litt. Ich ging also in mein Café zurück, hatte allerdings keine Ahnung, was nun zu tun sei. Ich war chronisch überarbeitet, war in Deutschland in keiner Krankenversicherung und besaß auch keinerlei Mittel, um mir eine ärztliche Betreuung leisten zu können. Da mir nichts einfiel, was ich für mich tun könnte, tat ich nichts anderes, als mir die Backe, wann immer ich konnte, mit einem Eisbeutel zu kühlen. Nach zwei Monaten war ich endlich schmerzfrei, hatte einen Zahn weniger und ein großes Loch im Kiefer.

Und wie ging es damals weiter?

J. Jakstein: Ich war überzeugt, geheilt zu sein, war aber sehr froh, dass der Eigentümer des Cafés mich von meinem Vertrag löste. So konnte ich einen kurzen Urlaub in Italien machen, wo ich den Maestro Leo Amici aufsuchen wollte, um seine Meinung über meine Krankheit zu hören. Leo Amici hatte – er verstarb kurz nach meinem Besuch bei ihm – sein Leben hilfesuchenden Menschen gewidmet und 1982 das humanitäre Zentrum Lago di Monte Colombo gegründet. Hunderten von Menschen verhalf er zur Heilung durch spirituelles Wachstum. Als ich ihn auf meine Erkrankung ansprach, sagte er mir:”Es war Krebs.”

Kaum war ich wieder in Hamburg, kam der nächste Schock. Ich saß gerade beim Frühstück, als ich einen entsetzlichen Schmerz in meinem linken Auge verspürte. So, als hätte mich jemand mit einem Messer gestochen. Von dem Moment an konnte ich meine Augen zwei Monate lang nur für sehr kurze Zeit offenhalten. Ich verbrachte die meiste Zeit im Lehnstuhl, denn im Liegen waren die Schmerzen noch unerträglicher. Ich überlegte, was ich tun könne und da erst fiel mir das Kohlblatt ein, mit dem ich schon seit 20 Jahren viele Krankheiten heilen konnte. Sowie es mir möglich war, meine Augen offen zu halten, besorgte ich mir Wirsingkohl und begann mit den Kohlauflagen.

Wann wurden Sie zum ersten Mal auf die Heilkraft des Kohls aufmerksam?

J. Jakstein: Es war so im Jahre 1960 – ich wohnte zu der Zeit mit meiner Familie in Basel – als mein Schwiegervater wegen eines Magendurchbruchs operiert werden musste und zwar gleich zweimal hintereinander, da er sehr brüchige Venen hatte. Er war bei einem namhaften Chirurgen in Behandlung, der der Schwiegermutter nach der zweiten Operation anheim stellte, ihren Mann nach Hause zu nehmen, um ihn in seiner gewohnten Umgebung sterben zu lassen. Meine Schwiegermutter gab mir das Buch Von den Wunderbaren Heilwirkungen des Kohlblattes von dem Schweizer Botaniker Camille Droz und bat mich, es zu lesen. Nachdem ich das Buch durchgelesen hatte, beschlossen wir, den Kranken mit Kohlauflagen zu behandeln. Tag und Nacht machten wir dem Schwiegervater Kohlwickel auf seinen Bauch, um alle Schläuche herum. Nach einem Monat waren die Wunden geschlossen, der alte Mann konnte wieder aufstehen, aß mit Appetit und hatte wieder Farbe im Gesicht.
Der Hausarzt konnte sich diese Wandlung nicht erklären: “Hier handelt es sich um ein Wunder!” sagte er nur. Aber das größte Wunder war wohl, dass mein Schwiegervater danach noch 15 Jahre gelebt hat, ohne je einen Rückfall erlitten zu haben. Sein Tod trat dann sehr plötzlich infolge eines Gehirnschlages ein.

Wie hat der Kohl Ihnen geholfen, Ihre Zyste oder ihren Tumor zu heilen?

J. Jakstein: Als ich anfing, Tag und Nacht Kohlblätter auf das Auge zu legen, sonderte sich laufend eine übelriechende Flüssigkeit ab. Zwei Monate dauerte es, bis es keine Sekretion mehr gab, ich schmerzfrei war und wieder sehen konnte.
In den vielen Jahren, die ich die verschiedensten Krankheiten erfolgreich mit Kohl heilen konnte, wurde entweder eitrige Flüssigkeit abgesondert oder es waren auf den Blättern Ablagerungen sichtbar. Eine Krankheit konnte man als geheilt ansehen, wenn keine Veränderungen mehr am Kohlblatt festzustellen waren. Zwar kommt es auch bei der Kohltherapie zu Erstverschlimmerung, aber Nebenwirkungen habe ich nie beobachten können. Auch Rückfälle waren sehr selten.

Kennen Sie andere Menschen, die mit dieser Methode Erfolge erzielten?

J. Jakstein: Vor allem habe ich jahrelang meine Familie mit dieser Methode mit großem Erfolg behandelt bzw. geheilt. Aber auch andere Verwandte, Nachbarn und Freunde erzielten sehr gute Resultate. Erfahrungsberichte kann man in meinem Buch Wunderheilmittel Kohl nachlesen. Aber auch in meinem Forum für Körper, Geist und Seele findet ein reger Erfahrungsaustausch statt.

Wie hat damals Ihr Umfeld auf diesen außergewöhnlichen Weg reagiert? Was haben Sie getan um sich vor übereifrigen Kritikern zu schützen?

J. Jakstein: In meinem persönlichen Umfeld, also Familie, Freunde, Bekannte und Nachbarn, war man seit jeher gewöhnt, dass ich meinen eigenen Weg zu gehen gewohnt war. Er wurde immer bestaunt, respektiert und auch gutgeheißen. Erst, als ich mich dem Internet näherte, war ich mit Unverständnis, Empörung, Kritik und übler Nachrede konfrontiert. Mit den Jahren habe ich gelernt, mich zu schützen, meistens durch Schweigen. Heute ist mir die Meinung derer, die alternative Heilmethoden nicht akzeptieren oder sogar bekämpfen, nicht mehr wichtig.

Wie sind Sie mit der Angst vor dem Krebs und vor dem eigenen Tod umgegangen?

J. Jakstein: Wie ich schon am Anfang sagte, hatte ich das Glück, einen großen, außergewöhnlichen Menschen kennengelernt zu haben, Leo Amici. Durch ihn habe ich zum wahren Glauben gefunden und zu der Erkenntnis, dass es immer die göttliche Liebe ist, die uns Heilung schenkt. Er hat mich gelehrt, einen angstfreien spirituellen Weg zu gehen, der mir zu Harmonie, zum Frieden mit mir selbst und meinen Mitmenschen und dadurch zur Heilung verhilft.

Was haben Sie sonst noch getan, um die Krankheit zu überwinden?

J. Jakstein: Anfänglich tat ich nichts weiteres, als mich um die Gesundheit meiner Seele zu kümmern. Ich wusste, dass dies das allerwichtigste im Leben eines Menschen ist. Nur wenn meine Seele gesund ist, kann ich auch auf körperliche Heilung hoffen. Erst später begann ich auch z.B. über eine gesunde Ernährung nachzudenken und habe dieses Thema mit den Jahren immer mehr vertieft. Als ich vor einigen Jahren noch zwei Rückfälle auf dem Auge bekam, begann ich, mich auch mit frischgepressten Gemüsesäften, vor allem von Kohl, zu ernähren.
Aber auch sonst bin ich für alles offen, das mir zu einem inneren Gleichgewicht und damit zum Heilsein verhilft. Um nur einige Beispiele zu nennen übe ich mich in Qi Gong, in den Mudras und verwende gerne Heilsteine. Aber über all diese Themen reden wir in meinem Forum.

Sie haben Ihre Erfahrungen in einem Buch niedergeschrieben.

J. Jakstein: Ja, ich erwähnte es am Anfang. Ich hatte nie die Absicht gehabt, jemals ein Buch zu schreiben. Aber eines Tages vor vielen Jahren wachte ich eines Morgens von den kategorischen Satz auf: ”Du musst ein Buch schreiben!”
Ich war entsetzt, denn ich hatte keine Ahnung wie man das macht und worüber ich schreiben sollte. Einer meiner Söhne meinte: ”Du kannst nur über etwas schreiben, was Du kennst.” Ja, und das war der Kohl. Also begann ich zu recherchieren, meine eigenen Erfahrungen aufzuschreiben und an einer Schreibschule teilzunehmen, um ein wenig das Handwerk zu lernen. Das erste Manuskript hatte ich zweisprachig erstellt, auf Italienisch und Deutsch, aber machte mir keine großen Hoffnungen, einen Verleger zu finden. Wie erstaunt war ich also, als ich nach zwei Bewerbungsversuchen bereits einen Verlag fand, der an dem Buch interessiert war. So erschien die erste Auflage zuerst auf Deutsch, dann auch in einem italienischen Verlag in der Landessprache. Nachdem die erste Auflage vergriffen war, wurde das Buch nicht wieder neuverlegt. So versuchte ich es mit einem Book-on-demand-Verlag, brachte das Buch neu heraus, doch der Verlag musste Insolvenz ankündigen. Da entschloss ich mich, das Buch als Download im Internet anzubieten. Nun habe ich inzwischen eine neue Möglichkeit gefunden, das Buch drucken zu lassen und es wird demnächst wieder im Handel sein. Das Download-Angebot wird dadurch hinfällig, da es vertragswidrig wäre.

 

Wie, denken Sie, können der Glaube und die innere Einstellung den Heilungsprozess unterstützen?

J. Jakstein: Dass ich einen festen, gelebten Glauben als die wahre Voraussetzung für eine Heilung halte, habe ich schon mehrmals erwähnt. Ich versuche, in allem was ich denke, fühle und tue, den Lehren Christi gerecht zu werden. Mit ihm setze ich mich auseinander, denn er hat uns die wahre Liebe vorgelebt.

Welchen Rat geben Sie Menschen, die kürzlich eine Krebsdiagnose erhalten haben?

J. Jakstein: Gottes Nähe zu suchen und sich von ihm führen zu lassen. Wenn man sich eine tiefe Beziehung zu Gott aufbaut, lässt er uns auch den für uns richtigen Weg erkennen.

Liebe Frau Jakstein, ich danke Ihnen sehr herzlich für dieses Interview.

Wenn Sie Fragen an Frau Jakstein stellen oder über das Thema dieses Artikels diskutieren wollen, können Sie dies in diesem Beitrag im Krebscafé Forum tun.

Update: Frau Jakstein hat kürzlich ihr Buch wiederveröffentlicht. Es kann unter diesem Link bestellt werden. Eine Leseprobe finden Sie hier.

Internetseiten von Jakobe Jakstein

Weiterführende Links

Bildquellen

 

Neuer Krebscafé-Buchshop!

Das Krebscafé hat neben dem Blog und dem Forum nun auch einen eigenen Buchshop, den Sie über das Menü am Kopf der Seite erreichen. Sie finden dort ausgewählte Bücher aus den Bereichen alternative Krebstherapie, Gesundheit, Ernährung, Spritualität, psychologische Ratgeber, aber auch DVDs und Hörbücher. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Stöbern und Bestellen.

Herzliche Grüße,
Andreas Thies

TV-Tipps (11.10. – 24.10.08)

Für die TV-Tipps bedanke ich mich wie immer bei der Internetseite Reiki.de.

Im Palais: "Haben wir eine Seele?"
Samstag 11. Oktober, 12.00 Uhr, RBB
Mehr…

Hauptsache gesund: "Heilkraft der Pilze"
Samstag 11. Oktober, 21.00 Uhr, Eins Plus
Mehr…

Gesundheit!: "Akupunktur?"
Samstag 11. Oktober, 23.00 Uhr, Eins Plus
Mehr…

"Chrigu – über Leben und Sterben" – Doku
Sonntag 12. Oktober, 23.15 Uhr, BR
Mehr…

"Für immer und ewig" – Doku
Montag 13. Oktober, 20.15 Uhr, 3Sat
Mehr…

"Wählt Jesus!" – Doku
Dienstag 14. Oktober, 21.00 Uhr, Arte
Mehr…

Quivive: "Heilen mit Strom"
Mittwoch 15. Oktober, 20.15 Uhr, RBB
Mehr…

"An der Schwelle zum Tod" – Doku
Mittwoch 15. Oktober, 23.30 Uhr, ARD
Mehr…

"Innere Kampfkünste und Daoismus in China"
Donnerstag 16. Oktober, 20.15 Uhr, Eins Plus
Mehr…

Gesundheit: "Wenn Nahrung krank macht"
Donnerstag 23. Oktober, 18.50 Uhr, HR

Hauptsache gesund: "Chronische Schmerzen"
Donnerstag 23. Oktober, 21.00 Uhr, MDR
Mehr…

Galileo Mystery: "Prophetische Träume"
Freitag 24. Oktober, 23.10 Uhr, Pro 7
Mehr…

Bildquellen

 

Links zum Wochenende (10.10.08)

Links zum Wochenende

Forschung & Wissenschaft

Ernährung & Gesundheit

Konventionelle Therapie

Sonstiges

Bildquellen