Clark-Therapie in der Kritik
Dieser Blog beschäftigt sich vorwiegen mit alternativen Heilungsmöglichkeiten. Dazu gehört ein kritisches Bewusstsein auch gegenüber bereits weit verbreiteten Therapien. So sind die Clark-Therapie und die dazugehörigen, recht leicht durchzuführenden Reinigungen sehr populär. Gerade in alternativen Heilkreisen schwört man darauf. Frau Clark propagiert u.a. eine Anwendung, die angeblich die Gallensteine aus dem Körper treibt. Was aber ist tatsächlich dran an diesen "Gallensteinen"?
Nun las ich heute einen sehr interessanten Artikel in dem Newsletter der Habichtswald-Klinik über Kuckuckseier im Nest der Naturheilkunde. In diesem findet sich u.a. eine Aufklärung darüber, was es mit diesen vermeintlichen Gallensteinen auf sich hat, die sich nach Hulda Clark angeblich mit ein wenig Bittersalz, Olivenöl und etwas Grapefruitsaft aus den Gallengängen putzen lassen.
Alles Humbug, meint Dr. Volker Schmiedel von der Habichtswaldklinik: Bei den kleinen grünen Steichnchen, die man nach der "Reinigung" im Stuhl findet, handelt es sich nach genauerer chemischer Betrachtung nicht um Gallen-, sondern um Seifensteine. Laut Schmiedel werden die Fettsäuren des Olivenöles unter Einfluss des Grapefruitsaftes chemisch verseift und finden sich dann als wasserunlösliche Steine im Stuhl. Dr. Schmiedel gesteht aber ein, Patienten und Ärzte gesehen zu haben, die unter der Entgiftung nach Hulda Clark eine "deutliche Besserung zahlreicher Beschwerden berichtet haben, die sich nicht alle als Placebo-Effekte erklären lassen". Er führt dies jedoch hauptsächlich auf den drastischen Ausleitungseffekt über den Darm zurück.
Auch wenn es nach außen so scheint, wettert Dr. Schmiedel nicht allgemein gegen die Naturheilkunde, sondern er weist nur darauf hin, dass auch hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht und ein kritisches Bewusstsein angebracht ist. Und so schließt er mit den Worten, denen auch ich mich gern anschließen möchte:
"Auch in den naturheilkundlichen Gesellschaften finde ich oft ein nicht mehr erträgliches Maß an Blauäugigkeit gegenüber allem, was auch nur den Anschein des Naturheilkundlichen erweckt. Es läge auch im Interesse der Naturheilkunde, wenn hier die Spreu vom Weizen getrennt würde, denn jeder aufgedeckte "Betrug" diskreditiert nicht nur dieses Verfahren selbst und dessen Anwender (die oft in gutem, aber naivem Glauben gehandelt haben), sondern fällt auf die gesamte Naturheilkunde zurück." Und er zitiert den weisen Pfarrer Kneipp: "Je absonderlicher eine auftauchende Heilmethode ist, desto mehr Freunde und Anhänger gewinnt sie, bis endlich die leichtgläubige Menge einsieht, dass sie betrogen ist und der Heilkünstler sich die Taschen gefüllt hat."1
- Vorsicht! – Kuckuckseier im Nest der Naturheilkunde (Naturheilkundlicher Newsletter der Habichtswald-Klinik Kassel) [↩]
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