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« Die Kraft aus dem Inneren: Motivation und Hoffnung für Krebspatienten Links zum Wochenende (05.09.2008) »
4. September 2008

Krank durch Konflikte?

Können unverarbeitete Konflikte Krankheiten auslösen?

Bereits seit den 30er Jahren beschäftigt sich die sogenannte psychosomatische Medizin mit den Einflüssen geistig-seelischer Ebenen auf die körperliche Gesundheit des Menschen. Die Erkenntnisse, die daraus gewonnen werden, erscheinen umso gewichtiger, je mehr man Krankheiten unter diesem möglichen Entstehungsaspekt betrachtet. So gibt es in den letzten Tagen gleich zwei Meldungen aus der Welt der Forschung, die den Verdacht bestärken, dass die Auswirkung von Konfliktereignisse auf den Körper weit größer sein kann, als von vielen Wissenschaftlern bisher angenommen.

Eine der beiden Meldungen war bereits Thema hier im Krebscafé. Dabei ging es um eine Studie der Ben-Gurion-Universität des Negev in Israel. Demnach können negative Konfliktereignisse wie der Verlust eines Elternteils oder nahen Verandten, eine Scheidung oder der Verlust des Partners, das Brustkrebsrisiko bei Frauen deutlich erhöhen. Die ganze Meldung können Sie hier nachlesen.

Die zweite Meldung erschien kürzlich in einem Gesundheitsmagazin-Podcast des Bayerischen Rundfunks (BR). Laut diesem bekräftigen neue Forschungsergebnisse des Münchener Helmholtz Zentrums die Annahme, dass es auch emotionale Gründe für die Entstehung von Allergien bei Kindern gibt. Ín der vorgestellten Studie scheint ein direkter Zusammenhang zwischen der Trennung der Eltern und dem Risiko bei Kindern zu bestehen, an Neurodermitis zu erkranken.

"Es ist seit langem bekannt, dass belastende Ereignisse dazu führen können, entzündenden, juckenden Hautausschlag zu provozieren, wenn ein Kind an Neurodermitis erkrankt ist. Aus meiner Sicht ist neu, dass wir im Rahmen dieser Studie gezeigt haben, dass solche Konfliktsituationen tatsächlich am langen Ende dazu führen, dass solche Erkrankungen überhaupt entstehen können.", so Joachim Heinrich, Umweltmediziner am Helmholtz Zentrum in München.

In der Studie wurden 3.000 Neugeborene aus ganz Deutschland über einen Zeitraum von sechs Jahren regelmäßig untersucht, und dabei auch Veränderungen in der Familie festgehalten und mit der Entwicklung des Kindes verglichen. Dabei kam heraus, dass das Risiko an Neurodermitis zu erkranken, bei Scheidungskindern dreimal so hoch ist.

Joachim Heinrich: "Kinder merken, wenn irgend etwas in der familiären Konstellation nicht stimmt. In der Regel können sie solche Informationen nicht rational verarbeiten; sie haben nicht die entsprechenden Wörter, nicht die Begriffe mit denen sie jonglieren können. Und insofern bleibt ihnen nichts anderes übrig, als die Sprache des Körpers zu benutzen. Und die Haut scheint ein für sie geeignetes Organ zu sein um zu sprechen." Die Wissenschaftler stellten nach der Trennungserfahrung eine Erhöhung der Neuropeptide (Stressmarker) im Blut der Kinder fest.

Umweltmediziner Joachim Heinrich empfiehlt Kinderärzten, die Eltern darauf hinzuweisen, "dass es sich nicht nur um einen juckenden Hautausschlag handelt, auf den man Zinksalbe schmieren kann, sondern dass sie auch darüber nachdenken, welchen eigenen Anteil sie an dem Auftreten einer bestimmten Symptomatik haben könnten."

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Quellen

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